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California, part one: American Culture Trip

Los Angeles - Universal Studios - Hollywood, all in California, UNITED STATES OF AMERICA

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Da sassen wir nun in unserem weinroten Chevrolet, Mietwagenklasse “Economy”, die billigste, kraftloseste und somit beschaemendste Klasse, die du in den USA, dem Land der unbegrenzten Benzinfresserkarossen, kriegen kannst . Dem verlockenden Angebot der Dame am Alamo-Schalter, fuer einen “kleinen” Aufpreis von 200 Dollar einen Wagen “more fancy” zu nehmen, haben wir locker standgehalten. Das Budget hat es nicht erlaubt und unseren Spass mit einem “fancy car” hatten wir ja schon mehr als drei Monate lang waehrend unserer Tour durch Australien. Da darf es fuer drei Wochen durchaus mal bescheidener zugehen.

Und die erste Huerde war auch gleich eine leichte welchige. Die langweilige, immer nur geradeaus fuehrende Interstate 5, die von der mexikanischen Grenze bis rauf nach Kanada verlaeuft, hatte die wenig schwierige Aufgabe, uns sicher von San Francisco nach Los Angeles zu bringen. Genauer gesagt ins fuer zwei Naechte organisierte Motel “Good Nite Inn”. Jenes lag im Vorort Sylmar direkt neben jene, oben erwaehnten I-5, welche an dieser Stelle sicherheitshalber zehnspurig war! Dass sich der Name des Motels mit der Lage desselbigen etwas spiesste, machte gluecklicherweise nur so den Anschein. Wir haben beide Naechte gut geschlafen.

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Was hat uns nun ueberhaupt hierher nach Los Angeles gefuehrt, wo wir doch eigentlich nach Kanada wollten? Wir klaeren euch auf, es ist ganz einfach: Als neugierige und aufgeschlossene Weltenbummler ist es unsere Pflicht, sich auch mit der ureigenen Kultur des besuchten Landes auseinanderzusetzen. Im konkreten Fall: Was macht der “kleine kalifornische Mann” und seine Familie so in den Sommerferien in DEM "Entertainment Capital der USA" schlechthin? Wir haben selbstlos fuer euch beobachtet!

Zunaechst einmal wurden wir von der jungen Rezeptionistin ins nur 8 Minuten entfernte (drei Highways und fuenf Abfahrten oder so) “Porter Ranch” geschickt. Da fand das einzige Independence-Day-Feuerwerk der Gegend statt und nachdem sie so traurig war, weil sie durch ihren Schichtdienst verhindert war und nicht daran teilnehmen konnte, haben wir uns ein Herz genommen und sind an ihrer Statt zum grossen Fest gefahren. Dieses fand in und um ein mittelgrosses Einkaufszenrum statt, alle Strassen bis auf eine (klar, irgendwie musste man ja auch hinkommen, Amerikaner gehen keinen Meter freiwillig zu Fuss!) rundherum gesperrt - es herrschte Volksfeststimmung. Logo, es war ja auch ein Volksfest.

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Skurril aber eben typisch amerikanisch: Da kommen alle dekadent mit ihren dicken, fetten Autos, fressen sich auf ihr ohenhin schon untragbares Uebergewicht mit dicken, fetten Pizzas, Hamburgers, Hot Dogs und Doughnuts noch weitere Kilos rauf und am Ende beten nach einer Predigt des Kommunalpastors Zig-Tausende demuetigst fuer die guten US-Soldaten in der ganzen Welt und moegen sie vom Herrn beschuetzt werden bei ihrem Einsatz gegen die boesen Schurken im nahen Osten (der aber in Amerika mittlerer Osten heisst, weil der nahe Osten liegt ja fuer die Amis schon in Europa - eh logo). Amen.

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Positives an diesem Abend? Klar, gab es auch! Vor dem grossen Feuerwerk fand eine Flugshow einer Militaerstaffel statt und danach wurde noch die “Star Spangled Banner” gesungen. Und diese Hymne hat es halt in sich. Schliesslich geht es da um "The Home of the Brave" und es ist daher nicht verwunderlich, dass sie alle stolz und selbstbewusst sind die Amis. Klar, bei der oesterreichischen Schnarchhyme, die bekanntlich aeusserst verwegen von Bergen, Domen, Flüssen und Haemmern erzaehlt, kommt halt selten Heroismus auf. Danach wurde das grosse Feuerwerk abgehalten, es herrschte Riesenstimmung. Show zu inszenieren kann man hier, daran besteht kein Zweifel!

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Am naechsten Morgen haben wir unsere rein wissenschaftlichen Beobachtungen fortgesetzt. Selbstlos fuer euch im Themenpark der Universal Studios.

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Begonnen hat alles damit, Arnie beim Kampf gegen den boesen Cyborg in 3D zuzusehen und bitteschoen zuzu”hoeren”!

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Und noch bevor die Massen den Park stuermten, haben wir den Simpson-Simulationsride “Krustyland” gemacht. Und das wirklich Sensationelle daran war, dass ich Homer Simpson persoenlich getroffen habe. Eine faszinierende Begegnung und definitiv der Hoehepunkt des gesamten Tages. Jose, just for you!!!

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Sonst gab’s die ueblichen Rides wie den eher unspektakulaeren "Mummy Ride" oder den "Jurassic Park Water Ride", bei dem du komplett nass wirst:

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Weiters eine Waterworld-Stuntshow…

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…und eine kurzweilig inszenierte und durchaus informative Studiotour durchs Gelaende mit dem absoluten Hoehepunkt, dem King Kong 360 Grad 3D Ride - eine Kombination aus Simulation und 3D-Kino in perfekter Vollendung!

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Filmautos:

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Special-effects-Vorfuehrungen:

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Kulisse 1: So sieht fuer Amerikaner eine typische europaeische Kleinstadt aus - von vorne und von hinten

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Kulisse 2: Desperate Housewives

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Kulisse 3: Eine echte Boeing 747 von Studioarbeitern komplett demoliert, um auch Flugzeugabsturzstellen drehen zu koennen. Und das sieht wirklich sehr beeindruckend aus:

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Sonst tut sich auch staendig etwas auf dem Gelaende:
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Amerikanische Ikonen:

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Es war eine schoene Abwechslung auf unserer Reise, sich dem “Kinderspielplatz fuer Erwachsene” hemmungslos hingeben zu koennen. Als wir den Park beim Einsetzen der Daemmerung schliesslich verliessen, spazierten wir noch gemuetlich durch die Vergnuegungsmeile ausserhalb des Themenparks, also auch ohne Eintritt fuer jedermann zugaenglich. Hier zeigt Amerika nochmals sein ganzes Unterhaltungspotenzial. Unzaehlige Kinos, Restaurants, Comedy-Clubs (einer sogar mit Jon Lovitz!) zieren das Areal und das alles mit vielen Lichtern in allen moeglichen Farben.

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Am naechsten Morgen haben wir uns auf den Weg nach Hollywood gemacht und somit die amerikanische Kulturreise fortgesetzt. Lange waren wir da allerdings nicht, das Parken ist teuer und viel zu sehen gibt es eigentlich eh auch nicht. Die zwei Dollar fuers Parken waren es jedoch gerade noch wert.

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Kurz beim Kodak Theater (wo jaehrlich die Oscar-Verleihung stattfindet) vorbeigeschaut…

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…den beruehmten Schriftzug auf den Huegeln Hollywoods fotografiert (also wenn wir schon da sind)…

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…natuerlich auch den Walk of Fame besucht. Der hat aber bereits inflationaer viele “Stars” eingraviert, dass ich richtiggehend erleichert war zu erfahren, dass sich Philip Seymour Hoffman gar nicht erst darin verewigt sehen moechte! Aber Bruce Willis hat hier einen Stern und das konnte sich Margit auf keinen Fall entgehen lassen.

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Das Chinese Theater mit in Beton eingravierten Widmungen:

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Intermezzo! Margit an ihre Reise-Maedels aus 1999: "Das ist das Ergebnis dessen, was wir damals so knapp versaeumt hatten. Haetten wir nicht doch warten sollen?"

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Puenktlich zum Ablauf der Parkuhr sind wir schliesslich beim Auto zurueckgewesen und aufgebrochen, wieder zurueck in den Norden, jetzt aber wirklich nach Kanada - und auch endlich wieder in die Natur. Dahin, wo auch in den Sommerferien relativ viel Ruhe herrscht - auf die kostenguenstigen Campingplaetze der National Forests, State Parks und National Recreation Areas. “This is bear country” betitelte Warnschilder findest du da ueberall, mit genauen Instruktionen wie du dein Essen und deinen Muell am besten vor den Baeren versteckst. Und ob wir eine unheimliche Begegnung mit einem der zahlreichen Schwarzbaeren hatten oder ob sich eher laestige Nagetiere ueber unsere Essensvorraete hergemacht haben, das steht im zweiten Teil unserer California-Reihe.

We’ll be back!

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Posted by NoUturners 13:03 Archived in USA

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Comments

hey, nach langem wieder einmal die erste hier...!! bin ja schon enttäuscht (und calle erst...:0()),dass ihr euch nicht zu mehr auto überreden habt lassen...tzzz! wo du doch die leidenschaft für die wahren benzinschleudern auf dieser reise entdeckt hast lacky!! sonst mal ein richtiger kontrast zu den bisherigen reiseberichten! und sehr selbstlos von euch, dass ihr euch dem typischen komerz hingegeben habt, wirklich selbstlos! und alles nur zu studienzwecken :0)... BACI

by sorellina

netter bericht. inzwischen rechne ich ja insgeheim - da ihr nun mit wlan-netbook bewaffnet im land of connectivity unterwegs seid - mit täglichen blogeinträgen und fast stündlichen updates :-)

by H

Hallo ihr Weltenbummler!

Möchte mich herzlich für die nette Karte bedanken,... Margit auf einem MTB - ich bin begeistert.... Immer wieder nette Berichte von euch beiden,... Da lernt man die ganze Welt kennen und muss nicht mal selber aufbrechen... :-) Tolle Sache!

Liebe Grüße aus Österreich, genauer NÖ, noch genauer Mostiertel und noch genauer Amstetten - Ganz einfach zu finden falls ihr mal vorbeikommen wollt: 48° 6'40.86"N 14°51'50.77"E

by Martin Ecker

@ H: Willst du das wirklich? ;-) Nur irgendwann schreiben wir nur noch Blog und dann steht im Blog, dass wir Blog schreiben. Dann wirds aber wirklich langweilig...
@ Sorellina: Wir machen das ja nur deshalb, damit deine Kinder auch in Zukunft mal gute Luft atmen koennen. Selbstlos wie gesagt. Liebe Gruesse an den 4WD-Calle! Der IL und die Margit
@ Martin: Bitte gern geschehen. GPS-Daten sind notiert, fehlt noch ein GPS-Geraet im Auto, das wir noch nicht haben... ;-)

by NoUturners

du hast recht. ist ja wirklich das amerikinische muster von fest- und adventurepark kultur. aber gottseidank gab es dann auch die amerikanische ikone meines brötchengebers zu sehen, und auch den dolorian aus meinem lieblingfilmen zurueck in die zukunft. interessant auch arnold schwarzenegger's versprechen von 1994 ..to be back - er hat's gehalten und ist jetzt governor von kalifornien.
liebe grüsse, ernst

by Ernst + Elisabeth

@ Ernesto und Lisi: Ja klar, ohne Coca Cola waere Amerika nur halb so schoen. Wurde mir zumindest seit meiner Kindheit eingetrichtert. ;-) Und Arnies Werte sinken, so erfolgreich er als Terminator war so gluecklos scheint er sein politisches Amt zu erfuellen. Anyway, liebe Gruesse, Christian

by NoUturners

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