A Travellerspoint blog

(Rushing) through Oregon and Washington

Joseph H. Stewart State Park - Crater Lake National Park - Bend - Columbia River - Portland, all in Oregon - Vasa Lake - Seattle - Bellingham, all in Washington, UNITED STATES OF AMERICA

sunny 30 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Also gleich mal vorweg, damit euch beim Lesen nicht schwindelig wird: Weil wir uns auf unserem Weg nach Kanada beeilen mussten, konnten wir Oregon und Washington nur im Zeitraffer besuchen. Also schnallt euch an und folgt uns auf unserem Eil-Tripp, wir haben trotz gedraengtem Zeitplan wieder ein paar wundervolle Plaetze entdeckt und traumhaft schöne Tage verbracht.

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Vom traumhaften Smith River, den wir euch im letzten Eintrag vorgestellt haben, und den wir nur sehr ungern wieder verlassen haben, war es nur noch ein Katzensprung nach Oregon und so waren wir bald im Joseph H. Stewart State Park angekommen. Eine riesige Anlage, auch hier mit Duschen und wunderschoenen und vor allem riesengrossen Stellplaetzen mit vielen, Schatten spendenen Baeumen und dennoch Blick auf den See, den Lost Lake, in welchen wir uns gleich nach der Ankunft begeben haben - wie gesagt, es war heiss!!!

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Die Nacht verlief ruhig (Baeren gab es hier offensichtlich keine, dafuer ein paar putzige Eichhoernchen), am naechsten Morgen haben uns unsere Nachbarn Ronda und Jack angequatscht. Sie haben uns mit einem vollen Glas Himbeermarmelade versorgt (Keine Sorge, wir haben es schon verputzt und leben noch!) und uns auch ihr eine Woche lang gueltiges Eintrittsticket fuer den Crater Lake National Park geschenkt, nachdem wir ihnen erzaehlt hatten, dass wir da auch hinfahren wollten. Sie selbst waren nur ein langes Wochenende unterwegs und schon wieder auf dem Heimweg irgendwohin nach Washington.

Also, nichts wie auf in den Crater Lake National Park, den uns uebrigens Andy empfohlen hat (Ihr wisst noch, Andy von “Andy und Steve von den Galápagos-Inseln”?). Schon die Fahrt dahin fuehrte durch traumhaft schoene Waelder:

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Der Crater Lake National Park ist nach einem Vulkankrater benannt, der sich nach dem Kollaps des Vulkans mit glassklarem Wasser gefuellt hat und in den man sogar schwimmen gehen darf und kann - wenn man dies bei der ueber das ganze Jahr konstanten Temperatur von 3 Grad Celsius moechte (also immerhin eh Plus!). Der Nationalpark liegt auf ueber 2000 Metern Seehoehe. Es war hier heroben also deutlich kuehler als unten im Tal auf unserem Campingplatz am See, aber immer noch schoen warm. Und da haben wir uns gedacht, schlapfen wir doch mal mit unseren Flip-Flops durch den Schnee, der am Fahrbahnrand immer noch stark vertreten ist. Schneeballschlaaaacht!!! Wer ist dabei???

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Den Krater kann man auf einer in etwa 30 Meilen langen Rundstrecke, der “Crater Rim Road”, abfahren und dabei fantastische Ausblicke geniessen.

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Ach ja, uebrigens: Mr. and Mrs. Amerika sind auch hier:

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Aber am schoensten ist die Aussicht vom hoechsten Punkt im Nationalpark, dem Gipfel des Mount Scott, auf 2722 Metern Seehoehe liegend. Und da kommt man auch Mitte Juli nur hinauf, wenn man wagemutig über Schneefelder stapft. Die Wanderstrecke selbst verläuft aber durchaus moderat ansteigend.

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Leute, das sieht kalt aus, war es aber nicht. Im Gegenteil, der Ausblick vom Gipfel hat dir dein Herz erwaermt. Und weil viele Amerikaner (und auch viele Touristen) sehr ungern auch nur einen Meter zu viel zu Fuss gehen, haben wir unterwegs nur eine handvoll Leute getroffen und waren spaeter am Gipfel sogar ganz alleine! Allen Outdoor-Liebhabern, und wir wissen es gibt einige unter euch, sei dieser eher unbekannte und nicht so ueberlaufene Nationalpark und die Wanderung auf den Mount Scott sehr nahe ans Herz gelegt - fuer den Fall, dass ihr mal ins suedliche Oregon kommt.

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Rechtzeitig zur Abenddaemmerung waren wir zurueck, unsere Zehen von der Flip-Flop-Schneeballschlacht doch noch ein bisserl durchgefroren. Also hat Margit fuer ein kleines Feuer gesorgt. Romantisch? Ja, klar! Aber nicht romantischer als es bei uns ohnehin immer zugeht.

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Der naechste Tag war ein reiner Fahrtag, wir haben beinahe ganz Oregon durchquert. In Bend, so ziemlich in der Mitte liegend, haben wir eine Pause gemacht und in einem netten Café ein fesches Mittagessen zu uns genommen. Raus aus dem Lokal die Ueberraschung: Wir hatten einen Strafzettel wegen ein paar wenigen Minuten. Aber man konnte Einspruch erheben und zwar, wenn man in einem Lokal im Zentrum essen war - genau das, was wir ja auch gemacht hatten. Der ersten Euphorie folgte die Ernuechterung, die Buerokratie war jener in unserem so wunderbar kleinkarrierten Heimatland mehr als ebenbuertig. Wir haben die verschiedenen Gebaeude der Bezirks- sowie der Stadtverwaltung kennengelernt, bis sich schliesslich eine aeusserst hilfsbereite Dame, die eigentlich fuer die Hundesteuer (!) zustaendig ist, um unser Anliegen gekuemmert hat. Den Einspruch haben wir schliesslich mit der Post verschickt. Wir wissen bis heute nicht, ob dem Einspruch nun stattgegeben wurde oder nicht.

Schliesslich war es bereits spaeter Nachmittag, wir mussten aber doch noch einige Meilen nordwaerts fahren, an (aber nicht ueber) die Grenze zu Washington, genauer gesagt zur Columbia Gorge, benannt nach dem sie durchfliessenden Fluss namens… na, wer weiss es? Richtig: Columbia River! Die Landschaft auf dem Weg dahin hatte sich sehr gewandelt. Sanfte, baumlose Huegel saeumten den Highway, es war immer noch trocken und heiss.

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Und am Weg haben wir tatsaechlich eine waschechte und gerade stattfindende Rodeoveranstaltung entdeckt, sind aber aus Zeitgruenden weitergefahren (mein lieber Schwiegerbruder, es tut uns leid - aber immerhin: Wir haben sie gesehen!)

Uebernachtet haben wir auf einem zwar sehr netten aber im Vergleich zu den letzten Naechten eher unspektakulaeren Platz der National Forests. Machte aber gar nix, wir mussten am naechsten Morgen ohnehin gleich weiter.

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Der naechste Morgen war wieder traumhaft, das Blaue strahlte erneut vom Himmel. Wir hatten gut geschlafen, obwohl wir von Poison Oak nur so umringt waren. Gut so, dass wir erst vor ein paar wenigen Tagen von Peter und seiner Familie davor gewarnt wurden. Da haben wir also gut aufgepasst und unser Zelt gerade so platziert, dass wir uns keine Wimmerln auf unseren Hintern eingefangen haben! Es trennten uns nur noch wenige Meilen von Portland, der angeblich schoensten Stadt an der noerdlichen Westkueste der USA - auch dies hat uns Andy, den ihr mittlerweile kennen muesstet, gefluestert. Bevor wir da aber eingetroffen sind, haben wir noch einen kurzen Abstecher am historischen Highway 30 gemacht. An wunderschoenen Wasserfaellen wie an den Mulnomah Falls vorbei und von grandiosen Lookouts wie vom Vista Point in die Columbia Gorge am gleichnamigen Fluss geschaut.

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Und dann war es so weit, Portlands Tore hatten auch fuer uns geoffnet. Zunaechst waren wir mal ohne Plan und daher planlos (ja, das passiert auch mir manchmal und ich verhielt mich sogar auffallend ruhig!). Also haben wir bei einem durchaus guten Kaffee mit unserem Netbook ans hiesige WI-FI angedockt und uns ein durchaus guenstiges Motel direkt im Zentrum gesucht, denn Campingplaetze fuer Zelte sind in Portland leider rar. Bis wir uns durch den Innenstadtverkehr gekaempft und eingecheckt hatten, war es frueher Nachmittag. Wir hatten also immer noch den gesamten Abend vor uns - und zwar in jener Stadt mit der angeblich hoechsten Dichte an Pubs und Bars in ganz Nordamerika. Ob sie deshalb die Stadt mit dem besten - und im Zentrum kostenlosen (!) - oeffentlichen Verkehrsmitteln ist, die wir jemals gesehen haben, wissen wir nicht. Wie auch immer, wir haben die Kneipenszene ganz selbstlos fur euch getestet (wieder einmal), und die Stadt hat uns nicht enttaeuscht. Im Gegenteil, wir sind ihr beide umgehend verfallen. Sie ist wunderschoen, sehr lebendig und schenkt verdammt gutes Bier aus (ja, solches welchiges gibt es selten aber doch auch hier in den USA).

Das wunderschoene Zentrum bei Tag…

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… und bei Nacht:

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Sonstige Impressionen:

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Fuer Bruder Wolfi eine Tatue-Tata-Station:

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Insiderinformation fuer meinen Schwiegerbruder: Das hier ist echtes, gezapftes “Pabst Blue Ribbon”. Ja wirklich, und auf diesem Foto sogar schon das zweite - eines davon habe ich dir und auch dem Herrn Mattes gewidmet (Fucking Heineken, RIP Dennis)!

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Am naechsten Morgen haben wir die Bar in unserem riesigen Zimmer genutzt und da gleich gefruehstueckt - es war immer noch verdammt heiss!

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Und schon sind wir wieder aufgebrochen, und zwar nach Seattle. Unterwegs konnten wir einen Blick auf den Mount Rainier erhaschen, im gleichnamigen Nationalpark gelegen aber fuer diese unsere Reise zeitlich leider nicht drinnen.

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Wegen eines ziemlich schwerwiegenden Unfalls auf einem der groessten und wichtigsten Highways rund um Seattlle (fragt uns jetzt bitte nicht nach der genauen Nummer), der einen Helikopter-Einsatz und die komplette Sperre ebene jenes Highways bedurfte (nur wenige hundert Meter von uns entfernt rauchte und qualmte es massivst!), kamen wir über eine Umleitung auf ganz anderem Wege als geplant nach Seattle. Und da wir von diesem Stück keinen Plan hatten (also weder tatsächlich auf Papier noch virtuell in unseren Köpfen) dauerte alles etwas länger. Aber so konnten wir uns vom hiesigen "Autobahnkleeblattsystem" ein Bild machen und wissen nun auch, warum die Highways um Seattle zu den verstopftesten der ganzen USA gehören. Eine Erfahrung, die nicht hätte sein müssen, die aber ganz im Sinne der üblichen, unseren Blog beherrschenden Dichtung und Wahrheit waren.

Noch bei Helligkeit, schließlich war Sommer, hatten wir das angepeilte Ziel erreicht. Und zwar ein Campingplatz, gar nicht so weit weg von Downtown Seattle. Der erste private Campground auf unserem USA-Trip, allerdings ein sehr kleiner welchiger, nur 22 Stellplaezte gab es. Wir wurden zwischen zwei Wohnmobile reingequetscht. Das sieht eher weniger locker aus:

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Aber so lernt man auch die hiesige und schrullige Bevölkerung kennen. Unsere Nachbarn linkerhand sind nämlich sogenannte “Permanent Residents”, die leben auf diesem Campingplatz das ganze Jahr ueber in einem kleinen und engen Wohnmobil. Daryll und Erik, ersterer etwas verschroben aber letzterer durchaus sympathisch und sehr redselig.

Und es gab ein grosses Plus am Campground: Den angrenzenden Vasa Lake! Yeah, also ab in die Fluten! Margit wollte nicht so recht, also hat sie nur fotografiert.

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In Seattle Downtown haben wir uns den ganzen naechsten Tag herumgetrieben. Ein geniales Park & Ride haben sie hier. Und das geht so: Das Parken ist gratis und der Bus mitten ins Zentrum fast geschenkt. Das war schon mal sehr sympathisch.

Eindruecke von der Stadt …

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…und ihren Leuten:

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Jose, nur fuer dich: Liebe Gruesse aus Eddie-City (mein mittlerweile bescheidener Haarwuchs erlaubt leider kein akkurates Grunge-Headbanging mehr):

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Auch hier haben wir uns sehr wohl gefuehlt, wenn uns auch Portland mit seinem Charme weitaus mehr verzaubern konnte. Burger und Fries (die hier eh schon lange wieder "French" und nicht mehr "Freedom" heissen) machen koennen sie in beiden Staedten. Auch das haben wir selbstlos fuer euch getestet. Nach der zweiten Nacht haben wir uns schliesslich fruehmorgens von Seattle, vom Vasa Lake und von unseren lieb gewonnenen Nachbarn verabschiedet und sind zur nur wenige Meilen noerdlich gelegenen Grenze nach Kanada aufgebrochen. Der Uebertritt verlief problemlos, das koennen wir euch jetzt schon verraten.

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Danach wollten wir mit der Faehre umgehend nach Vancouver Island fahren. Wie es da war? Traumhaft schoen, wolkenlos, ein bisserl windig, so um die 25 Grad, also tolles Wetter aber keine Hitzewelle im engeren Sinn. Warum wir trotzdem in gerade mal 12 Grad kaltes Wasser gesprungen sind und das auch noch genossen haben, verraten wir euch sehr gerne im kommenden Eintrag!

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Posted by NoUturners 16:23 Archived in USA

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Comments

danke. mr.&mrs amerika haben mir gerade noch gefehlt!

by H

@ H: Bitte, gern geschehen. Dafuer gibts auch das Bierfoto, naemlich zum Schoensaufen der beiden. ;-) Prost.

by NoUturners

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