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Salta - o una frontera nevada (Pausenpfiff 2)

Salta, Salta - Paso de Jama, Jujuy - Salta, Salta, ARGENTINA

sunny 25 °C
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Die Busfahrt nach Salta dauerte wieder fast 20 Stunden, inklusive 2 Stunden Verspaetung. Diese haben wir allerdings ausnahmsweise mit Handkuss genommen, die geplante Ankunftszeit war naemlich 7.20, eh viel zu frueh, dass (allerdings schon reservierte) Quartier zu suchen. Also ging es erst so gegen halbzehn mit unseren Rucksaecken und dem "schnuckeligen" Stadtplan aus dem Lonely Planet in das sehr nahe dem Busbahnhof liegende Quartier "Siete Duendes" (Sieben Elfen). Eine 67 (in Worten: siebenundsechzig!!!) Jahre alte australische Alleinreisende (durch Suedamerika bitteschoen!!!) ohne Spanisch-Kenntnisse haben wir mitgenommen und sie gleich auch da untergebracht - sie hatte die Adresse ihres Hostels verloren. Die Unterkunft war sehr nett, mit einem wunderschoenen Innenhof und unglaublich hilfsbereiten Besitzern. Hier konnte man sich naemlich darauf verlassen, dass das versprochene "Sí sï, no problema" auch in der Realitaet so war - ganz egal, welche Wuensche, Anliegen oder Fragen man hatte (Ernesto, José und allen anderen: Vielen Dank fuer alles!). Und es gab wieder einen Tischtennistisch, ein weiterer Pluspunkt fuer dieses Hostel!

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Es war ein etwas groesseres Hostel mit mehreren Dorms und daher eher der Kategorie "Party-Hostel" zuzuschreiben. Nicht wirklich was fuer uns, aber die Leute haben sich groesstenteils als sehr sympathisch (wenn auch teilweise etwas oberflaechlich) erwiesen. Speziell die US-Amerikaner verstehen den Small Talk perfekt, also eine makellose Symbiose zwischen Oberflaechlichkeit und Lockerheit zu bilden (laessig die Einliter-Bierflaschen in der Oeffentlichkeit haltend, etwas was ihnen auf legale Weise in ihrer Heimat ja komplett verwehrt ist) . Faszinierend!

Salta selbst ist Mendoza sehr aehnlich, nicht ganz so grosszuegig angelegt und auch nicht ganz so sauber. Aber viele Palmen, Baueme mit Suedfruechten, tolle Cafés, wunderschoene alte Gebaeude und buntes Treiben in den zahlreichen Parkanlagen:

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Das alles haben wir bereits am Ankunftstag gesehen, denn wir wollten schon am naechsten Tag nach San Pedro de Atacama in Chile weiterfahren. Bei unserer Ankunft schrieb der Kalender den 1. Mai 2010, fruehmorgens war daher alles geschlossen. Erst im Laufe des Nachmittags krochen die Einwohner aus ihren Loechern und auch die Ticketschalter am Busbahnhof sperrten auf.

Und am Ticketschalter kam die erste Planaenderung: Es hatte ueber Nacht in den Bergen geschneit und die Strasse am Pass war gesperrt. Wir wuerden erst uebermorgen fahren koennen. Also gut, noch kein Problem, haben wir halt eine Nacht verlaengert. Wir mussten dafuer nur aus dem Doppelzimmer in ein Vierer-Dorm uebersiedeln. Ein Bett blieb dabei leer, das dritte hatte eine junge Amerikanerin belegt, die am naechsten Tag fruehmorgens im Vollrausch heimkam und das kleine Zimmer mit einer Alkofahne belegte, dass es eine Freude war.

Aber so hatten wir einen Tag mehr fuer Salta zur Verfuegung, auch nicht schlecht. Die Stadt gefiel uns ja wirklich sehr gut (und dies, obwohl sie laut Lonely Planet unter Backpackern "schwer angesagt ist"). Also versuchten wir am dritten Tag (also nach der zweiten Nacht) unser Glueck. Es war von fruehmorgens weg ein sensationeller, wolkenloser Himmel und die Busgesellschaft fuhr guten Mutes aber mit dem Hinweis, dass wir eventuell nicht drueberkommen und umkehren muessten, los. Nachdem sie sich diesen Aufwand (acht Stunden bis zur Grenze und fuer den Fall der Umkehr die gleiche Zeit wieder retour) fuer die nur zwoelf Passagiere angetan haben, waren auch wir guter Dinge. Komisch war nur, dass die beiden anderen Busgesellschaften gar nicht erst los gefahren waren.

Und was ist passiert? Kommt gleich, geniesst erstmal die folgenden Fotos. Wir haben beide noch nie so etwas Beeindruckendes wie diese Fahrt durch die Anden erlebt (der hoechste Punkt, den wir auf dieser Fahrt erreichten lag auf 4320 Metern und rundherum ragten immer noch zahlreiche, ueber 6000 Meter hohe Bergspitzen empor - als Alpenlaender und speziell als Wiener kaum vorstellbar). Rot schimmerende Berge, ausgetrocknene Salzseeen, ueber drei Meter riesige Kakteen, Lamas und Esel. Unbeschreiblich und von den Fotos kaum wiederzugeben. Dennoch einige Ausschnitte davon:

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Also ich halte mich kurz: Wir kamen nicht rueber. Es gab keine Information von den Busfahrern, wir sind noch auf der argentinischen Seite der Grenze einfach umgekehrt. Erst von anderen Passagieren (die mit dem besseren Spanisch) erfuhren wir Stueck fuer Stueck was los war. Die chilenischen Beamten hatten die Grenze auf ihrer Seite einfach dicht gemacht, zwei Meter Schnee lag herum - sagten sie (ja, wer´s glaubt). Auf dem Weg zurueck folgt der "Hoehepunkt" der Fahrt. Mitten auf den steilen Serpentinen hatte der Bus einen Reifenplatzer. Waehrend die Busfahrer den Reifen gewechselt haben (sehr rasch und professionell, da komma gar nix sagen), hatten wir jedoch einen traumhaften Ausblick.

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Gegen 22 Uhr kamen wir schlussendlich wieder in Salta an. Wir sassen somit insgesamt sechzehn Stunden im Bus, nur um spaetabends da wieder auszusteigen wo wir in der Frueh eingestiegen waren - am Busbahnhof in Salta! Auch den Ticketpreis bekamen wir nicht zurueckerstattet. 30 Prozent wollten sie uns nur geben, oder aber wir koennten es am naechsten Tag nochmals versuchen. Also sind wir ins Hostel zurueck und eine dritte Nacht geblieben, wieder im Vierer-Dorm (die besoffene Amerikanerin war ausgezogen, ein junger Brasilianer besetzte nun das dritte Bett). Da ging es fast unter, dass an diesem Tag, naemlich am 3. Mai, Margit die Halbzeit ihrer (und somit auch unserer gemeinsamen) Reise feierte. Ab nun wird wohl alles noch viel schneller vergehen.

Wie auch immer, am naechsten Morgen waren wir so geraedert, dass wir es nicht noch einmal versucht haben. Ausserdem haben wir nicht daran geglaubt (2 Meter Schnee schmilzt ja auf 4000 Metern nicht ueber Nacht einfach weg). Wir haben ausgeschlafen, gefruehstueckt, noch eine Nacht verlaengert (die vierte, diesmal wieder Doppelzimmer) und sind zum Busbahnhof gegangen. Und was meint ihr, was haben uns die mitgeteilt? Richtig! Die Grenze war offen und der Bus ging rueber. AAAAAhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!!!! Diese chilenischen Hunde vom Grenzposten haben sich einfach einen Lenz gemacht gestern. 2 Meter Schnee am Vortag und am Tag darauf ploetzlich gar nix mehr. Geh bitte, schleicht´s euch! (Aber vielleicht tun wir ihnen auch unrecht und sie haben den ganzen Tag hart gearbeitet und versucht, den Weg freizufoenen.)

Gut, immerhin konnten wir das Ticket ohne Aufpreis auf den naechsten Tag umbuchen. Abends, bei einer sehr gemuetlichen und international gemischten Runde in der Hostel-Kueche (wo wir alle Anwesenden mit unserer wilden Grenzgeschichte beeindruckt haben, auch wenn eh nix wirklich Wildes dabei war) haben wir erfahren, dass die Grenze am Tag davor, bei unserem Versuch rueberzukommen, um 15 Uhr geoeffnet wurde. Und wollt ihr nun wissen wann wir da waren? Um 14.36 Uhr! Es sollte einfach nicht sein. Aber egal, vorbei ist vorbei und am naechsten Tag wurde ein neuer Anlauf gestartet. Und ob wir wenigstens bei diesem ueber die Grenze gekommen sind und wir Salta somit endgueltig den Ruecken gekehrt haben oder ob wir uns einen anderen, sehr muehsamen Weg ueber die Anden Richtung Chile suchen mussten, erfahrt ihr beim naechsten Mal.

Und eines moechten wir grundsaetzlich klarstellen, auch deshalb, weil wir von einigen Leute dazu schon gefragt wurden: Ja, wir sind auf dieser Reise jeder fuer sich und vor allem gemeinsam wirklich so gluecklich und zufrieden wie auf den Fotos ersichtlich ist. Wir verstellen uns nicht! Und das hat sich auch in dieser sehr nervenden Grenzepisode wieder einmal gezeigt: Wir halten ausserordentlich gut zusammen und geniessen jeden Tag, den wir gemeinsam verbringen koennen - egal was kommt, egal was passiert. Ein wunderbares Gefuehl fuer uns beide!

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Posted by NoUturners 19:38 Archived in Argentina

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Comments

einfach: wow

by H

Ich freue mich sehr für euch, dass es euch so gut geht! Am Schönen miteinander hatte ich keine Zweifel. Alles Liebe euch beiden weiterhin. Grüße aus Wien, Ulli

by Ulli

@ Ulli: Vielen Dank fuer deinen Besuch im Blog. Freut uns sehr. Liebe Gruesse aus der Ferne an den Stubenring.

by NoUturners

aber die fotos war die busfahrt ja doch wert...:0)! schaut schon a bissl anders aus als bei uns in den bergen! genial!"nur gar keine tiere..." wie luca festgestellt hat!

by sorellina

@ Sorrelina: Ja, leider wenige Tiere. Lamas gab´s aber doch einige und auch viele Esel. Nur haben wir diese nicht so richtig vor die Kamera gekriegt.

by NoUturners

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