A Travellerspoint blog

This blog is published chronologically. Go straight to the most recent post.

Old Grimwade Townsite (Der Damm unserer Traeume!)

Old Grimwade Townsite - Bunburry - Marrinup, all in Western Australia, AUSTRALIA

sunny 35 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Wie bereits angekuendigt, und wir sind uns sicher, ihr giert schon maechtig darauf, widmet sich der naechste Eintrag unserem naechsten Ziel. Urspruenglich nur fuer eine Nacht geplant sind wir am Freitag vor dem letzten Februar-Wochenende zur Old Grimwade Townsite aufgebrochen. Ein ehemaliger, winziger und nicht mehr bewohnter Ort, an einem Damm liegend und mit einer alten Muehle ausgestattet. So toll war die Beschreibung in unserem Freecamp-Buch dann doch nicht, aber den Damm haben wir gluecklicherweise gefunden (die Muehle jedoch nicht, was aber schliesslich eh komplett wurscht war - "blunz'n" sozusagen).

Gerade rechtzeitig haben wir bei der Hinfahrt - es war schon spaeter Nachmittag und dank nicht vorhandener Sommerzeit in Western Australia (wir haben berichtet, ihr solltet das eigentlich wissen) wird es ja bereits um 19 Uhr dunkel - im Radio vernommen, dass es ein langes Wochenende gibt, da am Montag, 1. Maerz, der Labour Day gefeiert wird. Wegen des Prachtwetters waren also alle auf dem Weg zum Strand oder auch in den Wald. Gut, also hofften wir, dass dieser Platz nicht so ueberlaufen war. Und war es so? Ich nehme es vorweg, Ratespiele gab's eh schon genug in unserem Blog: Ja, es gab Camper und Tagesbesucher, aber die Wenigen haben sich gut auf dem riesigen Areal verteilt und es herrschte eine angenehme Ruhe - als waere ausser uns niemand hier. Wir blieben schliesslich drei Naechte und haben zum Abschluss des australischen Naturtrips noch einmal aus dem Vollen geschoepft!

Ja, hoert doch zu zappeln auf, die Fotos kommen ja eh schon! Aber nicht schlingen, geniessen!

Wir haben unser Auto direkt am Damm geparkt und werden von Herrn und Frau Teufel, einem Hopsihasen und einem unidentifizierbaren Tier begruesst - Fauna und Flora vereint quasi:

CIMG3183.jpg

Unsere Terasse direkt am Wasser:

CIMG3198.jpg
CIMG3208.jpg

Fruehstueck auf unserer Terrasse direkt am Wasser:

CIMG3172.jpg

So eine Art Rotkehlchen mag auch was vom Nutellabrot:

CIMG3174.jpg

Ein kleiner Spaziergang: Wilde Blackberrys wohin das Auge von uns Naschkatzen blickte:

CIMG3178.jpg

Eine weitere Entdeckung auf unserem Spaziergang:

CIMG3186.jpg

Abkuehlung: Zugang direkt von unserer Terrasse:

CIMG3181.jpg
CIMG3182.jpg

Unser Privatzoo: Enten (die laufen mir auch tatsaechlich ueberall zu)

CIMG3184.jpg

Stimmungsbilder vom Damm:

CIMG3188.jpg
CIMG3205.jpg

Und den tollen Sternenhimmel gab's wieder. Auf Kamera zu bringen, defacto unmoeglich. Aber den Mond konnten wir einfangen. Stellt euch einfach noch eine ganze Menge tolle Sterne rundherum vor:

CIMG3137.jpg

Der Platz war ein Traum, wir haben uns fallen gelassen und den drei Tage dauernden Augenblick intensiv genossen. Es herrschte Traumwetter, ein wenig Wind zur Abkuehlung und ein quietschender Baum direkt neben uns hat taeglich ein wenig fuer uns musiziert. Auch die am Sonntag kurz auftauchenden Tagesbesucher (mit Bierdosen ausgestattet aber zahnlos im doppelten Sinne!), die sich doch tatsaechlich gleich neben unserer Terrasse breit gemacht haben, konnten unsere Stimmung nicht trueben.

CIMG3214.jpg
CIMG3219.jpg
CIMG3220.jpg

Und damit mir Margit nicht immer zuhoeren muss, habe ich ihr auch mal was aufgeschrieben, was ich ihr sonst jeden Tag beim Aufwachen ins Ohr fluestere:

CIMG3170.jpg

Sag zum Abschied ganz laut "Servus":

CIMG3224.jpg
CIMG3225.jpg

Am naechsten Morgen fuhren wir nach Bunburry, wo wir doch tatsaechlich einen Delphin nur wenige Meter neben uns im Wasser gesehen haben. Ein tolles Erlebnis aber schlechte Fotos (ich war's, ich geb's zu)!

CIMG3226.jpg
CIMG3229.jpg

Danach war er aber weg und kam nicht wieder. Margit hielt noch lange Ausschau, gab am Ende aber enttaeuscht auf:

CIMG3230.jpg

In Bunburry haben wir unser Auto einer Komplettwaesche unterzogen. Anfangs mussten wir uns erst mit dem uns unbekannten System der Selbstwaesche vertraut machen (daemliche Fragen an die Anwesenden inklusive, aber als Auslaender darf man das) aber schliesslich hatten wir grossen Spass dabei:

CIMG3235.jpg
CIMG3234.jpg

Fertig - Trommelwirbel bitte:

CIMG3237.jpg

Abens fuhren wir von wehmuetigen und nostalgischen Gefuehlen begleitet nach Dwellingup - es sollte die letzte Uebernachtung in der australischen Natur werden. Wir kamen sehr spaet an, und der Platz war nicht sehr aufregend (zwei Kaenguruhs sind vor unser Auto gehoppelt, waren aber auch gleich wieder weg). Wir haben gegessen und uns niedergelegt. Die Nacht spielte aber noch alle Stueckerln. Da raschelte und wurrlte es im Gebuesch, als haette sich das gesamte Wildlife Australiens zu unserem Abschied versammelt. Eine sehr nette Geste finden wir! Auch wir haben uns vom Wildlife noch gebuehrend verabschiedet: Wir waren beide naechtens noch "im Busch auf der Toilette". Sozusagen unsere Art, uns von der australischen Fauna und Flora wuerdevoll zu verabschieden.

Ab sofort waren wir nur noch auf urbanem Gebiet unterwegs. Am naechsten Tag ging's nach Fremantle, nur wenige Kilometer suedlich von Perth. Auf dem Weg dahin wurde eine letzte wichtige Huerde genommen. Und etwas spaeter gab's in Fremantle selbst noch ein ganz besonderes Ereignis. Neugierig? Mehr beim naechsten Mal.

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 21:36 Archived in Australia Comments (0)

Intermediate Stop Fremantle (Das verflixte siebte geht los)

Mandurah - Fremantle, all in Western Australia, AUSTRALIA

sunny 32 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Wie bereits erwaehnt sind wir Richtung Norden aufgebrochen. Endziel: Perth. Der erste Stopp galt Mandurah. Diese relativ grosse Stadt mit 70.000 Einwohnern und traumhafter Lage direkt am Meer hat naemlich auch eine Motor Registry, also jene Behoerde, die für die Registrierung und Ummeldung von Autos zustaendig ist. Durch komplizierte Behoerdenwege via Post waren wir naemlich noch immer nicht offizielle Besitzer unseres roten Flitzers. Also krachten wir einfach mal persoenlich rein. Dank der tollen Unterstuetzung aus Sydney (Danke, Carscht!!!) wurde die Ummeldung am Wochenende davor bezahlt und ich konnte mir den letzten wichtigen Ausdruck fuer den Verkauf des Autos persoenlich abholen. Die Dame hinterm Schalter war dermassen hilfreich und freundlich (und sehr huebsch noch dazu), damit hatten wir nicht gerechnet.

Jedenfalls gehoert das Auto nun auch wirklich uns! Und dies ein paar Tage, bevor wir es wieder verkaufen muessen. Aber immerhin steht dem Verkauf nun rein administrativ nichts mehr im Wege!

Apropos Auto - ein Exkurs zwischendurch: Eines der wirklich coolen australischen Polizeiautos, gibt's in Grossstadten genauso wie in kleinen Doerfern:

CIMG3250.jpg

Kurz vor Perth haben wir in Fremantle im Fremantle Village Caravan Park fuer zwei Naechte eingecheckt. Denn wir hatten bereits hier eine Menge zu erledigen: Die Aushaenge fuer den Autoverkauf erstellen und in zunaechst mal allen Hostels in der Stadt aufhaengen. Das war gar nicht so einfach. Margit hatte jedenfalls dabei einfach die viel groessere Geduld und ohne sie haetten wir das nicht so zuegig und rasch erledigt!

Danach wurde das Auto auch innen einem Komplettputz unterzogen:

CIMG3260.jpg

Weil wir dafuer alle Sachen ausgeraeumt hatten, haben wir das erste Mal auf dieser Reise das Zelt aufgestellt. Darin geschlafen haben wir aber noch nicht. Das kommt noch frueh genug.

CIMG3267.jpg

Und nach dem Grossputz gab's Bier. Gleich ein Sixpack "Stubbies" (so heissen die kleinen Flaschen in Australien) wegen der Erschoepfung, der Hitze und weil's einfach schmeckt:

CIMG3262.jpg
CIMG3264.jpg
CIMG3265.jpg
CIMG3266.jpg

Und am Abend des 2. Maerz haben wir schliesslich in aller Ruhe und stressfrei unser sechsjaehriges Jubilaeum gefeiert. Wir waren am wunderschoenen Hafen Fremantles bei einem Japaner essen. (Ich wiederhole mich sehr gerne: Wir haben uns immer noch lieb. Das ist wirklich so!)

CIMG3281.jpg
CIMG3282.jpg

Gratulationen waeren angebracht. Also hopp, hopp!!!

Am naechsten Tag haben wir uns in der legendaeren Braurerei "Little Creatures" (das Bier heisst auch so und schmeckt ausgezeichnet!) ein Half Pint und eine traumhafte Lachs-Pizza gegoennt. Man speist dabei direkt in der Brauerei und das sieht wirklich toll aus:

CIMG3285.jpg
CIMG3283.jpg
CIMG3284.jpg

Somit war folgendes Foto aufgelegt: Little Creatures meets Ottakringer. Jungs, auf euch!!!

CIMG3287.jpg
CIMG3288.jpg

Spaeter waren wir noch in einem der tollen Cafés der Stadt. Dabei sind wir auf zwei liebenswert verrueckte asiatische Kellnerinnen getroffen. Und nach zwei Naechten sind wir endgueltig nach Perth aufgebrochen. Und da haben wir wieder eine ganze Menge Aushaenge fuer unser Auto verteilt. Und wie eben dieser Autoverkauf gelaufen ist, erfahrt ihr im naechsten Bericht aus Perth. Es ist uebrigens immer noch wunderschoen und sehr heiss und es soll so bleiben!

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 01:28 Archived in Australia Comments (5)

Perth I (selling our car)

Perth, Western Australia, AUSTRALIA

sunny 35 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Ja, unsere Scarlett, unsere treue rote Begleiterin ueber 13.000 Kilometer durch vier australische Bundesstaaten und ein Territorium (New South Wales, Australian Capital Territory, Victoria, South Australia, Western Australia) hat seit Mittwoch, 10.3.2010, neue Besitzer. Wir beide, aber ganz besonders Margit hat sich aufopfernd darum bemueht, einen guten Kaeufer zu finden. Und genau das war gerade in Perth beinahe unmoeglich. Der Automarkt in Perth ist Ende Februar defacto tot. Und eine alte, wenn auch solide Lady ist Scarlett auch. Die gefahrenen 356.400 km sind halt nicht das beste Verkaufsargument, auch wenn wir wussten, dass ihr Zustand noch ein sehr guter war.

Ueber eine Woche haben wir gezittert, es hat kaum Anrufe auf die zahlreich verteilten Aushaenge gegeben. Die Stimmung war angespannt, das muessen wir jetzt auch mal zugeben. Zwei Tage vor unserem Flug zurueck nach Sydney haben wir schliesslich nachgegeben und sind mit dem Preis stark runtergegangen. Die zu diesem Zeitpunkt gluecklichen Interessenten haben schliesslich ein echtes Schnaeppchen (oder auch "Schnapperl" fuer die Radikal-Verniedlicher unter euch) gemacht. Ein deutsches Paerchen aus Dresden kuemmert sich somit ab dem heutigen Tage um Scarlett und werden sie irgendwann im Laufe des Jahres hoffentlich gut nach Sydney bringen. Viel Erfolg und Spass bei eurer Reise und euren weiteren Plaenen, Cathrin und Gundi! Ihr werdet viel Freude mit dem Wagen haben!

So sah unser Aushang uebrigens aus:

CIMG3295.jpg

Der letzte Morgen mit unserer Scarlett:

CIMG3317.jpg

Als klar war, dass wir sie - trotz Verlust - verkauft hatten, haben wir uns sehr gefreut!

CIMG3330.jpg
CIMG3331.jpg
CIMG3332.jpg
CIMG3333.jpg

Trotz des etwas zu guenstigen Preises waren wir jedoch erleichtert, dass sich alles nochmals ausgegangen ist. Daher wurde die Vertragsunterzeichnung und die Schluesseluebergabe auch feierlich von Meisterfotografin Margit S. festgehalten (wie es sich fuer einen dunkelhaarigen Wiener gehoert, wurde dies quasi im "Hinterzimmer" erledigt).

CIMG3334.jpg
CIMG3336.jpg

Abschliessend noch ein Satz dazu: Margit war in diesem ganzen Prozess der Ruhepol und weitaus konsequenter und energiegeladener als ich. Danke, mein Schatz an dieser Stelle nochmals dafuer. Ohne dich waere der Autoverkauf ganz sicher nicht so erfolgreich verlaufen.

Ja und was hat dieser Verkauf eigentlich noch bedeutet? Wer weiss es? Wer weiss es? Hm? Richtig! Wir sind ins Zelt uebersiedelt. Im Vergleich zur angenehmen Matratze im Auto etwas anders, aber auch sehr heimelig. Speziell in Argentinien, Chile und spaeter in den USA und Kanada werden wir das Zelt wohl sehr intensiv nutzen. Daher war nun ein guter Zeitpunkt, damit zu beginnen.

CIMG3341.jpg

Das Wildlife gab's ab sofort hautnah und auf Augenhoehe (ich mag diese Enten)!

CIMG3337.jpg
CIMG3339.jpg
CIMG3340.jpg

Auch den Campingplatz in Perth, wo wir ueber einer Woche stationiert waren und beinahe den Status von "Permanent Residents" hatten, werden wir vermissen. Alle Angestellten und auch viele der anderen Camper haben taeglich mit uns mitgezittert, ob wir denn das Auto schon verkauft hatten. Sehr nette Leute - Australier halt! Ganz besonders hervorheben moechten wir das Schweizer Paar neben uns. Schon etwas aelter, sicher Ende 40, haben die einfach alles hingeschmissen (zuvor sind die Kinder noch ausgezogen, ja das haben sie noch abgewartet) und sind einfach auf Reisen gegangen. Die waren unheimlich witzig (ja wirklich, und das waren Schweizer!). Viel Glueck und Erfolg!

Der Vollstaendigkeit halber ein paar Eindruecke von unserem Campingplatz. Auch wenn wir es gar nicht mehr gewoehnt waren, von so vielen Leuten umgeben zu sein, haben wir uns hier sehr wohl gefühlt.

CIMG3319.jpg
CIMG3289.jpg
CIMG3290.jpg
CIMG3291.jpg
CIMG3299.jpg
CIMG3300.jpg
CIMG3301.jpg
CIMG3302.jpg

Ach ja, bevor wir es vergessen. AC/DC haben ihre Heimatstadt Perth an zwei Tagen hintereinander beglueckt, und zwar just zu jener Zeit, als auch wir am Campingplatz eingecheckt hatten. Die Fans kamen in Stroemen aus ganz Australien und ein kleiner Teil davon hat an diesem Campingplatz fuer ein oder zwei Naechte residiert. Wilde Kerle um uns herum? Ned wirklich. Endvierziger (eigentlich fast schon Mittfuenfziger) mit dicken Baeuchen, verblichenen Tatoos und gutmuetigen, runden Gesichtern.

Und dass wir Perth nach dem Verkaufsstress doch noch entspannt erlebt haben, erfahrt und seht ihr vor allem im naechsten Bericht!

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 02:32 Archived in Australia Comments (2)

Perth II (relaxing)

Perth, Western Australia, AUSTRALIA

sunny 39 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Nach dem Verkaufsstress haben wir Perth doch auch noch sehr genossen. Eine relativ grosse Stadt mit in etwa 1,5 Mio Einwohnern, kleinem aber modernen Finanzzentrum und wunderschöner Skyline. Eine schöne Bucht, viel Grün, viel Platz, wenig Hektik, sauber und wie auch sonst hier in Down Under unheimlich entspannte Leute. Ab halbsechs Uhr abends sind alle Geschaefte dicht und im Zentrum kehrt Ruhe ein. Neben ein paar Stadtbummeln waren wir sehr oft im Kino (Tim Burton: Das mit Alice in Wonderland ging wohl in die Hose).

Die Skyline von Perth:

CIMG3342.jpg
CIMG3343.jpg
CIMG3345.jpg
CIMG3347.jpg
CIMG3361.jpg
CIMG3362.jpg
CIMG3363.jpg
CIMG3370.jpg
CIMG3377.jpg
CIMG3369.jpg

Der letzte Ottakring-United-Schnappschuss in Australien. Jungs - es war mir eine Ehre. Wir sehen uns in Argentinien wieder!

CIMG3365.jpg

Gruene Oasen in der ganzen Stadt:

CIMG3348.jpg
CIMG3349.jpg

Stinknormaler Tennisclub - hier spielt der gewoehnliche Poebel auf Rasen!!!

CIMG3356.jpg

King's Park:

CIMG3357.jpg
CIMG3359.jpg
CIMG3371.jpg
CIMG3373.jpg

Rund um den Park eine Prachtvilla nach der anderen mit Ausblick auf den Swan River:

CIMG3352.jpg
CIMG3354.jpg
CIMG3372.jpg
CIMG3375.jpg

Erholungsgebiet Swan Lake mit vielen Palmen:

CIMG3378.jpg
CIMG3380.jpg
CIMG3384.jpg
CIMG3385.jpg
CIMG3386.jpg
CIMG3387.jpg
CIMG3389.jpg
CIMG3391.jpg

Ja, hier wird Fussball gespielt. Wird immer populaerer hier!

CIMG3381.jpg

Sonstige Schnappschuesse aus der Stadt:

CIMG3382.jpg
CIMG3394.jpg
CIMG3397.jpg
CIMG3403.jpg
CIMG3407.jpg
CIMG3412.jpg
CIMG3413.jpg
CIMG3415.jpg
CIMG3376.jpg

Hay Street Mall - Perth's Shoppingmeile (zu noch gar nicht so spaeter Stunde bereits scheintot):

CIMG3328.jpg
CIMG3327.jpg
CIMG3313.jpg
CIMG3312.jpg
CIMG3303.jpg
CIMG3304.jpg
CIMG3305.jpg
CIMG3306.jpg
CIMG3307.jpg
CIMG3308.jpg
CIMG3311.jpg

Die Kaenguruh-Fluesterin:

CIMG3414.jpg

Nur fuer Nicole, unsere Hausmeisterin in der Degengasse. Vielen Dank fuer alles, Heino!!!

CIMG3321.jpg
CIMG3325.jpg

Die letzte Kuriositaet am Campingplatz. Echte und daher coole Backpacker schlafen am Autodach, waehrend sich die leeren Bierkartons am Boden tuermen. Bitte uns ist das eh wurscht, der Junge ist schliesslich nur einmal jung:

CIMG3419.jpg

Und die Wettervorschau fuer die naechste Woche. Es wird "kuehler", aber am letzten Tag knallt es extra fuer uns nochmal so richtig runter: 39 Grad! We we will be missing this!!!

CIMG3420.jpg

Nach mehr als zehn Tagen in Perth sind wir schliesslich nach Sydney aufgebrochen, nach langer Zeit wieder mit dem Flugzeug als Transportmittel. Und wieder konnten wir bei Carscht und Christy unterkommen - vielen Dank erneut fuer eure Gastfreundschaft! Lest beim naechsten Mal also ueber schwere Sicherheitskontrollen, einem wehmuetigen Abschied und darueber wie es ist, die Datumsgrenze zu ueberschreiten.

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 00:47 Archived in Australia Comments (6)

A Trip Into The Past (No Worries, Australia!)

Sydney, New South Wales, AUSTRALIA

sunny
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Vom Campingplatz in Perth haben wir uns etwas wehmuetig verabschiedet. Um auf andere Gedanken zu kommen, sind wir zu Fuß zum Domestic Airport gegangen. Hoert sich jedoch verwegener an als es war. Dieser lag gleich ums Eck, in 20 Minuten waren wir da. Ins Schwitzen sind wir dank des schweren Gepaecks und der heissen Temperaturen dennoch gekommen. Es hat alles reibungslos geklappt. Allerdings wurde ich auf dem Flughafen nach den Sicherheitskontrollen nochmals einer gesonderten "Explosives Search" unterzogen. Es war ein stinknormaler Inlandsflug aber ich sehe wahrscheinlich ganz besonders gefaehrlich aus.

In Sydney haben wir noch zwei wunderschoene, kurzweilige und wehmuetige Tage verbracht. Dafuer nochmals ein herzliches Dankeschoen an Carscht und Christy. Es war ein sehr angenehmer und schoener Abschied aus Down Under. Gemuetlich haben wir noch einmal Darling Harbour und das Sydney Opera House besucht und gemeinsam mit Carscht und Christy Waterloo's hiesige Lokalitaeten aufgesucht. Aber schliesslich liess sich der wehmuetige Aufbruch nicht mehr laenger verschieben. Ausserdem wartete bereits Buenos Aires auf uns.

Und damit ich mir das oben erwaehnte "Explosives Search" ein zweites Mal erspare, habe ich mich fuer dem Flug ueber den Pazifik endlich wieder rasiert:

CIMG3421.jpg
CIMG3431.jpg

Und hat es was genutzt? Nein, natuerlich nicht. Wieder wurde ich gesondert gefilzt. Als aber nach mir eine etwas aeltere und harmlos aussehende Dame ebenso nach Bomben durchsucht wurde, war ich ob meiner scheinbar gefaehrlich wirkenden Optik etwas beruhigt. Margit kaempfte derweil mit der ganz normalen Sicherheitskontrolle. Saemtliche homaeopathischen Tropfen, Salben und sonstige Medizin wurde einer genauen Kontrolle unterzogen. Nicht alles durfte dann auch tatsaechlich mitgenommen werden.

Wie auch immer, das letzte gemeinsame Foto auf australischem Boden kurz vor dem Boarding:

CIMG3422.jpg

Wir haben Australien sehr genossen. Es ist eines der am leichtesten zu bereisenden Laender. Mit einem eigenen Auto ausgestattet (am besten ein 4WD natuerlich), kommt man wirklich ueberall hin. Wenn man wie wir im Auto schlafen kann, liegen die Uebernachtungskosten defacto bei Null. Man kann ueberall stehen bleiben, es ist nichts gefaehrlich. Und man kommt dadurch in viele unberuehrte Gebiete. Auch in der Hauptferienzeit findet man abseits der Touristen- und Travellerrouten immer ein ruhiges Plaetzchen. Der australischen Natur ist man damit auch immer ganz besoners nah. Nur in den Staedten muss man fuer ein paar Tage auf einem der zahlreich vorhandenen und durchaus guenstigen Campingplaetze einchecken. Australier selbst reisen unheimlich gern, am liebsten in grossen Campingmobilen und nur sehr selten im Zelt. Sie kennen die abgelegenen Plaetze sehr gut und wenn man, so wie wir, einen ebensolchen Reisestil pflegt, trifft man zumeist ausschliesslich auf Einheimische und nur sehr selten auf andere Reisende (die tummeln sich eher auf kommerziellen Campingplaetzen oder ueberhaupt nur in Hostels rum).

Die Australier sind unkompliziert, stark freizeitorientiert, unheimlich entspannt und von sehr einfachem Gemuet. Das ganzjaehrig durchaus sonnige Wetter macht sicher ein bisserl traege aber auch sehr lebensfroh und genuegsam. Ob im Supermarkt, auf der Tankstelle, bei Behoerden, im Pub oder sonstigen Einrichtungen, immer wird man mit einem freundlichen "How's it going?" begruesst. Wird's persoenlicher, wird diesem Satz noch ein "Mate" angeheangt. Also Kumpels wohin mal blickt, da freut man sich auch als griesgraemiger und raunzender Oesterreicher gleich viel mehr auf menschliche Naehe.

Als Einwanderungsland bevoelkern diesen Kontinent nicht nur alle britischen Nachfahren sondern auch viele Asiaten (von Indien bis Suedostasien). Dadurch besteht vor allem in den Staedten eine sehr stark multikulturell gepraegte Gesellschaft. Wie damit im Alltag umgegangen wird, koennen wir natuerlich nur sehr schlecht beurteilen. Aber eine (bzw. eigentlich zwei) salonfaehige rechte Parteien wie daheim sind uns hier nicht aufgefallen. Dafuer lastet die Besiedlung des Kontinents und der Umgang mit den Ureinwohnern, den Aboriginees, sehr stark auf der australischen Geschichte bis hinein in die Gegenwart. Diese Bevoelkerungsgruppe ist defacto nicht sichtbar. In den Staedten treiben sich einige bettelnderweise obdachlos und alkoholisiert herum. Sonst muss man ganz konkret Reservate aufsuchen, in welchen die Aboriginees leben und auch touristisch und kuenstlerisch taetig sind.

Wir hatten viel Glueck mit dem Wetter, es war vor allem in der ersten Haelfte unserer Reise nicht immer sonnig und heiss, aber geregnet hat es eigentlich nur dreimal so richtig heftig. Sonst blieb es trocken. Die Luftfeuchtigkeit war im Osten des Landes am schlimmsten. Je weiter in den Westen man kommt desto trockener wird die Hitze. Da empfindet man 40 Grad als durchaus angenehm (natuerlich nur, wenn man Hitze grundsaetzlich mag). Allerdings ist Wasserknappheit und die staendige Gefahr von Buschbraenden vor allem im Sommer ein ernsthaftes Problem. Der Zustand der Strassen verschlechtert sich mit dem Abstand zu urbanem Gebiet im Quadrat. Australien hat mit 22 Millionen wohl einfach zu wenige Einwohner (2,7/km², Oesterreich: 100/km²) und somit auch zu wenig Steuerzahler, um alle Strassen in diesem riesigen Land zu erhalten.

Das Preisniveau ist grundsaetzlich hoch, aber mit ein wenig Muehe beim Preisvergleich laesst es sich im Supermarkt auch guenstiger einkaufen. Benzin allerdings ist guenstig, Wein und Bier jedoch ganz besonders teuer und ausschliesslich in Bottle Shops oder Liquor Stores zu bekommen und nie in normalen Supermaerkten (ausser im Australian Captial Territory, da gibt's Ausnahmen - Hauptstaedter halt, typisch). Die bekannteste australische Biermarke "Foster's" ist logsicherweise auch hier bekannt, wird aber kaum getrunken. Es ist, so haben wir uns erzaehlen lassen, eine fast reine Exportbier-Marke. Je nachdem wo man sich befindet, regieren die Lokalbrauereien. Die australische Kueche hat britische Wurzlen (eh kloar), aber vor allem sehr viele asiatische aber auch suedeuropaeische Einfluesse.

Das Wildlife ist einzigartig und man trifft es ueberall an. Wer hier Urlaub macht und kein Kaenguruh in freier Wildbahn sieht, war definitiv nicht in Australien. Ueberhaupt ist das Kaenguruh Australiens Herzeigetier und kommt auch im Wappen vor. Auch deshalb, so haben wir uns aufklaeren lassen, weil es sich nur vorwaerts bewegen kann. Fuer alle Australier - aber auch fuer uns - wohl eine schoene Metapher. Koalas kriegt man auch relativ einfach zu Gesicht, man muss nur wissen, wo es sie gibt. Die wirklich dominierenden Saeugetiere sind aber auch hier eingefuehrte Zuchttiere wie Kuehe und Schaafe, da gibt es zu Europa kaum einen Unterschied. Das laestigste Tier, und das koennen alle Australien-Erfahrene unter euch ganz sicher bestaetigen, ist die stinknormale Hausfliege.

A pro pos britisch: Das offizielle Oberhaupt Australiens ist die Queen of England. In der Praxis aber defacto irrelevant, da hat der Premierminister das Sagen. Die Sportarten sind britisch dominiert. Das ewig langweilige Cricket (ganz subjektiv betrachtet natuerlich) ist omnipräsent. Gefolgt von Rugby, Tennis und auch Fussball.

Vielleicht noch abschliessend ein kurzer Satz zu uns beiden. Trotz der Tatsache, dass wir uns immer, 24/7 quasi, sehen, kommen wir aussergewoehnlich gut zurecht. Dass in dieser Zeit auch mal Unstimmigkeiten entstehen ist klar, alles andere wuerdet ihr uns eh nicht glauben. Aber diese sind immer rasch aus dem Weg geraeumt. Und wir sind ueberzeugt davon, dass dies auch fuer die restlichen fuenfeinhalb Moante so bleibt.

Der Flug nach Buenos Aires wurde schliesslich zu einer Zeitreise in die Vergangenheit. Am 15.03 um 11.00 hob unser Quantasflug in Sydney ab, am 15.03 um 10.00 kam er in Buenos Aires an. Faszinierend, die Datumsgrenze zu ueberschreiten. Und wie gut oder schlecht uns der Kontinent-Wechsel getan hat und wie schnell wir uns an diese ganz neue Welt angepasst haben, erfahrt ihr beim naechsten Mal.

Hasta luego!

CIMG3428.jpg

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 07:42 Archived in Australia Comments (4)

Buenos Aires - dos cortados (Part one)!

Buenos Aires, Buenos Aires, ARGENTINA

sunny 25 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Ja, wir sind tatsaechlich in Buenos Aires gelandet. Nun koennen wir schon eher von einer Weltreise sprechen und ab nun werden wir tatsaechlich einmal um den Globus herumgekommen sein. Was auch immer passieren wird, die Heimreise wird nur noch ueber den Atlantik erfolgen!

Die Einreise in Buenos Aires ging zwar etwas langsam voran (argentinische Beamte halt, macht ja nix, wir hatten Zeit), dafuer aber sehr unkompliziert. Die Zeitreise in die Vergangenheit (wir berichteten) ist uns ganz gut gelungen. Der Jet Lag war nicht so enorm wie befuerchtet. Noch nicht jedenfalls. Viel geschlafen hatten wir auf dem Flug jedenfalls nicht. Am Flughafen hat uns bereits Romina, Margits Freundin, unglaeubig erwartet. Zwoelf lange Jahre hatten sich die beiden nicht gesehen, nun wurde das Wiedersehen Wirklichkeit. Margit berichtet nun exklusiv nur fuer euch ueber die argentinisch-oestereichische Wiedervereinigung:

"Endlich Buenos Aires! Zwoelf lange Jahre habe ich darauf gewartet, Romina wiederzusehen. Ich habe sie auf den Lofoten kennen gelernt, in Helsinki wieder getroffen und eine Woche lang hat sie das Leben meiner Familie in Ruprechtshofen (im positiven Sinne) auf den Kopf gestellt. Nicht nur ich, sondern auch meine Familie und Freunde haben die kleine Argentinierin mit dem permanenten Strahlen im Gesicht ins Herz geschlossen. Damals wurde Argentinien fuer mich zur Wunschdestination. Umso nervoeser wurde ich, je naeher wir dem Ziel kamen. Alleine der Flug ueber Patagonien war schon ein eigenes Erlebnis fuer mich - dass das da unten Suedamerika sei, war ein sehr surrealer Gedanke.
Und dann war's soweit. Ich ur-nervoes - und ploetzlich sah ich sie in der Ferne. Unglaublich. Meine aufklaerenden Worte "Da ist sie!" an Christian waren wohl ueberfluessig. Romina hat unglauebig die Haende vors Gesicht geschlagen "incredible!". Und was kam, kann sich wohl jeder selber vorstellen. Zwei sentimentale Frauen am Flughafen.

Es dauerte nicht lange bis wir ueber "alte Zeiten" sprachen. Ueber meine Mama und ihren Apfelstrudel. Ueber meine Geschwister und das wunderschoene Ruprechtshofen (ok, das 'wunderschoene' habe ich hinzugefuegt). Erkundigungen, wie es Petra in Holland ginge. Und natuerlich sorgte der Ausflug nach Wien mit den Maedels wieder fuer Gelaechter. Ein weiteres sehr schoenes Ereignis fuer mich war, Rominas elfjaehrige Tochter Maria kennenzulernen. Viel von ihr gehoert, aber eben nie getroffen. Ein aeusserst nettes Maedchen, dass gluecklicherweise fliessend Englisch spricht - gut fuer uns. Christian hatte sie bald um den Finger gewickelt (dieser hat sogar gegen sie im Wii-Tennis verloren!). Das war nun ein kleiner Einblick in meine Gedankenwelt, sorry, musste sein zu diesem Thema. Und nun uebergebe ich wieder an den Herrn des Web-Blogs."

So, haben alle die Taschentuecher entsorgt? Es war ja in der Tat sehr beruehrend. Den ersten Nachmittag haben wir in San Telmo verbracht, ein Viertel, in dem sich sehr viele Antiquitaetengeschaefte niedergelassen haben. Da Rominas Eltern genau hier ein solches Geschaeft haben, sind wir am Nachmittag des Ankunfttages ein wenig muede aber dennoch neugierig herumgeschlapft. Davor gab es noch eine kurze Einschulung in die hiesige Kueche und Kaffeelandschaft. Also wurden es zwei Empanadas, zwei Bier (Quilmes heisst das bekannteste argentinische Bier) und zwei Cortados (ein kleiner Kaffee mit etwas Milch). Wunderbar erfrischend!

CIMG3430.jpg

Das Wetter war traumhaft. Nicht so schwuel wie allgmein behauptet wird. Das lag wohl am Herbst. Es herrschte mildes Hochdruckwetter, in etwa 25 Grad. Am spaeteren Nachmittag haben wir daher mit Romina einen Spaziergang durch das Viertel Puerto Madero gemacht. Eine moderne Ausgehmeile, vielleicht mit dem Donaukanal in Wien vergleichbar (nur viel breiter, groesser und mit viel mehr Hochhaeusern).

CIMG3433.jpg
CIMG3434.jpg
CIMG3436.jpg
CIMG3437.jpg
CIMG3438.jpg
CIMG3439.jpg
CIMG3440.jpg
CIMG3441.jpg
CIMG3442.jpg
CIMG3443.jpg

Wohnen durften wir bei Romina, sie hat ein tolles Apartment etwas ausserhalb des Zentrums, genauer gesagt in Olivos, in dem sie mit ihrer Tochter Maria wohnt. Am Abend sind wir frueh ins Bett gefallen. Am naechsten Morgen der Blick aus dem Schlafzimmer: Immer noch traumhaft schoen!

CIMG3444.jpg

In der Frueh sind wir zum Busbahnhof im nicht ganz so schoenen Viertel Retiro gefahren, wo wir versucht haben, ein wenig ueber die Busse zu erfahren. Dort wars aber so riesig und wir mit noch viel zu wenig Plan, wie es ueberhaupt weitergehen sollte, dass wir beschlossen haben, die Fahrplaene spaeter unter der Woche im Internet zusammenzusuchen.

Der Spaziergang zurueck ins Zentrum fuehrte uns durch das Geschaeftsviertel und die Einkaufsstrasse Avenida Florida...

CIMG3448.jpg
CIMG3449.jpg
CIMG3450.jpg
CIMG3452.jpg
CIMG3453.jpg

...durchs Centro (Downtown quasi)...

CIMG3454.jpg
CIMG3455.jpg
CIMG3456.jpg
CIMG3457.jpg
CIMG3459.jpg
CIMG3460.jpg
CIMG3461.jpg
CIMG3462.jpg
CIMG3463.jpg
CIMG3466.jpg
CIMG3468.jpg

... und wieder zurueck nach San Telmo.

CIMG3469.jpg
CIMG3470.jpg
CIMG3471.jpg
CIMG3473.jpg
CIMG3474.jpg
CIMG3475.jpg
CIMG3476.jpg
CIMG3479.jpg
CIMG3480.jpg
CIMG3481.jpg
CIMG3483.jpg
CIMG3484.jpg

Am Mittwoch sind wir im noblen Stadtteil Recoletta spazieren gewesen. Skurill dabei der Spaziergang durch den sehr touristischen Friedhof, auf dem viele argentinische Persoenlichkeiten, vor allem aus der Politik, beerdigt wurden. Die in Europa wohl bekannteste unter ihnen ist Eva Peron. Achtung, die folgenden Bilder sind nicht in einer Stadt mit niedrigen Haeusern geschossen, es handelt sich dabei vielmehr um prunkvolle Mausoleen. Faktor: Freaky!

CIMG3503.jpg
CIMG3487.jpg
CIMG3488.jpg
CIMG3490.jpg
CIMG3491.jpg
CIMG3492.jpg
CIMG3493.jpg
CIMG3495.jpg
CIMG3497.jpg
CIMG3500.jpg
CIMG3499.jpg

Der Rest des Viertels Ricoletta:

CIMG3485.jpg
CIMG3486.jpg
CIMG3504.jpg
CIMG3505.jpg
CIMG3511.jpg
CIMG3512.jpg
CIMG3513.jpg
CIMG3517.jpg
CIMG3520.jpg
CIMG3537.jpg
CIMG3540.jpg
CIMG3541.jpg
CIMG3542.jpg
CIMG3543.jpg
CIMG3544.jpg

Sonstige verschiedene Eindruecke von der Stadt:

Blick ueber die Stadt vom fuenften Stock der Nationalbibliothek (die aber selbst eher an einen massiven Sowjet-Militaertrakt erinnert):

CIMG3516.jpg

Viele Strassen sind hier nach Laendern benannt (ja, auch das winzige Oesterreich):

CIMG3518.jpg

Nicht nur zahlreiche streunende Hunde praegen das Strassenbild, auch Dog-Sitter sieht man an jeder Ecke:

CIMG3506.jpg

Herr Wick, argentinische Vorfahren? Der Robert war wer, hm?

CIMG3515.jpg

Diese riesigen Metall-Blueten sind mobil, gehen abends zu und sind untertags offen (da schau her).

CIMG3524.jpg
CIMG3526.jpg
CIMG3535.jpg

Was sich sonst noch in den Parks herumtreibt:

CIMG3527.jpg
CIMG3534.jpg

Die Buchhandlung El Ateneo hat sich in einem alten Theater niedergelassen (englischsprachige Literatur sucht man hier aber vergebens, sieht man vom billigen Crime- and Romance-Genre ab):

CIMG3545.jpg
CIMG3546.jpg
CIMG3551.jpg
CIMG3550.jpg

Wir waren geschafft. Wieder zurueck in der Wohnung gabs mit Romina und ihrer Tochter Maria Merienda (Nachmittagskaffee) und/oder Mate. Das ist jener Tee, den hier alle aus konstvollen Haeferln und durch kuenstlerisch wertvolle Strohhalme schluerfen, sehr gewoehnungsbeduerftig, schmeckt irgendwie nach Tschik:

CIMG3558.jpg
CIMG3559.jpg
CIMG3561.jpg
CIMG3562.jpg

Abends habe ich Eiernockerln gekocht und Maria hat sich um Chipas (Kaesebaellchen) gekuemmert. Globalisierung kulinarischer Art.

CIMG3564.jpg
CIMG3565.jpg
CIMG3567.jpg

Abends sind wir wieder ins Bett gefallen, immer noch waren wir etwas angeschlagen vom Flug. Euch gehts jetzt wohl nicht besser. Viel zu viele Infos, oder? Wir machen eine Pause. Donnerstags sind wir ohenhin zuhause geblieben und haben ein wenig organisiert. Der Blick aus dem Fenster war nicht mehr so freundlich, in der Nacht hatte ein maechtiges Gewitter gewuetet. Somit haben wir Abschied genommen vom wunderschoenen Hochruckwetter. Ab nun herrschte hohe Luftfeuchtigkeit. Frage nicht.

CIMG3569.jpg

Der zweite Teil unseres Besuchs inklusive unserer persoenlichen Eindruecke dieser doch sehr grossen und chaotischen Stadt folgt noch. Ruht euch mal von diesen Eindruecken aus. Wir machen das auch.

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 13:38 Archived in Argentina Comments (4)

Buenos Aires - Diego is Diego, you know (Part two)!

Buenos Aires, Buenos Aires, ARGENTINA

sunny 26 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Also seid ihr bereit fuer den zweiten Teil unseres Abenteuers Buenos Aires? Gut, dann beschreiben wir mal kurz, wie wir diese maechtige Stadt empfunden haben. Der Verkehr ist chaotisch. Blinker wurden aus allen argentinischen Autos sicherheitshalber wieder ausgebaut. Braucht eh niemand. Dafuer wurden die Hupen verstaerkt. Fahrbahn-Trennlinien gibt's, sind aber fuer argentinische Augen unsichtbar. Fussgaenger haben sowieso immer Nachrang. Ob gruen oder rot ist komplett wurscht. Taxis haben sowieso immer Vorrang (gut, das ist ja bei uns auch so). Der Zustand der Strassen auch in den Nobelvierteln: Krautacker quasi Hilfsausdruck.

Ha! Nimm ein Sackerl fuer dein Gackerl. Wir dachten ja immer, Wien ist die Stadt mit den meisten Hundebemmerln pro Quadratmeter. Ich korrigiere: Buenos Aires. Aber wer weiss, was uns in den anderen suedamerikanischen Staedten noch erwartet (das gilt natuerlich auch fuer den ersten Absatz zum Verkehr). Dabei sammeln viele Hundebesitzer eh brav die Scheisse ihrer Liebsten auf, nur die unzaehligen Streuner kuemmert das wenig.

Sonst ist das Strassenbild sehr bunt gepraegt. Schoene alte Haueser stehen neben haesslichen Betonquadratbauten, eigentlich ein bisserl wie die Kreuzung Rotenturmstrasse/Stephansplatz in der Wiener Innenstadt, nur ist hier alles viel, viel groesser und viel, viel dreckiger. Aber macht ja nix, ist nicht so schlimm. So, was noch? Was nettes vielleicht? Es gibt ein Café nach dem anderen, viele Tangoshows. Es kann hier klare, schoene Luft haben oder auch elendiglich stickig sein. Wir haben beides erlebt, aber eher die klare Luft. Es ist Herbst, da ist es nicht mehr so schlimm wie im Sommer.

So, bevor es zu langweilig wird, ein paar bunte Fotos aus dem Stadtteil La Boca. Da wo der legendaere Fussballklub La Boca sein Stadion hat aber auch da, wo die bunten Haeuser stehen - in Il Caminito:

CIMG3581.jpg
CIMG3572.jpg
CIMG3574.jpg
CIMG3576.jpg
CIMG3579.jpg
CIMG3580.jpg
CIMG3582.jpg
CIMG3583.jpg
CIMG3584.jpg
CIMG3586.jpg
CIMG3587.jpg
CIMG3588.jpg
CIMG3589.jpg
CIMG3590.jpg
CIMG3591.jpg
CIMG3592.jpg
CIMG3593.jpg
CIMG3595.jpg
CIMG3596.jpg
CIMG3597.jpg
CIMG3598.jpg
CIMG3599.jpg

Das Stadion La Boca, die Wiege des argentinischen Fussballs quasi. Wunderkind Diego Maradona hat hier seine ersten Gaberl-Versuche hingelegt. Aufgelegt fuer ein Foto im Ottakring-United-Dress:

CIMG3600.jpg
CIMG3601.jpg
CIMG3605.jpg
CIMG3606.jpg
CIMG3608.jpg

Diego omipraesent:

CIMG3578.jpg
CIMG3585.jpg

Dazu folgendes: Der andere argentinische und geschichtstraechtige Grossklub heisst River Plate. Und die beiden sind, eh kloar, verfeindet. Also hasst man als Fan von La Boca alle River Plate Spieler und vice versa. Nur bei Diego ist das anders, den lieben alle Argentinier gleich. Eduardo, Rominas Freund, ein eingefleischter River-Plate-Fan (und somit eigentlich Diego-Hasser, aber eben nicht wirklich), argumentiert treffend, warum der "kleine Dicke" eine Ausnahme darstellt: Diego is Diego, you know.

Also mit diesem Wissen ausgestattet, kommt man den Leuten emotional schon etwas naeher. Rominas Mama zum Beispiel (die ja mit Diego so gar nichts am Hut hat) hat uns bereits fest in ihr Herz geschlossen.

CIMG3611.jpg
CIMG3613.jpg
CIMG3615.jpg

Und wir zwei sind sowieso ein Herz und eine Seele:

CIMG3616.jpg

Tangoshows wohin man blickt:

CIMG3610.jpg

Etwas Touristisches muss es schon noch sein. Café Tortoni, so a bisserl eine Mischung zwischen den Cafés "Central" und "Griensteidl":

CIMG3617.jpg
CIMG3618.jpg
CIMG3622.jpg
CIMG3623.jpg

Die Avenida 9 de julio mit ihrem riesigen Obelisken:

CIMG3626.jpg

Die "Villas" gibts hier leider auch. Armenviertel, gleich neben der Autobahn, aehnlich den Favellas in Rio de Janeiro:

CIMG3627.jpg

Am Samstag haben wir einen Ausflug auf den Markt in Tigre gemacht. Schoenes Wetter, nettes Plaetzchen, viele Leute:

CIMG3629.jpg
CIMG3630.jpg
CIMG3631.jpg
CIMG3632.jpg
CIMG3633.jpg
CIMG3634.jpg
CIMG3637.jpg
90_CIMG3640.jpg
90_CIMG3641.jpg
90_CIMG3645.jpg
CIMG3642.jpg

Ottakringer meets Quilmes:

CIMG3648.jpg

Der Blick aus unserem Fenster Samstag Nacht:

CIMG3652.jpg

Und am Sonntag gab's Assado (Grillerei), des Argentiniers liebste Freizeitbeschaeftigung. Die im Supermarkt besorgten hunderte von Kilos Fleisch muessen ja weg. Leider hat's gewittert und geschuettet, aber wir haben es durchgezogen. Dank Dach natuerlich nur, im Innenhof der schoenen Appartmentanlage.

CIMG3657.jpg
CIMG3658.jpg
CIMG3665.jpg
CIMG3688.jpg
CIMG3689.jpg
CIMG3690.jpg
CIMG3693.jpg
CIMG3695.jpg

Danach hatte ich die einzigartige Gelegenenheit, live im Fernsehen das Derby La Boca gegen River Plate anzusehen. Leider, leider wurde das Spiel wegen der schweren Regenfaelle nach zehn Minuten abgebrochen. Nicht mal die argentinischen Ballkuenstler konnten mit diesen Bodenverhaeltnissen etwas anfangen. Schade, wirklich schade.

Abends wars wieder schoen (na super, danke)...

CIMG3712.jpg

...morgens erneut komplett vernebelt:

CIMG3717.jpg

Schliesslich hat sich doch die Sonne durchgesetzt. Sonntag Abend gab's das Super-Match auf dem Nintendo Wii. Ich habe mich in der Spielerdatenbank als "José" eingetragen und bin in verschiedenen Sportarten gegen Maria angetreten. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten konnte ich zumindest im Tennis einen kleinen Sieg erringen (das war mir sehr wichtig, allein schon der Ehre wegen), im Baseball, Golf und Bowling habe ich jedoch klar verloren. Keine Chance!

CIMG3714.jpg

Montag und Dienstag haben wir recherchiert, wie es weitergehen wird. Die Unabhaengigkeit eines eigenen Autos tauschen wir ab Mittwoch gegen die Abhaengigkeit vom oeffentlichen suedamerikanischen Busnetz ein. Aber die argentinischen sind zumindest sehr luxurioes und verlaesslich - sagt man. Also hoffen wir, dass dem wirklich so ist. Das erste Ziel lautete Puerto Madryn, bereits am halben Weg zwischen Buenos Aires und Feuerland liegend. Und davon, aber auch vom Abschied aus Buenos Aires wird auch der naechste Eintrag handeln.

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 15:32 Archived in Argentina Comments (4)

Leaving Buenos Aires

Buenos Aires, Buenos Aires - Puerto Madry, Chubut, ARGENTINA

sunny 25 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Bevor es fuer uns hiess, von Buenos Aires Abschied zu nehmen, wurde noch einmal richtig argentinisch zu Abend gegessen. Am Dienstag vor unserer Abreise hat Eduardo nochmals seine hervoragenden Kochkuenste unter Beweis gestellt und fuer uns ein herrliches Henderl im Backofen gezaubert. Es war nicht nur ein leckeres ("rico" wie die Argentinier zu gutem Essen zu sagen pflegen) sondern auch ein unheimliches witziges Dinner. Eduardo, you made our day!!! So dermassen herzlich gelacht und dem Ersticken nahe waren wir beide schon sehr lange nicht mehr. Anyway Eduardo, having met you was a really big pleasure. Our best regards to your mum. May she still be able cook as many meals as possible for you!

CIMG3721.jpg
CIMG3722.jpg

Danach gabs Geschenke. Fuer Maria ein Riesenkinderueberraschungsei (Eduardo, today only two words of dictation!) und auch sonst viel Suesses.

CIMG3725.jpg
CIMG3726.jpg
CIMG3728.jpg
CIMG3729.jpg
CIMG3730.jpg

Am naechsten Morgen mussten wir los. Wenn auch der Abschied wehmuetig war, so sind wir in Buenos Aires doch etwas bequem geworden (grosses Bett, heisse Dusche und so weiter). Wir wollten los in die Natur und wieder ein wenig Abenteuerluft schnuppern. Am Busterminal Retiro haben wir schliesslich Abschied genommen.

CIMG3732.jpg
CIMG3733.jpg
CIMG3734.jpg
CIMG3735.jpg
CIMG3737.jpg

Romina, it was a pleasure. Of course especially for Margit but for me as well. Having met you and your fantastic daughter. Maria, whenever you are on a trip through Europe, even if its in ten years time, come by and see us. Of course, Romina, you are more than welcome too. We knew we had to say goodbye one day but we will see each other again. And it won't be 12 years again this time! Thanks for everything and for showing us Buenos Aires through the eyes of a local! And Eduardo, you still keep us laughing. Thanks for that, you are more than welcome in Austria too!

Somit waren wir auf uns alleine gestellt. Gleich vorweg: Dass man in Argentinien mit englisch oder italienisch irgendwie weiterkommt, ist ein Geruecht. Wer nicht spanisch spricht, ist zweiter oder auch erster Verlierer. Die Loesung? Richtig! Spanisch sprechen, auch wenn man es nicht wirklich kann. Nach ein paar Tagen geht das dann schon. Nicht alle Antworten auf die vielen muehsam formulierten Fragen, die man hat, versteht man auch, aber man verstaendigt sich. Von Haenden und Fuessen haben wir zusammen insgesamt acht Stueck, schreiben und lesen koennen wir auch. Somit lief es von Anfang an gar nicht so schlecht.

Die erste Busfahrt ging gleich ueber beinahe 20 Stunden von Buenos Aires nach Puerto Madryn. Aber es war die Klasse "Ejecutivo", mit sehr breiten Sitzen und beinahe voller Liegekapazitaet. Man konnte naechtens so durchaus ein paar Stunden durchschlafen. Auch zu Essen und zu Trinken wurde regelmaessig serviert. Es gab DVD-Unterhaltung (spanisch, eh kloar!), Margit hat dabei die Untertitel studiert und so ihrem Vokabular einige Ausdruecke hinzugefuegt. Ich habe mich derweil mit der Deklination der Verben auseinandergesetzt und die wichtigsten Woerter gelernt.

CIMG3738.jpg
CIMG3743.jpg
CIMG3745.jpg
CIMG3748.jpg
CIMG3749.jpg

Wir waren durchaus ausgeruht, als wir am Donnerstag um 6.05 Uhr morgens im Kuestenort Puerto Madryn, das Tor zum Nationalpark "Peninsula Valdés", angekommen sind. Unterkunft hatten wir noch keine, aber die Touristeninformation am Busbahnhof wurde um 7 Uhr geoeffnet. Wir erfuhren, wo der Campingplatz war und womit wir diesen erreichen konnten. Also wurde gleich mal das hiesige Bussystem ausgetestet. Das klappte ganz gut, nur der Zustand der Strassen stand in der Qualitaet noch weit unter jener in Buenos Aires.

Egal, bald waren wir bei der Endstation, die Rucksaecke und uns selbst mussten wir danach noch weitere 800 Meter schleppen. Und dann war es soweit! Wir hatten eine unheimliche Begegnung der dritten (Hunde)Art. Die zwar sehr zahlreich vertretenen aber sehr friedlichen Streuner waren wir ja schon gewohnt. Aber der mittelgrosse Schwarze am Eingang des Campingplatzes hatte uns ganz besonders lieb. Er ist uns angesprungen, nachgelaufen und war einfach nur laestig. Als passionierter "Hundeliebhaber" stand ich kurz vor einer Panikattacke. In der Folge kam noch ein zweiter hinzu, ein Golden Retriever. Eine Hundeattacke in Stereo sozusagen. Na super, die Panikattacke war somit perfekt. Gemeinsam haben sie uns umkreist, angesprungen und begruesst. Passiert sowas in Wien, hoert man immer "Ach, der will ja nur spielen". Hier gabs aber keinen Hundebesitzer, also kam auch diese daemliche aber erloesende Meldung nicht.

Schliesslich hat sich alles beruhigt. Offenbar wurden wir mit unseren grossen, maechtigen Rucksaecken einfach nur als Neuankoemmlinge begruesst. Viele andere Leute fanden sich jedoch nicht auf dem riesigen, sandigen Campingplatz. Wir haben das Zelt aufgestellt und uns ein wenig aufs Ohr geschmissen. Der "boese" Schwarze hatte uns in sein Herz geschlossen und es sich bei uns gemuetlich gemacht. Auch die kommende Nacht hat er brav vor unserem Zelt geschlafen. Fast, aber nur fast, haette er mein Herz erweicht. Vor allem, als er uns zwei Mal zum Bus begleitet hat. Als wir eingestiegen waren, lief er dem Bus sogar ein paar Meter nach. Offenbar hat er nur Anschluss gesucht. Die anderen Hunde sah man noch, kamen aber nicht mehr auf uns zu.

CIMG3755.jpg
CIMG3761.jpg
CIMG3758.jpg

Uebrigens: Das wegen Regens abgebrochene Derby La Boca gegen River Plate, von dem wir letzte Woche im Blog berichtet hatten, wurde an unserem Ankunftstag nachgetragen. Gewonnen hat wohl La Boca. Fans gibts wohl auch in Puerto Madryn, kurzerhand wurde eine Kreuzung in Beschlag genommen und zur Partyzone erklaert. Die Polizei stand daneben und hat beobachtet, schritt aber nicht ein. Gut so, es blieb friedlich und schliesslich feiert man eben hier so. Die Autofahrer hats jedenfalls auch nicht gestoert.

CIMG3752.jpg

Den Tag haben wir in der Stadt verbracht, dabei Cortados geschluerft (verdammt billig!!!), im Internet gesurft und ein wenig organisiert (Camping-Kartusche kaufen, im Supermarkt einkaufen). Ausserdem haben wir beschlossen, den Nationalpark "Peninsula Valdés" nicht mittels einer gefuehrten Tour zu besuchen, sondern mit einem Mietauto zu erschliessen. Bei einem windigen Vermieter haben wir schliesslich guenstig einen Corsa fuer zwei Tage geliehen. Verhandelt wurde auf spanisch selbstverstaendlich, wir sind ja jetzt Profis quasi (ned wirklich, aber der arrogante Don Juan hinterm Schalter wollte partout kein Englisch sprechen)!

Abends sind wir jedenfalls mit dem Bus der Linie 2 in Richtung Campingplatz zureuckgefahren:

CIMG3753.jpg

Die Nacht verlief ausgezeichnet. Wie bereits oben erwaehnt, hat uns "Blacky" morgens begruesst und uns beim Fruehstueck ein wenig Gesellschaft geleistet. Wir haben eingepackt, ausgecheckt und uns mit Sack und Pack zum Autovermieter begeben. Ja, und wie das so lief mit dem Auto und warum wir jetzt eigentlich nicht mehr in den Zoo gehen wollen, weil uns da spaestens nach dieser sensationellen Tour langweilig werden wuerde, erfahrt ihr beim naechsten Mal!

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 14:00 Archived in Argentina Comments (2)

Peninsula Valdés (el entusiasmo de Margit)

Puerto Madryn - Peninsula Valdés - Punta Tombo - Trelew - Puerto Madryn, all in Chubut, ARGENTINA

sunny 21 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Weiss war er und hatte erst 18.771 Kilometer auf dem Buckel, unser Corsa. Beinander war er aber wie ein alter Herr. Eigenartig klingender Motor, defekte Radzierkappen, nicht vorhandene Kuehlerabdeckung, quietschende Tueren. Ui, wie haben wir in diesem Augenblick unsere australische Scarlett vermisst mit ihren 357.000 Kilometern und dem schnurrenden Motor. Aber egal, nur 48 Stunden musste er halten. Und gleich vorweg: Er hat uns brav und verlaesslich ueber 800 Kilometer gebracht, die Haelfte davon schlimmste Schotterstrasse. Probleme hatte ich eigentlich nur mit dem Rechtsverkehr. Gar nicht so einfach nach 13.000 Kilometern innerhalb von drei Monaten durch Australien, sich darauf einzustellen. Mehrmals habe ich die Gangschaltung links gesucht und den Scheibenwischer statt des Blinkers betaetigt (sowieso ein Bloedsinn, weil in Argentinien verwendet man ja ohnehin keine Blinker).

CIMG3776.jpg

Gleich am Weg in den Nationalpark hat sich das hiesige Wildlife vorgestellt. Guanacos, zur Familie der Lamas gehoerend, grasten bereits genuesslich am Rande der Strasse.

CIMG3767.jpg
CIMG3768.jpg
CIMG3771.jpg

Nachdem der Eintritt bezahlt wurde, haben wir einen kurzen Abstecher zum Nationalparkzentrum gemacht. Von da hat man einen guten Blick auf die "Isla de los pajaros" (Vogelinsel), die Antoine de Saint-Exupéry in seinem Buch "Der kleine Prinz" zur Szene mit "der Schlange, die einen Elephanten geschluckt hat" inspiriert hat.

CIMG3773.jpg

Danach gings hinein in den Park auf die Schotterstrasse. Und da wurde auch wieder gegruesst. Nicht ganz so selbstbewusst wie in einem 4WD sitzend aber doch:

CIMG3777.jpg
CIMG3778.jpg

Und dann kam der Punkt, als Margit "ausgezuckt" ist. Endlich, endlich, endlich sah sie Pinguine hautnah, in echt quasi. Und zwar in Massen. Eine riesige Kolonie, keine Ahnung, tausende sicher, sassen, watschelten, schrien, lagen und assen vor sich hin. A Wahnsinn!

CIMG3780.jpg
CIMG3783.jpg
CIMG3785.jpg
CIMG3786.jpg
CIMG3788.jpg
CIMG3792.jpg
CIMG3793.jpg

Dafuer wurde sogar die gute Kamera ausgepackt:

CIMG3799.jpg
CIMG3800.jpg

Danach gings weiter. Und wieder stellte sich uns die Fauna bereitwillig vor. Zunaechst etwas bodenstaendiger:

CIMG3805.jpg

Ein Nandu Petiso (quasi ein argentinischer Emu):

CIMG3807.jpg
CIMG3808.jpg

Zwei verspielte und sehr freche (hairy) Armadillos (Guerteltiere):

CIMG3811.jpg
CIMG3813.jpg

Zwei neugierige aber sehr scheue Graufuechse:

CIMG3816.jpg
CIMG3819.jpg

Ein Schlangendomteur gab fuers TV eine kleine Vorstellung (ich glaub, das war eine giftige welchige):

CIMG3821.jpg
CIMG3822.jpg

Zwei eingefuehrte Arten:

CIMG3825.jpg

Ein Blick in die Landschaft:

CIMG3827.jpg

Gruess Sie, Albatross mein Name:

CIMG3828.jpg

Wieder Guanacos, inflationaer wie die Kaenguruhs in Australien. Gibts hier quasi an jeder Ecke:

CIMG3830.jpg
CIMG3835.jpg

Ein stures Pferd, ruehrte sich keinen Meter:

CIMG3832.jpg
CIMG3833.jpg

Ein Tarnvogel (Herr Wick, welcher?):

CIMG3834.jpg

Eine Kolonie Seehunde und/oder Seelowen:

CIMG3838.jpg
CIMG3842.jpg
CIMG3845.jpg
CIMG3849.jpg
CIMG3850.jpg
CIMG3852.jpg
CIMG3854.jpg
CIMG3856.jpg
CIMG3857.jpg
CIMG3858.jpg
CIMG3859.jpg

Und hier an der Punta Norte warteten wir, mit zig anderen Touristen, auf den Orca, der genau hier hin und wieder auftauchen wuerde. Meistens dann, wenn die Flut am hoechsten steht. Leider haben wir vergeblich gewartet und die kleinen, verspielten Seehunde sind ihrem Schicksal gerade noch entkommen. Dafuer haben wir etwas die Abendstimmung eingefangen und Margit hatte wieder die Erwachsenenkamera mit.

CIMG3865.jpg
CIMG3866.jpg
CIMG3867.jpg
CIMG3870.jpg
CIMG3871.jpg
CIMG3874.jpg
CIMG3876.jpg
CIMG3877.jpg

Und wer war noch da? Richtig! Diego! Oder doch Messi?

CIMG3881.jpg

Als es stockdunkel war, sind wir auf der Schotterpiste wieder zurueck gefahren. Ein Erlebnis fuer sich, aber wir haben es geschafft. Genaechtigt haben wir im Kaff Puerto Piramide. Ein riesiger, fast leerer Campingplatz. Diesmal ohne streunende Hunde sondern vielen, kleinen suessen Kaetzchen. Die haben mein Herz natuerlich sofort erweicht. Margits weniger (dafuer ist sie bei den Hunden nicht so streng - wir ergaenzen uns optimal!).

CIMG3885.jpg

Uebrigens: Mit dem Spanisch tun wir uns manchmal immer noch schwer. Aber unsere an "Pictionary" grenzende Zeichensprache wird geschaetzt. Als wir am naechsten Morgen noch kurz bei einem kleinen Kreisler einkaufen waren, hat die etwas aeltere Besitzerin doch tatsaechlich allein aufgrund unserer wirren Gesten sehr rasch erraten, dass wir einen Schwamm kaufen moechten. Der Schwamm hiess uebringens "Esponja", also eh fast das gleiche Wort wie im Englischen. Ja, aber die Aehnlichkeit musst du bitte mal raushoeren, denn ausgesprochen ist "Esponja" weit vom englischen "Sponge" entfernt!

Soweit zum Exkurs. Bevor wir aus dem Nationalpark wieder rausgefahren sind und uns Richtung Sueden zur naechsten, noch viel groesseren Pinguinkolonie in Punta Tombo aufgemacht haben, sind wir auf einen kurzen Abstecher zu einer Flamingokolonie gefahren.

CIMG3886.jpg
CIMG3889.jpg
CIMG3890.jpg
CIMG3893.jpg
CIMG3897.jpg
CIMG3901.jpg
CIMG3905.jpg

Bei Traumwetter sind wir fast 300 Kilometer weiter gefahren:

CIMG3907.jpg

Und nun durfte Margit ihren Traum weiterleben. Durch diese Pinguinkolonie konnte man nämlich sogar mitten durchgehen. Angreifen und fuettern war verboten, aber man kam den kleinen Schwarzweissen so richtig hautnah - wieder mit der Profikamera:

CIMG3909.jpg
CIMG3910.jpg
CIMG3912.jpg
CIMG3916.jpg
CIMG3920.jpg
CIMG3921.jpg
CIMG3925.jpg
CIMG3928.jpg

Ausserdem mischten sich noch eine Menge Maeuse aehnliche Tiere unter die Pinguine. Davon gibts hier so viele verschiedene Unterarten, dass wir nicht genau wissen, welche es waren.

Auch ein Raubvogel liess sich blicken:

CIMG3924.jpg

Das ist eine Info fur den Luca: Wir haben von beinahe allen Tieren auch Videoaufnahmen gemacht. Extra fuer dich! Dauert halt noch bis zu unserer Rueckkehr.

Danach sind wir wieder aufgebrochen. Und das Abenteuer ging erst jetzt so richtig los. Auf der Rueckfahrt wurde naemlich das Benzin knapp. Wir befuerchteten Schlimmes, irgendwo im Nirgendwo Patagonies sitzen zu bleiben und Autos anzuhalten. Ich war nervoes, in der Tat. Als die Tankanzeige zunaechst durchgehend leuchtete und ein wenig spaeter auf blinkend umschaltete, schien unser Schicksal endgueltig besiegelt. Doch der Wagen hat durchgehalten. Na ja, also fast aber nicht ganz. Drei Kilometer vor der erloesenden Tankstelle kamen wir zum Stillstand. Ist uns beiden noch nie passiert. Und dafuer das erste Mal gleich in Patagonien. Ein Notfallsplan war schnell erstellt: Margit blieb im Auto. Und ich war das erste Mal seit fuenf Monaten wieder joggen. In Jeans, Sneakers und ohne Pulsuhr. Nach etwa fuenfhundert Metern hielt ein Pick-Up neben mir an. Zwei junge Burschen hatten unseren Wagen gesehen, dann mich laufenderweise und schliesslich eins und eins zusammengezaehlt. Ich durfte einsteigen. In "Spanglish" habe ich ueber die Notlage berichtet. Und was nun folgte, ist eine wunderbare Geschichte ueber ungefragte Hilfsbereitschaft.

Ich bin davon ausgegangen, dass sie mich bis zur Tankstelle mitnehmen und ich mich ab diesem Zeitpunkt um einen Kanister und den Rueckweg zum Auto selbst kuemmern muss. Nein, die Jungs hatten anderes im Sinn. Sie haben fuer mich an der Tankstelle nach einem Kanister gefragt und als diese keinen hatten, haben sie kurzerhand mit mir kehrt gemacht und gemeint, sie schleppen mich einfach zur Tankstelle ab. Auf meine Frage, ob sie es nicht eilig haetten, meinte der Fahrer. "I am not in hurry, I come from work". Also gut, bitte, das nehme ich doch gerne an. Margit war dermassen erloest, als ich wieder zurueckgekommen bin, denn ganz wohl war ihr nicht dabei, als sie mich in aus der Ferne in ein fremdes Auto einsteigen sah.

Ich kuerze nun ein wenig ab: Die beiden Jungs haben uns abgeschleppt und uns zur Tankstelle gebracht (einer der beiden war Seemann und hat ohne hinzusehen mit einer derartigen Geschwindigkeit einen Knoten ins Abschleppseil gemacht, dass mir richtig schwindelig wurde). Da haben wir aufgetankt. Auf meine Frage, wie ich das wieder gut machen kann, meinten sie: Just give me a hug. Also habe ich die beiden herzlich (wirklich herzlich!!!) umarmt und sie ziehen lassen. Fuer die beiden war das wohl gar nicht so eine grosse Sache. Fuer uns waren sie einfach die Retter in der Not. Eine schoene Geschichte, oder? Und sie stimmt sogar!

Auf der Fahrt zurueck nach Puerto Madryn habe ich verwegenerweise noch eines draufgesetzt. Zwei extrem langsam bergauffahrende LKW haben eine ganze Schlange Autos hinter sich hergezogen. Wir waren in jener Schlange gluecklicherweise zweitgereiht (eine hinter der "Pole" quasi), nur zu ueberholen ging aufgrund der kurvigen Strasse und somit schlechter Einsicht in den Gegenverkehr so gut wie gar nicht (finster war's noch dazu). Also habe ich mich der Fahrerin vor mir beherzt angeschlossen und einfach rechts am unbefestigten Fahrbahnrand ueberholt. Argentinisch improvisiert also. In mir fliesst Gaucho-Blut, ich sag´s euch!

Uebernachtet haben wir also wieder in Puerto Madryn, es war schon lange finster, als wir da ankamen. Wir haben aber einen anderen Campingplatz ausgewaehlt. Auch dieser war von zwei Vagabunden bevoelkert aber die haben sich ueberhaupt nicht geruehrt. Wir haben das Zelt aufgestellt und uns in den verdienten Schlaf begeben. Die Nacht war sehr kuehl aber die Schlafsaecke waren perfekt! Und morgens war wieder Traumwetter.

CIMG3931.jpg

Wir haben zusammengepackt, das Auto zurueckgegeben und uns im Café Havanna zwei Cortados gegoennt:

CIMG3932.jpg

Wirklich gut fand ich die ungeschriebenen argentinischen Verkehrsregeln. Kein Blinken beim Fahrbahnwechsel, Fahrbahntrennlinien werden ignoriert, beim Zufahren am Strassenrand einfach die Warnblinkanlage einschalten. Funktionert wirklich gut, ich habe es ganz selbstlos getestet!

Wie auch immer, mittags ging unser Bus mit etwas Verspaetung Richtung Rio Gallegos, wieder eine Fahrt von 20 Stunden. Aber wieder sehr gemuetlich. Den Anschlussbus nach Usuhaia haben wir beinahe verpasst, aber es ging sich aus. Wieder 14 Stunden. Gesamt also fast 35 Stunden Busfahrt. Und wie wir die Fahrt erlebt haben und wie langsam doch die chilenisch-argentinischen Grenzbehoerden arbeiten und warum wir deshalb spaetestens jetzt das grenzenlose Europa gut finden, erfahrt ihr im naechsten Bericht - direkt vom tatsaechlich traumhaften Ende der Welt!

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 15:09 Archived in Argentina Comments (8)

El fin del mundo

Rio Gallegos - Ushuaia - Parque Nacional Tierra del fuego, all in Tierra del fuego, ARGENTINA | Punta Arenas - Puerto Natales, all in Magallanes, CHILE

semi-overcast 7 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Am Tag nach unserer Abreise, am letzten Maerz-Wochenende also, wurden die Uhren in Europa wieder auf Sommerzeit umgestellt. Hier in Argentinien gibt´s das nicht (in ganz Suedamerika nicht, wie wir glauben), also aendert sich die Zeitverschiebung zu euch nur minimal um eine Stunde und nicht gleich um zwei.

Also auf ging es ans Ende der Welt (El fin del mundo) und wir waren genau da tatsaechlich angekommen. Montag Abend war es und da wir Verspaetung hatten, war es auch schon finster. Aber alles der Reihe nach: Der Bus aus Puerto Madryn (ihr wisst schon, da wo der "Safaripark" aus der letzten Geschichte war) hatte ueber zwei Stunden Verspaetung, also beinahe der komplette Zeitpuffer fuer unseren Anschlussbus in Rio Gallegos war aufgebraucht. Aber da zahlreiche andere Reisende ebenso umgestiegen sind, hat der Anschlussbus nach Ushuaia brav in Rio Gallegos auf uns gewartet.

Kaum hatten wir es uns im Bus gemuetlich gemacht, wartete der erste Grenzposten auf uns. Ewig hat es gedauert, bis die Beamten die Paesse aller Passagiere kontrolliert hatten. Und das waren erst die argentinischen! Danach das ganze Prozedere bei den chilenischen welchigen. Das ging aber etwas schneller. Insgesamt war es aber eine nervige Warterei. Es ging weiter und zwar mit der Faehre ueber die legendaere Magellan-Strasse.

CIMG3935.jpg
CIMG3939.jpg
CIMG3940.jpg
CIMG3943.jpg
CIMG3944.jpg

Am anderen Ufer angekommen konnten wir etwas zu essen kaufen. Wir waren aber autarke Selbstversorger und konnten somit diese Touristenfalle gekonnt umgehen. Es war sehr windig und daher durchaus frisch. Die Schafe, zusammengepfercht in einem Transporter neben uns, hatten es da wohl waermer:

CIMG3945.jpg
CIMG3946.jpg

Nach nicht allzu langer Fahrt waren wir wieder an der Grenze. Wir reisten also wieder in Argentinien ein. Das zwischen Chile und Argentinien geteilte Feuerland und der somit vertrottelte Grenzverlauf laesst am Landweg nur diese Variante zu. Und wieder hiess es warten. Zunaechst auf der chilenischen, danach auf der argentinischen Seite. Schleppend ging das vor sich. Da haben wir etwas wehmuetig an die nicht vorhandenen europaeischen Grenzen gedacht.

Gut, wieder in Argentinein gings also weiter. In Rio Grande wurde noch einmal der Bus gewechselt (damit allen Beteiligten nicht langweilig wird, nehmen wir mal an). Egal, das letzte Stueck Richtung Ushuaia war nur noch eine einzige, grossartige Fahrt durch eine tolle Landschaft. Die hier "nur" noch 1500 hohen Anden strahlten in vollster Pracht. Aus dem Bus sah das in etwa so aus:

CIMG3948.jpg
CIMG3951.jpg

Mit einer Stunde Verspaetung und nach mehreren Busfahrten von ingesamt beinahe 35 Stunden sind wir schliesslich schon bei Dunkelheit am Hafen Ushuaias angekommen. Die reservierte Unterkunft haben wir relativ rasch gefunden. Eine Hundeattacke spaeter (ein eigenes Kapitel diese streunenden Koeter, vor allem die kleinen, die stehen wohl auf dicke und grosse Rucksaecke) waren wir in Silivas und Adrianos "Viento del Sur" (Südwind) angekommen. Wir bekamen Tee serviert, haben das Zimmer bezogen und sind noch etwas essen gegangen.

Warm und kuschelig, was will man mehr!

CIMG3953.jpg

Am naechsten Morgen haben wir uns ausgeschlafen, gemuetlich gefruestueckt und geduscht. Ich habe mein fuenf Tage hintereinander getragenes T-Shirt endlich gewechselt und danach sind wir an der Uferpromenande spazieren gegangen. Es herrschte immer noch Traumwetter und wir haben es so richtig genossen. Das kleine Zentrum ist sehr touristisch aber sehr schoen, alleine die Berglandschaft rundherum ist traumhaft. Das Panorama koennte auch von einem norwegischen Ort stammen.

CIMG3954.jpg
CIMG3955.jpg
CIMG3956.jpg
CIMG3957.jpg
CIMG3958.jpg
CIMG3959.jpg
CIMG3960.jpg
CIMG3961.jpg
CIMG3962.jpg
CIMG3964.jpg
CIMG3965.jpg
CIMG3966.jpg
CIMG3968.jpg
CIMG3969.jpg

Der Rest Ushuaias ist jedoch wie alle anderen bisher gesehenen argentinischen Orte leider sehr haesslich, verfallen, schmutzig.

Ach ja, Fleisch wird auch hier in Massen zubereitet und verschlungen:

CIMG3972.jpg

Nach einer zweiten Nacht im Hostel sind wir auf den traumhaft gelegenen Campingplatz "La Pista del Andino" auf einem Huegel ueber dem Ort uebersiedelt. Gelegen am Ende einer ehemaligen Ski-Piste, die Traeger des Schlepplifts sind immer noch sichtbar (schaut a bisserl so aus wie die Hohe-Wand-Wiese, schmal und nicht zu lang). Der Ausblick ist traumhaft, der Platz sehr sauber, es gibt richtig heisse Duschen, die Besitzer sind freundlich wie noch kaum jemand zuvor in Argentinien und zwei sehr friedliche Streuner bevoelkern den Platz. Die Luft war recht frisch, aber in der Sonne angenehm. Immer noch war tolles Wetter und es waren kaum Leute da. Und der so geniale Sternenhimmel der suedlichen Hemisphaere war auch hier wieder sichtbar! Unser Lieblingssternenbild, diese Dreieck-Pfeilform (wo sind die Hobbyastronomen, wie heisst der? Danke!), stand hier etwas flacher am Horizont als noch in Australien oder im noerdlichen Teil von Argentinien.

So sah es jedenfalls am Campingplatz aus:

CIMG3973.jpg
CIMG3974.jpg
CIMG3975.jpg
CIMG3976.jpg
CIMG3977.jpg
CIMG3978.jpg

Ein franzoesisches Pensonistenpaar hatte neben uns geparkt. Die waren mit dem eigenen Auto unterwegs, haben das Campingmobil ueber den Atlantik verschifft und sind nun damit ein paar Monate in Suedamerika unterwegs. Die Kommunikation war der bisherige Hoehepunkt der sprachintensiven Suedamerikareise. Mit einem Mischmasch aus franzoesisch, spanisch, italienisch, englisch und sogar deutsch haben wir uns gegenseitig wilde Geschichten erzaehlt. Wir fanden es ja schon einzigartig, ein Campingmobil mit europaeischem Kennzeichen in Ushuaia anzutreffen. Am naechsten Morgen konnten wir daher unseren Augen nicht trauen, als ein paar Meter neben uns ein Campingmobil mit Tullner Kennzeichen (ich wiederhole: Tullner Kennzeichen!) stand. Wieder ein Pensionistenpaar, dass aus Europa rueberkam. Sie waren sehr sympathisch und haben uns wertvolle Tipps fuer die weitere Reise gegeben.

Wie auch immer, noch bei Schoenwetter haben wir eine Wanderung zum Glacier Martial gemacht. Es war teilweise gatschig und sehr steil, alles in allem also eine verwegene Wanderung. In knapp fuenf Stunden hin und zurueck haben wir die Wanderung bewaeltigt. Der Gletscher selbst war nicht so spektakulaer, die Aussicht auf die Bucht und den Beagle-Kanal dagegen traumhaft. Wir lassen die Bilder sprechen.

CIMG3979.jpg
CIMG3981.jpg
CIMG3982.jpg
CIMG3984.jpg
CIMG3987.jpg
CIMG3988.jpg
CIMG3992.jpg
CIMG3993.jpg
CIMG3994.jpg
CIMG3995.jpg
CIMG3998.jpg

Abends wurde es sehr frisch (und es blieb die naechsten Naechte auch so). Die Nacht im Zelt war der Tiefpunkt unserer bisherigen Reise. Knapp am Gefrierpunkt wanderten die Temperaturen und ausserdem hatte es zu regnen begonnen und fuer die naechsten 30 Stunden nicht mehr aufgehoert. Da wir aber echte Beisser sind haben wir durchgehalten. Waehrend der Regenzeit sind wir daher sehr oft im Aufenthaltsraum gesessen und haben viel Karten gespielt.

CIMG4084.jpg

Impressionen von sechs frostigen aber auch sehr gemuetlich-kuscheligen Naechten:

CIMG3999.jpg
CIMG4000.jpg
CIMG4004.jpg
CIMG4005.jpg
CIMG4009.jpg
CIMG4051.jpg

Und schliesslich wurde es endlich wieder schoen!

CIMG4010.jpg

Nochmals sind wir durch das Zentrum und am Ufer entlang spaziert:

CIMG4030.jpg
CIMG4032.jpg
CIMG4033.jpg
CIMG4034.jpg
CIMG4036.jpg
CIMG4039.jpg
CIMG4020.jpg
CIMG4042.jpg

Uebrigens, so sah abends der Blick vom Campingplatz auf die Stadt aus:

CIMG4045.jpg
CIMG4047.jpg
CIMG4050.jpg

Eine Nacht spielte wirklich alle Stueckerln. Der Temperaturen sind nochmals gesunken, der Gefrierpunkt wurde leicht unterschritten, aber wir haben uns in die dicken Schlafsaecke gekuschelt. Und sie haben gehalten!!! Gentleman, der ich nun mal einer bin, habe ich Margit meinen Schlafsack angeboten. Der haelt in der Komfortzone bis Null Grad, ihrer nur bis plus fuenf. Das war genau der Bereich, in dem wir uns bewegten. Ihr war wohlig warm, ich habe ein ganz klein wenig gefroren. Edel bin ich, hilfreich und gut.

Am Samstag vor Ostern haben wir eine Tour durch den Parque Nacional Tierra del fuego gemacht. Traumhaft schoen, es war relativ warm!

CIMG4056.jpg
CIMG4066.jpg
CIMG4067.jpg
CIMG4060.jpg
CIMG4069.jpg
CIMG4072.jpg
CIMG4074.jpg
CIMG4075.jpg
CIMG4076.jpg
CIMG4077.jpg
CIMG4078.jpg
CIMG4081.jpg

Die Nacht war wieder etwas waermer (auch dank einer heissen Dusche abends und einem frischen T-Shirt - das alte habe ich wieder fuenf Tage lang getragen) und somit auch der Morgen. Wir konnten endlich wieder draussen fruehstuecken!

CIMG4082.jpg

Danach wollten wir einen Bus fuer die Weiterfahrt buchen, aber am Ostersonntag war alles geschlossen (Argentinien ist tief katholisch - was hamma 'glaubt), also konnten wir erst am Montag einen Bus fuer Dienstag buchen. Da hiess es allerdings frueh aufstehen (4.30 Uhr, der Bus hat uns um 5.20 Uhr abgeholt). Die Nacht durften wir im Refugio des Campingplatzes verbringen, was bedeutete, dass wir das Zelt nicht in aller Herrgottsfrueh zusammenpacken mussten. Ein Dank gilt all den guten Geistern auf dem Campingplatz: Fernando, Ariel, Viktor und Raoul.

Ganz besonders Fernando und Ariel: Muchas gracias!

CIMG4085.jpg

Nach acht Naechten in Ushuaia (sechs davon im Zelt) ging´s am Dienstag nach Chile weiter, genauer gesagt nach Puerto Natales (ueber Punta Arenas). Eine Stunde Zeitumstellung (ihr seid uns also nun sechs Stunden voraus) und eine komplett neue Waehrung (wir haben mal fuer die ersten Besorgungen 200.000 chilenische Pesos abgehoben) sind wir Dienstag Abend nach einer zwoelfstuendigen Fahrt mit dem Bus (diesmal viel zu eng, ein Horror!) in Puerto Natales angelangt.

Die Hinfahrt war etwas skurill, vor allem vier Israelis haben einen eigenartigen Eindruck hinterlassen. Als sich diese in Punta Arenas, als wir auf unseren Anschlussbus nach Puerto Natales gewartet haben, ein Taxi genommen haben, war uns das ein Foto wert:

CIMG4086.jpg

Der Grenzuebergang davor war wieder eine Katastrophe. Zunaechst lange in der Schlange stehen, danach das gesamte Gepaeck ausraeumen und durch den Scanner schicken. In Argentinien! Und auf chilenischer Seite genau das gleiche wieder! Das laenderubergreifende Reisen zumindest zwischen Argentinien und Chile nervt bisher sehr. Sonst wirkt hier in Chile alles sehr schoen, sicher aber auch etwas teurer als in Argentinien.

Es gibt sogar berittene Polizei:

CIMG4087.jpg

Unser Zimmer in Puerto Natales fuer die kommenden beiden Nachte ist klein, gemuetlich und sehr guenstig:

CIMG4090.jpg

Wir waren auch gleich nach der Ankunft abends ums Eck essen. Auch sehr nett, allerdings das erste Raucherlokal seit unserer Abreise. Sowohl in Australien und auch Argentinien wird in Lokalen nicht geraucht. Und wie toll das wirklich ist, merkt man erst, wenn man wieder in so einem verstunkenen Lokal sitzt. Wir haben danach gerochen wie nach der fuenfstuendigen Wanderung in Ushuaia nicht. Aber wir sind ja flexibel und geschmeckt hat´s uns ja auch.

Der Ausblick aus unserem Zimmer fruehmorgens haengt vom Blickwinkel ab. Sehr schoen auf eine Bergkette...

CIMG4092.jpg

...oder auf den Garten, der derzeit wohl etwas "umgestaltet" wird:

CIMG4093.jpg

Wir hatten kaum Zeit, zu verschnaufen. Nach der zweiten Nacht sind wir fruehmorgens in den wohl besten Nationalpark Chiles, wahrscheinlich sogar Suedamerikas, aufgebrochen: In den Parque Nacional Torres del Paine. Wir wurden vor dem Antritt der Reise vor Maeusen gewarnt, die im Park ihr Unwesen treiben sollen und dir naechtens das Futter aus dem Zelt nagen wollen. Ob dem wirklich so war und wie es uns vier Tage lang mit schwerem Gepaeck und abgeschnitten von der Zivilisation ergangen ist, erfahrt ihr das naechsten Mal!

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 08:23 Archived in Argentina Comments (7)

Parque Nacional "Torres del Paine" (And did you go the "W"?)

Puerto Natales - Parque Nacional Torres del Paine - Puerto Natales, all in Magallanes, CHILE

sunny 15 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Wir haben unsere erste richtig anstrengende Tour hinter uns. Wir waren tatsaechlich im unbeschreiblich schoenen Nationalpark "Torres del Paine" (Die Tuerme von Paine) und haben in vier Tagen so viel gesehen, erlebt, lustige und nette Leute aus aller Welt getroffen, mit dem Wetter Glueck gehabt und einfach nur genossen. Was euch aber sicher am meisten interessiert ist wohl: Wie war das nun wirklich mit den Maeusen? Gab´s welche und haben sie sich naechtens tatsaechlich durch unser Zelt genagt und sind zu uns in die warmen Schlafsaecke gekrochen? Hm. Alles der Reihe nach.

Der Blick aus unserem Hostel einen Tag vor der Abreise. Wir haben uns also gegen den Blick in den Garten (wir berichteten!) und fuer den Blick auf die Berge entschieden. Und der Hund im Garten war der Hammer. Der hat sogar mein Herz erobert (bitte notieren - Jahrhundertereignis!). Verspielt, herzig und ein schoener welchiger (a bisserl zerupft vielleicht aber sonst niedlich).

CIMG4094.jpg
CIMG4095.jpg

Unsere Jeans haben bereits ausgesehen. Da haben wir die vergangenen drei Wochen taeglich alles reingewischt was grad von unseren Fingern runter musste. Hygieneverstoss pur. Frage nicht. Also sind wir vom Hostel mit frisch gewaschener Waesche sehr zeitig fruehmorgens aufgebrochen und haben uns, mit zahlreichen Infos ausgestattet, in unser Outdoor-Abenteuer gestuerzt. Wir widmen somit den folgenen Eintrag den Outdoorfuechsen "Oetscherkoenig Herbert" und "Wolfshaut Erik". Warum? Dieser Nationalpark ist ein Paradies, als haetten sie ihn nur fuer euch beide da hingestellt. Alle anderen Lesenden werden aber die Bilder sicher genauso geniessen. Nur die Rolltreppen-, Aufzugs- sowie die "Ich fahr auch zum Wirt´n mit dem Auto"-Fahrer wird die Luft ein wenig wegbleiben.

Der Eintritt in den Nationalpark kostet Auslaendern viermal so viel wie Chilenen. Aber die Diskriminierung nimmt man in Kauf, man ist ja schließlich schon gespannt. Und witzig war es auch, der Busfahrer, der uns zum ersten Uebernachtungsplatz (ihr erfahrt unten mehr) gebracht hat, war ein echtes Original. Wir haben nicht viel verstanden, aber ein spanisches Paerchen hat uns bestaetigt, dass er inhaltlich auch genauso witzig war wie er geklungen hat.

Bei der Einfahrt in den Park sieht das Gebirgsmassiv schon einigermassen gewaltig aus:

CIMG4100.jpg
CIMG4101.jpg
CIMG4103.jpg

Im Nationalpark gelandet, hat man nun unzaehlige Wandermoeglichkeiten, die meisten davon sind Tageswanderung. Aber es gibt auch zwei Moeglichkeiten fuer die ganz Harten:

Variante 1:
Man geht um das Paine-Massiv (so heisst die Gebirgskette da, sie ist eigenstaendig und gehoert nicht zu den Anden!) herum. Das ist der "Paine-Circuit" (passendes Wortspiel auf englisch uebrigens). Dieser Rundgang dauert, je nach Wandertempo, in etwa sieben bis zehn Tage und ist nur fuer die ganz Harten.

Variante 2:
Das "W" (das "Dablju" - hat aber mit dem amerikanischen Kriegsherrn George Dablju nix zu tun), eine Strecke die eben wie dieser Buchstabe aussieht. Das sieht auf der Karte so aus:

CIMG4281.jpg

Wir haben uns für Variatne 2 entschieden. Das letzte linke Stricherl des "W" haben wir aus Zeitgründen ausgelassen. Bleiben jedoch immer noch vier Tage Marsch ueber. Gesamt, wir können es ja schon verraten, haben wir 60,5 Kilometer zurueckgelegt. Einen grossen Rucksack haben wir im Hostel in Puerto Natales gelassen. Also blieb einer ueber, der geschleppt werden musste - fuer Zelt, Schlafsaecke, Essen und was man alles noch so braucht fuer vier Tage und drei Naechte. Sind aber immerhin auch fast 20 Kilo. Getragen hat ihn der Gentleman von uns beiden. Der mit den breiten Schultern. So, aber nun alles der Reihe nach. Das Abenteuer kann losgehen.

Tag 1:
Man startet am rechten unteren Punkt des "W" und geht von da direkt zur Hauptattraktion, den "Torres del Paine" (eine Felsformation), zum rechten, oberen Punkt des "W". Noch am selben Tag kehrt man retour und schlaeft am Ausgangspunkt (in unserem Fall im Zelt, man kann aber auch im Refugio uebernachten). Hin und zurueck sind das gesamt 20 km, ein sechsstuendiger Marsch, teilweise steil bergauf (retour natuerlich alles steil bergab - eh logo). Ohne schweres Gepaeck gluecklicherweise (nur ein kleiner Tagesrucksack mit Proviant kam mit), denn jenes haben wir im Zelt gelassen, welches wir ja schon am Ausgangspunkt aufgestellt hatten.

CIMG4142.jpg
CIMG4139.jpg
CIMG4138.jpg
CIMG4129.jpg
CIMG4127.jpg
CIMG4126.jpg
CIMG4123.jpg
CIMG4122.jpg

Endlich am Ende des Aufstiegs! Die "Torres del Paine":

CIMG4113.jpg
CIMG4115.jpg
CIMG4117.jpg

Er herrschte traumhaftes Wetter! Ausserdem war Nebensaison, aber die Wanderung zu den Torres machen auch viele Tagesbesucher. Ergo: Mit uns waren viele Leute nach oben unterwegs und auch von oben kamen uns eine Menge Leute entgegen. Viele erschoepft, ein einfaches "Hola" war zumeist der einzige Gruss. Bis schliesslich ein bereits etwas aelterer Herr alle entgegenkommenden Wanderer mit strahlendem Laechlen ein "How´s it going, mate?" entgegenschmetterte. Diese Australier sind schon bewundernswert. Immer besonders gut aufgelegt, sogar hier im kalten chilenischen Patagonien.

Nachdem die Sonne verschwunden war, wurde es sehr frisch. Wir haben gekocht und uns in die dicken Schlafsaecke gekuschelt, denn naechtens war´s im Zelt ganz besonders kalt. Unser Essen haben wir wie empfohlen auf einen Baum gehaengt. In der Nacht haben wir aus dem Mistkuebel neben uns eine Maus gehoert, die genuesslich den Abfall durchwuehlt hat. Gut so, da war sie im Schlaraffenland und hat uns nicht belaestigt. Ich habe sie kurz besucht und mit grossen Augen hat sie mich zufrieden angesehen.

Wie auch immer, morgens fand sich Reif auf unserem Zelt, aber ein toller Tag und ein anstrengender Marsch standen an. Zum Fruehstueck hat sich zehn Meter neben uns ein neugieriger Graufuchs eingefunden und uns beobachtet. Ein magischer Moment für uns. In der Tat sehr edel dieses Tier! Wir haben fuer die Uebernachtung wenig bezahlt, aber es gab angeblich auch warme Duschen, die wir am Vorabend aufgrund der tiefen Temperaturen gerne benutzt haetten. Als dem nicht der Fall war und wir den Burschen, der kassiert hatte, darauf hingewiesen haben, hat er mit den Achseln gezuckt und ist weitergegangen. Billiger Platz, billige Gastfreundschaft.

CIMG4150.jpg
CIMG4160.jpg
CIMG4154.jpg
CIMG4161.jpg
CIMG4162.jpg
CIMG4163.jpg

Tag 2 (bis zum unteren Mittelpunkt des "W"):
Wir haben den zweiten Teil in Angriff genommen. Eine Wanderung ueber 17,5 km, diesmal mit schwerem Gepaeck, wir hatten ja alles mit. Wir haben nicht ganz sechs Stunden dafuer gebraucht. Auf der Strecke haben wir bereits viele andere Reisende getroffen und Kontakte geknuepft. Ein allein reisender und symphatischer Amerikaner (ja, die gibt´s auch!), ein australisch-britisches sowie ein spanisches Paerchen und viele mehr. Wir haben alle spaeter immer wieder getroffen und einander noch besser kennengelernt. Die Strecke an diesem zweiten Tag hat uns beiden jedenfalls am besten gefallen.

CIMG4166.jpg
CIMG4170.jpg
CIMG4171.jpg
CIMG4175.jpg
CIMG4187.jpg
CIMG4188.jpg
CIMG4194.jpg
CIMG4173.jpg
CIMG4174.jpg
CIMG4195.jpg
CIMG4197.jpg
CIMG4196.jpg

CIMG4176.jpg
(alter Mann mit Glatze und dickem Rucksack braucht eine Pause)

CIMG4178.jpg
(junge Frau holt Wasser vom Fluss)

CIMG4198.jpg
(alter Mann und junge Frau sind erledigt)

CIMG4199.jpg
CIMG4202.jpg
CIMG4203.jpg
CIMG4205.jpg
CIMG4206.jpg

Gecampt haben wir diesmal gratis im Wald. Die Nacht war deutlich waermer, aber dafuer haben eine oder sogar mehrere Maeuse unsere auf den Baum gehaengten Sachen durchstoebert und unsere wertvollen Kohlehydratlieferanten (Keksi!) angeknabbert. Ums Zelt laufen und werken habe ich sie naechtens auch gehoert. Margit hingegen hat sich sicherheitshalber gleich mit Ohropax von der Wirklichkeit ausgeblendet.

CIMG4210.jpg
CIMG4213.jpg
CIMG4214.jpg

Uebrigens, das Wasser haben wir nicht nur hier sondern waehrend der gesamten vier Tage einfach aus den zahlreichen Fluessen und Baechen geschoepft.

Tag 3 (bis zum oberen Mittelpunkt des "W" und wieder retour, also ein Tagesmarsch wieder ohne schweres Gepaeck, weil der Uebernachtungsplatz wieder am Ausgangspunkt lag):
15 Km, sehr steil aber entlang einem traumhaften Fluss. An diesem Tag herrschte wolkenloses Traumwetter und wir haben uns fuer diese Strecke sehr viel Zeit gelassen. Wie auch schon die Nacht davor gingen regelmaessig riesige Schneebretter vom Gletscher neben uns ab. Das hoerte sich immer wie ein maechtiges Donnerwetter an. Sehr beeindruckend - optisch wie auch akkustisch!

CIMG4216.jpg
CIMG4218.jpg
CIMG4219.jpg
CIMG4223.jpg
CIMG4224.jpg
CIMG4228.jpg
CIMG4229.jpg
CIMG4231.jpg
CIMG4235.jpg
CIMG4237.jpg
CIMG4239.jpg
CIMG4240.jpg
CIMG4242.jpg
CIMG4245.jpg
CIMG4246.jpg
CIMG4248.jpg
CIMG4251.jpg

Wir kamen diesmal sehr geschafft zurueck. Ich selbst hatte eine dicke Blase auf der Ferse und ein geschwollenes Auge (welches ich bereits ueber Nacht bekommen hatte - wovon auch immer - und sich nun verschlimmert zu haben schien). Margit litt an zahlreichen Einstichen und "Dippeln". Aber uns ging´s sonst sehr gut, vor allem mental. Wir waren in der Zwischenzeit so richtig reingekippt in unser Outdoor-Abenteuer. Und witzig wurde es auch wieder. Neben uns haben spaetabends die Israelis, die wir schon bei der Anreise in Punta Arenas gesehen haben, ihr Zelt aufgebaut. Eine neutrale und politisch korrekte Beschreibung fuer diese vier Wanderer waere noch am ehesten "skurril". Die zweite Nacht verlief ruhig und weitaus besser als die erste. Die Maeuse liessen diesmal von uns ab, denn wir haben alles noch besser verstaut als in der Nacht davor.

CIMG4253.jpg
CIMG4258.jpg
CIMG4262.jpg

Tag 4 (zum linken unteren Punkt des "W"):
Wieder mit schwerem Gepaeck aber nur 8 Km in 2 Stunden und halbwegs ebener Strecke. Es war bewoelkt und die Ausblicke nicht ganz so beeindruckend wie an den Tagen zuvor.

CIMG4269.jpg
CIMG4271.jpg
CIMG4273.jpg
CIMG4274.jpg

Als wir beim Refugio und somit auch an der Katamaran-Anlegestelle ankamen, trafen wir wieder auf einige der Bekanntschaften. Wir sind alle waehrend der Wartezeit auf den Katamaran beim Kaminfeuer zusammengesessen und haben geplaudert. Der bereits oben erwaehnte Amerikaner gab sich selbstironisch. Er meinte, zur Clinton-Zeit schien es, als waeren die Amerikaner ueberall beliebt, unter Bush haben sie alle gehasst. "Und unter Obama?", war die logische Frage. Darauf meinte er: "People seem to like Obama, but they still don´t like Americans.". Gut erkannt und treffend analysiert. Zur Wirtschafskrise gab´s auch ein paar witzige Meldungen. Der Brite sei eher zynisch, der Amerikaner grundsaetzlich optimistisch und dann ging die Frage an den Australier in der Runde. "Well, the Australians just don´t care, as long as they have their beer." Stimmt ganz sicher. Sonst herrschte jedoch die wirklich wichtige Frage vor: "And did you go the ´W´?". Eine muede aber sehr sympathische Runde.

Den linken Abschnitt des "W" haben wir aus Zeitgruenden nicht mehr gemacht. Wir haetten sonst den Katamaran verpasst und noch eine Nacht bleiben muessen. Und das wollten wir ganz einfach nicht mehr.

Die Rueckfahrt auf dem Katamaran war auch irgendwie ein wehmuetiger Abschied von allen. Wir haben noch sehr viel mit dem spanischen Paerchen geplaudert (er ist Barca-Fan und heisst Xavi, gibt´s denn so etwas! So, als hiesse ich "Schneckerl", bitteschoen!). Es waren schoene vier Tage, auch wenn wir das "W" nicht fertig gemacht haben. Aber wir waren dennoch stolz auf uns und trotz der Strapazen hat es uns ausserordentlich gut gefallen. Wir koennen diesen Nationalpark jedem Suedamerika-Reisenden empfehlen.

CIMG4276.jpg
CIMG4277.jpg
CIMG4278.jpg

Mit dem Bus sind wir zurueck nach Puerto Natales und somit zu unserem Hostel gefahren. Zum Abendessen haben wir uns einen richtig grossen, fetten Grillteller reingezogen. Mit Aperitif, Rotwein und abschliessendem Dessert. Wir hatten uns ja nur mit Fertigreis, billigem Toastbrot und Keksen ernaehrt (und dadurch in den vier Tagen viel Gewicht verloren). Uebrigens in einem rauchfreien Lokal, gibt´s hier also eh auch!

Im Park gab´s zwar Wildlife (Guanacos, Greifvoegel, Fuechse, Flamingos), diese haben wir aber groesstenteils nur von der Ferne gesehen (Luca: leider keinen Puma gesichtet!). Es war koerperlich sehr anstrengend aber wir waren mental sehr gut drauf. Daher haben wir es schliesslich ohne groebere Probleme geschafft. Und das eigenartigste war, dass es nicht geregnet hatte und bitte vor allem: Es wehte alle vier Tage nicht der Hauch von einem Luefterl. Das gilt uebrigens auch fuer unsere acht Tage in Ushuaia. Eine Raritaet, haben wir uns versichern lassen, denn normarlerweise pfeift hier unten 365 Tage im Jahr der Wind durch, und das gnadenlos. Und das beste kam ganz zum Schluss: Zurueck vom Dinner im warmen Hostelzimmer begann es zu schuetten und zu stuermen. Sachen gibt's!

Unser Hostel, diesmal anderes Zimmer, anderer Blick:

CIMG4279.jpg
CIMG4289.jpg

Am naechsten Morgen war es wieder wunderschoen, was ein kleiner Spaziergang beweist. Dabei haben uns wieder zwei streunende Vierbeiner begleitet, Touristenguides der anderen Art quasi:

CIMG4291.jpg
CIMG4292.jpg
CIMG4295.jpg
CIMG4296.jpg
CIMG4297.jpg
CIMG4298.jpg

Und unser Gewand haben wir auch gleich zum Laundry Service gegeben. Der Geruch war nicht mehr tragbar (arme Paulina, unsere Gastgeberin). Vier Tage nicht geduscht, nur je einmal Socken und Unterhose gewechselt. Ihr koennt euch das jetzt selbst vorstellen, wollt das aber sicher eh nicht, oder?

Ja, und fuer uns ging´s wieder auf nach Argentinien, genauer gesagt zum maechtigen Perito Moreno Gletscher bei El Calafate. Und ob der Grenzuebertritt wieder so muehsam war und wie kalt es beim Gletscher und daher auch beim Campen wurde, erfahrt ihr beim naechsten Mal.

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 17:07 Archived in Chile Comments (4)

Parque Nacional "Los Glaciares"

El Calafate - Parque Nacional Los Glaciares - El Chalten, all in Santa Cruz, ARGENTINA

semi-overcast 10 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Mit gewaltigen Emotionen haben wir nach unserem letzten Ereignis "Torres Del Paine" die chilenische Stadt Puerto Natales fruehmorgens verlassen. Stimmungsvoller und somit passender haette uns der chilenische Morgenhimmel nicht verabschieden koennen. Wehmuetig aber wunderschoen:

CIMG4299.jpg

Sehr bald sind wir zur Grenze aufgebrochen. Wir waren gespannt, welche Spielchen die Grenzposten diesmal fuer uns reserviert hatten. Zu unserer Ueberraschung: Gar keine! Die Beamten auf beiden Seiten waren wohl noch mit dem Morgenkaffee beschaeftigt. Im Nu waren wir durch.

Just an der Grenze, in der Naehe des trostlosen Grenzortes Rio Turbio, gibt es Skipisten. Kalt genug war es jedenfalls bereits jetzt um diese Jahreszeit, um sich das gut vorstellen zu koennen.

CIMG4301.jpg

Uebrigens, ein kurzer Exkurs fuer alle Interessierten: Die Falklandinseln nennen die Argentinier "Islas Malvinas" und an jedem Grenzuebergang (egal wie weit weg dieser von den Inseln selbst ist) werden alle Reisenden mit der so wichtigen Information beglueckt, dass eben diese argentinisch sind. Aber nur in der argentinischen Realitaet, denn "in echt" gehoeren sie naemlich - leider - seit 1982 zum United Kingdom.

CIMG4300.jpg

So, nun wieder zu unserer Geschichte: Auch die Busfahrt war sehr angenem, nur fuenf Stunden in einem halbleeren Bus in angenehmer Gesellschaft. wir haben ein bisschen mit einigen anderen Reisenden geplaudert aber im Grossen und Ganzen eine erholsame Fahrt vollbracht. Ein paar prachtvolle Greifvoegel haben wir am Strassenrand gesichtet und somit etwas Abwechslung von der patagonischen Einoede genossen.

CIMG4304.jpg
CIMG4306.jpg
CIMG4309.jpg

In El Calafate, ein sehr touristischer Ort nahe des Nationalparks "Los Glaciares", sind wir bereits um die Mittagszeit angekommen. Das Wetter war sehr schoen und wir hatten noch den ganzen Nachmittag vor uns. Unser Zimmer im Hostal Buenos Aires, deren Besitzer an der Rezeption die Bewunderung fuer Johnny Cashs Musik nicht verheimlichen konnten, lag im ersten Stock direkt unter dem Dach. Etwas verwinkelt, aber sehr grosszuegig angelegt.

CIMG4310.jpg

Der Ort, doch ziemlich touristisch wie gesagt:

CIMG4500.jpg
CIMG4501.jpg

Und die Gemeinschaftstoiletten warteten mit einer suedamerikanischen Novitaet auf: Es wurde deutlich darauf hingewiesen, das Klopapier unbedingt in die Toilette zu werfen und runterzuspuelen. Warum so deutlich? Ganz einfach, dies ist naemlich etwas sehr Untypisches hier in Argentinien. Bisher musste man Toilettenpapier ueberall (und ich meine damit benutztes welchiges bitteschoen, fuer alle die sich das nicht vorstellen koennen oder wollen!) im Mistkuebel daneben entsorgen. Wie auch immer, wir haben fuer den Folgetag eine der zahlreich angebotenen Gletschertouren gebucht, denn nur deshalb verschlaegt es einen ueberhaupt hier in diesen Ort. Und das hiess leider wieder: Frueh aufstehen!

Es handelte sich dabei um eine Ganztagestour, unsere erste organisierte Tour auf unsere Reise. Eigentlich ein Horror fuer uns, aber anders lassen sich die Gletscher und die am Weg liegenden Eisbloecke leider nicht besichtigen. Unsere Erwartungen wurden in zweierlei Hinsicht komplett erfuellt:

Erwartungserfuellung eins (die positive):
Es war ein grossartiges Naturspektakel, die gewaltigen Gletscher "Glaciar Spegazzini" sowie "Glaciar Perito Moreno" aus der Naehe zu sehen und immer wieder auf im Wasser schwimmende Eisbloecke zu treffen. Das Wetter war durchaus schoen, wenn auch teilweise bewoelkt. Die Fotos sprechen wohl fuer sich.

Glaciar Spegazzini (inklusive Eisbloecke auf dem Weg):

CIMG4314.jpg
CIMG4315.jpg
CIMG4317.jpg
CIMG4328.jpg
CIMG4332.jpg
CIMG4336.jpg
CIMG4344.jpg
CIMG4349.jpg
CIMG4352.jpg
CIMG4353.jpg
CIMG4360.jpg
CIMG4363.jpg
CIMG4365.jpg
CIMG4366.jpg
CIMG4369.jpg
CIMG4377.jpg
CIMG4385.jpg
CIMG4386.jpg
CIMG4389.jpg

Glaciar Perito Moreno (ebenso inklusive Eisbloecke auf dem Weg):

CIMG4393.jpg
CIMG4402.jpg
CIMG4406.jpg
CIMG4407.jpg
CIMG4408.jpg
CIMG4409.jpg
CIMG4410.jpg
CIMG4413.jpg
CIMG4414.jpg
CIMG4417.jpg
CIMG4421.jpg
CIMG4422.jpg
CIMG4426.jpg
CIMG4428.jpg
CIMG4434.jpg
CIMG4435.jpg

Erwartungserfuellung zwei (die negative):
Die Fahrt auf dem Schiff war eine einzige Katastrophe. Pauschaltouristen in Jogginghosen und Turnschuhen, ruepelhaftes Verhalten, Beifall nach der Bootsfahrt (!!!) und der Erwerb von jedem vorgesetzten Schass (z.B. wurden Eisteile aus dem Wasser gefischt und Fotos damit verkauft bzw. in Getraenke gefuellt, die man danach kaeuflich erwerben konnte!). Quasi das Equivalent zu einem Charterflug nach Kreta mit anschliessendem Bootsausflug ink. Buffett, freien Getraenken und einem Sirtakiabend mit Sangria-Sackhuepfen. Das hat uns die Stimmung sehr verdorben, aber wir haben eines gewusst: Auch wenn es waehrend unserer Individualreise mal nicht so laueft (Campen bei Minusgraden und Regen, Hostelsuche im Dunkeln ohne Stadtplan, Sprachbarrieren, Busverspaetungen, Hundeattacken und vieles mehr) ist das gar nichts im Vergleich mit dieser siebenstuendigen Bootsfahrt oder jeder anderen organisierten Tour!!! Teuer war´s auch und die Behoerden nehmen dich beim Eintritt in den Nationalpark auch noch ordentlich aus.

CIMG4311.jpg
CIMG4313.jpg
CIMG4337.jpg
CIMG4338.jpg
CIMG4345.jpg
CIMG4390.jpg
CIMG4420.jpg

Ihr werdet euch jetzt fragen: Hat es sich also ausgezahlt? Ganz ehrlich: Eher schon, aber mit voller Ueberzeugung koennen wir es nicht sagen. Wuerden wir es nochmals machen? Hm, wahrscheinlich wuerden wir es auf eine andere Art versuchen, es haette auch Alternativen gegeben. Zwar ebenso gefuehrt aber etwas abgespeckt. So ganz individuell kommst du zu den Gletschern selbst naemlich leider nicht hin. Abends haben wir Karten gespielt und den Tag angenehm ausklingen lassen.

Uebrigens, so zwischendurch. So weit sind wir vom Rest der Welt entfernt:

CIMG4439.jpg

Am naechsten Morgen standen wir wieder frueh auf, diesmal war El Chalten unser Ziel, ein winzig kleiner Ort am Fusse des legendaeren und bei Wanderen so beliebten Bergs Fitz Roy. Dieser ist uebrigens ebenso im Nationalpark "Los Glaciares" gelegen, nur 200 Km entfernt und hier witzigerweise ohne Parkeintrittsgebuehren (was wiederrum die reine Abzocke bei der Gletscherfahrt beweist!). Wir sind bereits am Vormittag angekommen und haben uns gleich auf die Suche nach einem Campingplatz gemacht. Wir waren guter Dinge, denn bei der Touristeninfo am Busterminal hat man uns auf unsere Nachfrage hin versichert, dass alle drei Campingplaetze offen haetten (Sí, sí, cierto). Dazu muesst ihr wissen: Es hat ja jeder Mensch so seine eigene Realitaet (wiss ma ja alle), aber die suedamerikanische ist eine ganz spezielle welchige. Denn: Es ist hier grundsaetzlich gar nichts ein Problem (Sí, sí, no problem, no problem!) - komplett wurscht was man fragt.

Weshalb der Exkurs? Hoert gut zu! Von den drei geoeffneten Campingplaetzen (Sí, sí, cierto) war schliesslich nur einer tatsaechlich geoeffnet, aber auch nur noch fuer eine Nacht. Also haben wir bezahlt und zumindest fuer diese eine Nacht unser Zelt im zugegebenermassen schoenen Garten der sehr freundlichen Besitzerin aufgeschlagen. Heisse Duschen gab´s angeblich auch (Sí, sí, cierto, peró solo las damas), das haben wir aber gar nicht erst ausprobiert.

CIMG4442.jpg

Noch am selben Nachmittag haben wir uns auf eine Wanderung zur "Laguna Capri" aufgemacht (nicht ganz 20 km hin- und retour, moderate Strecke, in 4,5 Stunden bewaeltigt). Das Wetter war sehr schoen, aber es war sehr windig. Und die Landschaft wieder einmal wie aus dem Maerchenbuch:

CIMG4443.jpg
CIMG4446.jpg
CIMG4447.jpg
CIMG4450.jpg
CIMG4451.jpg
CIMG4455.jpg
CIMG4456.jpg
CIMG4457.jpg
CIMG4458.jpg
CIMG4461.jpg
CIMG4467.jpg
CIMG4470.jpg
CIMG4475.jpg
CIMG4476.jpg
CIMG4480.jpg
CIMG4483.jpg
CIMG4488.jpg
CIMG4490.jpg

Bei der Rueckkehr hatte man einen schoenen Blick auf das Kaff El Chalten. Sieht aus wie eine kleine Stadt im wilden Westen. Statt der Saloons gibt´s allerdings einen Outdoorladen nach dem anderen. Dazwischen viele Lokale und Hostels, aber die meisten hatten bereits geschlossen, auch die Nebensaison war so gut wie zu Ende. Wir waren wohl unter den letzten Besuchern hier. Wir sind uns nicht sicher, ob hier im Winter irgendwer wohnt. Handyempfang gibt´s nicht, der einzige Geldautomat ist immer defekt und Bank gibt´s auch keine.

CIMG4491.jpg

Abends begann ein Sturm zu wueten. Wir haben uns in unser Zelt verkrochen und gehofft, dass uns der Herr Jack Wolfskin keinen Schass angedreht hat. Irgendwann in der Nacht musste ich auf die Toilette. Kurz danach hat der Sturm nachgelassen und es begann zu regnen (ein Zusammenhang dieser beiden Ereignisse ist unwahrscheinlich, kann aber nicht vollends ausgeschlossen werden). Und tatsaechlich, das Zelt hielt Sturm und Regen stand (da gebuehrt nun auch dem Herrn Erik K. aus Moedlingen ein herzliches Dankeschoen!). Und da wir uns wegen der windigen Geraeuschkulisse beide mit Ohropax versorgt hatten, bekamen wir auch die naechtliche raeuberische Attacke auf unsere Essensvorraete im Vorzelt nicht mit. Eventuell waren es wieder Maeuse, aber die Spuren waren zu gross dafuer. Wahrscheinlich war es ein ein Hund oder eine Katze. Oder gar ein Puma? Na ja, ganz ehrlich? Eher nicht. Am naechsten kamen wir einem Puma wohl waehrend der sehr charmanten und lustigen Einfuehrung der Nationalparkverwaltung bei unserer Ankunft. Da wurden wir darauf hingewiessen, dass es nicht unwahrscheinlich ist, bei einer Wanderung auf einen Puma zu treffen und wie man sich in so einem Fall verhalten sollte (laut schreien, wild mit den Armen wedeln - so wie bei einem Rapid-Match wuerde ich sagen).

Wie auch immer, am Morgen war alles von tief liegenden Wolken verhangen, eine erneute Wanderung hatte keinen Sinn:

CIMG4492.jpg

Und weil der Campingplatz wie erwaehnt ab diesem Tag geschlossen hatte, sind wir in eine Hosteria in ein sensationelles Zimmer uebersiedelt (Bitte, ein eigenes Bad hatten wir auch, unpackbar!!!), sogar billiger als die Hostels, in denen wir gefragt hatten. Durch die Nebensaison haben die wohl die Preise runtergefahren. Wir sind in diesem kleinen Ort ein wenig spazieren gegangen und waren auf einen Kaffee. Zum Abendessen haben wir uns ein paar der so beliebten und daher in ganz Argentinien extrem billigen Empanadas sowie eine Flasche Wein reingezogen. Prost!

CIMG4494.jpg

Eigentlich wollten wir laenger bleiben und noch ein paar Wanderungen unternehmen. Leider versprach der Wetterbericht auch fuer die folgenden Tage nichts Gutes. Und bei unserer Abreise am naechsten Tag (richtig, wieder fruehmorgens) lag sogar Schnee!!!

CIMG4495.jpg

Also sind wir schon nach zwei Naechten wieder aufgebrochen und zwar zurueck nach El Calafate, wo wir nach einer Uebernachtung (wieder bei Johnny Cash, ihr wisst noch?) den Bus nach El Bolson genommen haben. Wir haben die Zeit hier im Sueden sehr genossen, die Landschaft und die Leute. Aber jetzt darf´s schoen langsam wieder waermer werden. Daher der doch relativ grosse Sprung in den Norden. Durch die Busfahrt konnten wir wieder eine Uebernachtung einsparen, auch nicht so uebel!

Und ob es weiter im Norden wirklich waermer war und ob die Campingplaetze da noch offen hatten (Sí, sí, cierto, no problem), erfahrt ihr das naechste Mal.

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 13:55 Archived in Argentina Comments (7)

San Carlos de Bariloche - el "Salzkammergut" (Pero...no se)

El Bolson - San Carlos de Bariloche, all in Rio Negro, ARGENTINA

sunny 15 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Nach unserem suedlichen Abenteuer sind wir schoen langsam aber doch wieder deutlich in den Norden aufgebrochen. "San Carlos de Bariloche" hiess unser Ziel, die Hauptstadt des argentinischen Seengebiets. Doch davor haben wir noch im angeblich sehr alternativen El Bolson (genau das richtige fuer uns zwei alte Reisende), in etwa 120 km suedlich gelegen, einen zweitaegigen Zwischenstopp eingelegt. 26 Stunden Busfahrt waren schliesslich fuers Erste ausreichend. Unterwegs gab´s wie immer in den Ueberlandbussen viele schlechte Filme zu sehen (ein Bildschirm ganz vorne und viele laermende Lautsprecher - Zwangsbeglueckung fuer jedermann!). Aber die Filme werden in den Bussen, wie auch in den Kinos, alle im Original mit spanischen Untertiteln gezeigt. Da sind die Argentinier uns so gebildeten Mitteleuropaeern durchaus voraus. Allerdings hilft das deren Englisch-Kenntnissen so gar nicht weiter. Die Frage "Hablas ingles?" wird zumeist mit einem arroganten argentinischen "No" abgewuergt, noch bevor die Frage zu Ende gesprochen wurde. Eine gewisse Aehnlichkeit mit uns Oesterreichern ist jedenfalls nicht zu leugnen: "Mia san mia" auf argentinisch sozusagen. Aber eh wurscht, wir haben schnell gelernt und unser Spanisch ist in der Zwischenzeit fuer einfache Konversationen durchaus salonfaehig. So, ich schweife ab. Wo waren wir? Genau, beim Ende unserer Busfahrt in El Bolson, wo wir wieder sehr eigenartige Israelis beobachtet haben. Aber bitte. Die Welt ist vielfaeltig und jeder versucht das Beste.

Unsere ersten Meter fuehrten uns zur Touristeninformation. Wieder konnten wir uns die naive Frage nach dem naechsten offenen Campingplatz nicht verkneifen. "Es abierto?". Die Antwot: "Si, si, claro!". Na dann, lassen wir uns ueberraschen. Und, was meint ihr?

CIMG4502.jpg
CIMG4503.jpg

Richtig, er hatte offen! Und auf dem riesigen, saftig gruenen Areal waren nur vier weitere Zelte aufgestellt. Also kaum Besucher, auch hier war das Ende der Saison absehbar. Dafuer bevoelkerten zahlreiche Voegel die Anlage.

CIMG4505.jpg
CIMG4509.jpg
CIMG4515.jpg
CIMG4517.jpg
CIMG4519.jpg
CIMG4546.jpg

Wie ihr bereits erkennen konntet, war das Zelt schnell aufgestellt. Danach sind wir zur Essensaufnahme aufgebrochen, denn der Nachtbus war ohne Service! Und wer aufmerksam gelesen hat, weiss noch aus dem ersten Absatz, dass wir 26 Stunden unterwegs waren. Nur mit Muehe und spaerlich hatten wir uns bei den wenigen Stopps mit dem noetigsten Proviant eingedeckt. Daher wurde nun ein Festmahl angestrebt. Je eine dicke, fette Pizza und eine Flasche Bier dazu (das gibt´s sowohl in Argentinien als auch in Chile in Restaurants, Supermaerkten und auch bei kleinen Kreislern immer auch als Literflasche - dass da die oesterreichischen Bierproduzenten noch nicht draufgekommen sind?).

CIMG4513.jpg

Danach sind wir in unsere Schlafsaecke gefallen und haben eine sehr kalte Nacht erlebt. Unsere Zehen brauchten morgens etwas laenger als sonst, um auf Normaltemperatur zu kommen. Somit war Bewegung angesagt. Wir sind auf eine Wanderung aufgebrochen, zunaechst einmal quer durch den Ort. El Bolson war doch weniger alternativ als gedacht, denn der Dreck landet wie in allen von uns bisher gesehehen argentinischen Staedten irgendwo im Wald, im Bach, im Hinterhof, auf der Strasse oder sonst wo halt grad Platz ist. Aber immer erst schoen ums Eck nach der Touristenfassade. Schade eigentlich, denn Argentinien haette soviel Schoenes zu bieten, aber das Umweltbewusstsein ist nicht sehr stark ausgepraegt (ein erster guter Versuch waere durchaus, ganz einfach mal Mistkuebel aufzuhaengen).

So was, ich schweife schon wieder ab. Wir waren bei der Wanderung und bei dieser spielte es sich gleich mal ordentlich ab. Vor einem Privatgrundstueck, an dem wir vorbeigehen mussten, hat ein sehr, sehr aggressiver Wachhund seinen Dienst versehen und diesen sehr ernst genommen. Waehrend meiner obligatorischen Hundepanikattacke war ich mir diesmal ganz sicher, dass wir ohne tiefe Fleischwunde nicht weitergehen wuerden. Sogar Margit war nicht mehr sehr wohl in ihrer Haut. Gluecklicherweise wollte uns "Hasso" (oder wie der Koeter auch immer hiess) nur vertreiben. Wie auch immer, die Wanderung fuehrte uns schliesslich doch in ruhigere und hundelose Gebiete.

CIMG4524.jpg

Cabeza del Indio (Indianderkopf):

CIMG4527.jpg

Noch ein Indianerkopf? Wohl eher ein Steinzeitindianer:

CIMG4528.jpg

Muelltrennung auf argentinisch im Wald:

CIMG4530.jpg

Cascada Escondida:

CIMG4532.jpg
CIMG4533.jpg

Bambusaehnliches Gewaechs:

CIMG4534.jpg

Wunderschoener Blick auf das Tal nahe El Bolson. Ja ihr seht richtig, es herbstelt stark:

CIMG4535.jpg
CIMG4536.jpg
CIMG4538.jpg

Am Rueckweg ueber einen sehr steilen Weg bergab konnte ich mich bei Margit revanchieren und sie vor dem Absturz ueber den Hang bewahren. Sie beschuetzt mich vor den Hunden, ich passe bei allem anderen auf sie auf. Ja, das ist unser Deal auf unserer Reise durch Suedamerika!

Abends haben wir im Aufenthaltsraum des Campingplatzes den da placierten Tischtennistisch besetzt! Wie gut das getan hat, endlich wieder ein bisserl mit Ball und Schlaeger zu hantieren. Aber nicht nur ich, auch Margit hatte sehr viel Spass dabei!

CIMG4540.jpg

Danach haben wir noch gekocht, Karten gespielt und billigen Rotwein getrunken. Am naechsten Morgen haben wir zwei sehr alternative Camper (also gibt´s die doch hier in El Bolson?) in der Wiese neben uns gefunden. Die hatten wohl etwas ueber den Durst getrunken. Einer der beiden ist gar nicht erst ins Zelt geschluepft sondern hat gleich in der Wiese geschlafen. Ein echter Held bei diesen Temperaturen! Aber verschnupft war er wohl doch etwas, denn waehrend des Fruehstuecks hat er sich mehrmals aus Mangel an Taschentuechern mittels des besonders auf Fussballplaetzen sehr beliebten "Bauernschäuzers" von seinem Rotz befreit. Allerdings koennen das die Kicker besser. Der Junge neben uns hat nicht immer alles auf einmal rausgebracht. Wie das aussah und wo er sich das alles reingeschmiert hat, koennen sich jene unter euch mit einem stabilen Magen sicher ganz gut vorstellen. Uns war´s wurscht, wir hatten schon gefruehstueckt.

CIMG4542.jpg

Danach haben wir zusammengepackt:

CIMG4543.jpg

Und es gab eine Novitaet auf unserer Reise! Wir sind fuer ganze neunzig Minuten getrennte Wege gegangen. Das erste Mal ueberhaupt auf dieser Reise (OK, aufs Klo gehen und duschen ausgenommen). Ich blieb im Aufenthaltsraum und habe gelesen. Margit hat sich auf einen Spaziergang aufgemacht.

CIMG4551.jpg
CIMG4552.jpg
CIMG4556.jpg
CIMG4557.jpg

Mittags ging unser Bus nach San Carlos de Bariloche (von den Einheimischen nur "Bariloche" genannt), die Hauptstadt des argentinischen Seengebiets (direkt am traumhaften "Lago Nahuel Huapi" gelegen). Tourismus pur, ein Café nach dem anderen und eine traumhafte Landschaft rundherum. Gleich bei unserer Ankunft haben die Busfahrer der lokalen Busgesellschaften gestreikt. Da wurde Wirbel gemacht, getrommelt, bengalische Feuer wurden gezuendet. Aber das ist normal hier in Argentinien, gehoert mindestens einmal im Monat zum guten Ton.

CIMG4561.jpg

Die beiden staedtischen Campingplatze hatten geschlossen. Also haben wir ein guenstiges Hostel-Zimmer genommen. Wir sind drei Naechte geblieben und zwei davon waren wir die einzigen Gaeste - auch hier lief die Saison dem Ende entgegen! Dies bedeutete: Viel Zeit und Platz zum Kochen in der Gemeinschaftskueche und keine neunmalklugen Reisenden, die alles gesehen haben und alles wissen (Genies quasi) und dir mit ihren Laptops Fotos aufzwingen wie damals in der McDonalds-Werbung der Dia-Vorfuehrer ("auch sehr schoen, auch sehr heiss").

Wie gesagt, Bariloche sehr touristisch...

CIMG4563.jpg
CIMG4568.jpg
CIMG4573.jpg
CIMG4574.jpg
CIMG4566.jpg
CIMG4571.jpg
CIMG4572.jpg
CIMG4565.jpg
(Romina, that´s a picture taken just for you!!!)

...malerisch gelegen...

CIMG4567.jpg
CIMG4570.jpg

... von vielen schlafende Streunern bevoelkert...

CIMG4575.jpg
CIMG4576.jpg

... oder von lustigen Touristen...

CIMG4577.jpg

... aber oft verfallen und schmutzig, wenn man einmal falsch abbiegt.

CIMG4578.jpg
CIMG4579.jpg
CIMG4581.jpg

Frage an die Forstwirte unter euch. Was ist das fuer ein komischer welchiger?

CIMG4580.jpg

Kaffees wurden viele geschluerft. Ach ja, es war Traumwetter!

CIMG4582.jpg
CIMG4651.jpg
(Romina, again this one is taken just for you!!!)

Abends im Hostel haben wir uns mit Lucia, eine der Hoste-Angestellten, unterhalten. Es war eine lustige und sehr interessante Einfuehrung in die argentinische Geschichte und die argentinische Lebenseinstellung. Erzaehlt in holprigem Englisch mit spanischen Fuellwoertern (eigentlich war´s waschechtes "Spanglish"). So wurde jedes Statement mit einem "Pero ... no se" (Aber ... ich weiss nicht) eingeleitet, ueberbrueckt oder einfach nur so kommentiert. Tomer, der sehr gutmuetige Haushund, war auch mit von der Partie (ja, das war mal ein Lieber).

CIMG4586.jpg

Auf einer Tafel wurde die Zimmereinteilung notiert. Wie gesagt, wir waren die einzigen:

CIMG4585.jpg

Am naechsten Morgen sind wir frueh raus. Wir haben uns Fahrraeder gemietet, um den "Circuito Chico" abzufahren, eine kleine Runde um eine traumhafte Halbinsel im Park "Llallo Llallo" unweit von Bariloche. Vormittags war´s noch bewoelkt und daher auch sehr kalt. Die Runde war 25 Kilometer lang, hatte teilweise starke Anstiege, aber traumhafte Ausblicke.

CIMG4590.jpg
CIMG4592.jpg
CIMG4594.jpg
CIMG4604.jpg
CIMG4607.jpg
CIMG4608.jpg
CIMG4609.jpg

Kurz bevor wir die Raeder zurueckgegeben haben, ist die Wolkendecke ganz ploetzlich aufgerissen:

CIMG4611.jpg

Also sind wir, obwohl bereits sportlich schwer aktiv gewesen, noch auf den Gipfel "Cerro Campanario" aufgestiegen. Extrem steil aber auch sehr kurz, in einer halben Stunden waren wir oben. Und das hat sich tatsaechlich mehr als gelohnt:

CIMG4615.jpg
CIMG4619.jpg
CIMG4621.jpg
CIMG4622.jpg
CIMG4628.jpg
CIMG4631.jpg
CIMG4632.jpg
CIMG4633.jpg
CIMG4646.jpg
CIMG4635.jpg
CIMG4613.jpg
(Nein, nein! Ich bin nicht wieder in die katholische Kirche eingetreten, ich war einfach nur muede und das war ein schoenes Platzerl!)

Abends haben wir im Hostel wieder gekocht. Da wir die einzigen und vor allem vertrauensvolle Gaeste waren, war nicht mal mehr jemand vom Personal da (oder sie haben sich sehr gut versteckt). Also nur wir zwei und Tomer, der arme Hund. Nachdem er vor der Tuer bereits gewinselt hat, hat Margit die Tuere ganz einfach geoeffnet und ihn "Gassi" geschickt. So macht man das hier, haben wir uns sagen lassen. Es sind also nicht nur Streuner auf den Strassen unterwegs sondern einfach auch Hunde, die autark "Gassi" gehen. Die sorgen somit zusaetzlich fuer Vermehrung unter den ohnehin schon unzahehligen Streunern auf Argentiniens Strassen. Zwanzig Minuten spaeter war Tomer wieder da und Margit hat ihn wieder reingelassen. Leider wurde uns fuer dieses "Hundesitting" kein Preisnachlass fuer das Zimmer gewaehrt.

Am Tag danch (es war immer noch Traumwetter) sind wir aufgebrochen. Wir haben noch einen Schnappschuss von Nachbars Garten gemacht (Muelltrennung auf argentinisch, ihr wisst noch?)...

CIMG4653.jpg

... dem Hostel "baba" gesagt...

CIMG4654.jpg

... und beim Busterminal bei Sonnenschein auf den Bus gewartet:

CIMG4656.jpg

Die Fahrt war sehr angenehm, es waren kaum Passagiere an Bord. Diesmal hatten wir ausreichend zu essen mit und haben dadurch den Ausblick auf das restliche Seengebiet noch mehr genossen:

CIMG4657.jpg
CIMG4661.jpg
CIMG4666.jpg
CIMG4671.jpg
CIMG4672.jpg
CIMG4673.jpg
CIMG4675.jpg

Margit lernt immer noch fleissig spanisch ("Gaturro" ist das wohl mit Abstand beliebteste Kinderbuch Argentiniens):

CIMG4682.jpg

Und ich schaue immer noch doof aus der Waesche:

CIMG4679.jpg

Und die Filme an Bord werden immer duemmer. Diesmal gab´s Emmerichs Unding "2012" zu sehen. Margit und ich kueren diesen Film zum duemmsten Film aller Zeiten (John Cusack, was hast du dir dabei nur gedacht!?). A pro pos "dumm". Unseren "Lonley Planet" ueber Suedamerika kueren wir zum duemmsten Reisefuehrer aller Zeiten. Einiges darin ist "nicht von schlechten Eltern", fast alles ist "schnuckelig und ordentlich" und einige Hostels "schwaecheln in puncto Atmosphaere", auch dann wenn "darin die Post abgeht" (zur Perfektion fehlen nur noch die Begriffe "Lusche", "Loser" oder aehnliche pubertaere Termini). Wir haben ihn nur deshalb gekauft, weil wir somit alle suedamerikanischen Laender in einem Buch hatten und dies kein anderer Reisefuehrer angeboten hat. Also sind wir selbst schuld, wir wissen es ja eh.

Somit bin ich am Ende angelangt. Vielen Dank allen, die durchgehalten haben. Fuer uns ging es noch weiter in den Norden, nach Mendoza. Und ich kann schon jetzt versprechen: Es wurde nun wirklich waermer, deutlich!

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 11:55 Archived in Argentina Comments (8)

Mendoza - el sole permanente (Pausenpfiff 1)

Mendoza - Coquimbito, all in Mendoza, ARGENTINA

sunny 25 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Wie versprochen melden wir uns aus der Waerme wieder und mit der Information, dass ich am Ankunftstag (am Sonntag, 25.4) genau bei der Haelfte meiner Reisezeit angekommen war. Keine 20 Stunden Busfahrt nach unserem Abschied aus dem argentinischen Seengebiet waren wir in Mendoza gelandet. Wie einige andere argentinische Provinzen heisst auch die Provinz rundherum wie deren Hauptstadt: Mendoza. Ist nicht sehr einfallsreich, aber bei so schoenen Namen stoert das nicht. Bei unserer Ankunft praesentierte sich das Wetter von seiner besten Seite: Warm und sonnig. Klingt verlockend, oder? Liebe auf den ersten Blick war es trotzdem nicht. Zwei Huerden hatten wir davor zu meistern.

Huerde 1:
Die junge maulfaule Dame am Informationsschalter des hiesigen Busbahnhofs war mehr an ihrem Privatgespraech am Handy interessiert als uns die exakte Buslinie und die genaue Busstation zu nennen, die zum staedtischen Campingplatz fuehren sollte. Abschliessende Frage (ihr kennt das Spielchen ja jetzt schon): "Es abierto?" Und jetzt, liebe Klasse, alle gemeinsam: "Sï, sí, claro!". Und wie war es wirklich? Ein bisserl Geduld noch, es soll ja spannend bleiben!

Huerde 2: Das argentinische Muenzenproblem! Egal um welche der Muenzen es geht (1 Peso bzw. 50, 25, 10 oder 5 Centavos), es sind alle heissbegehrt. Soll heissen: jeder will sie und verlangt sie teilweise sehr aggressiv. Aber: Keiner hat sie (z.B. wird man im Supermarkt durchaus gefragt, ob man es nicht genauer hat, wenn man eine Rechnung von 51,36 Pesos mit 52 Pesos bezahlen moechte - absurd!). Und hat man doch mal Muenzen, hortet man sie wie einen Goldschatz. Wir waren naiv genug, letzters nicht zu tun, also hatten wir wirklich keine. Fuer die Fahrt mit dem Bus jedoch unerlaesslich ("Und Scheine?" fragt ihr euch jetzt wohl. Ha, geh bitte!). Wie zwei Vollidioten sind wir ueber eine Stunde am Busbahnhof herumgerannt (beide voll bepackt) und haben versucht, irgendwo Muenzen zu kriegen (wechseln, unnoetige kleine Snacks kaufen etc.) - unmoeglich! Als wir schon aufgeben und in ein Taxi steigen wollten, hatte Margit die Idee, die Klofrau zu fragen. Und tatsaechlich: Sie rueckte schliesslich doch mit dem Heiligtum raus. Wie auch immer, die Busstation war sowieso die falsche und eine weitere Stunde verging, bis wir herausgefunden hatten, wo die richtige war.

So, das war nun eine Menge Information fuer euch. "Wo sind die Fotos?", schreit ihr zurecht! Gut, die kommen gleich. Nur soviel noch vorher: Wir haben dann doch den richtigen Bus erwischt, sind nur eine Station zu weit gefahren und standen - "Trommelwirbel" - vor verschlossenen Campingplatz-Tueren. Ja, lacht nur. Wir selbst finden es ja jetzt im Nachhinein gesehen auch sehr lustig, aber wir waren fertig (ganz schoen warm war´s inzwischen und wir noch in Fleece- und Windjacke gehuellt). Also wollten wir ein Taxi anhalten und zu einem anderen, etwas weiter ausserhalb der Stadt liegenden Campingplatz fahren (ein "ordentlicher, schnuckeliger" vom Lonley Planet empfohlen). Also Taxi anhalten und erst recht Geld ausgeben. Aber, ha! Durch reinen Zufall stand da ploetzlich ein Lieferwagen mit der seitlichen Aufschrift genau dieses Campingplatzes (Camping Suizo) direkt vor uns. Der junge Mann am Steuer wollte eigentlich andere Leute abholen, hat diese aber nicht gefunden, dabei uns entdeckt und uns schliesslich mitgenommen. Super, oder? Seine Frau sprach ganz gut deutsch (!!!) und sie hat uns gleich mal versichert, dass es hier in Mendoza nie regnet (Wasserproblem haben sie trotzdem keines, das wird frisch aus den Anden gezapft).

So, nun habt ihr euch Fotos verdient und zwar gleich jenes vom Campingplatz.

CIMG4683.jpg

Sieht aus wie in der Karibik, oder? Soll aber nicht darueber hinwegtaeuschen, dass trotz der Waerme auch hier bereits Herbst war und das Laub wie Regen von den hohen Pappeln fiel. Zwei weitere Camper gab´s noch, sonst war alles bis auf sechs dem Besitzer gehoerdenen Hunden (inkl. zwei Welpen, die Margit sofort in ihr Herz geschlossen hat) alles leer und ruhig.

CIMG4707.jpg
CIMG4708.jpg
CIMG4710.jpg
CIMG4712.jpg

Nach einem Fruehstueck sind wir am Nachmittag in das Zentrum gefahren und da hat es uns voll erwischt: Wir haben uns beide in Mendoza verliebt! Viele Palmen, buntes Treiben, breite Strassen und Gehwege, sehr sauber und viele nette Cafés! Eine Stadt zum Geniessen!

CIMG4684.jpg
CIMG4685.jpg
CIMG4686.jpg
CIMG4687.jpg
CIMG4689.jpg
CIMG4690.jpg
CIMG4697.jpg
CIMG4701.jpg
CIMG4704.jpg

Abends haben wir gekocht, es war frisch aber nicht so kalt wie noch weiter im Sueden. In den beiden Folgenaechten waren wir sogar alleine am Platz. Auch hier haben wir wieder die Saison abgeschlossen. Wir sind wohl ueberall um die entscheidenden zwei, drei Wochen hinten nach. Das hat durchaus etwas Exklusives! Genauso wie der Rummelplatz am Grundstueck nebenan uebrigens (aus den Boxen droehnte DJ Bobo, mein Gott das nennt man wohl Nostalgie), der dem ganzen eine zusaetzliche, einzigartige Note verlieh.

CIMG4706.jpg

Am zweiten Tag haben wir nichts Aufregendes erlebt, ich springe daher gleich zum dritten Tag. Da sind wir etwas ausserhalb der Stadt in den kleinen Vorort Coquimbito gefahren. Dieser Ort und die Gegend rundherum ist so ein bisserl das Burgenland Argentiniens: Sonnig, trocken und flach. 70 Prozent der gesamten Weinproduktion kommt von hier.

CIMG4717.jpg
CIMG4719.jpg
CIMG4720.jpg
CIMG4725.jpg
CIMG4727.jpg
CIMG4728.jpg

Aber es gibt auch das hier, wie ueberall, leider:

CIMG4724.jpg

Nach einem Spaziergang sind wir durch eine Empfehlung der Touristen-Information (diesmal sehr charmant) in ein kleines Lokal mit Hausmannskost gegangen. Der Gastgeber war uns dermassen sympathisch, dass wir auch gleich eine Flasche vom Roten bestellt hatten (locker-laessig auf spanisch natuerlich!). Dieser war recht schwer, hat aber ebenso gemundet wie das dazu bestellte Essen und einem Dessert hinten nach. Wirklich teuer war´s nicht (155 Pesos), hat aber trotzdem mehr gekostet als fuenf Naechte am Campingplatz (140 Pesos). Prost und Mahlzeit!

CIMG4731.jpg
CIMG4733.jpg
CIMG4734.jpg
CIMG4735.jpg

Mit einem mittelleichten Spitzerl (und heiss war´s noch dazu!) ausgestattet sind wir zu einer Schokladen-Verkostung gewankt (sie stellen aber auch Likoere und Marmeladen her). Die Fuehrung war nur kurz, aber der Garten auf dem Grundstueck ein Traum. Der Unterschied zum Burgenland ist naemlich, dass hier so ziemlich alle Suedfruechte wachsen, die man sich vorstellen kann.

CIMG4743.jpg
CIMG4744.jpg
CIMG4746.jpg
CIMG4745.jpg
CIMG4747.jpg
CIMG4748.jpg
CIMG4749.jpg
CIMG4751.jpg
CIMG4750.jpg
CIMG4752.jpg
CIMG4753.jpg
CIMG4754.jpg
CIMG4755.jpg
CIMG4742.jpg

Und der Verkostungs- und Verkaufsraum hatte Stil:

CIMG4758.jpg

Wir haben uns ein kleines Flascherl Schokolikoer und eine Tafel Schokolade gekauft. Der auf dieser Reise staendig erlittene Gewichtsverlust muss halt laufend kompensiert werden.

Die Heimfahrt mit dem staedtischen Linienbus war noch ein ganz besonderes Erlebnis. Sowohl die wilden Busfahrer als auch die maroden Busse selbst sind ein Phaenomen. Ob dich die Fahrer trotz heftigen Winkens an der Haltestelle auch wirklich mitnehmen, haengt von deren Tagesverfassung ab. Hast du es dann doch in den Bus geschafft, ist er zumeist gerammelt voll und die wilde Fahrt wird zum Balanceakt. Hochschaubahn quasi Hilfsausdruck! Positiv beeindruckt hat uns, dass wenn eine Frau mit Kind einsteigt, die Busfahrer durch den ganzen Bus schreien, dass man aufstehen und seinen Platz ueberlassen soll. Klingt gut, ist es auch und funktioniert auch. Allerdings haben wir den Verdacht, dass der Fahrer dies nur deshalb tut, damit er weiterhin verantwortungslos, einem Rennfahrer gleich, durch die zahlreichen Schlagloecher und Kurven der Stadt rasen kann - die Muetter mit Kindern halbwegs sicher in den Sitzen wissend.

Am letzten Abend wurde das Abendessen im Beisein der neugierigen aber lieben Hunde eingenommen. Uebrigens, ich tue mein Bestes! Alle, die mich gut kennen, wissen, dass ich mich hier einer grossen Phobie stelle. Allen anderen, die ob meiner wilden Hunde-Geschichten vielleicht nur milde gelaechelt haben, sei versichert: Das ist wirklich so!

Und am vierten Tag sind wir auch schon wieder aufgebrochen. Diesmal so richtig rein in das Herz der Anden. Auch hier war die Saison schon mehr oder weniger vorbei. Aber wir hatten erneut Wetterglueck. Und was genau wir erlebt haben, zum Beispiel wie kalt es naechtens im Zelt um diese Jahreszeit auf 1700 Metern war und wie duenn die Luft auf 3000 Metern wirklich ist, erfahrt ihr beim naechsten Mal!

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 14:09 Archived in Argentina Comments (6)

Vamos al Parque Provincial "Aconcagua"

Uspallata - Parque Provincial Aconcagua - Mendoza, all in Mendoza, ARGENTINA

sunny 20 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Noch schwer beeindruckt von unserer neuen, grossen Liebe Mendoza haben wir uns auf den Weg in das Herz der Anden gemacht. Da wo der hoechste Berg der Welt ausserhalb der Himalaya-Kette thront, der Aconcagua. Gelegen im gleichnamigen Parque Provincial. Zunaechst sind wir mit dem Bus ins auf 1700 Metern Seehoehe gelegene Uspallata gefahren, ein Anstieg um 1000 Hoehenmeter (wie hoch Mendoza liegt, muesst ihr euch nun selbst ausrechnen). Und je tiefer und hoeher wir in die Anden kamen desto beeindruckender wurde die Landschaft.

CIMG4761.jpg
CIMG4769.jpg
CIMG4772.jpg
CIMG4775.jpg
CIMG4776.jpg
CIMG4777.jpg
CIMG4778.jpg
CIMG4780.jpg
CIMG4782.jpg
CIMG4783.jpg
CIMG4785.jpg

Waehrend der Fahrt wurden wir ueber die Videoschirme mit einer waschechten argentinischen Seifenoper zwangsbeglueckt. Und wir haben festgestellt, dass man auch als neugieriger, aufgeschlossener Reisender nicht automatisch alles gut finden muss, was das Gastland bietet. Gegen dieses furchtbare Stueck Fernsehdrama war die Lindenstrasse eine franzoesische Literaturverfilmung! Das gleiche gilt uebrigens auch fuer die argentinische und chilenische Folklore-Musik. Diese verliert sich ebenso wie die mitteleuropaeische Schlager- und Volksmusikszene in musikalischer Schlichtheit (um es neutral auszudruecken). Allerdings mit einem Riesenunterschied: Spanisch ist im Vergleich zu Deutsch die mit Abstand schoenere Sprache.

In Uspallata angekommen, haben wir einen Campingplatz gesucht. Die genaue Schilderung der Suche erspare ich euch, ihr kennt sie: Sí sí abierto, claro! Wie auch immer, wir haben nach Irrwegen schliesslich doch trotz "Hilfe" der Touristeninformation einen geoeffneten Campingplatz gefunden, naemlich den staedtischen welchigen. Viele Pappeln, viel Laub, riesengross und so gut wie leer. Die Beschreibung der Sanitaerraeume erspare ich euch. Nur so viel: Geduscht haben wir da nicht.

Der Aufbau des Zeltes ist nur noch pure Routine, daher suchen wir immer nach neuen Herausforderungen, etwas komplizierter zu machen als noetig, nur damit ein wenig Abwechslung reinkommt. Da waere zum Beispiel das Aufblasen der Matte im Liegen.

CIMG4797.jpg

Danach sind wir nach Uspallata "Downtown" gegangen (also im Prinzip aus einer grossen Kreuzung bestehend), konkret ins Café Tibet. Das heisst deshalb so, weil hier vor einigen Jahren Szenen fuer den Film "Seven Years in Tibet" gedreht wurden (ob Brad damals auch hier war wissen wir nicht). Und da grad Mittwoch Nachmittag war, spielte in Europa gerade CF Barcelona gegen Internazionale Milano um den Einzug ins Champions League Finale. Und das lief hier im Fernsehen. Also habe ich mir das gemeinsam mit dem Kellner angesehen und mit ihm in feinstem "Spanglish" gefachsimpelt.

CIMG4801.jpg
CIMG4825.jpg
CIMG4836.jpg

Und Margit war derweil in der Gegend spazieren, hat dabei schoene Landschaften und auch echte Gauchos bei der Arbeit angetroffen und fotografiert.

CIMG4802.jpg
CIMG4805.jpg
CIMG4808.jpg
CIMG4809.jpg
CIMG4812.jpg
CIMG4859.jpg
CIMG4861.jpg
CIMG4866.jpg
CIMG4877.jpg
CIMG4884.jpg
CIMG4885.jpg
CIMG4888.jpg
CIMG4901.jpg

Danach haben wir am Busbahnhof Tickets bei diversen Busfirmen fuer die naechsten Tage gekauft, also fuer die Rueckfahrt nach Mendoza und die sofortige Weiterfahrt nach Salta. Aber wir wollen nicht vorgreifen, das kommt alles noch. Skurril dabei war, dass in einem Verkaufsbuero zwei zwoelfjaehrige Burschen sassen. Wir waren zunaechst skeptisch, aber die hatten alles unter Kontrolle und das Busticket war tatsaechlich gueltig (wie wir am Folgetag festgestellt hatten). Kinderarbeit auf argentinisch, nur: Die Jungs hatten den ganzen Tag nix zu tun und waren ausser unserem Besuch sowieso nur im Internet.

Die Nacht im Zelt war arschkalt und abends sah der Platz auch ein bisserl aus wie im "Blair Witch Project". Grusselig war dabei aber nicht wirklich irgendwas.

CIMG4918.jpg
CIMG4925.jpg

Am naechsten Morgen sind wir fuer einen Tagesausflug in den bereits oben erwaehnten "Parque Provincial Aconcagua" gefahren (Herbert, die folgenden Fotos sind dir gewidmet). Der Park war zwar geoeffnet aber nur ein kurzer und leichter Weg zum Wandern war auch tatsaechlich fuer die Oeffentlichkeit zugaenglich (gesamt: sechs einfache und flache Kilometer). Die Saison zur Besteigung des Aconcagua war bereits vorbei. Da wir hier jedoch auf 3000 Metern Seehoehe waren, ist uns das aber eh ganz recht gewesen, die Luft war schon duenn genug. So wenig geplaudert wie auf diesem Spaziergang hat Margit auf der ganzen Reise ueberhaupt noch nicht! Wir haben uns Zeit gelassen und die Ausblicke und das Traumwetter einfach genossen. Und Margit hat endlich wieder mal fotografiert!

Die Fahrt dahin:

CIMG4930.jpg
CIMG4933.jpg
CIMG4942.jpg
CIMG4937.jpg
CIMG4929.jpg
CIMG5026.jpg
CIMG5029.jpg

Im Park selbst (ueberall wo ein schneebedeckter Berg im Hintergrund sichtbar ist, handelt es sich um den Aconcagua):

CIMG4960.jpg
CIMG4950.jpg
CIMG4952.jpg
CIMG4953.jpg
CIMG4954.jpg
CIMG4959.jpg
CIMG4964.jpg
CIMG4966.jpg
CIMG4967.jpg
CIMG4969.jpg
CIMG4970.jpg
CIMG4972.jpg
CIMG4973.jpg
CIMG4978.jpg
CIMG4979.jpg
CIMG4975.jpg
CIMG4980.jpg
CIMG4981.jpg
CIMG4985.jpg
CIMG4984.jpg
CIMG4987.jpg
CIMG4989.jpg

Luca, diese Tiere gibt´s hier ueberall. Leider haben wir schon wieder keinen Puma zu Gesicht bekommen:

CIMG4991.jpg

Wir waren beinahe alleine unterwegs, nur einmal tauchte kurz eine riesige Pauschalreisegruppe auf:

CIMG4982.jpg

Vom Spaziergang zurueckgekehrt (von einer "Wanderung" zu sprechen, waere in der Tat etwas uebertrieben) hatten wir ein angenehmes Gespraech mit einer jungen und sehr charmanten Argentinierin von der Parkverwaltung. Deren Englisch-Kenntnisse waren wohl noch schlechter als unser Spanisch aber sie hat es trotzdem versucht. Wir haben das Gespraech ambitioniert mit dem besten Spanisch, das wir zur Verfuegung hatten, unterstuetzt und es ergab sich eine sehr lebendige und lustige Unterhaltung. Also, es geht doch! Eine Erfahrung, die wir bisher in Argentinien noch nicht so oft gemacht hatten.

Auf der Bundesstrasse, voll mit Sattelschleppern von und nach Chile (die Grenze war nicht weit von hier), sind wir in das naechste Dorf zurueckspaziert (von wo der Bus wieder nach Uspallata zurueckging) und haben uns das kleine Naturwunder angesehen. Eine natuerlich gebildete Bruecke, genannt "Puente del Inca".

Blick von der Strasse:

CIMG4992.jpg
CIMG4993.jpg
CIMG4994.jpg
CIMG4996.jpg

Puente del Inca:

CIMG4998.jpg
CIMG4999.jpg
CIMG5000.jpg

Das winzige Dorf einsam an der Bundesstrasse liegend. Da wo wir auf den Bus gewartet haben:

CIMG5003.jpg
CIMG5004.jpg
CIMG5005.jpg
CIMG5006.jpg

Die zweite und letzte Nacht in Uspallata war erneut sehr kalt, aber diesmal waren wir besser vorbereitet und haben mehr angezogen. Ein junger, neugieriger aber sehr schuechtener Hund hat uns immer wieder besucht, also haben wir ihn letztenendes doch gefuettert mit dem was wir ueber hatten: Marillenmarmelade, Schokokekse und solche Dinge. Und er hat es verschlungen, der war wohl hungrig der Kleine!

CIMG5015.jpg

Und nachdem es wahrscheinliche die letzte Nacht auf einem Campingplatz in Suedamerika war (in den von uns noch zu bereisenden Laendern wird das aus verschiedenen Gruenden wohl nicht mehr gehen), wollten wir uns auch mit einem speziellen Foto verabschieden. Ja, so sahen wir zumeist in unseren Strampelhosen aus bevor wir in unsere Schlafsaecke rutschten. Und ihr seid Zeugen, welche Ehre!

CIMG5021.jpg

Wie schon weiter oben angekuendigt, ging es am naechsten Morgen zeitig nach Mendoza zurueck und von da sind wir nach einer kleinen Wartezeit in einen Bus nach Salta umgestiegen. Dabei hat der Busfahrer gleich nach der Abfahrt bei einem Fahrbahnwechsel einen kleinen Kollateralschaden gebaut. Es ist nichts Schlimmes passiert, aber der Unfall hat uns ueber eine Stunde gekostet (die Polizei musste erst aus dem Siesta-Tiefschlaf geweckt werden) und hat den Verkehr auf einer der wichtigsten Ausfahrtsstrassen Mendozas blockiert. Als es endlich weiterging und der Abend ins Land zog, haben wir schliesslich noch die schoene Abendstimmung waehrend der Fahrt genossen.

CIMG5039.jpg
(das ist kein Schnee sondern Salz!)

CIMG5040.jpg

In Salta, noch viel noerdlicher gelegen, war es ebenfalls sehr sonnig und sehr warm. Hier wollten wir eigentlich nur eine Nacht bleiben und am Folgetag gleich fruehmorgens ueber die Grenze nach Chile fahren. Um diese Jahreszeit ist das wegen Schneefalls (der Pass liegt auf ueber 4000 Metern) aber gar nicht so einfach. Und weil die Uhren hier ein bisserl sehr anders ticken (Sí sí, no problema), kam alles sowieso ganz anders und aus der einen Nacht wurden schliesslich vier und unser Geduldsfaden wurde einem ganz speziellen Training unterzogen. Aber man sagt man waechst mit der Herausforderung. Nur ist das wirklich so? Mehr beim naechsten Mal!

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 18:15 Archived in Argentina Comments (0)

(Entries 31 - 45 of 75) « Page 1 2 [3] 4 5 »