A Travellerspoint blog

Prince Edward Island - The Gentle Island

Cape Breton, Nova Scotia - Port Elgin, New Brunswick - Linkletter Provincial Park - Cape North - Jacques Cartier Provincial Park - Mill River Provincial Park, all on Prince Edward Island - Hopewell Rocks - St. Stephen, all in New Brunswick, CANADA

sunny 21 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Nova Scotia und vor allem Cape Breton zu verlassen, fiel uns nicht leicht. Einerseits weil es uns hier so unglaublich gut gefallen hatte, andererseits weil sich auf der wichtigsten Highway-Route wieder einmal alles staute, zum wiederholten Male wegen einer Baustelle. Das kanadische Highway-Baustellen-Gegenverkehrs-Konzept ist wohl noch nicht ganz ausgereift. Da wird Autofahren eigentlich nur mehr ein Mittel zum Zweck. Allerdings sind das auch schon die groebsten Probleme, mit denen man als Kanada-Reisender zu kaempfen hat.

SAM_0007.jpg

Nachdem wir uns am Weg mit einer neuen, sehr guenstigen Kamera ausgeruestet haben, kamen wir am spaeten Nachmittag wieder nach New Brunswick, sind einmal rechts abgebogen, haben den drohend leeren Tank gerade noch rechtzeitig wieder aufgefuellt (somit ein zweites Tank-Fiasko wie in Argentinien gerade noch verhindert!) und schon waren wir auf der 13 Kilometer langen Confederation Bridge, die Prince Edward Island (die kleinste Provinz Kanadas) mit dem Festland verbindet.

SAM_0010.jpg
SAM_0015.jpg

Das folgende, auf dem Parkplatz der Visitor Information geschossene Foto ist irrefuehrend. Wir haben hier keinen Autodieb in flagranti erwischt, sondern einen aeusserst hilfsbereiten Herrn des hiesigen Pannenservice!

SAM_0025.jpg

Wir haben beschlossen, nur den Nordteil der Insel zu befahren (den sogenannten North Cape Coastal Drive). Der erste Campingplatz im Linkletter Provincial Park, wunderschoenen, riesig und beinahe leer, war nur ein Uebernachtungsstopp.

CIMG9961.jpg
CIMG9962.jpg

Als wir am naechsten Morgen losfahren wollten, hat das der Feuerstelle auf unserem Stellplatz gar nicht gefallen und sich Margit beim Wegfahren ganz einfach in den Weg gestellt. So ein Frechdachs, diese Feuerstelle! Aber gluecklicherweise ist nicht viel passiert, ausserdem sind wir mit einer kompletten Vollkasko ausgestattet. Da kann uns dieser Parkschaden nicht wirklich erschuettern. Froehlich ging es also weiter.

SAM_0047.jpg

Wir haben die Fahrt entlang der Kueste einfach nur genossen. Nur wenige Leute verirren sich auf diese ohnehin nicht sehr stark besiedelte Insel, geschweige denn Touristen aus Europa. Gut so! Die Strassen sind so gut wie leer, die Wiesen saftig gruen, die Waelder dicht, die Haeuser lieblich in die "brettlebene" Landschaft eingebettet. Und dazu strahlend blauer Himmel! Ihr wollt endlich Bilder sehen anstatt langweilige Worte zu lesen? Recht habt ihr! Here we go:

SAM_0026.jpg
SAM_0028.jpg
SAM_0032.jpg
SAM_0038.jpg
SAM_0041.jpg
SAM_0043.jpg
SAM_0045.jpg
SAM_0048.jpg
SAM_0052.jpg
SAM_0068.jpg
SAM_0071.jpg
SAM_0079.jpg
SAM_0086.jpg
SAM_0090.jpg
SAM_0172.jpg

Und ja, man kann hier auch baden gehen (also die harten Einheimischen zumindest):

SAM_0115.jpg
SAM_0060.jpg
SAM_0101.jpg
SAM_0113.jpg

Zahlreiche Leuchttuerme und Windraeder...

SAM_0053.jpg
SAM_0064.jpg
SAM_0120.jpg
SAM_0156.jpg
SAM_0171.jpg

... findet man an der wunderschoenen, von roten Felsen gepraegten Kuestenlinie - ganz besoners am Cape North, ganz im Norden der Insel:

SAM_0130.jpg
SAM_0133.jpg
SAM_0136.jpg
SAM_0144.jpg
SAM_0147.jpg
SAM_0071.jpg
SAM_0164.jpg

So, jetzt werdet ihr zurecht schreien: "Nicht so viele Bilder! Wo sind die wilden Geschichten?". Also gut, es geht vorerst mal weiter im Text. Der Tag verging wie im Flug, es wurde Zeit fuer einen Uebernachtungsplatz. Diesen haben wir auf der anderen Seite der Kueste, also quasi im Osten des noerdlichen Teils gefunden. Aber das ist eh wurscht, so genau wollen es nicht einmal wir wissen. Der auserwaehlte Provinzpark hiess "Jacques Cartier" und beglueckte uns mit einem Platz direkt am Meer.

CIMG9967.jpg
CIMG9975.jpg
SAM_0173.jpg
SAM_0174.jpg

Unsere Nachbarn haben sich als ein aeusserst nettes Québecer Ehepaar herausgestellt, die uns sogar ein Platerzl in ihrem Haus angeboten haben, falls wir am Rueckweg nochmals durch Quebec gefahren waeren. Europaeer haben hier Seltenheitswert und werden bestaunt wie kleine, gruenne Maennchen aus dem Weltall.

Machten uns abends beim Kochen die Gelsen das Leben schwer, so setzte noch dazu ausgerechnet in dieser Nacht ein kraeftiges Gewitter ein. Es blitzte, donnerte und regnete heftigst. Das war nicht so angenehm, aber wir haben was zu erzaehlen. Da Margit mitten in der Nacht, waehrend der staerksten Regenphase, dringend aufs Klo musste, habe ich sie mit dem Auto dahin gebracht. Warum? Na ja, wir sassen da ohenhin schon beide drinnen, weil es uns im Zelt so direkt am Wasser und frei auf der grossen Wiese stehend nicht so sicher erschien. Da strahlte das Auto wesentlich mehr Schutz aus. Ja, so "verwegen" sind wir also wirklich - Schande ueber uns!

Aber alles hat ein Ende, auch eine solche Nacht. Am naechsten Morgen laechelte bereits wieder die Sonne vom Himmel. Wir sind zum nur wenige Kilometer entfernten Mill River Provincial Park gefahren, noch gruener, noch weitlaeufiger, noch grosszuegiger angelegt und vor allem noch viel weniger Leute als ohnehin schon unterwegs waren! Wir haben uns ein Kanu ausgeborgt und sind mit diesem den Mill River entlang gefahren. Ein nur mittelmaessig anstrengendes und vor allem lustiges und entspannendes Abenteuer. Diesen Nachmittag haben wir ganz besonders intensiv genossen.

SAM_0187.jpg
SAM_0177.jpg
SAM_0180.jpg
SAM_0188.jpg
SAM_0190.jpg
SAM_0193.jpg
SAM_0195.jpg
SAM_0201.jpg
SAM_0203.jpg
SAM_0208.jpg

Nach 90 Minuten waren wir bei unserem Zelt zurueck. Direkt in der Sonne war es sehr heiss, wir waren angenehm erschoepft und viel zu bequem, die eigentlich noch geplante Radtour durchzuziehen. Stattdessen machten wir es "nordamerikanisch". Wir sind hinein ins Auto, zum Liquor Store gefahren und haben uns mit ein paar Dosen "Canadian" eingedeckt. Danach haben wir uns auf der riesigen Wiese ausgerastet und auch Karten gespielt.

SAM_0222.jpg
SAM_0234.jpg

Baeren gibt es uebrigens auf Prince Edward Island keine. Das bedeutete einerseits entspanntere Abendessen, andererseits aber eine Gelegenheit weniger, eines dieser Tiere zu Gesicht zu bekommen. Und auch Elche hatten wir ja trotz hoher Population in ganz Kanada bisher leider noch nicht gesichtet. Allerdings passieren auch Sachen wie die folgende. Nach dem Abendessen sassen wir gemeinsam beim Picknicktisch und ganz unerwartet, auf leisen Pfoten angeschlichen, stand ploetzlich ein kleiner und aeusserst edler Rotfuchs vor uns, keine fuenf Meter entfernt. Wir starrten ihn an, er starrte zurueck. Wir hatten beide unwillkuerlich unsere Muender unglaeubig geoeffnet, ruehrten uns keinen Zentimeter, wollten ihn auf keinen Fall verscheuchen. Ein echtes Gluecksgefuehl stellte sich ein. Es war einer dieser Augenblicke, in denen du die Begegnung mit einem so edlen, selten gesichteten, weil sehr scheuen Tier, ganz einfach nur geniesst. Unbeschreiblich!

Nur wenige Sekunden spaeter trabte er auch schon wieder davon. Margit hat danach noch versucht, ein brauchbares Foto zu machen. Aber der Fuchs war schon zu weit weg und es daemmerte bereits. Die Qualitaet der Fotos ist dementsprechend schlecht. Dennoch wollen wir euch das Ergebnis nicht vorenthalten.

SAM_0303.jpg
SAM_0304.jpg

Das war ein wunderbarer Abschluss unseres Aufenthalts auf dieser traumhaften Insel, die ein redseliger Einheimischer aufgrund der so extrem gegensaetzlichen Jahreszeiten so beschrieben hat: "In summer it's heaven, in winter it's hell!" Alle selbsternannten Winterliebhaber unter euch finden hier ab November ein kleines Paradies bei bis zu Minus 20 Grad vor! Wer meldet sich freiweillig? Am naechsten Morgen sind wir auch schon wieder zurueck nach New Brunswick aufgebrochen, wieder ueber die majestaetische Confederation Bridge, fuer die man uebrigens erst beim Verlassen Maut bezahlt - sehr schlau!

SAM_0260.jpg
SAM_0261.jpg

Wieder das fuer Kanada so typische Bild. Baustelle, Gegenverkehr, Arbeitsbeschaffung (Mann oder Frau haelt Stopp-Tafel). Diesmal waren wir jedoch in der Pole Position!

SAM_0264.jpg

Bereits nachmittags sind wir bei einer der Touristenattraktionen New Brunswicks eingetroffen. Wir nehmen es vorweg: Diese war ein wenig enttaeuschend. Da wir aber extra da waren, muessen wir es euch auch erzaehlen. Also! Es geht um die sogenannten Hopewell Rocks. Riesige Felsen, die aufgrund der hier sehr hohen Gezeitenunterschiede (zwischen Ebbe und Flut bis zu 15 Meter!) bei Ebbe komplett frei und bei Flut groesstenteils unter Wasser stehen. Wir haben beide Gezeiten-Zustaende fuer euch beobachtet.

SAM_0274.jpg
SAM_0283.jpg
SAM_0277.jpg
SAM_0286.jpg
SAM_0287.jpg
SAM_0299.jpg

Und weil man bei Ebbe sozusagen am Grund des Ozeans entlangspaziert, ist natuerlich alles sehr gatschig (was hamma 'glaubt):

SAM_0292.jpg

Einfach so, ohne Zusammenhang ein sensationelles Bild einer Durchschnittstouristenfamilie - weil es einfach so ein geiles Fotos ist:

SAM_0302.jpg

Uebernachtet haben wir auf einem netten aber wenig spektakulaeren privaten Campground. Die Gelsen waren wieder laestig, sonst gibt es dazu nicht viel zu sagen:

SAM_0305.jpg

Und am naechsten Morgen ging es auch schon weiter. Konkret: Zur nur sehr spaerlich frequentierten US-Grenze in den US-Bundesstaat Maine hinein. Der Weg dahin entlang der Suedkueste New Brunswicks spielte nochmals alle Stueckerln.

SAM_0307.jpg
SAM_0311.jpg
SAM_0320.jpg
SAM_0321.jpg

Es domnierte vor allem sehr viel Wald und sollte uns auf das vorbereiten was noch vor uns lag: New England - der traumhaft schoene und wilde Osten der USA. Und bevor ihr nun genervt fragt: "So viele unnoetige Bilder und so viele langweilige Geschichten! Wann bitteschoen kommt nun endlich das Ende?", komme ich euch zuvor. Hier ist es! See you in the United States, wo man an der Grenze auch mal gerne viele laestige Fragen stellt, wenn man so einen Zick-Zack-Kurs faehrt wie wir!

SAM_0328.jpg

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 08:10 Archived in Canada

Email this entryFacebookStumbleUpon

Table of contents

Comments

Bitte mehr Bilder, bitte mehr Text - hab 9 Stunden Landesdienst vor mir

by Schoitl

na endlich ein - wenn auch kurzes aber heftiges - regenabenteuer!! BACI

by sorellina

endlich mal eine route, die ich auch schon persoenlich kenne.
und ein paar berichte gehen sich ja noch aus :-)

by H

@ Schoitl: Werde mein bestes geben. Margit schimpft immer mit mir, wenn ich zuviel zu "schwafeln" beginne...
@ Sorellina: Ja, wir koennen jetzt endlich auch mal nasse Geschichten erzaehlen. Aber bisher immer nur in der Nacht (was aber auch bloed ist, Schlafstoerungen sind garantiert).
@ H: Warst schon mal irgendwo in New England wandern? Falls ja, dann wird dir auch der naechste Bericht was sagen...

by NoUturners

die fotos und die stories sind wie immer eindrucksvoll und spannend. was uns dabei auffällt - dass auch die kapitalistische USA schöne Flecken hat, auch wenn sie von US durchschnitts-touristenfamilien heimgesucht werden. viel spass im wilden osten und in new york.
ernst+elisabeth

by ernst + elisabeth

@ E+E: Danke, danke. Aber! Ihr wart schon in der Zukunft. Diese Bilder und die Geschichten dazu stammen aus Kanada!!! Die USA kommen erst.

by NoUturners

Comments on this blog entry are now closed to non-Travellerspoint members. You can still leave a comment if you are a member of Travellerspoint.

Enter your Travellerspoint login details below

( What's this? )

If you aren't a member of Travellerspoint yet, you can join for free.

Join Travellerspoint