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Paradies Máncora - casi en el Caribe (Adios, risueño Perú!)

Lima, Lima - Máncora, Piura - Aguas Verdes, Tumbes, PERU

sunny 30 °C
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Das mit dem Paradies, fuer uns durch den Ort "Máncora" repraesentiert, ist gar nicht so einfach. Den Eintritt in eben jenes muss man sich im Normalfall erst hart erarbeiten. In unserem Fall waren das zwei Nachtbusfahrten hintereinander, mit gerade einer zweistuendigen Unterbrechung in Lima, um den Bus zu wechseln. Beide Fahrten fuehrten grossteils entlang der Kueste.

Fahrt Nummer 1 von Arequipa nach Lima war ungemuetlich und dauerte daher gefuehlt deutlich laenger als die tatsaechlichen 15 Stunden. Aber schliesslich ist jede Qual irgendwann mal vorbei und wir sind doch in Lima angekommen. Diese riesige Stadt wurde uns von vielen als haesslich und gefaehrlich beschrieben. Zeit hatten wir eh auch keine dafuer, also haben wir sie einfach ausgelassen. Das einzige Foto aus Lima stammt somit vom Busbahnhof waehrend unseres Almuerzos (Mittagsmenue).

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Fahrt Nummer 2 war gemuetlicher, die Sitze waren besser. Obwohl sie laenger dauerte als die erste Fahrt, naemlich knappe 19 Stunden, war sie deutlich schneller zu Ende. Als der Morgen anbrach, konnten wir bereits einige schoene Ausblicke auf die Kueste einfangen.

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Schlussendlich kamen wir gegen 8 Uhr morgens in Máncora an. Gelegen an der Kueste, knapp vor der Grenze zu Ecuador - mit versproechenem ganzjaehrigen Sonnenschein. Mit einem der zahlreichen Mototaxis sind wir in die bereits reservierte Unterkunft "Laguna Surf Camp" gefahren.

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Und spaetestens jetzt war klar: Die Busfahrten hatten sich ausgezahlt, das Paradies lag uns zu Fuessen. Zwei von drei Naechten waren wir auf der ganzen Anlage sogar alleine (auch hier haben wir gluecklicherweise wie schon so oft die Nebensaison erwischt)! Bereits kurz nach der Ankunft waren wir aussergewoehnlich entspannt und haben sogleich unseren Bugalow mit eigenem Bad und eigenen Haustieren (Eidechsen) bezogen.

Waehrend der naechsten Tage haben wir Unmengen an frischem und koestlichem Obst verschlungen und beim Fruehstueck die Zehen in den Sand gesteckt. Nachdem ich meine maroden Flip-Flops Mitte März noch in Perth, vor unserem Abflug aus Australien, entsorgt hatte, habe ich mir erst hier wieder neue gekauft. Leute, es war noetig, ohne Flip-Flops kommst du hier einfach nicht weiter - wegen der Hitze und wegen des Sandes und ausserdem und ueberhaupt weil es hier einfach so geil war - hier in "Little Caribbean".

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Fuer unsere Tierfreunde (auf diesem Wege ganz liebe Gruesse an den Luca!) haben wir extra auch die hiesige Fauna eingefangen:

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Seltsamer toter Fisch mit Hasenzaehnen...

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...vom hungrigen Streuner zerlegt:

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Sonstiges "Strandgut":

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Allen Forstwirten und Floristen unter euch wollen wir die gaengie Flora nicht vorenthalten. Inklusive Palmen, Kokosbaeumen und anderem tropischen Gruenzeugs:

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Eine Wohltat auf diesem von Hunden dominierten Kontinent war der acht Monate alte, verspielte Kater "Pardon", der ganz besonders liebesbeduerftig war:

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Ach ja, auch hier in Peru haben sie coolere Polizeiautos als bei uns daheim:

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Und hier sind sie in Gesundheitsfragen sehr fortschrittlich, was Warnungen auf hiesigen Bierflaschen zeigt:

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Der Ort selbst besteht nur aus der ihn durchziehenden Hauptstrasse, die Panamericana, und ist sehr touristisch. Waehrend unseres Aufenthalts dank der Nebensaison jedoch angenehm ruhig. Auch der Strand war daher nicht ueberlaufen, nur ein paar verstreute, coole Backpacker, im Partyhostel "Sol y Mar" untergebracht, sind am Strand herumgelungert. Und es ist alles verdammt guenstig. Ein Almuerzo (Mittagsmenue) mit Vor- und Hauptspeise sowie einem Getraenk gab's ab 7 Soles (ziemlich genau 2 Euro). Und obwohl ich es euch eben erst im letzten Eintrag versprochen hatte, war ich mit dem Essen doch nicht mehr so vorsichtig. Den Chevice, den hiesigen marinierten und rohen Meeresfisch, musste ich einfach probieren. Margit uebrigens auch. Aber es ging gut, es ist nix passiert. Brauchts nicht zu schimpfen!

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A pro pos: Wir haben ausgerechnet hier die besten Empanadas ganz Suedamerikas entdeckt. Den Koch haetten wir am liebsten mit auf Reisen genommen.

Mosquitos gibt es naechtens nur sehr wenige, schliesslich ist hier "Winter"! Dennoch, das entsprechende Equipment in den Zimmern darf nicht fehlen:

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Und nachdem das Wasser "bacherlwarm" war, haben wir schliesslich auch den suedamerikanischen Pazifik getestet. Die Straende und das Wasser sind in Australien deutlich schoener, aber Hand aufs Herz: Who really cares?

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Abends als die Sonne unterging, und das wollen wir euch nicht vorenthalten, war es genauso schoen. Oder sogar noch schoener? Urteilt selbst:

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Ihr merkt, wir haben es genossen. Auch wenn das fuer euch im kalten, verregneten Europa, gefangen im Alltag nicht plausibel klingen mag, aber wir haben diese drei Tage Muessiggang wirklich schon gebraucht. Und dankbar haben wir das Geschenk angenommen und Máncora so genommen wie es sich uns praesentiert hat: Als Paradies auf Erden! Wir haben auch hier wieder (so wie bereits in Arequipa) sehr sympathische Amerikaner getroffen. Wenn die so weitermachen, ist deren Negativ-Image bald im Eimer. Man glaubt es nicht.

Unsere Gastgeberin Pilar ist auch Surf-Lehrerin. Ein bisschen verloren hat sie dabei allerdings gewirkt. Jeden Tag (und einmal sogar zweimal am selben Tag!) hat sie sich aufs Neue bei uns vorgestellt: "I am Pilar. Nice to meet you. I am giving surf lessons, so if you want surf lessons let me know." Und das obwol wir die einzigen Gaeste waren! Etwas zuviel Sonne erwischt, zuviele "Tueterln" inhaliert oder einfach eine neue Marketing-Strategie? Wir wissen es nicht, Surfstunden standen jedenfalls nicht auf unserem Programm - viel zu viel Aufwand. Uebrigens, Exkurs fuer alle Tennis-Interessierten: Den Erfolgslauf Juergen Melzers bei den French Open haben wir mitbekommen, die Spiele gegen Djokovic und Nadal sogar live gesehen. Ja, so viel Zeit hatten wir!

Aber wie schnell drei Tage vergehen koennen, wenn es dir so richtig gut geht, haben wir am Samstag Morgen bemerkt. Eben erst sind wir am Mittwoch Morgen mehr als geschlaucht aus dem Bus ausgestiegen, mussten wir nach drei wie im Fluge vergangenen Tagen wieder in den naechsten Bus steigen. Einer, der uns direkt in die wunderschoene Kolonialstadt Cuenca (uebrigens wieder auf 2.300 Metern Seehoehe), bereits in Ecuador liegend, bringen sollte. Davor stand aber noch der Grenzuebergang an. Jener beruechtigte welchige an der Kueste, direkt auf der Panamericana. Der angeblich schlimmste in ganz Suedamerika, viele Geschichten gibts dazu, die dicke Baende fuellen. Deshalb haben wir einen internationalen Bus gesucht, der uns gut ueber die Grenze bringen sollte. "Cifa", ein ecuadorianisches Busunternehmen, hat dies auch angeboten. Die Fahrt zur Grenze war muehsam, im Bus war es sauheiss, die Organisation war schlecht, Informationen gab es ohnehin keine.

Aber wir wurden mit schoenen Ausblicken belohnt. Riesige Bananenplantagen zierten links und recht den Fahrbahnrand:

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Auf der peruanischen Seite der Grenze, genauer gesagt in Aguas Verdes, angekommen, ging mal alles glatt. Wir hatten den Ausreisestempel im Pass! Danach wurde der Bus gewechselt und wir tuckerten mit einer ganz anderen Busfirma, einem klapprigen Bus, durchs Niemandsland Richtung ecuadorianischer Einreisestelle, nach Huaquillas. Auf dem Weg dahin, im Zentrum Aguas Verdes', lag ein Mann mit blutender Kopfwunde bewusslos mitten auf dem Hauptplatz. Geldscheine und Muenzen lagen verstreut in seiner Naehe. Ungeachtet dessen steuerte unser Bus direkt auf Huaquillas zu. Bald hatten wir die Grenzstation erreicht. Die Beamten hatten strenge Mienen aufgesetzt, ich war nicht rasiert, und auch die gefuerchtete Zollstelle lag noch vor uns. Und gab es Probleme? Wurden wir gefilzt? Mussten wir eine illegale Einreisesteuer zahlen? Schau ma mal, mehr dazu jedenfalls beim naechsten Mal. Es bleibt spannend.

Abschliessend moechten wir uns von den Peruanos gebuehrend verabschieden. Wir haben in Peru, dem drittgroessten Land Suedamerikas, sehr gute Erfahrungen gemacht. Es ist sehr touristisch, hier steht das Verhaeltnis Individual-Reisender gegen Pauschaltourist/normaler Urlauber im Vergleich zu den anderen Laendern eher auf der Seite der Pauschaltouristen. Nach Peru faehrt man halt auch "einfach mal so auf Urlaub", vor allem wegen Machu Picchu. Man nennt hier die Summe aller Wege zwischen den wichtigsten touristischen Attraktionen auch "Gringo Trail" ("Gringo" ist fuer die Einheimischen der Begriff fuer den typischen Weissen - vor allem Europaeer und Nordamerikaner). Daher ist in Peru, wie nirgendwo anders in Suedamerika, der Wettbewerb hoeher. Das fuehrt zu teilweise sehr aggressivem und nervendem Werben vor Tourenanbietern, Agenturen und Restaurants. Dabei hoeflich zu bleiben faellt schwer, haben wir aber geschafft. Denn: Nirgendwo in Suedamerika waren die Leute in der Mehrheit so freundlich und hilfsbereit wie hier in Peru. Das hat uns sehr beeindruckt.

Es gibt in jenen Staedten, die wir besucht haben, ueberdurchschnittlich viele Taxis (wir nehmen mal an, dass dies ueberall so ist). Es ist kaum jemand privat mit dem Auto unterwegs, die Taxis machen daher trotz Konkurrenz ein gutes Geschaeft. Der Verkehr ist hektisch und ruecksichtslos, aber sonst haben sie hier fuer so ziemlich alles sehr, sehr viel Zeit. Das kann manchmal sehr nerven, aber man passt sich dem Rythmus an, schliesslich ist man hier auch nur zu Gast. Die peruanische Flagge ist ebenso rot-weiss-rot, allerdings um 90 Grad gedreht. Auch hier sind alle fussballverrueckt, so kurz vor dem World Cup erst recht. Auf Sauberkeit legt hier fast keiner Wert, Muell wird da entsorgt, wo er grad zufaellig anfaellt.

Peru ist billig, aber nicht automatisch alles ist ein Schnaeppchen. Fuer etwas mehr Qualitaet beim Essen oder bei der Unterkunft zahlt man auch schon deutlich mehr. Wirklich guenstig sind Strassensnacks (nicht alles gut, aber das meiste schon) und Internet-Cafés. Die meisten Leute sind sehr arm, aber Bettler gibt es auch hier sehr wenige. Jeder versucht eben so gut wie moeglich, irgendetwas zu verkaufen. Vor den Banken bilden sich am Monatsersten ewig lange Schlangen. Bankkonten und somit Lohn- bzw. Gehaltsueberweisungen nennen wohl nur die Priveligierten ihr eigen.

Wir haben Peru sehr genossen, verabschieden uns jedoch nun von diesem froehlichen Land, um ab jetzt Ecuador etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Adios, risueño Peru (Auf Wiedersehen, heiteres Perú)!

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Posted by NoUturners 14:27 Archived in Peru

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Comments

Stimmt. Das war nun die Steigerung zum finalen "Tiefentschleunigtsein". Nunmehr ist allerdings auch in Zentraleuropa der Sommer angekommen. Frühling fiel 2010 ersatzlos aus.
Moegen am Donnerstag die Temperaturen auf 35° steingen. Hallelujah!

by H

@ H: Wir duerfen korrigieren: Nicht AUCH ist bei euch der Sommer angekommen, sondern NUR bei euch. Wir haben hier naemlich NUR Winter. ;-) Dennoch freut es uns, dass unsere Sonnenstrahlen, die wir beherzt nach Mitteleuropa geschickt haben, endlich bei euch angekommen sind!

by NoUturners

südamerikanischa itipfalreida, südamerikanischa ascho ;-)

by H

Begleite euch immer wieder mit Begeisterung und freue mich, dass es euch so gut geht! Alles Liebe euch beiden, Ulli

by Ulli

@ H: Moment amoi! Zwischen Winter und Sommer liegt aber mehr als ein itipferl...
@ Ulli: Vielen Dank. Es freut uns, dass auch du - so wie wir selbst - mit Begeisterung dabei bist!

by NoUturners

hi ihr zwei!! hab mal wieder aufholen müssen beim lesen...! Gratulier euch zum busfinale!! erstmal keine busse mehr!! Ole! kann zum thema sommer nur sagen! Ja er ist da! ENDLICH!! haben im mühlwasser (natürlich auch auf dem paulinensteig!!) schon gebührend die badesaison eröffnet!! dafür sind natürlich auch die lieben gelsen wieder da :0(... aber nicht meckern... haupsache sommer :0)!! stadlau macht sich gut als kleine wochenendurlaubsoase! BACI sorellina

by sorellina

Sorellina: Jaja, die Busfahrten sind nun endgueltig Geschichte. Aber erst mit dem naechsten Kapitel. Wirst dann eh sehen. Schoen, dass endlich Sommer ist bei euch. Bei uns ist Winter, aber trotzdem warm. Liebe Gruesse nach Stadlau!

by NoUturners

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