A Travellerspoint blog

(Clinica) Arequipa

Arequipa, Arequipa, PERU

sunny 25 °C
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Eine recht unruhige Busfahrt spaeter (eh mit dem Luxusliner "Cruz del Sur", aber wir sind beim Busfahren einfach schon am persoenlichen Limit) standen wir fruehmorgens gegen 6 Uhr - es war jedoch bereits taghell - auf dem Busbahnhof in Arequipa, suedwestlich von Machu Picchu gelegen, gar nicht mehr so weit weg von der Kueste, aber immerhin noch auf etwa 2.300 Metern liegend. Dass diese Stadt mit ihren knapp 800.000 Einwohnern deutlich groesser war als noch Cusco, merkte man nicht sofort. Der Verkehr war zu dieser Uhrzeit noch moderat und das gesamte Stadtbild erschliesst sich einam auch nicht gleich auf Anhieb. Viel haben wir im Vorfeld ueber die Gefaehrlichkeit in dieser Stadt gehoert, auch viele Taxifahrer sollen sich an Ueberfaellen auf Reisende beteiligen. Deshalb waren wir ganz besonders vorsichtig bei der Wahl eines Taxis. Und gut war es. Der Fahrer war ein besonders umsichtiger, hat uns nicht nur rasch und sicher zu unserer Unterkunft gebracht, sondern hat da auch gewartet bis wir tatsaechlich drinnen waren.

Und weil wir schon beim Thema sind: Auf den Strassen Taxis ohne Ende. Eleminierte man die Taxis, die Strassen waeren defacto leer:

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Unsere Unterkunft im Zentrum war aeusserst billig, 26 Soles das Zimmer (fuer Sie Herr Wick: in etwa 7,50 Euro), alles ein bisserl heruntergekommen, aber grundsaetzlich sauber. Das groesste Plus war aber die Sonnenterrasse mit Blick auf den nahe der Stadt liegenden Vulkan Misti (5822 Meter), generell auf die Berglandschaft rundherum und vor allem auf die wunderschoene Stadt Arequipa (besonders auf das nebenanliegende Kloster), die man wegen der hellen Bausteinsubstanz auch "La ciudad blanca" (die weisse Stadt) nennt.

Das Hostal "La Reyna" (Die Koenigin - und wir mittendrin!)

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Rundblick von der Sonnenterrasse gefaellig?

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Die Stadt wirkt modern und wohlhabend und irgendwie untypisch peruanisch, aber auch hier ist alles sehr touristisch und auch hier wird laestig vor Restaurants und vor allem Agenturen geworben. Letzters wegen des naheliegenden Colca Cañons, der zweittiefste der Welt, und den darin lebenden und fliegenden Condoren - beobachtet am besten fruehmorgens. Nachdem wir alle Informationen zusammen und alle Busverbindungen und Uebernachtungen in der Naehe des Cañons recherchiert hatten, waren wir bereit fuer das grosse Abenteuer - individuell und ohne laestige Touristentour.

Aber dann kam ploetezlich alles ganz anders. Margit fuehlte sich am Morgen des naechsten Tages auf einmal nicht mehr so gut. Das Ohr schmerzte wieder, die Nase war zu, der ganze Koerper tat weh. Also sind wir auf Empfehlung der Touristeninformation in die Privatklinik "Clinica Arequipa" gefahren. Der Onkel Doktor, seineszeichens HNO-Spezialist (auf Spanisch, passt mal auf: "Otorrinolaringología"), war von der alten Schule, strahlte aber Ruhe und Besonnenheit aus. Und sein Name hatte Stil: Dr. Lorenzo Jorge Rodríguez Rojas. Da konnte nun gar nichts mehr schief gehen, oder?

Nur mit der Kommunikation war es aufgrund der Sprachbarriere anfangs nicht so einfach. Margit hat aber gezeigt, was sie bisher alles gelernt hatte und die komplette Krankengeschichte auf Spanisch geschildert. Es sprudelte richtiggehend aus ihr heraus. Der Herr Doktor hoerte sich alles in Ruhe an, stellte ein paar Gegenfragen und drei Roentgenbilder und eine manuelle Hals-, Nasen- und Ohrenuntersuchung spaeter war Margit um ein paar Tabletten reichter und ein paar Soles aermer. Das Rezept wurde umgehend in der hauseigenen Apotheke eingeloest und wir harrten der Rekonvaleszenz. Schlussendlich war alles halb so schlimm, Margit hatte kein Fieber und so konnte sie gemuetlich aber doch die Genesung...

...vom Zimmer...

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...auf die Sonnenterrasse...

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...und schliesslich sogar in nette Lokale verlegen.

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Margit war schliesslich wieder so fit, dass sie mir ein Loch in meine nach sechs Monaten kompletett abgetragene und daher marode Jeans naehen konnte. Vielen Dank, mein Schatz!

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Uebrigens, falls es irgendwen interessieren sollte: Ich selbst war zwar nicht krank, habe aber hin und wieder ein bisserl Durchfall. Kommt vom hiesigen Essen, das ich nach anfaenglicher Skepsis doch bedenkenlos zu mir genommen habe. Haette offensichtlich nicht sein muessen. Ich reiss mich jetzt wieder zusammen - versprochen!

Untertags waren wir zumeist essen, abends sind wir oft noch ein bisschen spazieren gegangen und haben danach auf der Terrasse vor unserem Zimmer mit Blick auf die Stadt gesessen.

Leute beobachten geht natuerlich auch hier super:

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Die Stadt wunderschoen bei Tag...

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...als auch bei Nacht:

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Am schoensten aber ist sie direkt von unserer Terrasse aus betrachtet:

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Ein etwas skuriller aber lebenslustiger Zeitgenosse - Alberto, der Hausgeist und Maedchen fuer alles im Hostel - hat uns abends immer mit wilden Geschichten versorgt. Auf Spanisch natuerlich und in hohem Erzaehltempo, weshalb wir nicht wirklich viel mitgekriegt haben. Aber er war gluecklich und wir in intensivem Kontakt mit einem Einheimischen - wenn auch mit einem etwas eigenartigen welchen. Ein Foto mit uns wollte er unbedingt noch machen, also bitteschoen:

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Und die ruestige, aeltere Australierin haben wir auch wieder getroffen und diesmal endlich nach ihrem Namen gefragt. Layne ("just like Wayne without the "W" but with an "L") - well then, Layne: Have a nice and safe trip!

Und weil in den Hostels nur literarischer Muell getauscht werden kann (lese derzeit sogar Dean Koontz, weil ich nix anderes gekriegt habe), habe ich mir in einer Buchhandlung eines der wenigen guten hier erhaeltlichen englischen Buecher zugelegt. Und das war richtig teuer, da habe ich geschaut. Aber auf jeden Fall besser als geistlose Backpacker-Krimis und andere Literaturverfehlungen. Und ausserdem handelt es sich um peruanische Literatur: "The Storyteller" von Mario Vargas Llosa, da kommt man dem Land, dessen Geschichte und seinen Einwohnern auch gleich noch ein bisschen naeher.

Ihr habt gemerkt, den urspruenglich geplanten Trip in den Colca Cañon und somit zu den Condoren mussten wir krankheitsbedingt ueberhaupt sreichen. Dafuer haben wir fuenf Tage die wundeschoene Stadt Arequipa genossen, dabei richtig entspannt und schliesslich beschlossen, als naechstes Ziel gleich an die Kueste zu fahren. Wegen der Meeresluft, der Palmen, der Sonne, der Gesundheit wegen. Aber auch wegen des Seelenfriedens im Allgemeinen. Und zwar nach Máncora, im Norden des Landes, gleich an der Grenze zu Ecuador. Ob der Ort, als "Backpacker-Surfer-Paradies" verschrien, und das Bungalow-Hostel "Laguna Surf Camp" nun eine Erholung darstellten oder unsere schlimmsten Backpacker-Alptraeume erfuellten, werdet ihr im naechsten Beitrag lesen.

Und wenn schon zwei Nachtbusfahren hintereinander, dann zumindest wieder mit der Luxuslinie von "Cruz del Sur". Das ist wie 1. Klasse beim Fliegen, kostet aber nicht so viel.

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Posted by NoUturners 09:31 Archived in Peru

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Comments

vielen dank für die spontanwährungskurserwähnung.
und im übrigen seht ihr beide noch immer/schon wieder/jetzt erst recht ziemlich "tiefentschleunigt" aus, beneidenswert

by H

@ H: Danke, danke. Warte nur auf den naechsten Bericht. "Tiefentschleunigter" gehts danach wirklich nimma... ;-)

by NoUturners

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