A Travellerspoint blog

You're At Home, Baby!

Ceduna, South Australia - Eucla - Mandura Pass - Norseman - Peak Charles National Park, all in Western Australia, AUSTRALIA

sunny 34 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Gleich mal vorweg: Worauf sich der Titel bezieht, ergibt sich aus dem folgenden Bericht. Aber wenn ich schon dabei bin, eine Info fuer alle, die daheim FM4 hoeren. Es gibt hier einen aehnlichen Sender, nennt sich "Triple J" und spielt unserer Meinung nach noch bessere Musik und hat noch witzigere, weil lockerere Programminhalte. Nur Wetterbericht haben sie in die Nachrichten keinen integriert. Das ist manchmal durchaus entscheidend, wenn man mal wo abgelegen, quasi "offroad", sein Quartier aufschlaegt.

Wie auch immer, vom Perlubie Beach haben wir uns bald verabschiedet. Es ging auf dem Flinders Highway Richtung Ceduna, also wieder zurueck auf den Eyre Highway. Auch Margit hat das Gruessen schon perfekt intus und es gefaellt ihr:

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Wir sind also den Eyre Highway, auch "The Nullarbor" genannt (schlecht ins Englische abgeleitetes Latein für "no trees"), entlang gefahren. Eine Strecke von Ceduna im Osten (in South Australia liegend) bis Norseman im Westen (in Western Australia), ueber 1500 km verlaufend. Das ganze haben wir in zwei Tagen, mit nur einer Uebernachtung, bewaeltigt. Warum so hastig? Die Strecke ist ganz einfach sterbenslangweilig, mehr als pragmatische Zwischenstopps zahlen sich hier nicht aus. Warum? Es gibt auf dieser Fahrt durchs Nirgendwo nichts zu sehen, was man nicht aus dem Auto auch sehen kann. Also koennen Fahrzeit und Beobachtungszeit zusammengelegt werden, was eine enorm grosse Zeitersparnis ergibt. Eine wilde Geschichte wird es daher nicht geben (ausser das auf diesem Abschnitt viele kaputte Reifen und noch mehr "kaputte" Tiere den Seitenrand zieren. Mehr als durchs Outback zum Beispiel, zumindest jener Teil, den wir befahren haben). Ein paar Fotos koennen wir euch von dieser Fahrt dennoch liefern.

Ein kurzer Stopp an einem Lookout. Schoen aber viele Fliegen und sonst rundherum nix, gar nix:

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Zumindest einen Hauch Wildlife: Ein Dingo. Ein seltenes Exemplar, ein schwarzer! (Luca, ein Video gibts zuhause, extra fuer dich!)

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Sonst wars langweilig...

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...freundlich gegruesst wurde dennoch weiterhin:

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Und schliesslich kam fuer unsere Scarlett, unser sensationelles Auto, der lang ersehnte Hoehepunkt der Reise. Wir ueberquerten die Grenze zu Western Australia, da wo sie herkommt und wohin sie uns bisher so verlaesslich getragen hat. "You're At Home Baby", kam mir schliesslich spontan von den Lippen!

Wer allerdings glaubt, der Grenzuebertritt ist eine leichte Sache, der irrt. Es gibt tatsaechlich mittendrin auf dieser Strecke eine Grenzstation. Die kontrolliert aber keine Paesse oder fluechtige Kriminelle sondern die strengen Quarantaene-Vorschriften. Das Obst, das wir noch essen konnten, haben wir getilgt. Ein halber Zwiebel, eine fast volle Honigflasche, ein paar Aepfel und eine Birne haben es nicht mehr in unseren Verdauungstrack geschafft. Eben diese fanden den Weg in den Mistkuebel. Ob der Beamte aus eben diesem den Abfall zum eigenen Verzehr wieder rausgefischt hat wissen wir nicht. In Eucla, ein "Ort" gleich nach der Grenze, haben wir den wohl hoechsten Preis fuer einen Liter Benzin getankt: 173 Cents. Wenn man muss, muss man halt (aufs Klo auch, aber beim Tanken gilt das ebenso). Hat in Oesterreich jeder Ort zumindest einen Wirten und eine Kirche, hat in Australien jeder Ort zumindest eine Tankstelle, einen Caravanpark und irgendeine Einrichtung, die eine Alkohollizenz besitzt. Das ist grundsätzlich ausreichend fuer brauchbare australische Lebensqualitaet.

Die Zeitumstellung ist auch so eine Sache. Aber dazu spaeter, ihr habt euch nach den langweiligen Einführungsworten wieder ein paar Fotos verdient. Uebernachtet haben wir am Madura Pass Lookout. Nettes Platzerl, allerdings gleich neben dem Highway. Aber so fuehlt man sich der australischen Natur ganz besonders verbunden: Road Trains und endlos lange Highways!

Wie auch immer, ein paar Eindruecke von der Schlafstelle:

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Morgens habe ich meine frisch gewaschenen Flip-Flops vom Baum geholt:

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Und der erste Blick in den Morgenhimmel sah aus wie der Blick in eine afrikanische Steppenlandschaft:

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Und Margits kleiner Osterhase war immer noch mit von der Partie (aber nimma lang, soviel verrate ich jetzt schon):

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Der zweite Tag war nicht viel spannender als der erste Tag. Aber er hat auch gleich mit Wildlife begonnen. Herbert, ein Adler nur fuer dich fotografiert. Das musst du dir vorstellen: Quietschende Reifen, staubiger Strassenrand. Margit hirscht aus dem Auto, Adler fliegt weg (die koennen das gut). Warten, auf der Lauer liegen. Und er ist tatsächlich wiedergekommen und sass kurz Modell fuer uns. Also lieber Herbert, geniesse die beiden Fotos. Wir haben uns sehr darum bemueht!

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Sonst zieren den Highway viele Tierkadaver, zerfetzte Reifen, unzaehlige einsame Raststationen, viele Autowracks...

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...und laaaaaange Strassen. Darunter die beruehmte "90 Mile Straight", eine 146 Kilometer lange Strasse, die nur gerade aus geht. Die laengste in Australien. Wirklich spannend ist das nicht, denn langweilig ist es davor und danach auch. Es geht halt ein Stueckerl nur gerade. Man muss sich schon einreden, dass das jetzt was ganz Besonderes ist.

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Der Beifahrer wird derweil zum Kuenstler:

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Ach ja, Margit gruesst immer noch:

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Und manchmal ist Baustelle und da sieht man auch wieder Menschen und dann darf man ausnahmsweise auch mal rechts fahren (man ist dankbar fuer jede Abwechslung):

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Zwischendurch ein paar Dinge, die uns so generell aufgefallen sind: Viele Leute haben Pick-Ups und davon sehr viele einen oder mehrere Hunde auf der Ladeflaeche mit (also ueberhaupt in Australien, nicht nur auf dieser Strecke). Die brauchen sich bequemerweise keine Sorgen zu machen, den Hund bei Hitze im Auto zu vergessen - er sitzt ja eh im Freien. Die Baeume in South Australia und auch in Western Australia sind wesentlich kleiner. Das ist beim Campen gut, weil man sich keine Sorgen zu machen braucht, ob nicht irgendwann ein grosses Stueck Ast runterkommt, unter dem man steht. In Victoria und New South Wales und deren gewaltigen Red Gum Trees wusste man das nie so genau.

So, kurz vor dem Ende waren wir noch einmal tanken, in Balladonia. Diesmal viel guenstiger, "nur" 168 Cents der Liter. Ein Schnaeppchen quasi.

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Viele Road Trains. Calle, die folgenden Fotos sind nur dir gewidmet!

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Es ging weiter. Nur noch 200 km nach Norseman (der erste richtige Ort nach 1500 km). Kurz nach Norseman haben wir noch genaechtigt. Im Peak Charles National Park. Wunderschoen abgelegen, keine Menschenseel weit und breit, einfach traumhaft. Aber leider viel zu viele Fliegen. Margit hat auf diesem wilden Ritt auf unbefestiger Strasse zwei Lizards gekillt und fuehrt in der internen Wertung des Fauna-Abschusses mit 2:1.

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Geschnapst haben wir auch wieder und Margit hat gewonnen. Das soll ich allen Bloglesern noch ausrichten hat sie gemeint! Also ich persoenlich finde das jetzt gar nicht so wichtig.

Und wie es danach weiterging, erfahrt ihr beim naechsten Mal. Hinweis: Wir haben in der Tat einiges erlebt. Und auch das mit der Zeitumstellung muss ich euch nochmals erklaeren, das ist alles nicht so einfach hier.

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Posted by NoUturners 19:39 Archived in Australia

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Comments

fühl mich geehrt! habe langsam das gefühl, dass du dich vom bleistiftspitzer zum benzinbruder gewandelt hast!! der garten-opa und ICH sind sehr stolz auf dich! der neue lacky!

by calle

...und wieder ein san francisco-flashback: margit gewinnt 4 gewinnt nach 4 kilo bananen mit nutella. go margit go!

by brigit

ich wusste gar nicht, dass es auch schwarze dingos gibt?? yipihh freu mich schon aufs video! u wusste gar nicht, dass es geier (er meint den adler) in australien gibt!LUCA

by luca

Ja, wir sind benzingetraenkt. Liebe Gruesse nach Stadlau! Ja, schwarze Dingos gibts auch. Sind sehr selten und wir hatten einfach Glueck!

by NoUturners

@ Brigit: Das Leben ist schoen mit Nutella.

by Margit

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