A Travellerspoint blog

A Trip Into The Past (No Worries, Australia!)

Sydney, New South Wales, AUSTRALIA

sunny
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Vom Campingplatz in Perth haben wir uns etwas wehmuetig verabschiedet. Um auf andere Gedanken zu kommen, sind wir zu Fuß zum Domestic Airport gegangen. Hoert sich jedoch verwegener an als es war. Dieser lag gleich ums Eck, in 20 Minuten waren wir da. Ins Schwitzen sind wir dank des schweren Gepaecks und der heissen Temperaturen dennoch gekommen. Es hat alles reibungslos geklappt. Allerdings wurde ich auf dem Flughafen nach den Sicherheitskontrollen nochmals einer gesonderten "Explosives Search" unterzogen. Es war ein stinknormaler Inlandsflug aber ich sehe wahrscheinlich ganz besonders gefaehrlich aus.

In Sydney haben wir noch zwei wunderschoene, kurzweilige und wehmuetige Tage verbracht. Dafuer nochmals ein herzliches Dankeschoen an Carscht und Christy. Es war ein sehr angenehmer und schoener Abschied aus Down Under. Gemuetlich haben wir noch einmal Darling Harbour und das Sydney Opera House besucht und gemeinsam mit Carscht und Christy Waterloo's hiesige Lokalitaeten aufgesucht. Aber schliesslich liess sich der wehmuetige Aufbruch nicht mehr laenger verschieben. Ausserdem wartete bereits Buenos Aires auf uns.

Und damit ich mir das oben erwaehnte "Explosives Search" ein zweites Mal erspare, habe ich mich fuer dem Flug ueber den Pazifik endlich wieder rasiert:

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Und hat es was genutzt? Nein, natuerlich nicht. Wieder wurde ich gesondert gefilzt. Als aber nach mir eine etwas aeltere und harmlos aussehende Dame ebenso nach Bomben durchsucht wurde, war ich ob meiner scheinbar gefaehrlich wirkenden Optik etwas beruhigt. Margit kaempfte derweil mit der ganz normalen Sicherheitskontrolle. Saemtliche homaeopathischen Tropfen, Salben und sonstige Medizin wurde einer genauen Kontrolle unterzogen. Nicht alles durfte dann auch tatsaechlich mitgenommen werden.

Wie auch immer, das letzte gemeinsame Foto auf australischem Boden kurz vor dem Boarding:

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Wir haben Australien sehr genossen. Es ist eines der am leichtesten zu bereisenden Laender. Mit einem eigenen Auto ausgestattet (am besten ein 4WD natuerlich), kommt man wirklich ueberall hin. Wenn man wie wir im Auto schlafen kann, liegen die Uebernachtungskosten defacto bei Null. Man kann ueberall stehen bleiben, es ist nichts gefaehrlich. Und man kommt dadurch in viele unberuehrte Gebiete. Auch in der Hauptferienzeit findet man abseits der Touristen- und Travellerrouten immer ein ruhiges Plaetzchen. Der australischen Natur ist man damit auch immer ganz besoners nah. Nur in den Staedten muss man fuer ein paar Tage auf einem der zahlreich vorhandenen und durchaus guenstigen Campingplaetze einchecken. Australier selbst reisen unheimlich gern, am liebsten in grossen Campingmobilen und nur sehr selten im Zelt. Sie kennen die abgelegenen Plaetze sehr gut und wenn man, so wie wir, einen ebensolchen Reisestil pflegt, trifft man zumeist ausschliesslich auf Einheimische und nur sehr selten auf andere Reisende (die tummeln sich eher auf kommerziellen Campingplaetzen oder ueberhaupt nur in Hostels rum).

Die Australier sind unkompliziert, stark freizeitorientiert, unheimlich entspannt und von sehr einfachem Gemuet. Das ganzjaehrig durchaus sonnige Wetter macht sicher ein bisserl traege aber auch sehr lebensfroh und genuegsam. Ob im Supermarkt, auf der Tankstelle, bei Behoerden, im Pub oder sonstigen Einrichtungen, immer wird man mit einem freundlichen "How's it going?" begruesst. Wird's persoenlicher, wird diesem Satz noch ein "Mate" angeheangt. Also Kumpels wohin mal blickt, da freut man sich auch als griesgraemiger und raunzender Oesterreicher gleich viel mehr auf menschliche Naehe.

Als Einwanderungsland bevoelkern diesen Kontinent nicht nur alle britischen Nachfahren sondern auch viele Asiaten (von Indien bis Suedostasien). Dadurch besteht vor allem in den Staedten eine sehr stark multikulturell gepraegte Gesellschaft. Wie damit im Alltag umgegangen wird, koennen wir natuerlich nur sehr schlecht beurteilen. Aber eine (bzw. eigentlich zwei) salonfaehige rechte Parteien wie daheim sind uns hier nicht aufgefallen. Dafuer lastet die Besiedlung des Kontinents und der Umgang mit den Ureinwohnern, den Aboriginees, sehr stark auf der australischen Geschichte bis hinein in die Gegenwart. Diese Bevoelkerungsgruppe ist defacto nicht sichtbar. In den Staedten treiben sich einige bettelnderweise obdachlos und alkoholisiert herum. Sonst muss man ganz konkret Reservate aufsuchen, in welchen die Aboriginees leben und auch touristisch und kuenstlerisch taetig sind.

Wir hatten viel Glueck mit dem Wetter, es war vor allem in der ersten Haelfte unserer Reise nicht immer sonnig und heiss, aber geregnet hat es eigentlich nur dreimal so richtig heftig. Sonst blieb es trocken. Die Luftfeuchtigkeit war im Osten des Landes am schlimmsten. Je weiter in den Westen man kommt desto trockener wird die Hitze. Da empfindet man 40 Grad als durchaus angenehm (natuerlich nur, wenn man Hitze grundsaetzlich mag). Allerdings ist Wasserknappheit und die staendige Gefahr von Buschbraenden vor allem im Sommer ein ernsthaftes Problem. Der Zustand der Strassen verschlechtert sich mit dem Abstand zu urbanem Gebiet im Quadrat. Australien hat mit 22 Millionen wohl einfach zu wenige Einwohner (2,7/km², Oesterreich: 100/km²) und somit auch zu wenig Steuerzahler, um alle Strassen in diesem riesigen Land zu erhalten.

Das Preisniveau ist grundsaetzlich hoch, aber mit ein wenig Muehe beim Preisvergleich laesst es sich im Supermarkt auch guenstiger einkaufen. Benzin allerdings ist guenstig, Wein und Bier jedoch ganz besonders teuer und ausschliesslich in Bottle Shops oder Liquor Stores zu bekommen und nie in normalen Supermaerkten (ausser im Australian Captial Territory, da gibt's Ausnahmen - Hauptstaedter halt, typisch). Die bekannteste australische Biermarke "Foster's" ist logsicherweise auch hier bekannt, wird aber kaum getrunken. Es ist, so haben wir uns erzaehlen lassen, eine fast reine Exportbier-Marke. Je nachdem wo man sich befindet, regieren die Lokalbrauereien. Die australische Kueche hat britische Wurzlen (eh kloar), aber vor allem sehr viele asiatische aber auch suedeuropaeische Einfluesse.

Das Wildlife ist einzigartig und man trifft es ueberall an. Wer hier Urlaub macht und kein Kaenguruh in freier Wildbahn sieht, war definitiv nicht in Australien. Ueberhaupt ist das Kaenguruh Australiens Herzeigetier und kommt auch im Wappen vor. Auch deshalb, so haben wir uns aufklaeren lassen, weil es sich nur vorwaerts bewegen kann. Fuer alle Australier - aber auch fuer uns - wohl eine schoene Metapher. Koalas kriegt man auch relativ einfach zu Gesicht, man muss nur wissen, wo es sie gibt. Die wirklich dominierenden Saeugetiere sind aber auch hier eingefuehrte Zuchttiere wie Kuehe und Schaafe, da gibt es zu Europa kaum einen Unterschied. Das laestigste Tier, und das koennen alle Australien-Erfahrene unter euch ganz sicher bestaetigen, ist die stinknormale Hausfliege.

A pro pos britisch: Das offizielle Oberhaupt Australiens ist die Queen of England. In der Praxis aber defacto irrelevant, da hat der Premierminister das Sagen. Die Sportarten sind britisch dominiert. Das ewig langweilige Cricket (ganz subjektiv betrachtet natuerlich) ist omnipräsent. Gefolgt von Rugby, Tennis und auch Fussball.

Vielleicht noch abschliessend ein kurzer Satz zu uns beiden. Trotz der Tatsache, dass wir uns immer, 24/7 quasi, sehen, kommen wir aussergewoehnlich gut zurecht. Dass in dieser Zeit auch mal Unstimmigkeiten entstehen ist klar, alles andere wuerdet ihr uns eh nicht glauben. Aber diese sind immer rasch aus dem Weg geraeumt. Und wir sind ueberzeugt davon, dass dies auch fuer die restlichen fuenfeinhalb Moante so bleibt.

Der Flug nach Buenos Aires wurde schliesslich zu einer Zeitreise in die Vergangenheit. Am 15.03 um 11.00 hob unser Quantasflug in Sydney ab, am 15.03 um 10.00 kam er in Buenos Aires an. Faszinierend, die Datumsgrenze zu ueberschreiten. Und wie gut oder schlecht uns der Kontinent-Wechsel getan hat und wie schnell wir uns an diese ganz neue Welt angepasst haben, erfahrt ihr beim naechsten Mal.

Hasta luego!

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Posted by NoUturners 07:42 Archived in Australia

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Comments

Also hallo in Buenos Aires! Gruß von der Familie

by monika

Hallo ihr zwei!
Das klingt ja wieder mal sehr spannend und lustig! Passts auf euch auf in Argentine! Bei uns soweit alles den Umständen entsprechend-würden manchmal gerne mit euch tauschen! Einfach weg und so ;-)
Danke für die Karte und die lieben Gedanken.
Drücken euch fest - bis bald! Angie und Markus

by Angie

bei dem aussehen (erstes foto) würdest du sogar in st.aegyd am neuwald gründlich kontrolliert werden

by H

also das foto.. echt der hammer!! hast dich selbst übertroffen!entweder terrorist oder gestrandet auf einer einsamen insel!BACI u willkommen auf dem nächsten kontinent!

by sorellina

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