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Mendoza - el sole permanente (Pausenpfiff 1)

Mendoza - Coquimbito, all in Mendoza, ARGENTINA

sunny 25 °C
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Wie versprochen melden wir uns aus der Waerme wieder und mit der Information, dass ich am Ankunftstag (am Sonntag, 25.4) genau bei der Haelfte meiner Reisezeit angekommen war. Keine 20 Stunden Busfahrt nach unserem Abschied aus dem argentinischen Seengebiet waren wir in Mendoza gelandet. Wie einige andere argentinische Provinzen heisst auch die Provinz rundherum wie deren Hauptstadt: Mendoza. Ist nicht sehr einfallsreich, aber bei so schoenen Namen stoert das nicht. Bei unserer Ankunft praesentierte sich das Wetter von seiner besten Seite: Warm und sonnig. Klingt verlockend, oder? Liebe auf den ersten Blick war es trotzdem nicht. Zwei Huerden hatten wir davor zu meistern.

Huerde 1:
Die junge maulfaule Dame am Informationsschalter des hiesigen Busbahnhofs war mehr an ihrem Privatgespraech am Handy interessiert als uns die exakte Buslinie und die genaue Busstation zu nennen, die zum staedtischen Campingplatz fuehren sollte. Abschliessende Frage (ihr kennt das Spielchen ja jetzt schon): "Es abierto?" Und jetzt, liebe Klasse, alle gemeinsam: "Sï, sí, claro!". Und wie war es wirklich? Ein bisserl Geduld noch, es soll ja spannend bleiben!

Huerde 2: Das argentinische Muenzenproblem! Egal um welche der Muenzen es geht (1 Peso bzw. 50, 25, 10 oder 5 Centavos), es sind alle heissbegehrt. Soll heissen: jeder will sie und verlangt sie teilweise sehr aggressiv. Aber: Keiner hat sie (z.B. wird man im Supermarkt durchaus gefragt, ob man es nicht genauer hat, wenn man eine Rechnung von 51,36 Pesos mit 52 Pesos bezahlen moechte - absurd!). Und hat man doch mal Muenzen, hortet man sie wie einen Goldschatz. Wir waren naiv genug, letzters nicht zu tun, also hatten wir wirklich keine. Fuer die Fahrt mit dem Bus jedoch unerlaesslich ("Und Scheine?" fragt ihr euch jetzt wohl. Ha, geh bitte!). Wie zwei Vollidioten sind wir ueber eine Stunde am Busbahnhof herumgerannt (beide voll bepackt) und haben versucht, irgendwo Muenzen zu kriegen (wechseln, unnoetige kleine Snacks kaufen etc.) - unmoeglich! Als wir schon aufgeben und in ein Taxi steigen wollten, hatte Margit die Idee, die Klofrau zu fragen. Und tatsaechlich: Sie rueckte schliesslich doch mit dem Heiligtum raus. Wie auch immer, die Busstation war sowieso die falsche und eine weitere Stunde verging, bis wir herausgefunden hatten, wo die richtige war.

So, das war nun eine Menge Information fuer euch. "Wo sind die Fotos?", schreit ihr zurecht! Gut, die kommen gleich. Nur soviel noch vorher: Wir haben dann doch den richtigen Bus erwischt, sind nur eine Station zu weit gefahren und standen - "Trommelwirbel" - vor verschlossenen Campingplatz-Tueren. Ja, lacht nur. Wir selbst finden es ja jetzt im Nachhinein gesehen auch sehr lustig, aber wir waren fertig (ganz schoen warm war´s inzwischen und wir noch in Fleece- und Windjacke gehuellt). Also wollten wir ein Taxi anhalten und zu einem anderen, etwas weiter ausserhalb der Stadt liegenden Campingplatz fahren (ein "ordentlicher, schnuckeliger" vom Lonley Planet empfohlen). Also Taxi anhalten und erst recht Geld ausgeben. Aber, ha! Durch reinen Zufall stand da ploetzlich ein Lieferwagen mit der seitlichen Aufschrift genau dieses Campingplatzes (Camping Suizo) direkt vor uns. Der junge Mann am Steuer wollte eigentlich andere Leute abholen, hat diese aber nicht gefunden, dabei uns entdeckt und uns schliesslich mitgenommen. Super, oder? Seine Frau sprach ganz gut deutsch (!!!) und sie hat uns gleich mal versichert, dass es hier in Mendoza nie regnet (Wasserproblem haben sie trotzdem keines, das wird frisch aus den Anden gezapft).

So, nun habt ihr euch Fotos verdient und zwar gleich jenes vom Campingplatz.

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Sieht aus wie in der Karibik, oder? Soll aber nicht darueber hinwegtaeuschen, dass trotz der Waerme auch hier bereits Herbst war und das Laub wie Regen von den hohen Pappeln fiel. Zwei weitere Camper gab´s noch, sonst war alles bis auf sechs dem Besitzer gehoerdenen Hunden (inkl. zwei Welpen, die Margit sofort in ihr Herz geschlossen hat) alles leer und ruhig.

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Nach einem Fruehstueck sind wir am Nachmittag in das Zentrum gefahren und da hat es uns voll erwischt: Wir haben uns beide in Mendoza verliebt! Viele Palmen, buntes Treiben, breite Strassen und Gehwege, sehr sauber und viele nette Cafés! Eine Stadt zum Geniessen!

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Abends haben wir gekocht, es war frisch aber nicht so kalt wie noch weiter im Sueden. In den beiden Folgenaechten waren wir sogar alleine am Platz. Auch hier haben wir wieder die Saison abgeschlossen. Wir sind wohl ueberall um die entscheidenden zwei, drei Wochen hinten nach. Das hat durchaus etwas Exklusives! Genauso wie der Rummelplatz am Grundstueck nebenan uebrigens (aus den Boxen droehnte DJ Bobo, mein Gott das nennt man wohl Nostalgie), der dem ganzen eine zusaetzliche, einzigartige Note verlieh.

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Am zweiten Tag haben wir nichts Aufregendes erlebt, ich springe daher gleich zum dritten Tag. Da sind wir etwas ausserhalb der Stadt in den kleinen Vorort Coquimbito gefahren. Dieser Ort und die Gegend rundherum ist so ein bisserl das Burgenland Argentiniens: Sonnig, trocken und flach. 70 Prozent der gesamten Weinproduktion kommt von hier.

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Aber es gibt auch das hier, wie ueberall, leider:

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Nach einem Spaziergang sind wir durch eine Empfehlung der Touristen-Information (diesmal sehr charmant) in ein kleines Lokal mit Hausmannskost gegangen. Der Gastgeber war uns dermassen sympathisch, dass wir auch gleich eine Flasche vom Roten bestellt hatten (locker-laessig auf spanisch natuerlich!). Dieser war recht schwer, hat aber ebenso gemundet wie das dazu bestellte Essen und einem Dessert hinten nach. Wirklich teuer war´s nicht (155 Pesos), hat aber trotzdem mehr gekostet als fuenf Naechte am Campingplatz (140 Pesos). Prost und Mahlzeit!

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Mit einem mittelleichten Spitzerl (und heiss war´s noch dazu!) ausgestattet sind wir zu einer Schokladen-Verkostung gewankt (sie stellen aber auch Likoere und Marmeladen her). Die Fuehrung war nur kurz, aber der Garten auf dem Grundstueck ein Traum. Der Unterschied zum Burgenland ist naemlich, dass hier so ziemlich alle Suedfruechte wachsen, die man sich vorstellen kann.

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Und der Verkostungs- und Verkaufsraum hatte Stil:

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Wir haben uns ein kleines Flascherl Schokolikoer und eine Tafel Schokolade gekauft. Der auf dieser Reise staendig erlittene Gewichtsverlust muss halt laufend kompensiert werden.

Die Heimfahrt mit dem staedtischen Linienbus war noch ein ganz besonderes Erlebnis. Sowohl die wilden Busfahrer als auch die maroden Busse selbst sind ein Phaenomen. Ob dich die Fahrer trotz heftigen Winkens an der Haltestelle auch wirklich mitnehmen, haengt von deren Tagesverfassung ab. Hast du es dann doch in den Bus geschafft, ist er zumeist gerammelt voll und die wilde Fahrt wird zum Balanceakt. Hochschaubahn quasi Hilfsausdruck! Positiv beeindruckt hat uns, dass wenn eine Frau mit Kind einsteigt, die Busfahrer durch den ganzen Bus schreien, dass man aufstehen und seinen Platz ueberlassen soll. Klingt gut, ist es auch und funktioniert auch. Allerdings haben wir den Verdacht, dass der Fahrer dies nur deshalb tut, damit er weiterhin verantwortungslos, einem Rennfahrer gleich, durch die zahlreichen Schlagloecher und Kurven der Stadt rasen kann - die Muetter mit Kindern halbwegs sicher in den Sitzen wissend.

Am letzten Abend wurde das Abendessen im Beisein der neugierigen aber lieben Hunde eingenommen. Uebrigens, ich tue mein Bestes! Alle, die mich gut kennen, wissen, dass ich mich hier einer grossen Phobie stelle. Allen anderen, die ob meiner wilden Hunde-Geschichten vielleicht nur milde gelaechelt haben, sei versichert: Das ist wirklich so!

Und am vierten Tag sind wir auch schon wieder aufgebrochen. Diesmal so richtig rein in das Herz der Anden. Auch hier war die Saison schon mehr oder weniger vorbei. Aber wir hatten erneut Wetterglueck. Und was genau wir erlebt haben, zum Beispiel wie kalt es naechtens im Zelt um diese Jahreszeit auf 1700 Metern war und wie duenn die Luft auf 3000 Metern wirklich ist, erfahrt ihr beim naechsten Mal!

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Posted by NoUturners 14:09 Archived in Argentina

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Comments

wenn das so weitergeht, sehe ich dich schon zurückkkommen und eine hundefarm eröffnen ...

by H

@ Herr Wick: Ja, bin knapp dran, sehr knapp. Werde dafuer aber den einen oder anderen Organisationstag einplegen muessen. Uebrigens, dein Leiberl trage ich auch hier in Argentinien mit grosser Wuerde. Habe es extra aus Respekt tagelang nicht gewechselt...

by NoUturners

Puh, du vergißt aber auch gar nix. Auf jedes klitzekleine Comment-Detail wird Bezug genommen ;-)
(oder hast du eine kleine datenbank, damit du nix vergißt?)
Ad Leiberl: Der Auftrag gilt zumindest auf dieser Erde. Wenn nicht noch sogar drüber hinaus ...

by H

@ Herr Wick: Fuer deine Comments nehme ich mir immer Zeit. Ausserdem erspart mir das Antworten auf Comments viele E-Mails. Derzeit haben wir viel Zeit fuers Web. Wir haengen fest, koennen wegen Schnee nicht ueber den Pass nach Chile. Vastesst? ;-) Das Leiberl trage ich, wenn es sein muss, auch bis zum Mittelpunkt des Universtums. James T. war da ja in einer der Kinofilme ja schon mal. Weisst noch? Anyway, hasta luego im Blog!

by NoUturners

luca:..." hey da ist ja ein kleiner schwarzer panther!!!... oder doch nicht(kurzer moment der enttäuschung)... ahhh, das ist ja nur ein kleiner schwarzer hund! der ist aber auch süß!" ... ist jetzt nur die frage was dir lieber gewesen wär il... ein kleiner wilder panther oder dann doch lieber ein hund??? ich tippe ja auf panther??? ;0) ich hoff ihr kommt bald weiter über den paß! bei uns grad auch ein kleines regentief...Baci

by sorellina & luca

@ Luca and Sorellina: Nein, Panther gibt es hier wirklich nicht. Ja, die zwei kleinen Hunde waren wirklich suess. Aber so ein kleiner, schwarzer Panther waere sicher auch sehr nett gewesen. Wie es bei uns weiterging folgt bald... ;-) Ein bisserl neugierig sollt ihr schon bleiben... Uns gehts aber sehr gut, keine Sorge. Baci

by NoUturners

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