A Travellerspoint blog

Outback Test Drive

Leigh Creek - Lyndhurst - Maree - Birdsville Track - Clayton Station - Birdsville Track - Maree - Lake Eyre - Roxby Downs - Pimba - Lake Windabout, all in South Australia, AUSTRALIA

sunny 40 °C
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Bevor wir unsere wilde Geschichte aus dem Outback starten, gleich mal vorab unser Hitze- und vor allem Luftfeuchtigkeitsgestaendnis: Ab 40 Grad bei gefuehlten 269 Prozent Luftfeuchtikeit, Windstille, Fliegenhorden und staendiger Suche nach trinkbarem Wasser hoert sich auch bei uns die Faszination Sommer auf (Liebe Mama, merk dir das. Wenn du willst, kannst das das eines Tages auch mal gegen mich verwenden). Wir hatten geplant, auf unbefestiger Strasse von den Flinders Ranges ueber Leigh Creek, Marree und Willams Creek nach Coober Peddy zu fahren und dann auf dem asphalierten Stuart Highway wieder in den Sueden zu duesen. Übernachten wollten wir die ersten Nacht am Clayton Station Campground (fuer alle Australien Insider: am verwegenen "Birdsville Track" liegend) und die zweite Nacht um Coober Peddy herum. Aber das ist euch wohl eh wurscht, und das passt auch so, denn es kam sowie alles ganz anders.

Das Wichtigste zur Info vor eurer Reise mit uns ins Outback mal vorab: Im Outback gruesst man einander und echte Truckerfahrer (und wir zaehlen uns da jetzt dazu) erst recht.

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Froh, endlich die Parachilna Gorge und die hiesigen noch nicht ganz lieb gewonnenen Fliegen hinter uns lassen zu können, sind wir weiter gefahren. Es war heiss, heiss, heiss und doppelt so schwuel wie heiss (heiss, heiss). Dabei soll in der Wueste ja eigentlich trockene Hitze vorherrschen. Den Grund fuer die feuchte Luft hat mir eine suesse Schnitte an der einzigen Tankstelle in Leigh Creek erzaehlt: Ein Tropensturm in Queensland zieht landeinwaerts und bringt Regen und Gewitter mit. Das kommt erst in zwei Tagen hier her (also nach Leigh Creek und Umgebung, also quasi in die Umgebung der Flinders Ranges) aber die feuchte Luft ist jetzt schon da. Gut, also dass wir froh gewesen waeren, wenn sich diese Luftmassen mehr Zeit gelassen haetten, werden sich die schlauen Leser unter euch schon gedacht haben. Aber das konnten wir auch nicht mehr aendern, wir waren ja schon unterwegs.

Und damit euch beim Lesen nicht ganz langweilig wird, gibt's eine eine wilde Geschichte von der Fahrt. Ich habe meinen ersten Vertreter der hiesigen Fauna "geschnupft". Keine Angst Mama, es war kein 200 kg schweres Kaenguruh sondern nur ein Lori (gruen war er jedenfalls, eigentlich ein schoener), der im Schwarm fliegend einer gewissen Gruppendynamik unterlag und als einziger der nahenden Windschutzscheibe nicht mehr ausweichen konnte. Also das muss mir erst einer nachmachen. Einen Vogel erwischt du naemlich nicht so leicht. Aber ich habe ja auch ein Herz und kein Fleischlaberl: Das arme Viech war hoffentlich gleich tot.

So, atmet mal durch. Ich weiss, den Sensiblen unter euch ist jetzt sicher ein wenig uebel geworden. Aber keine Verschnaufspause fuer euch. Der wilde Ritt durchs Outback ging weiter. Auf der Fahrt haben wir kurz einen Abstecher zu den Leigh Creek Coalfields gemacht. Neben den faszinierenden Minenaushebungen standen da auch echte Maennerfahrzeuge rum (Calle, was fuer dich!).

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Sonst war die Landschaft gar nicht so staubig trocken wie man das vielleicht glauben koennte. Einfach ein paar Eindruecke von der Fahrt Richtung Norden, danach oestlich und schliesslich wieder westlich. Die Erklaerung, was doch alles anders lief und warum, folgt danach. Alle, die das doch nicht so genau interessiert, koennen aussteigen und haben trotzdem ein paar Fotos gesehen.

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Dass die Wolken an diesem Tag ein ganz besonders faszinierendes Bild abgaben, haben wir auch mit einigen Fotos festgehalten:

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In hundert Kilometern Umkreis kein Toiletterl, nicht mal ein Plumpsklo.

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Also darueber, wie wir fahren wollten, wurdet ihr ja schon im unheimlich langweiligen Eröffnungsabsatz informiert. Beim Campground "Clayton Station", die damit wirbt, an einer heissen Quelle zu liegen, haben wir beschlossen, den Fahrplan zu aendern und noch am gleichen Tag die Outback-Runde fertigzufahren und abends irgendwo auf einer Rest Area am Stuart Highway zu uebernachten. Also kein Lake Eyre und kein Coober Peddy. Denn das war so: Am Campground wars vor allem heiss und schwuel (haettet ihr nicht gedacht, oder?), es regierten hunderttausend Fliegen und vor allem: Nicht ein winziger Schatten. Und die heissen Quellen (man konnte da tatsaechlich ein Bad nehmen) waren unter diesen Bedingungen doch auch nicht so ansprechend. Die Fahrt dahin und auch wieder retour (gesamt 100 km Umweg auf einer unbefestigen Strasse) war aber sehenswert. Und wir fuehlten uns auch als echte Offroad-Fahrer, auch wenn der 4WD nicht aktiviert werden musste.

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Von Marree aus gings zwar wie geplant Richtung Bobeechee beim Salt Lake Eyre, aber statt gerade nach William Creek weiterzufahren haben wir uns entschieden, einfach links abzubiegen (also fuer die Geographie-Fetischischten unter euch: Sueden!) und zwar nach Roxby Downs. Ab da war die Strasse wieder asphaltiert und es war auch nicht mehr weit auf den Stuart Highway. Der erste Ort neben eben diesem hiess Pimba und gleich ums Eck quasi lag ein wunderschoener Lookout am Lake Windabout (tatsaechlich sehr windig und vor allem sehr warm windig, nein: heiss windig). Da haben wir genaechtigt, nach ueber 600 KM Fahrt, groesstenteils auf unbefestigen Strassen, die aber groesstenteils nicht so schlimm waren wie erwartet. Es war noch schwueler als in der Nacht davor und es gab noch mehr Fliegen - aber dafuer ein noch schoenerer Sonnenuntergang. Und abends zog wieder ein Gewitter irgendwo am Horizont entlang. Zusaetzlich zur Hitze stoerten jedoch auch die zahlreichen LKWs (fiese, lange Road Trains!!!), die den Lookout ebenso als Uebernachtungsmoeglichkeit nutzten, den Schlaf.

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Der Schlafplatz morgens (friedlich stimmungsvoll kurz vor vor der Fliegen- und Sonnenattacke):

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Wer jetzt ob der Wegbeschreibung komplett verwirrt ist, nimmt einfach eine halbwegs gute Australien-Karte zur Hand und schlaegt die Orte nach. Wer keinen Bock darauf hat, wovon wir ausgehen, hat wenigstens ein paar Fotos und eine wilde Geschichten gelesen. Eh auch nicht schlecht, oder? Und das echte Outback machen wir ein anderes Mal, im Winter ist es da besser. Und das wird dann eine andere Geschichte. Eine viel verwegenere auf jeden Fall!

Und bevor es mit der Geschichte weitergeht, die davon erzaehlen wird, wie wir uns von unserem Wuesten-Abenteuer erholt haben, hat Margit im folgenden Eintrag eine Kleinigkeit fuer euch vorbereitet. Etwas, dass nach der staubigen Outback-Fahrt gerade richtig kommt.

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Posted by NoUturners 18:56 Archived in Australia

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Comments

sensationelle wolkenbilder.
und grüßen kannst du schon so cool wie ein einspuriger auf der landstraße

by H

Tolle Bilde! Seid gegrüßt :)
Sigrun

by Sigrun

"der arme vogel. konntest du nicht aufpassen. hast ihn einfach überfahren." nein so spricht keine mutter mit ihrem weltreisenden sohn. ihr seid's ganz toll unterwegs und eure blog berichte und fotos sollten ja mittelrweile schon von zeitung und fernsehen entdecht worden sein. und die wolkenfgotos sind wirklich toll. sind stolz auf euch!!
ernst + elisabeth

by Ernst + Elisabeth

sehr geniale wolkenbilder! so ganz folgen kann ich eurer route nur nicht mehr...seid froh, dass das gewitter euch nicht eingeholt hat! haben das mal erlebt im outback... tolles schauspiel aber gewaltig!! freu mich schon auf fortsetzung folgt...!! BACI

by sorellina

@ Sandy: Macht nix, war nicht wichtig. Hab ich mir nur fuer mich notiert. Gewittererlebnis hatten wir vor kurzem. Das war was...
@ Nicht ueberfahren, Mama! Mit der Windschutzscheibe mitgenommen. War eigentlich ein ganzer Schwarm, aber einer war zu langsam. Danke, danke jedenfalls. Bleiben weiter dran...

by NoUturners

@ Herr Wick: Ja, fast so cool wie ein Motocrossfahrer, aber eben nur fast...
@ Siggi: Danke fuer die Blumen!

by NoUturners

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