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De Huaquillas a Baños: Short Adventure Trip through Ecuador

Huaquillas, Huaquillas - Cuenca, Azuay - Baños, Tungurahua, ECUADOR

overcast 22 °C
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Bevor wir euch die von euch ganz sicher mit grosser Spannung erwartete Aufloesung zum Grenzuebertritt nach Ecuador verraten, sei mal folgendes Missverstaendnis aufgeklaert: Es freut uns sehr, dass unsere Sonnenstrahlen gut in Mitteleuropa angekommen sind und ihr nun endlich Sommer habt. ABER es nicht so wie von vielen faelschlicherweise formuliert bei euch AUCH endlich Sommer sondern NUR bei euch. Bei uns ist es zwar schoen warm, aber wir haben hier trotzdem NUR Winter. Schliesslich befinden wir uns, wenn auch nur einen Katzensprung, suedlich des Aequators.

Soviel der Aufklaerung. Der Grenzuebertritt verlief im Nachhinein betrachtet ohne Probleme. Die Beamten liessen sich zwar mehr Zeit als noetig und kontrollierten auch mit strengem Auge die Paesse, liessen uns noch die nervigen aber unabdingbaren Immigrationszetterln ausfuellen, verewigten sich aber schliesslich doch mit ihrem Einreisestempel in unseren Paessen. Damit aber nicht genug. Gleich zweimal wurde der Bus von Zollbeamten angehalten - einmal gleich nach der Grenze, ein weiteres Mal einige Kilometer spaeter - und stichprobenartig durchsucht. Dabei wurde Margits Handgepaeck gefilzt. Und ich? Nix da, mich liessen sie verduzt aber undurchsucht zurueck. Trotz Vollbartes! Na, da schau her!

Einige singenderweise bettelnde Kinder haben danach hintereinander den Bus betreteten, um ein paar Cents oder sogar einen Dollar abzustauben. Ja, ihr habt richtig gelesen, die ecuadorianische Waehrung ist der US-Dollar - kein Scherz (Herr Wick, den Kurs muessen'S nun selbst rausfinden). Margits Herz liess sich zweimal um je einen Dollar erweichen, bis sich der Kinderreigen auch fuer sie inflationaer ad absurdum fuehrte.

Weiter ging die Reise, tief nach Ecuador hinein. Noch mehr Bananenbaeume als ohnehin schon in Peru gesichtet, zierten die Strassenraender:

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Margit konnte die Fahrt aufgrund der heftigen Zugluft nicht geniessen. Es war verdammt schwuel im Bus und offene Fenster in Ermangelung einer Klimaanlage absolut notwendig. Ich selbst, eigentlich auch kein Freund von Wind und Zugluft, habe ich mich allerdings zum offenen Fenster gesetzt und den frischen und exotischen Duft aus der ecuadorianischen Luft inhaliert. Da war sozusagen allein schon das Einatmen reines Abenteuer. Umso laenger jedoch die Busfahrt dauerte, desto langweiliger und -wieriger wurde sie. Als wir schlussendlich um 21 Uhr in Cuenca ankamen, waren wir erschoepft, aber sehr erleichtert. Unsere Unterkunft war diesmal ein bisserl ueber unserem Standard. Warum? Wir wollten Kabel-TV, denn das Finale der French Open stand an, und dies wollten wir auf keinen Fall verpassen. Das erste mal nach langer Zeit hatten wir wieder einen Fernseher zur Verfügung. Abgesehen von eben diesem zweistuendigem Tennis-Match: Abgegangen ist uns das TV-Geraet nicht.

In Cuenca, auf etwa 2400 Metern liegend, war es bewoelkt aber nicht kalt. Somit konnten wir auf der Terrasse fruehstuecken:

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Die Stadt ist sehr schoen, vieles ist im Kolonialstil erbaut. Sie ist sehr sauber, modern und vor allem absolut ungefaehrlich. Man kann hier auch abends problemlos spazierengehen. Das spiegelt sich auch im Strassenbild wieder: Fast nur moderne, neue Autos und nur sehr wenig arme Leute praegen das Strassenbild.

Ein kleiner Rundblick ueber die Gebaeude (Verzeih uns Luca, keine Tiere):

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Und es gibt Unmengen an Suessem. Strassenstaende und Backereien wohin das Auge reicht! Vor allem ich habe mich jeden Tag mit verschiedenen Koestlichkeiten versorgt! Dazu passend das interessante Strassenleben, kurz angerissen:

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Und auch hier: Coole Polizeiautos sind halt "Maennerfahrzeuge" (was soll ich machen, das ist hier wirklich so):

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Und weil wir im Zuge unserer Reise nicht nach Kolumbien kommen werden, waren wir zumindest kolumbianisch essen - in einem kleinen und sehr sympathischen Lokal, abseits der Touristenpfade. Sehr koestlich, sehr guenstig:

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In Cuenca haben wir uns also vor allem kulinarisch weitergebildet, uns ein wenig erholt und sonst nicht viel unternommen. Nach der dritten Nacht sind wir schliesslich nach Baños aufgebrochen, da wo der derzeit aktive Vulkan Tungurahua thront. Leider nochmals 8 lange und zaehe Busstunden entfernt:

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Doch die Ausblicke waren wunderschoen. Je mehr wir in die ecuadorischen Anden kamen, desto gruener wurde es und es sah manchmal sogar so aus wie in den Alpen. Nebelige Bergspitzen und gruene Taeler praegen das Landschaftsbild. Ausserdem wird hier viel Mais und verschiedenes Getreide angebaut.

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Die kleinen, schmutzigen Doerfer und deren sehr interessante Bewohner auf dem Weg sahen jedoch weniger aus wie bei uns:

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Nach einem Buswechsel kamen wir schliesslich noch bei Tageslicht in Baños an. Das Hostel, in dem wir unterkamen war sehr schoen, guenstig und sauber. Aber das Wetter spielte leider waehrend unserer gesamten Anwesenheit nicht mit. Geregnet hat es zwar nur sehr selten und dann auch nur sehr leicht, aber es war sehr nebelig und durchgehend bewoelkt. Der Blick aus unserem Zimmer nach der Ankunft:

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Der Ort selbst ist sehr touristisch und nicht wirklich aufregend:

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Und wieder haben wir uns ein typisches, suedamerikanisches Almuerzo unter waschechten "Locals" gegoennt:

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Am zweiten Tag sind wir zu einer kleinen Wanderung aufgebrochen, die oberhalb des Ortes verlaeuft. Der erste Anstieg zum Mirador "Virgen" fuehrte ueber steile Stiegen hinauf:

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Wie Unkraut schiessen hier Pflanzen meterhoch aus dem Boden, die wir zuhause muehsam als Wohnungspflanzen hegen und pflegen. Wie immer die Rubrik fuer unsere Forstwirte und Floristen:

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Und fuer den Luca zaubern wir auch ein paar Haustiere aus dem Hut:

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Beim Café de Cielo, hoch ueber Baños, haben wir Sofia, eine nette Suedkoreanerin getroffen und natuerlich auch ueber den World Cup geplaudert - eine Leidenschaft, die nicht nur die Einheimischen sondern auch alle Reisenden miteinander teilen. Wie auch immer, der Ausblick war auch von hier sehr schoen:

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Da der Ort nicht nur fuer seine zahlreichen Thermalbaeder beruehmt ist, sondern auch fuer seinen derzeit sogar aktiven (!!!) Vulkan Tungurahua (5023 Meter), haben wir abends eine private Tour gebucht, um einen Blick auf das gigantische Natuerereignis zu erhaschen. Nur zu viert, gemeinsam mit einem Schweizer Paar, Roberto und Linda, sind wir von Marcello, seineszeichen Vulkanexperte und ein echtes ecuadorianisches Original, eingeladen worden. Er wohnt in einer kleinen, selbstgebauten Steinhuette direkt gegenueber dem Vulkan, im Gegenhang quasi. Auch wenn wir wegen Regens und Nebels den Vulkan nicht sehen konnten, konnten wir immerhin die Eruptionen immer wieder laut und deutlich hoeren und spueren. Aber das Wichtigste: Wir hatten einen verdammt lustigen Abend bei kostenlosem Canelazo (das ecuadorianische Nationalgetraenk), Rum und Schnaps! Prost!

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Baños liegt zwar am Fusse des Vulkans, hat aber kaum Probleme, wenn er einmal aktiv wird und zu "spucken" beginnt. Warum? Die Oeffnung des Vulkans ist leicht abgeschraegt und zeigt vom Ort weg. Sollte es dennoch einmal zu heftigen Lavastroemen kommen oder der Wind drehen, so ist Baños mit einem perfekten Evakuierungsplan ausgestattet, ueber den alle Einwohner Bescheid wissen. Hostel- und Hotelbesitzer inklusive, damit auch den Touristen nichts passiert (wir waren also in guten Haenden!). Das alles haben wir uns ebenfalls von Marcello erklaeren lassen. Die sind hier in der Tat sehr gut organisiert!

Wenn der Nebel und die tief haengenden Wolken nicht gewesen waeren (wie leider an jedem Tag), koennte man hier den Vulkan sehen (irgendwo hinter den fiesen Wolken halt):

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Und am letzten Abend vor unserer Abreise waren wir entgegen besseren Wissens doch in einem der hiesigen Thermalbaeder. Aber wir sind halt definitiv keine Thermenbesucher, nach 30 Minuten Langeweile hat es sich fuer uns "ausgethermt". Dennoch, zwei Erinnerungsfotos haben wir noch gemacht:

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Am Morgen der Abreise hat sich das ganze Hostel im Fruehstuecksraum versammelt, um das Eroeffnungsspiel des World Cups anzusehen. Wir selbst mussten waehrend der zweiten Spielhaelfte zum Busbahnhof. Aber du versaeumst hier nichts. Jedes Lokal, jedes Geschaeft am Weg hatte den Fernseher laufen. Und auch am Busbahnhof lief das Match. Suedamerika ist voll mit Fussballverrueckten Menschen! Als das Match aus war, hat sich der Zuschauerandrang jedoch rasch verzogen:

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Eine traurige Geschichte zu unserem Aufenthalt in Baños gibt es leider auch. Dazu muesst ihr wissen, dass man sich hier Raeder und auch Buggys ausborgen kann, um die wunderschoene Gegend zu erkunden:

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Zwei junge Reisende (ein Englaender und eine Australierin) aus unserem Hostel haben das getan und wurden am Abend, an dem wir ankamen, vermisst. Die ganze Nacht wurde nach ihnen gesucht und am naechsten Tag wurden schliesslich Unfallspuren gefunden. Sie sind aus einer Kurve kommend ueber eine niedrige Mauer geschleudert worden und 150 Meter in die Tiefe in einen sehr grossen und maechtigen Fluss gestuerzt. Noch einen Tag spaeter wurde die Leiche des jungen Burschen 35 Kilometer (!!!) flussabwaerts gefunden. Das Maedchen und der Buggy selbst wurden bis zu unserer Abreise nicht wieder gefunden. Da herrschte grossen Aufregung und Betroffenheit unter allen Gaesten. Auch bei uns beiden, obwohl wir die beiden gar nicht gekannt hatten.

Das ist zwar nicht die Absturzstelle, aber so tief sind die Schluchten, in denen hier die Fluesse fliessen. Wunderschoen, aber eben auch sehr gefaehrlich. Gesichert ist hier nur sehr wenig:

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Fuer uns ging es am Freitag nach Quito weiter, die Hauptstadt Ecuadors. Genauer gesagt nach Tumbaco, 30 Autominuten von Quito entfernt. Da konnten wir ein paar Tage bei Cristl und Ernesto, die Eltern von Lorenzo, einem Freund Margits, unterschluepfen, in einem herrlichen Garten mitten in der grossartigen Natur Ecuadors. Davor stand jedoch noch die letzte Ueberlandbusfahrt an. Diesmal "nur" noch fuenf Stunden, allerdings inklusive Buswechsel. Dennoch hatte das Verladen des Gepaecks etwas Wehmuetiges, schliesslich war es das letzte Mal:

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Und wie es uns beim Entspannen unter ecuadorianischen Bananenbaeumen sowie neben den zahlreich umherschwirrenden Kolibris erging und wie gefaehrlich das angeblich sehr gefaehrliche Quito nun wirklich war, erfahrt ihr beim naechsten Mal! Gewarnt wurden wir oft und viele schlimme Geschichten haben wir auch direkt aus erster Hand gehoert. Dichtung oder Wahrheit? Wir werden sehen.

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Posted by NoUturners 16:26 Archived in Ecuador

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Comments

hola.
hartnaeckigkeit wird offensichtlich belohnt. gleich die beiden eröffnungsabsätze kommen mit thematisch sehr vertraut vor ;-)
und von wegen keine tiere: in jedem dritten bild lugt ein hund, eine zeige, ein vogel oder eine halbe sau hervor ;-)
H
ps: hier in m-europa war sommer. kurz. im moment ist eh wieder regenzeit.

by H

Hallo Christian, Margit,

tolle Vegetationsbilder, da bin ich selber überfragt. Müsste meinen Botaniker fragen, dann könnte ich Euch mit lateininschen Namen langweilen. Keine Sorge - tue ich eh nicht. Bei uns ist jetzt Sommersonnenwende, dann werden die Tage schon wieder kürzer, 1 Woche Sommer hatten wir ja. Derzeit ist es wie auf den Malediven - Monsunartige Regenfälle-nur nicht so heiß. Alles Gute weiterhin.

LG Ernst
PS. Schau öfters Tennis, damit du zumindest geistig trainieren kannst.

by Ernst L.

das thema sommer lassen wir besser endgültig... wird langsam aber sicher zum tabu-thema :0( !! julia ist übrigens gerade bei uns zu besuch und wir haben mit begeiterung euren letzten bericht (nur unterbrochen von kindergeschrei)verschlungen!! sandy

hallo christian & Margit! hab gerade erfahren, dass ihr ende august in NY seid! super, wir nämlich auch :0). kathi & ich & maenner sind von 17.8 bis 1.9 in NY!schlage vor: treffen am ?? um Mitternacht auf dem empire state building ;0)! würden uns freuen!
viel spass noch auf eurer reise! lgJulia

by sorellina

Also Sommer können wir hier auch nicht haben - ich habe diese Woche schon zwei Mal eingeheizt. Außerdem: wenn es so weiter geht, wird Wien zu Venedig werden - kann mich nicht erinnern, dass wir so lange so heftige Regenfälle hatten. Passt weiterhin gut auf euch auf!
Liebe Grüße Ulli

by Ulli Werner

@ alle: Vielen Dank fuer eure spontanen Wetterreaktionen. Wie sehr man doch mit den banalen Dingen noch immer am besten provozieren kann. Danke vielmals fuer die Mitarbeit und Herr Wick: Tun´S bei den Tieren nicht itiperlreiten, gell?
@ Julia und Kathi: Wir melden uns bei euch via E-Mail! Wuerden uns sehr freuen, uns mit euch zu treffen. Sleepless in New York quasi...

by NoUturners

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