A Travellerspoint blog

This blog is published chronologically. Go straight to the most recent post.

Salta - o una frontera nevada (Pausenpfiff 2)

Salta, Salta - Paso de Jama, Jujuy - Salta, Salta, ARGENTINA

sunny 25 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Die Busfahrt nach Salta dauerte wieder fast 20 Stunden, inklusive 2 Stunden Verspaetung. Diese haben wir allerdings ausnahmsweise mit Handkuss genommen, die geplante Ankunftszeit war naemlich 7.20, eh viel zu frueh, dass (allerdings schon reservierte) Quartier zu suchen. Also ging es erst so gegen halbzehn mit unseren Rucksaecken und dem "schnuckeligen" Stadtplan aus dem Lonely Planet in das sehr nahe dem Busbahnhof liegende Quartier "Siete Duendes" (Sieben Elfen). Eine 67 (in Worten: siebenundsechzig!!!) Jahre alte australische Alleinreisende (durch Suedamerika bitteschoen!!!) ohne Spanisch-Kenntnisse haben wir mitgenommen und sie gleich auch da untergebracht - sie hatte die Adresse ihres Hostels verloren. Die Unterkunft war sehr nett, mit einem wunderschoenen Innenhof und unglaublich hilfsbereiten Besitzern. Hier konnte man sich naemlich darauf verlassen, dass das versprochene "Sí sï, no problema" auch in der Realitaet so war - ganz egal, welche Wuensche, Anliegen oder Fragen man hatte (Ernesto, José und allen anderen: Vielen Dank fuer alles!). Und es gab wieder einen Tischtennistisch, ein weiterer Pluspunkt fuer dieses Hostel!

CIMG5070.jpg
CIMG5071.jpg

Es war ein etwas groesseres Hostel mit mehreren Dorms und daher eher der Kategorie "Party-Hostel" zuzuschreiben. Nicht wirklich was fuer uns, aber die Leute haben sich groesstenteils als sehr sympathisch (wenn auch teilweise etwas oberflaechlich) erwiesen. Speziell die US-Amerikaner verstehen den Small Talk perfekt, also eine makellose Symbiose zwischen Oberflaechlichkeit und Lockerheit zu bilden (laessig die Einliter-Bierflaschen in der Oeffentlichkeit haltend, etwas was ihnen auf legale Weise in ihrer Heimat ja komplett verwehrt ist) . Faszinierend!

Salta selbst ist Mendoza sehr aehnlich, nicht ganz so grosszuegig angelegt und auch nicht ganz so sauber. Aber viele Palmen, Baueme mit Suedfruechten, tolle Cafés, wunderschoene alte Gebaeude und buntes Treiben in den zahlreichen Parkanlagen:

CIMG5046.jpg
CIMG5047.jpg
CIMG5049.jpg
CIMG5050.jpg
CIMG5051.jpg
CIMG5052.jpg
CIMG5053.jpg
CIMG5054.jpg
CIMG5055.jpg
CIMG5056.jpg
CIMG5057.jpg
CIMG5058.jpg
CIMG5059.jpg
CIMG5060.jpg
CIMG5061.jpg
CIMG5062.jpg
CIMG5063.jpg
CIMG5064.jpg
CIMG5065.jpg
CIMG5066.jpg
CIMG5067.jpg
CIMG5068.jpg
CIMG5069.jpg

Das alles haben wir bereits am Ankunftstag gesehen, denn wir wollten schon am naechsten Tag nach San Pedro de Atacama in Chile weiterfahren. Bei unserer Ankunft schrieb der Kalender den 1. Mai 2010, fruehmorgens war daher alles geschlossen. Erst im Laufe des Nachmittags krochen die Einwohner aus ihren Loechern und auch die Ticketschalter am Busbahnhof sperrten auf.

Und am Ticketschalter kam die erste Planaenderung: Es hatte ueber Nacht in den Bergen geschneit und die Strasse am Pass war gesperrt. Wir wuerden erst uebermorgen fahren koennen. Also gut, noch kein Problem, haben wir halt eine Nacht verlaengert. Wir mussten dafuer nur aus dem Doppelzimmer in ein Vierer-Dorm uebersiedeln. Ein Bett blieb dabei leer, das dritte hatte eine junge Amerikanerin belegt, die am naechsten Tag fruehmorgens im Vollrausch heimkam und das kleine Zimmer mit einer Alkofahne belegte, dass es eine Freude war.

Aber so hatten wir einen Tag mehr fuer Salta zur Verfuegung, auch nicht schlecht. Die Stadt gefiel uns ja wirklich sehr gut (und dies, obwohl sie laut Lonely Planet unter Backpackern "schwer angesagt ist"). Also versuchten wir am dritten Tag (also nach der zweiten Nacht) unser Glueck. Es war von fruehmorgens weg ein sensationeller, wolkenloser Himmel und die Busgesellschaft fuhr guten Mutes aber mit dem Hinweis, dass wir eventuell nicht drueberkommen und umkehren muessten, los. Nachdem sie sich diesen Aufwand (acht Stunden bis zur Grenze und fuer den Fall der Umkehr die gleiche Zeit wieder retour) fuer die nur zwoelf Passagiere angetan haben, waren auch wir guter Dinge. Komisch war nur, dass die beiden anderen Busgesellschaften gar nicht erst los gefahren waren.

Und was ist passiert? Kommt gleich, geniesst erstmal die folgenden Fotos. Wir haben beide noch nie so etwas Beeindruckendes wie diese Fahrt durch die Anden erlebt (der hoechste Punkt, den wir auf dieser Fahrt erreichten lag auf 4320 Metern und rundherum ragten immer noch zahlreiche, ueber 6000 Meter hohe Bergspitzen empor - als Alpenlaender und speziell als Wiener kaum vorstellbar). Rot schimmerende Berge, ausgetrocknene Salzseeen, ueber drei Meter riesige Kakteen, Lamas und Esel. Unbeschreiblich und von den Fotos kaum wiederzugeben. Dennoch einige Ausschnitte davon:

CIMG5091.jpg
CIMG5094.jpg
CIMG5096.jpg
CIMG5098.jpg
CIMG5100.jpg
CIMG5103.jpg
CIMG5104.jpg
CIMG5106.jpg
CIMG5113.jpg
CIMG5115.jpg
CIMG5116.jpg
CIMG5123.jpg
CIMG5126.jpg
CIMG5127.jpg
CIMG5135.jpg
CIMG5140.jpg
CIMG5163.jpg
CIMG5164.jpg
CIMG5165.jpg
CIMG5166.jpg
CIMG5168.jpg
CIMG5169.jpg
CIMG5173.jpg
CIMG5179.jpg
CIMG5180.jpg
CIMG5181.jpg
CIMG5190.jpg
CIMG5194.jpg
CIMG5207.jpg
CIMG5213.jpg
CIMG5221.jpg
CIMG5233.jpg
CIMG5238.jpg

Also ich halte mich kurz: Wir kamen nicht rueber. Es gab keine Information von den Busfahrern, wir sind noch auf der argentinischen Seite der Grenze einfach umgekehrt. Erst von anderen Passagieren (die mit dem besseren Spanisch) erfuhren wir Stueck fuer Stueck was los war. Die chilenischen Beamten hatten die Grenze auf ihrer Seite einfach dicht gemacht, zwei Meter Schnee lag herum - sagten sie (ja, wer´s glaubt). Auf dem Weg zurueck folgt der "Hoehepunkt" der Fahrt. Mitten auf den steilen Serpentinen hatte der Bus einen Reifenplatzer. Waehrend die Busfahrer den Reifen gewechselt haben (sehr rasch und professionell, da komma gar nix sagen), hatten wir jedoch einen traumhaften Ausblick.

CIMG5244.jpg
CIMG5246.jpg
CIMG5251.jpg
CIMG5252.jpg
CIMG5250.jpg

Gegen 22 Uhr kamen wir schlussendlich wieder in Salta an. Wir sassen somit insgesamt sechzehn Stunden im Bus, nur um spaetabends da wieder auszusteigen wo wir in der Frueh eingestiegen waren - am Busbahnhof in Salta! Auch den Ticketpreis bekamen wir nicht zurueckerstattet. 30 Prozent wollten sie uns nur geben, oder aber wir koennten es am naechsten Tag nochmals versuchen. Also sind wir ins Hostel zurueck und eine dritte Nacht geblieben, wieder im Vierer-Dorm (die besoffene Amerikanerin war ausgezogen, ein junger Brasilianer besetzte nun das dritte Bett). Da ging es fast unter, dass an diesem Tag, naemlich am 3. Mai, Margit die Halbzeit ihrer (und somit auch unserer gemeinsamen) Reise feierte. Ab nun wird wohl alles noch viel schneller vergehen.

Wie auch immer, am naechsten Morgen waren wir so geraedert, dass wir es nicht noch einmal versucht haben. Ausserdem haben wir nicht daran geglaubt (2 Meter Schnee schmilzt ja auf 4000 Metern nicht ueber Nacht einfach weg). Wir haben ausgeschlafen, gefruehstueckt, noch eine Nacht verlaengert (die vierte, diesmal wieder Doppelzimmer) und sind zum Busbahnhof gegangen. Und was meint ihr, was haben uns die mitgeteilt? Richtig! Die Grenze war offen und der Bus ging rueber. AAAAAhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!!!! Diese chilenischen Hunde vom Grenzposten haben sich einfach einen Lenz gemacht gestern. 2 Meter Schnee am Vortag und am Tag darauf ploetzlich gar nix mehr. Geh bitte, schleicht´s euch! (Aber vielleicht tun wir ihnen auch unrecht und sie haben den ganzen Tag hart gearbeitet und versucht, den Weg freizufoenen.)

Gut, immerhin konnten wir das Ticket ohne Aufpreis auf den naechsten Tag umbuchen. Abends, bei einer sehr gemuetlichen und international gemischten Runde in der Hostel-Kueche (wo wir alle Anwesenden mit unserer wilden Grenzgeschichte beeindruckt haben, auch wenn eh nix wirklich Wildes dabei war) haben wir erfahren, dass die Grenze am Tag davor, bei unserem Versuch rueberzukommen, um 15 Uhr geoeffnet wurde. Und wollt ihr nun wissen wann wir da waren? Um 14.36 Uhr! Es sollte einfach nicht sein. Aber egal, vorbei ist vorbei und am naechsten Tag wurde ein neuer Anlauf gestartet. Und ob wir wenigstens bei diesem ueber die Grenze gekommen sind und wir Salta somit endgueltig den Ruecken gekehrt haben oder ob wir uns einen anderen, sehr muehsamen Weg ueber die Anden Richtung Chile suchen mussten, erfahrt ihr beim naechsten Mal.

Und eines moechten wir grundsaetzlich klarstellen, auch deshalb, weil wir von einigen Leute dazu schon gefragt wurden: Ja, wir sind auf dieser Reise jeder fuer sich und vor allem gemeinsam wirklich so gluecklich und zufrieden wie auf den Fotos ersichtlich ist. Wir verstellen uns nicht! Und das hat sich auch in dieser sehr nervenden Grenzepisode wieder einmal gezeigt: Wir halten ausserordentlich gut zusammen und geniessen jeden Tag, den wir gemeinsam verbringen koennen - egal was kommt, egal was passiert. Ein wunderbares Gefuehl fuer uns beide!

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 19:38 Archived in Argentina Comments (5)

Don´t cry for us, Argentina!

Paso de Jama, Jujuy, ARGENTINA | San Pedro de Atacama, El Loa, CHILE

sunny 25 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Wir heissen euch willkommen, wie immer natuerlich herzlich, zur Aufklaerung des grossen Mysteriums. Haben wir die Einreise nach Chile ueber den Paso Jama im Norden Chiles geschafft oder mussten wir zum wiederholten Male improvisieren und ein anders Schlupfloch durch die Anden finden? Fruehmorgens am vierten Tag ging es wieder los, wir haben zum zweiten Mal versucht, ueber den eben erwaehnten Pass nach San Pedro de Atacama im Norden Chiles zu kommen. Zwei Meter Schnee lagen noch vor zwei Tagen angeblich an der Grenze herum - ihr erinnert euch? Positiv gestimmt hat uns, dass auch die Konkurrenz-Busgesellschaft den Anlauf unternommen hatte und auch unser Bus war diesmal gerammelt voll.

Die Fahrt zur Grenze kannten wir ja bereits genauso wie ihr vom letzten Abenteuer. Auch das Wetter war das gleiche - traumhaft wolkenlos! Wer die Bilder nochmals sehen moechte, muss nochmals auf den letzten Eintrag schauen. Wir haben nicht nochmals alles fotografiert, auch wenn wir wieder genauso fasziniert waren.

Also gut, eines hat Margit doch noch gemacht:

CIMG5256.jpg

Nach acht Stunden Fahrt kamen wir wieder bei der argentinischen Grenze an - auf 4320 Metern gelegen - und diesmal war deutlich mehr los. Es sah sehr gut aus, die Nervositaet stieg. Und schliesslich durften wir uns tatsaechlich anstellen. Um unsere Nerven ein wenig zu beruhigen, haben wir uns mit einem allein reisenden US-Amerikaner indischer Abstammung unterhalten. Ein sehr charmanter, junger Mann, der vor allem die bisher erlebte amerikanische Oberflaechlichkeit wohltuend vermissen liess.

CIMG5259.jpg

Es ging schliesslich doch alles sehr rasch, nur kurze Zeit spaeter hatten alle den argentinischen Ausreisestempel in ihren Reisepaessen. Der Einreise nach Chile sollte also ab nun nichts mehr im Wege stehen. Aber nur nix verschreien, gell? Wir sind ja alle gebrannte Kinder - also wir und auch ihr als mitfiebernde Leserschaft. Weiter ging es tief in die Anden hinein, leichtes Kopfbrummen und Schwindel stellten sich ein (im Bus lag sogar eine Sauerstoff-Flasche fuer die ganz harten Faelle bereit!). Und der Bus fuhr und fuhr und fuhr - aber weit und breit keine chilenische Grenzstelle und vor allem kein Schnee!!! Nur ein paar laecherliche Ueberreste am Fahrbahnrand. Jaja, ganz sicher war das vor zwei Tagen unbefahrbar.

CIMG5287.jpg

Jedoch ueberwog die Freude gegenueber dem Aerger. Auch wegen der wunderschoenen Kulisse. Nicht ganz so spektakulaer wie auf argentinischer Seite, jedoch immer noch eine handvoll Fotos wert.

CIMG5261.jpg
CIMG5270.jpg
CIMG5271.jpg
CIMG5274.jpg
CIMG5280.jpg

In etwa zwei Stunden und einem weiteren grottenschlechten Film spaeter (Jim Camerons "Avatar") kamen wir in San Pedro de Atacama an, immerhin noch auf 2240 Metern Seehoehe liegend, am noerdlichen Rand der angeblich trockensten Wueste der Welt. Und auch die Zollstelle befand sich hier. Sehr schlau, diese Chilenen. Die bauen sich fuer den Zoll keine Huette irgendwo in der andischen Einsamkeit, nein! Die machen das gleich im ersten Ort mit Infrastruktur danach. Dass dieser Stunden von der eigentlichen Grenze entfernt ist stoert offenbar niemanden. Die Einreise ging relativ rasch (wir haben schon Schlimmeres erlebt hier), aber ich wurde wieder gefilzt. Und ich habe mich rasiert, sah zivilisiert aus - ja, ich ging sogar glatt als Argentinier durch. Aber vielleicht gerade deshalb? Chilenen haben ja die Argentinier nicht so besonders gern.

Aber wir waren erneut drinnen im schmalen Land an der Westkante Suedamerikas. Und wie unser Wuestenabenteuer weiterging und ob wir tatsaechlich, wie geplant, mit einem 4WD durch die Salzwueste geduest sind, erfahrt ihr beim naechsten Mal.

Bevor wir euch aber entlassen, gilt es noch, Argentinien wuerdevoll zu verabschieden. Ein Land, dass uns ausserordentlich gut gefallen hat. Anfangs muss man sich erst an einen anderen Rythmus gewoehnen, hat man sich jedoch auf diesen einmal eingestellt, reist es sich durchaus entspannt - es ist grundsaetzlich alles sehr gut organisiert. Der Argentinier behauptet von sich durch seine vielen italienischen Wurzeln (die wir jedoch nicht entdecken konnten) sehr aufgeschlossen und temperamentvoll zu sein. Im Sueden sind die Leute, aehnlich wie in Skandinavien, etwas kuehler, aber auf lange Sicht viel herzlicher als vor allem in Buenos Aires. Da geht es sehr schnelllebig zu, temperamentvoller, aber auch oberflaechlicher. Auch die Sprache hemmt die Argentinier ziemlich. Kein Spanisch - kein Temperament. Aber dafuer sind sie auf ihren argentinischen Dialekt ganz besonders stolz - den Castellano (das Doppel-L als SCH gesprochen).

Gegessen werden Unmengen von Fleisch (Rind in erster Linie), Empanadas (mit allem möglichen gefuellte Teigtaschen) und Medialunas (bei uns waeren das kleine Kipferln oder Croissants) und ueberhaupt viel Suesses. Getrunken wird viel Kaffee aber noch viel mehr vom Mate-Tee, der eine eigene Wissenschaft ist. Die Erklaerung dazu wuerde den Rahmen dieses Blogs sprengen, Wissensdurstige schlagen auf Wikipedia nach. Gebrauchtes Klopapier wird immer und ueberall in den Muell geworfen. Mittagspause ist (fast) ueberall von 13-17 Uhr.

Das Strassenbild ist bereits in Kleinstaedten bunt, laut, dreckig und definitiv lebendig. Unasphaltierte Nebenstrassen, hupende und ruecksichtslose Autofahrer (Zebrastreifen wurden hier wohl nur aus kuenstlerischem Anspruch heraus auf die Strassen gemalt), um sich spuckende Leute (Maennlein und Weiblein gleichermassen), Autos jagende Hunde (warum, entzieht sich unser Kenntnis), Muellberge ueberall, uralte Klapperkisten mit rauchenden Auspuffen, billige Internet-Geschaefte an jedem Eck und viele, viele Polizeikontrollen vor allem bei Ueberlandfahrten.

Mit Kreditkarte zu bezahlen ist moeglich aber selten ueblich. Geht das schliesslich doch, muss man sich ausweisen koennen Das ist aber gar keine so schlechte Idee. Staedte sind beinahe alle bis auf die touristischen Zentren haesslich und verfallen. Kommt man raus aus der Stadt findet man unbewohnte und traumhafte Naturschaetze (das beruehmte aber oede Patagonien mal ausgenommen, das ist eher nur langweilig). Und die Tierwelt spielt alle Stueckerln, ganz besonders im groesstenteils unberuehrten Sueden des Landes (wir berichteten). Buenos Aires mag keiner, der da nicht wohnt und leidet somit wie Wien am Hauptstadt-Syndrom. Von coolen amerikanischen Backpackern wird Buenos Aires auch "B.A." genannt (gesprochen "BiEi" - "And, have you already been to Bi Ei?"), aber wirklich nur von diesen. Das Leitungswasser in Buenos Aires kann so wie in ganz Argentinien problemlos getrunken werden, in den Anden sogar bedenkenlos aus allen Fluessen.

Die Gepaeckschlichter fuer die Langstreckenbusse verlangen mit aggressivem Verhalten ihr Trinkgeld. Die staatliche Fluggesellschaft Aerolineas Argentinas faehrt immer noch auf der Diskriminierungsschiene und verlangt fuer Auslaender das Doppelte. Und allen Aengstlichen unter euch sei versichert: Argentinien ist ein sehr sicheres Reiseland. Gefaehrlich ist es nur um vier Uhr frueh alleine durch die Strassen von Buenos Aires zu laufen. Aber das ist ja auch in Wien Ottrakring so (sagt der H.C.).

Vielen Dank Argentinien, wir werden dich vermissen aber wir kommen wieder. Das haben wir bereits beschlossen. Und abschliessend fuer alle unter euch, die diese unsere Reise durch Argentinien ganz besonders genau verfolgt haben: Ja, wir waren in so ziemlich allen relevanten Staedten. Nur die zweitgroesste Stadt des Landes, naemlich Cordoba, haben wir ausgelassen. Aber als gelernter Oesterreicher kennt man ja alles Wichtige aus Cordoba schon, da muss man nicht extra noch hinfahren.

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 09:40 Archived in Argentina Comments (0)

San Pedro de Atacama - el desierto más seco del mondo

San Pedro de Atacama, El Loa, CHILE

sunny 25 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Gleich nach unserer Ankunft in San Pedro de Atacama sind wir zu unserer Unterkunft spaziert. Es war die teuerste auf unserer Reise bisher aber eine der guenstigsten in diesem nur vom Tourismus lebenden und somit grundsaetzlich sehr teuren Ort. Und am ersten Abend waren wir auch gleich in einem der sehr touristischen aber wirklich ausgezeichneten Lokale essen. Und so teuer war es eh auch wieder nicht. Man muss als Europaer aufpassen, nicht in Dekadenz zu verfallen, nur weil nicht gleich alles so billig ist wie man das gerne haette.

Dieses kleine Nest sieht tatsaechlich so aus, wie man sich eine Wuestenstadt-Oase vorstellt: Die Haeuser sind aus Stein gebaut, die Strassen sind staubig, es herrscht blauer Himmel und trockene Hitze.

CIMG5290.jpg
CIMG5291.jpg
CIMG5294.jpg
CIMG5295.jpg
CIMG5297.jpg
CIMG5298.jpg
CIMG5300.jpg
CIMG5305.jpg
CIMG5308.jpg
CIMG5312.jpg
CIMG5313.jpg

Unser Hostel passt da optisch sehr gut hinein:

CIMG5314.jpg

Hier in diesem Hostel haben wir, wie auch schon in Salta, einen Brasilianer getroffen. Neben viel Information ueber Brasilien, wie es sich da lebt, wie die Leute sind und wohin die Politik geht, kann man natuerlich und vor allem sehr gut ueber Fussball reden (Ueberraschung!). Und wer es nicht wusste (so wie ich): Der offizielle Erzfeind der Gelb-Blauen ist natuerlich Argentinien, inoffiziell jedoch seit Ende der Neunziger Jahre Frankreich. Noch heute leiden die Brasilianer stark unter den Niederlagen bei den Weltmeisterschaften 1998 und 2006. So, das war jetzt aber nur fuer die Fussballkenner unter euch interessant.

Und Oesterreicher haben wir innerhalb kuerzester Zeit doch auch noch entdeckt. Wir hoffen, wir hoeren uns nicht auch so furchtbar an, wenn wir uns unterhalten.

Aber wurscht. Weiter geht´s im wilden Wuestenabenteuer: Es gibt hier in diesem kleinen Dorf so unvorstellbar viele Tourenanbieter und Agenturen fuer Ausfluege in die umliegende Wueste "Salar de Atacama". Eine sehr trockene Wueste, wenn nicht sogar die trockenste der Welt. Wikipedia weiss darueber jedenfalls folgendes:

"Die Atacama liegt im Regenschatten der Anden; etwaige Ostwinde sind trocken und bringen keine Niederschläge. Nahe der Küste verhindert eine kalte Meeresströmung, der Humboldtstrom, die Entwicklung von Regenwolken, so dass, anders als weiter nördlich oder südlich, kein Steigungsregen fällt. Das kalte Meerwasser bedingt allerdings, dass die Atacama kühl ist ... Die Atacamawüste ist etwa 15 Millionen Jahre alt. Im Jahresmittel fällt hier nur etwa 1/50-stel der Regenmenge, die zum Beispiel im Death Valley in den USA gemessen wird. Es gibt Wetterstationen in der Atacama, die in ihrer Geschichte nicht einen Tropfen Niederschlag verzeichnet haben. Es herrschen große Temperaturunterschiede zwischen Tag (30 °C) und Nacht (-15 °C)."

Wir haben uns aufgrund schlechter Erfahrung mit organisierten Touren (ihr erinnert euch an das argentinische Perito-Moreno-Gletscherabenteuer?) dazu entschlossen, keine solchige zu buchen sondern die Wueste auf eigene Faust zu erkunden. Zwei Tage hatten wir dafuer Zeit. Unser Gastgeber, Pancho, war uns dafuer eine unglaublich grosse Hilfe. Am ersten Tag ging es jedenfalls mit den Fahrraedern los, die wir von Pancho gemietet hatten.

Zunaechst ins Death Valley mit seinen riesigen Duenen, auf denen auch so genanntes "Sandboarding" angeboten wird. Als wir da waren, sahen wir jedoch keine Menschenseele - gut fuer uns. Es war einfach traumhaft:

CIMG5316.jpg
CIMG5319.jpg
CIMG5321.jpg
CIMG5322.jpg
CIMG5324.jpg
CIMG5327.jpg
CIMG5330.jpg
CIMG5333.jpg
CIMG5334.jpg
CIMG5337.jpg
CIMG5338.jpg

Danach sind wir weiter ins Valle de la Luna (Moon Valley) gefahren, eine dem Mond aehnelnde Landschaft. Abends sollen hier ganz besonders schoene Lichtspiele bei untergehender Sonne herschen. Am Ende war es nicht ganz so toll wie erwartet und es waren auch viele andere Leute hier, dennoch war es einen Ausflug wert.

CIMG5341.jpg
CIMG5345.jpg
CIMG5346.jpg
CIMG5349.jpg
CIMG5351.jpg
CIMG5352.jpg
CIMG5353.jpg
CIMG5357.jpg

Am Rueckweg, es war bereits finster (um 18 Uhr daemmert es hier schon ordentlich) und wir waren mit unseren Raedern am Heimweg, konnten wir uns fuer die bisher auf unserer Reise erhaltene Hilfsbereitschaft endlich revanchieren. Zwei Maedels waren mit ihren Raedern am Fahrbahnrand gestrandet, einer der beiden war die Kette rausgesprungen. Wir haben geholfen (ich habe schliesslich bei Herrn Kurl gelernt!) und kurze Zeit spaeter ging es gemeinsam (wir als Begleitschutz quasi) nach San Pedro de Atacama zurueck - mit dem schoenen Gefuehl, diesmal selbst Rettungsengel gewesen zu sein.

Am naechsten Morgen sind wir frueh aufgebrochen. Dazu muss man wissen, dass hier alle Backpacker, die etwas auf sich halten, alle moeglichen Touren buchen, genau so wie es in deren Bibel "Lonley Planet" diktiert wird. Gepfercht in einen vollen Bus mit dem Risiko auch noch einen schlechten Fuehrer zu erwischen. Wir hingegen sind da anders, eher uncool in der Backpackerszene. Wir haben uns von unserem Gastgeber Pancho einen total uncoolen 4WD ausgeborgt und haben am zweiten Tag selbststaendig die Wueste erkundet. Und was sollen wir euch noch sagen? Seht euch die Fotos an und geniesst. Worte finden wir dafuer keine mehr.

Zur Laguna Piedra. Da wo man wegen des dichten Salzgehaltes nicht untergeht. Selbstlos fuer euch getestet:

CIMG5375.jpg
CIMG5369.jpg
CIMG5367.jpg
CIMG5370.jpg
CIMG5368.jpg
CIMG5371.jpg
CIMG5379.jpg
CIMG5380.jpg

Zu den beiden Suesswasserlagunen "Eyes of the Salt Flats", um das Salzwasser von der vorigen Lagune wieder abzuspuelen:

CIMG5381.jpg
CIMG5384.jpg
CIMG5389.jpg
CIMG5392.jpg
CIMG5393.jpg

Zur Laguna de Chaxa (Reservas "Los Flamencos" - Nomes est Omen), inklusive Mittagspause:

CIMG5395.jpg
CIMG5404.jpg
CIMG5406.jpg
CIMG5407.jpg
CIMG5409.jpg
CIMG5413.jpg
CIMG5416.jpg
CIMG5418.jpg
CIMG5419.jpg
CIMG5420.jpg
CIMG5422.jpg
CIMG5423.jpg
CIMG5427.jpg
CIMG5434.jpg
CIMG5438.jpg
CIMG5439.jpg
CIMG5446.jpg

Zu den Lagunas "Miscanti" und "Minigues" auf ueber 4000 Metern Hoehe und die Fahrt retour bei Sonnenuntergang:

CIMG5454.jpg
CIMG5462.jpg
CIMG5464.jpg
CIMG5474.jpg
CIMG5480.jpg
CIMG5486.jpg
CIMG5490.jpg
CIMG5493.jpg
CIMG5495.jpg
CIMG5498.jpg
CIMG5504.jpg
CIMG5508.jpg
CIMG5518.jpg
CIMG5519.jpg
CIMG5520.jpg
CIMG5526.jpg
CIMG5528.jpg
CIMG5531.jpg
CIMG5540.jpg
CIMG5543.jpg
CIMG5549.jpg
CIMG5556.jpg
CIMG5564.jpg
CIMG5588.jpg

Uebrigens: Da es fuer die Wueste keine gescheiten Plaene zu kaufen gibt, hat uns Pancho - ortskundig seit vielen, vielen Jahren - einfach selbst Karten gezeichnet. Sieht witztig aus? Moeglich, waren aber die wohl besten Karten, die wir jemals zur Verfueung hatten:

CIMG5631.jpg
CIMG5632.jpg
CIMG5633.jpg

Verfahren haben wir uns also erst bei der Rueckkehr im Dorf selbst. Der Einbahnzirkus im Dunkeln war uns doch zuviel. Aber mit etwas Glueck und Nachfragen haben wir das Hostel schliesslich doch noch gefunden. Wir haben geduscht, gekocht und auch die dritte Nacht in diesem sehr angenehmen und sauberen Hostel sehr genossen. Am naechsten Tag ging es nach Santiago de Chile, die erste wirklich grosse Stadt seit Buenos Aires. Aber dazwischen lag noch eine lange, sehr unruhige 24-stuendige Busfahrt. Darueber mehr beim naechsten Mal.

CIMG5601.jpg
CIMG5604.jpg

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 17:14 Archived in Chile Comments (4)

Santiago de Chile (Hasta Luego, Chile)

Santiago de Chile, Santiago, CHILE

sunny 23 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Bei schoenem Wetter und an einem Sonntag Morgen sind wir in Santiago de Chile angekommen. Wir waren muede, die Busfahrt war wackelig und unruhig. Ausserdem sassen wir gleich neben dem WC und die Sitze waren auch nicht die bequemsten. Aber auf Santiagos Strassen war es nicht sehr hektisch, es war ja Sonntag. Mit der wunderschoen modernen und sehr sauberen Metro haben wir uns zu unserer Unterkunft in Zentrumsnaehe begeben. Margit hat dabei in blendendem Spanisch die Metro-Tickets organisiert. Ein schoenes, altes Gebaeude mit einem tollen Wohnzimmer als Aufenthaltsraum, grosser Kueche und Hinterhof. Es war alles sehr ruhig und auch wenig los, auch hier war Low Season angesagt.

CIMG5654.jpg
CIMG5647.jpg
CIMG5648.jpg
CIMG5649.jpg
CIMG5650.jpg
CIMG5605.jpg

Santiago selbst hat uns recht gut gefallen, wirklich viel haben wir aber nicht gesehen. Wir wollten uns von den letzten, sehr anstrengenden Wochen etwas erholen und alles ruhiger angehen lassen. Also mehr in Cafés sitzen, ins Kino gehen, im Hostel rumhaengen, dabei lesen und vor allem in aller Ruhe das Weblog nachpflegen (deshalb habt ihr kuerzlich auch so viele neue Eintraege gekriegt, die ihr ganz sicher mit Spannung erwartet und umgehend verschlungen habt)!

Zurueck zur Stadt. Sie wirkt sehr modern und europaeisch, aber insgesamt wenig reizvoll. Zumindest das, was wir mitbekommen haben. Dennoch haben wir uns zu ein paar Schnappschuessen hinreissen lassen.

CIMG5606.jpg
CIMG5608.jpg
CIMG5610.jpg
CIMG5611.jpg
CIMG5613.jpg
CIMG5614.jpg
CIMG5615.jpg
CIMG5616.jpg
CIMG5617.jpg
CIMG5620.jpg
CIMG5630.jpg
CIMG5634.jpg
CIMG5635.jpg
CIMG5637.jpg
CIMG5651.jpg
CIMG5652.jpg
CIMG5653.jpg

Und fuer Bruder Wolfi ein echtes chilenisches Feuerwehrauto:

CIMG5640.jpg

Am letzten Tag waren wir im Kino (das kostet so gut wie gar nix!) sowie in einem sehr netten Café mit bezaubernden Kellnerinnen (die haben nicht nur mich sondern auch Margit begeistert bitteschoen!).

CIMG5645.jpg
CIMG5646.jpg

Und somit ist es Zeit, sich auch von Chile gebuehrend zu verabschieden. Wir haben uns in diesem Land deutlich kuerzer aufgehalten (14 Tage) als in Argentinien (44 Tage), haben daher auch viel weniger Eindruecke gesammelt. Dennoch ist es uns gelungen, den Sueden, den Norden aber auch das zentrale Chile (Santiago) zu besuchen. Der Nationalpark "Torres del Paine" (Sueden) sowie die Atacama-Wueste (Norden) haben dafuer die wohl bleibendsten Eindruecke des gesamten Argentinien-Chile-Abschnitts hinterlassen. Ausgelassen haben wir das Seengebiet, welches wir eindruecklich auf argentinischer Seite gesehen haben (San Carlos de Bariloche). Und auch in das Erdbebengebiet (Conception) sind wir nicht gefahren. Aber es waere gegangen, wenn es stimmt, was wir gehoert haben. Passt genau auf und stellt euch das bitte mal vor: Es gibt doch tatsaechlich Touren fuer Touristen, die mit Booten und Bussen in die zerstoerrten Gebiete gekarrt werden, damit die sehen koennen, wie da alle leiden. Loco!!!

Chile ist Argentinien sehr aehnlich, kam uns aber insgesamt ein bisschen moderner, sauberer und nicht so teuer vor. Aber die Waehrung ist verdammt hoch, da zahlt man fuer einen kleinen Kaffee echt witzige Summen, so in etwa um die 800 Pesos (a bisserl wie in Italien in den Neunzigern). Das Busfahren klappt in beiden Laendern ausgezeichnet, das Netz ist hervorragend abgedeckt, es ist sicher und bequem. Nur zerrt es mit der Zeit einfach an saemtlichen Energieressourcen. Wir sind des Busfahrens etwas ueberdruessig, aber einen Monat muessen wir uns noch durch Bolivien, Peru und Ecuador beissen. Allerdings dauern die Langstreckenfahrten in Argentinien und Chile aufgrund der Laenge der Laender etwas laenger, das heisst ab nun wird das Busfahren auch etwas kuerzer.

Ganz wichtig: Wir hatten die beiden letzten Monate so richtig Wetterglueck. Es war zwar im Sueden vor allem naechtens sehr kalt, aber zumeist schien die Sonne und es hat kaum geregnet. Und wie schon in Australien konnten wir auch hier den suedlichen Sternenhimmel sehr oft geniessen - ich wiederhole mich vielleicht, aber dieser ist etwas ganz Besonderes und das Betrachten immer wieder aufs Neue ein Genuss!

Und noch was: Auch in Chile wirft man benutztes Klopapier in einen Mistkuebel und nicht ins Klo. Angeblich, weil das die Kanalisation nicht aushaelt. Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass die Kanalisation mehr Probleme mit dem Klopapier hat als mit dem wofuer man es verwendet. Aber gut, uns is wurscht. Und in Argentinien und Chile sind alle Lokale rauchfrei oder haben zumindest einen klar abgetrennten Raucherbereich (auch in den so beliebten Strassencafés!). In Oesterreich simma noch nicht so weit, da wird das noch a bisserl dauern. Macht ja nix, mia san ja bekanntlich mia!

Wir sind ueberall der Hauptsaison etwas hinterher gereist. Das hatte den Vorteil, dass viel weniger los und alles etwas billiger war. Aber in manchen Orten war dafuer schon einiges geschlossen, inklusive Unterkuenfte (das ist uns vor allem beim Camping aufgefallen). Wir haben so viele unterschiedliche Typen an Reisenden getroffen, es ist wirklich ein Erlebnis. Und eine ganze Menge allein Reisende, darunter zahlreiche Frauen. Wie gesagt, Chile und Argentinien sind sehr sichere Reiselaender. Mit Spanisch faehrt man in beiden Laendern deutlich besser (eh logo), aber in Chile kommt man in Gegensatz zu Argentinien auch mit Englisch durchaus gut zurecht - diesen Eindruck hatten wir zumindest.

Austria wird tatsaechlich sehr oft mit Australia verwechselt. Erklaert man allerdings, dass wir suedlich von "Germany", oestlich von "Switzerland" und noerdlich von "Italia" liegen, ist meisten alles aufgeklaert (ja, so unbekannt sind wir im Vergleich zu unseren Nachbarn - das ist wirklich so!). Kennt man unser Land doch sofort und ohne Erklaerung, dann in erster Linie wegen des Skifahrens (also doch!), oft auch wegen Vienna und der klassischen Musik oder auch wegen des zweitbekanntesten (Ex-)Oesterreichers Arnold Schwarzenegger. Mit dem bekanntesten Oesterreicher der Geschichte protzen wir nicht so, das muss nicht sein. Da soll die Welt ruhig weiter glauben, er war Deutscher.

Die letzte Nacht in Santiago verbrachten wir am Flughafen, eine Uebernachtung im Hostel hatte sich nicht ausgezahlt, und so sparten wir wieder etwas Geld. Ein Dankeschoen an dieser Stelle an die griechischen Korruptionsmeister, die den Euro und somit unser Budget stark herausfordern (aber gut, das ist halt so, alle fuer einen - einer fuer alle).

Egal. Es geht fuer uns nun (wie erwaehnt endlich wieder mal mit dem Flugzeug!) weiter nach La Paz, der Quasi-Hauptstad Boliviens ("in echt" ist ja Sucre die Hauptstadt) und via Copacabana (nein, nicht DAS Copacabana sondern ein anderes!) ueber den Titicaca-See (was fuer ein Name!!!) nach Peru. Wir tauchen in eine komplett andere Welt ein. Wie gefaehrlich diese nun wirklich ist und was wir da alles erlebt haben, berichten wir demnaechst!

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 16:53 Archived in Chile Comments (8)

La Paz (Bolivia parte I) - Papa Ruben

La Paz, La Paz, BOLIVIA

sunny 25 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Wir haben die schlaflose Nacht am Flughafen von Santiago gut ueberstanden und sind mehr oder weniger puenktlich mit der chilenischen Defacto-Monopol-Fluglinie LAN (welche aber absolut top ist) in La Paz gelandet. Abgesehen vom Ausfuellen der gefuehlten 456 verschiedenen Immigrations-, Zoll- und Einfuhr-Zetterln hat bei der Einreise alles sehr rasch und problemlos geklappt. Da koennen sich Chiles und Argentiniens Zollbeamte mal eine Scheibe abschneiden. Da der Flughafen "El Alto" auf 4.061 Metern Seehoehe liegt, war das Atmen eher eine schwierige Angelegenheit (Santiago liegt auf 520 Metern Seehoehe).

Die genaue Hoehenlage des Flughafens hat uns uebrigens der sehr freundliche und gut aufgelegte Taxler in bestem Englisch mitgeteilt. Sonst ging´s eigentlich vor allem um den World Cup 2010. Wie Oesterreich ist auch Bolivien "ganz ueberraschend" nicht qualifiziert. Mit Selbstironie haben wir uns gegenseitig ueber die Schmach "hinweggesmalltalkt". Ach ja, liebe Leserschaft: Wem diese Fussballgeschichten auf die Nerven gehen: Dies gehoert jetzt einfach dazu. Hallo!? Wir sind in Suedamerika hier. Da geht´s zuerst mal immer nur um Fussball.

Die Fahrt vom Flughafen ins Stadtzentrum, welches auf 3660 Hoehenmetern liegt, war gigantisch. So viel hat man ueber die Lage dieser Stadt gelesen und gehoert, aber wenn man das dann sieht - dir fehlen die Worte! La Paz liegt tatsaechlich in einem Tal, die Haueser sind aber rundherum die steil ansteigenden Huegel entlang gebaut. Es sieht a bisserl aus wie in einem Fussballstadion, wenn man vom letzten Rang auf das Spielfeld schaut. Die Haeuser sind die Zuschauer und die Hauptstrasse (der "Prado") im Tal ist das Spielfeld. Und schon wieder Fussball, geh bitte! Aber beeindruckend!

Die folgenden Fotos stammen vom Mirador Killi Killi (der heisst wirklich so!), den wir ein paar Tage spaeter besucht haben. Ihr seht also, dieser Bericht ist nicht ganz chronologisch aufgebaut, aber da ich grad vom Ausblick geschrieben hab, kriegt ihr diese Fotos halt gleich jetzt. Uebrigens nur Einheimische da oben, ohne Touristen oder hippen Backpackern. Die meisten Haeuser sind alle im Ziegel-Rohbau und somit unverputzt und nicht angemalt. Daher das rosafarbene Stadtbild. Der schneebedeckte Berg im Hintergrund ist uebrigens der 6.439 Meter hohe Illimani, der "Hausberg" La Paz´!

CIMG5765.jpg
CIMG5766.jpg
CIMG5770.jpg
CIMG5771.jpg
CIMG5772.jpg
CIMG5773.jpg
CIMG5774.jpg
CIMG5775.jpg
CIMG5779.jpg
CIMG5778.jpg
CIMG5781.jpg
CIMG5768.jpg

Wir haben im bereits reservierten Hostel "Arthy´s Guesthouse" eingecheckt. Eine demolierte, orangefarbene Tuer direkt an der Hauptverkehrsader "Prado" gelegen, sah zunaechst nicht sehr einladend aus. Aber was sollen wir euch sagen? Das war die mit Abstand beste Unterkunft, welche wir bisher in Suedamerika hatten. Ruhiger Innenhof, mehr als hilfsbereite und freundliche Besitzer, Sonnendeck, riesiger Aufenthaltsraum mit Ledercouch, helle und schoene Zimmer. Da sind wir sehr gerne geblieben, sogar laenger als geplant. Das hatte aber andere Gruende. Welche? Kommt noch, kommt noch.

CIMG5822.jpg
CIMG5699.jpg
CIMG5700.jpg
CIMG5701.jpg
CIMG5698.jpg
CIMG5702.jpg
CIMG5738.jpg
CIMG5739.jpg
CIMG5741.jpg

Der Blick aus dem Hostel:

CIMG5706.jpg
CIMG5707.jpg

Im Hostel haben wir auch eine sehr nette, alleinreisende Schweizerin in unserem Alter getroffen. Wir haben uns sehr gut mit ihr verstanden und sind auch mal gemeinsam auf einen Kaffee gegangen. Sie hatte jedoch einen anderen Weg und so haben sich unsere Wege nach wenigen Tagen wieder getrennt! Sonja, eine schoene Reise noch und viel Erfolg auf der Suche nach einer Erkenntnis fuer die naehere Zukunft. Vielleicht mal auf ein Wiedersehen in der Schweiz oder in Oesterreich!

La Paz haben wir waehrend der naechsten Tage zu Fuss, mit den beruehmten Microbussen und mit Taxis erkundet. Aber aufgrund der Hoehenlage und der schlaflosen Nacht vor der Anreise (eine Superkombination sagen wir euch, koennen wir eher nicht empfehlen) sind wir alles sehr ruhig angegangen und haben kein typisches Touristenprogramm durchgezogen. Das Strassenleben bekommt man am allerbesten in einem Café am Fenster sitzend mit. Es ist in der Tat faszinierend.

CIMG5684.jpg
CIMG5655.jpg
CIMG5656.jpg
CIMG5658.jpg
CIMG5661.jpg
CIMG5664.jpg
CIMG5668.jpg
CIMG5670.jpg
CIMG5671.jpg
CIMG5673.jpg
CIMG5681.jpg
(kein Raeuber, sondern einer der zahlreichen maskierten Schuhputzer - tatsaechlich aus Schande!)

CIMG5679.jpg
CIMG5682.jpg
CIMG5685.jpg
CIMG5690.jpg
CIMG5692.jpg
CIMG5693.jpg
CIMG5697.jpg
CIMG5786.jpg
(auf der Strasse wird Unterstuetzung beim Ausfuellen der Steuerformulare angeboten!)

CIMG5717.jpg

Auf die Autos wird so ziemlich alles gepackt was geht:

CIMG5824.jpg
CIMG5816.jpg
CIMG5916.jpg

La Paz ist gar nicht so gross und dreckig wie man glaubt, sogar sehr sauber. Aber es ist chaotisch, bunt, laut, voll mit schlechter Abgasluft der unzaehligen, die Strassen verstopfenden Autos, anarchistisch den Verkehr betreffend (Buenos Aires ist - obwohl viel groesser - ein "Lercherldorf" dagegen) und besteht vor allem aus zwei Geraeuschen: Dem Dauerhupen saemtlicher, motorisierter Strassenteilnehmer und dem stendigen Ausrufen der Fahrtziele und Fahrpreise durch die Microbus-Beifahrer (und es gibt hier unendlich viele Linien). Beides ist fuer den ankommenden Besucher sehr interessant und "spannend", nervt aber spaetestens nach dem zweiten Tag enorm.

Der Strassenverkehr:

CIMG5703.jpg
CIMG5704.jpg
CIMG5718.jpg
CIMG5755.jpg
(sogar in Bolivien: die Polizeiautos haben ueberall viel mehr Stil als daheim)

CIMG5760.jpg
CIMG5761.jpg
CIMG5764.jpg
CIMG5733.jpg
CIMG5729.jpg
CIMG5783.jpg
CIMG5787.jpg
CIMG5788.jpg
CIMG5803.jpg
CIMG5802.jpg
CIMG5932.jpg
CIMG5837.jpg
CIMG5833.jpg

Chaotische, laute und irrwitzige Maerkte wohin das Auge reicht und Essensstaende, die wir nach einer zoegerlichen Annaeherungsphase (es ist nicht alles hygienisch) doch noch gesteurmt haben, weil das meiste davon sehr lecker und so vedammt billig ist (3 Bolivianos fuer ein Hot Dog, 1 Boliviano fuer gebackene suesse Teigtaschen und noch vieles mehr). Auch ein "Almuerzo", ein sogenanntes Mittagsmenue haben wir mal ausprobiert. Das kostet 15 Bolivianos und besteht aus Vor-, Haupt- und Nachspeise. Vorteil: Es ist fast geschenkt, man sitzt nur mit Einheimischen im Lokal und hat dadurch etwas Authentisches. Nachteil (und Hand aufs Herz): Wirklich besonders schmeckt das aber nicht.

Impressionen von Maerkten und Plaetzen:

CIMG5749.jpg
CIMG5750.jpg
CIMG5734.jpg
CIMG5719.jpg
CIMG5720.jpg
CIMG5721.jpg
CIMG5723.jpg
CIMG5694.jpg
CIMG5686.jpg
CIMG5727.jpg
CIMG5790.jpg
CIMG5805.jpg
CIMG5810.jpg
CIMG5918.jpg
CIMG5926.jpg
CIMG5832.jpg
CIMG5830.jpg
(getrocknete Lamafoeten werden als Gluecksbringer verkauft)

CIMG5814.jpg
CIMG5819.jpg

Es gibt vedammt wenig streunende Hunde (die ueberleben diese Verkehrsanarchie einfach nicht) aber enorm hohe Polizeipraesenz. Was mich zu einem wichtigen Punkt fuehrt: La Paz hat auf uns ueberhaupt keinen gefaehrlichen Eindruck gemacht, aber wir sind auch nicht spaetnachts ausserhalb des Zentrums in Elendsvierteln herumspaziert. Aber man hoert doch einiges von anderen Reisenden, ganz in Sicherheit sollte man sich nicht wiegen. Wenn man aber den Hausverstand einschaltet, kann eigentlich nichts passieren. Manche wollen es aber wissen und spazieren naechtens ganz bewusst durch dunkle Gassen in zwielichten Vierteln. Von diesen hoert und liest man schliesslich auch immer wieder, aber ganz ehrlich: Diesen ist dann auch nicht mehr zu helfen.

Die Gebaeude sind faszinierend:

CIMG5726.jpg
CIMG5728.jpg
CIMG5730.jpg
CIMG5732.jpg
CIMG5743.jpg
CIMG5745.jpg
CIMG5746.jpg
CIMG5747.jpg
CIMG5748.jpg
CIMG5753.jpg
CIMG5754.jpg
CIMG5756.jpg
CIMG5758.jpg
CIMG5751.jpg
CIMG5735.jpg
CIMG5791.jpg
CIMG5792.jpg
CIMG5794.jpg
CIMG5795.jpg
CIMG5796.jpg
CIMG5785.jpg
CIMG5798.jpg
CIMG5799.jpg
CIMG5804.jpg
CIMG5811.jpg
CIMG5820.jpg
CIMG5826.jpg

Fuer Kinder, egal ob obdachlos oder einfach "nur" aus einem armen Elternaus stammend, gibt es ein ganz besonders schoenes Projekt. Als Zebras verkleidet, regeln sie unter Aufsicht von Polizisten spielerisch den chaotischen Strassenverkehr. Einen Esel gibt es auch, der darf dann jene Fahrer zurechtweisen, die einen Fehler gemacht haben. Sie werden dafuer bezahlt und bekommen auch eine Ausbildung. Das fanden wir sehr sympathisch.

CIMG5665.jpg
CIMG5797.jpg

Bolivien hat einen sehr hohen Anteil an indigener Bevoelkerung, das spiegelt sich auch im Strassenbild von La Paz wieder und konntet ihr ja schon auf den Fotos sehen. Viele kommen gerade irgendwie durch, die Gesichter vieler Leute sind gezeichnet. Sie tragen so ziemlich alles, was sie tragen koennen in einem Tuch, das sie sich auf den Ruecken schnallen - inklusive ihrer Babys! Sie verhalten sich gegenueber Fremden misstrauisch und wirken daher unfreundlich. Das ist sehr schade.

Die Masse in den Strassen insgesamt wirkt sehr hektisch, hat man aber individuell mit Einheimischen zu tun, merkt man schnell, dass hier alles sehr, sehr gemaechlich zugeht. Bettler findet man nicht mehr als bei uns, sogar vielleicht weniger. Das liegt wohl daran, dass eigentlich fast alle arm sind und der Unterschied zwischen armer und mittlerer Schicht nicht so gross ist wie bei uns. Und fuer alle, die von den Fussballgeschichten nicht genug kriegen koennen: Ja, auch hier werden fleissig und enthusiastisch Fussballpickerln gekauft, getauscht und gesammelt. Gerade jetzt vor dem World Cup - Kinder wie Erwachsene.

Alle Lokale, die wir besucht haben, sind auch hier rauchfrei gewesen! Hut ab! Und den beruehmten Coca-Tee haben wir natuerlich auch probiert. Margit hat er ganz gut geschmeckt, mir nicht wirklich. Aber er hilft angeblich gegen die Hoehenkrankheit. Kann sein, habe ich aber nicht bemerkt. Jedoch ist dieser Tee nicht nur bei den Einheimischen, sondern auch und vor allem bei den jungen Backpackern sehr beliebt. Diese in sonst fast allen anderen Laendern verbotenen Blaetter (aus denen schliesslich die Droge Kokain hergestellt wird) als Tee zu trinken ist halt Kult!

CIMG5725.jpg

Es wird viel gestreikt und demonstriert. Als wir da waren sogar jeden Tag, manchmal mehrmals taeglich. Wie ernsthaft das von der Bevoelkerung betrieben wird oder ob das halt dazu gehoert, wissen wir nicht. Aber es hat etwas Inflationaeres.

CIMG5713.jpg
CIMG5930.jpg
CIMG5759.jpg

Ja, also warum sind wir nun laenger geblieben (1 Woche) als geplant (4 Tage)? Margit hatte bereits aus Chile eine Verkuehlung mitgebracht, die sich in La Paz aufgrund der Hoehe und der schlechten Luft zu einer Nebenhoehlenentzuendung entwickelt hat. Also wurde der Herr Doktor gerufen, der bei Margit auch gleich Salmonellen diagnostiziert hat und daher Antibiotika verschrieben hat. Um sicherzugehen, wurde sie ins Labor zur Blutabnahme geschickt. So sind wir quer durch La Paz mit dem Taxi ins Labor gefahren. Und zurueck abenteuerlich mit einem Microbus. Waehrend der naechsten Tage hat sich unser Gastgeber Ruben derartig liebevoll um Margit gekuemmert, dass wir beide ihn ganz besonder ins Herz geschlossen haben. Gracias Ruben, it was a pleasure!!!

Angeschlagen und daher besonders attraktiv:

CIMG5712.jpg
CIMG5709.jpg

Ich habe also La Paz eine paar Tage lang alleine erkundet und auch immer dafuer gesorgt, dass es abends was zu essen gab. Das ist gar nicht so einfach, es gibt nicht mal einen kleinen Supermarkt, nur winzige Kreisler aehnliche Geschaefte (Tiendas) und die haben nicht immer das, was man selbst gerne haette. Als es Margit nach ein paar Tagen Ruhe besser ging, haben wir noch einen Ausflug in das "Valle de la luna" (Mondtal) gemacht. Nicht ganz so beeindruckend wie gedacht, aber einen Ausflug wert. Nur die Fahrt dahin mit dem Minibus war unangenehm. Das faellt unter die Kategorie "hab ich gesehen und erlebt, kann nun wilde Geschichten erzaehlen, muss ich aber nicht noch mal haben".

CIMG5848.jpg
CIMG5855.jpg
CIMG5856.jpg
CIMG5858.jpg
CIMG5859.jpg
CIMG5861.jpg
CIMG5864.jpg
CIMG5866.jpg
CIMG5869.jpg
CIMG5872.jpg
CIMG5874.jpg
CIMG5880.jpg
CIMG5884.jpg
CIMG5888.jpg
CIMG5897.jpg
CIMG5906.jpg
CIMG5915.jpg

Und so verging die Zeit sehr rasch und wir haben eine ganze Woche in La Paz verbracht. Klingt nicht so toll? Stimmt irgendwie und war vielleicht ein bisserl zu lang - aber dafuer haben wir jeden Tag etwas Neues entdeckt. Diese Stadt muss man wirklich erst Stueck fuer Stueck erforschen, was sich am Ende bezahlt macht. Nur wenn dir nach einer Woche von der "guten Luft" die Augen traenen, die Nase juckt und der Hals rauh wird, faehrt man gerne wieder, behaelt aber wunderschoene Erinnerungen zurueck. Geregnet hat es zweimal abends, sonst war es sehr schoen, aber die Luft verdammt trocken und verdreckt. Fazit: La Paz ist eine dieser faszinierenden Staedte, die dich umgehend anziehen, in welchen du aber auf keinen Fall leben moechtest.

Soweit genug zur Grossstadt. Fuer uns hiess es: Raus aufs Land, zum Titicacasee. Und da haben wir fuer ein paar Tage Ruhe und Geborgenheit gefunden. In einem traumhaften Hotel, wir waren begeistert. Und das werdet ihr wohl auch sein. Findet es raus - im naechsten Bericht.

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 11:46 Archived in Bolivia Comments (6)

Copacabana, Lago Titicaca (Bolivia parte II) - Hola amigos!

Copacabana - Lago Titicaca - Isla del Sol, all in La Paz, BOLIVIA | Puno, Puno - Cusco, Cusco, PERU

sunny 25 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Morgens um 8 Uhr, ein wunderschoener, blauer Himmel ueber uns, verliessen wir La Paz nach 7 Tagen und 7 Naechten schliesslich mit dem Bus in Richtung Titicacasee, genauer gesagt nach Copacabana. Am See angekommen musste ein kurzes Stueck mit dem Boot ueberbrueckt werden. Der Bus kam dabei auf ein anderes Boot als die Passagiere.

CIMG5934.jpg
CIMG5937.jpg
CIMG5943.jpg
CIMG5946.jpg

Den Lago Titicaca teilen sich Bolivien und Peru. Touristisch ist er auf beiden Seiten aber auf der bolivianischen Seite angeblich viel schoener. Gut so, also haben wir uns dafuer entschieden, ihn auch auf dieser Seite anzusehen. Fuer euch liebe, treue Leserschaft, die "harten Fakten" zum See:

CIMG6057.jpg
CIMG6056.jpg

Gleich nach der Ankunft sind wir zum bereits reservierten Hotel "La Cupula" gegangen. Von vielen Mitreisenden empfohlen - auch vom Lonley Planet, was aber mit Vorsicht zu geniessen ist - haben wir es riskiert und da eingecheckt. Und tatsaechlich war diese Unterkunft das Paradies auf Erden: Ein wunderschoenes Haus, auf einem Huegel liegend, mit Blick auf den See - um 120 Bolivanos pro Zimmer und Nacht. Es gab heisse Duschen, schoene und grosse Zimmer, freundliches Personal, einen riesigen Garten mit Haengematten und ... und ... und. Mit einem Wort: Das perfekte Hotel!

CIMG5947.jpg
CIMG5948.jpg
CIMG5949.jpg
CIMG5950.jpg
CIMG5951.jpg
CIMG5973.jpg
(ja, in unserem Garten grasten auch Schafe...)

CIMG5980.jpg
(ein kleines Laemmchen - authentischer geht es nicht mehr!)

CIMG5967.jpg
(und wir geniessen und entspannen)

Der Ort selbst ist sehr touristisch und nicht aussergewoehnlich schoen. Dafuer entschaedigt die Lage direkt am See. Und obwol er auf genau 3841 Metern Seehoehe liegt, wurden mein in La Paz staendig traenendes Auge und meine juckende Nase schon am ersten Tag geheilt! Die Luft war duenn aber klar!

CIMG5954.jpg
CIMG5955.jpg
CIMG5956.jpg
CIMG5958.jpg
CIMG5959.jpg
CIMG5961.jpg
CIMG5962.jpg
CIMG5963.jpg

Auch Margit ging es taeglich besser. Nur die richtigen Tabletten zu finden, um den Schleim aus den Nebenhoehlen abzutransportieren, war nicht so einfach. Der Verzweiflung nahe, fand sie schliesslich ausgerechnet hier in Copacabana den perfekten Apotheker, der ihr Tabletten veschrieb, welche endlich ihren Nebenhoehlenschleim zur Abfuhr brachten. Juchu!

Am Tag danach sind wir auf die Isla del sol (Sonneninsel) gefahren. Auch sehr touristisch, und man muss auf der Wanderung quer ueber die Insel immer irgendwo etwas bezahlen. Nicht viel, ist aber sehr laestig. Statt gleich anfangs eine Gebuehr zu verlangen, machen sie Stueckwerk daraus und kassieren alle paar Meter eine paar Bolivianos ab.

Die Insel hat wirklich alles geboten, was du dir wuenscht (tolle Landschaft aber auch kleine Ruinen der Inkas). Die vierstuendige Wanderung unter gleissender Sonne war anstrengend - immerhin waren wir hier auf 4000 Metern Seehoehe - aber wir haben es genossen. Und einen Sonnenbrand haben wir uns auch gleich geholt.

CIMG5987.jpg
CIMG5996.jpg
CIMG5997.jpg
CIMG6000.jpg
CIMG6003.jpg
CIMG6004.jpg
CIMG6006.jpg
CIMG6008.jpg
CIMG6012.jpg
CIMG6017.jpg
CIMG6024.jpg
CIMG6026.jpg
CIMG6027.jpg

Sieht teilweise aus wie am Meer, stimmt´s? Haben wir auch gedacht, ist aber "nur" ein riesiger See!

Neben dem Tourismus bestellen hier viele Bauern tatsaechlich muehsam Felder, haben daher viele Nutztiere. Vor allem Schweine, Esel und Lamas. Daher sieht es manchmal so aus wie noch vor hundert Jahren.

CIMG5999.jpg
CIMG6002.jpg
CIMG6037.jpg
CIMG6039.jpg
CIMG6041.jpg
CIMG5992.jpg

Und diese Kinder haben sich mit Posieren fuer Fotos etwas Geld dazuverdient:

CIMG6032.jpg
CIMG6034.jpg

Auf der Rueckfahrt wurden wir noch zu einer der auf dem Titicacasee beliebten "schwimmenden Inseln" gekarrt. Reine Abzocke, fast keiner ist aus dem Boot gestiegen. Nur vier typische Touris haben den Eintritt bezahlt, um mal auf so einer Insel zu stehen. Der Rest hat verweigert. Die glauben hier tatsaechlich, sie koennen alle Auslaender fuer dumm verkaufen.

CIMG6042.jpg
CIMG6043.jpg
CIMG6045.jpg
CIMG6046.jpg
CIMG6048.jpg
CIMG6050.jpg
(das Militaer waescht hier die Waesche im See!)

CIMG6051.jpg
(zurueck in Copacabana)

Und weil wir vom tollen Hotel auch noch was haben wollten, haben wir eine Nacht verlaengert und am dritten Tag einfach ausgespannt. Morgens haben wir auf der Terrasse des angeschlossenen Restaurants bei einem sensationellen Fruehstueck den Ausblick auf den See genossen.

CIMG6054.jpg
CIMG6053.jpg
CIMG6052.jpg

Aber es ging alles schneller vorbei als uns lieb war. Am naechsten Morgen haben wir den Bus zur peruanischen Grenze genommen und uns von dieser Oase am Titicacasee verabschiedet. Die Fahrt zu Grenze dauerte nur wenige Minuten und auch die Abwicklung an der Grenze ging sehr schnell! So unspektakulaer sieht uebrigens hier die Grenze aus - wie ein kleines Dorf:

CIMG6055.jpg

Somit haben wir auch Bolivien hinter uns gebracht. Viel koennen wir ueber das Land nicht sagen, schliesslich waren wir hier nur an zwei Orten in 10 Tagen. Da koennen wir kein ehrliches Feedback ueber das gesamte Land geben. Was wir gesehen haben, ist es hier sehr sauber (Chile und Argentinien: so geht das!), sehr billig, aber vor allem die indigene Bevoelkerung ist sehr zurueckhaltend, humorlos und wirkt daher unfreundlich. Und wir haben wirklich unser bestes Spanisch ausgepackt und versucht, gute Gaeste zu sein!

Leitungswasser ist in Bolivien leider nicht trinkbar, daher mussten wir immer welches kaufen. Das erste Land auf unserer Reise, in dem dies so war. Und noch was: Wirst du in Argentinien und Chile salopp "chico" bzw. "chica" genannt, ist man in Bolivien schnell mal ein "amigo" bzw. eine "amiga". Also Freunde ueberall hier! Und wir kommen sicher wieder, denn wir haben lange noch nicht alles von diesem faszinierenden Land gesehen!

So sind wir nun auf peruanischer Seite am Titicacasee entlang gefahren und schliesslich in Puno gelandet. Viele steigen hier aus und bleiben eine Nacht. Aber so schoen ist es hier nicht. Es stimmt tatsaechlich - in Bolivien liegt der See viel schoener! Wir konnten dennoch einige sehr faszinierende Bilder von der Gegend einfangen.

CIMG6061.jpg
CIMG6065.jpg
CIMG6066.jpg
CIMG6076.jpg
CIMG6077.jpg
CIMG6082.jpg

Die Stadt selbst - wie gesagt - sehr schirch:

CIMG6088.jpg

Wir haben in Puno den Bus gewechselt und sind weiter nach Cusco gefahren. Der wohl bekannteste Ort im "heiligen Tal der Inka". Die Fahrt dahin war eine wunderschoene welchige durch die Anden, aber der Busfahrer war voellig durchgeknallt. Gefahren wie ein Irrer, staendig laut hupend andere Autos ueberholt, Kurven viel zu schnell gefahren und gefaehrlich geschnitten. So gar nicht beeindruckt hat ihn dann ein anderer, in einem Kreisverkehr auf der Seite liegender Reisebus (wohl mit einem noch viel gestörteren Fahrer?), denn unser Lenker war auch weiterhin vom Raserteufel besessen. In der Fahrerkabine mit seinem in etwa sechsjaehrigen Sohn (beide natuerlich nicht angeschnallt) gescherzt und gespielt, danach gegessen und freihaendig gefahren. Kurz: Ein echter geistesgestoerter peruanischer Macho. Der Name der Buslinie: Libertad. Das hat wohl mit dem Fahrstil zu tun, nehmen wir an: Freistil. Positives: Wenn du so eine Busfahrt unverletzt ueberstehst - und das haben wir - steigst du in Zukunft furchtlos auch in jedes noch so klapprige Flugzeug ein.

Bilder von der Fahrt:

CIMG6084.jpg
CIMG6096.jpg
CIMG6100.jpg
CIMG6103.jpg
CIMG6105.jpg
CIMG6107.jpg
CIMG6108.jpg
CIMG6112.jpg

So sind wir schliesslich spaetabends in Cusco angekommen und mit dem Taxi zur wunderschoenen Unterkunft "Amazon Hotel" gefahren.

CIMG6443.jpg

Unser Zimmer...

CIMG6113.jpg

...und der Blick abends...

CIMG6115.jpg

...und morgens auf Cusco:

CIMG6116.jpg

Von hier aus ging es am naechsten Tag tief hinein in das heilige Tal der Inkas und danach weiter nach Machu Picchu. Ja, wir standen tatsaechlich kurz davor! Und wie es uns da gefallen hat und ob sich der zeitliche und vor allem finanzelle Aufwand gelohnt hat, erfahrt ihr beim naechsten Mal.

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 12:35 Archived in Bolivia Comments (6)

Machu Picchu y el valle sagrado de los Incas

Cusco - Aguas Calientes - Machu Picchu - Cusco, all in Cusco, PERU

sunny 25 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Da waren wir nun in aller Herrgottsfrueh, komplett ausser Atem aber uebergluecklich. Wir standen nicht nur endlich vor dem Eingang zu Machu Picchu. Wir hatten sogar einen der begehrten Zugangsstempel fuer "Waynu Picchu", den steilen und spitzen Nachbarberg, der ueber der alten Inka-Anlage thront, ergattert. Unser Abenteuer Machu Picchu stand also kurz vor dem Hoehepunkt - wir waren tatsaechlich mittendrin statt nur dabei.

CIMG6245.jpg

Eine genaue Erklaerung zu diesem Foto folgt spaeter. Zunaechst mal alles der Reihe nach, von ganz von vorne sozusagen. Der Titel dieses Eintrags (Machu Picchu und das heilige Tal der Inkas) ist ganz bewusst eine Anlehnung an die Indiana-Jones-Filme. Denn die Fahrt mit dem alten Zug durch das heilige Tal der Inkas, die geheimnisvolle Landschaft und unsere ganz persoenlichen Eindruecke hatten mehr als einen Hauch Indiana Jones. Wer sich aus Zeitmangel oder anderen Gruenden nicht durch den kompletten Bericht quaelen moechte, geniesst einfach nur die Bilder. Gut, wer will folgt uns nun tief ins heilige Tal der Inka. Springen wir dazu nochmals einen Tag zurueck.

Wir haben nur das noetigste Gepaeck fuer eine Nacht in unsere Tagesrucksaecke gepackt und den Rest im Hostel in Cusco gelassen. Nach Aguas Calientes, jener Ort am Fusse des Machu Picchu, da wo alle hin oder zumindest durch muessen, wenn sie nach Machu Picchu moechten (wenn sie da nicht zu Fuss hinmarschieren wollen), faehrt von Cusco aus normalerweise ein Zug - durch das ganze malerische Tal. Aber durch die starken sommerlichen Regenfaelle und Erdrutsche waren etwa zwei Drittel der Bahnstrecke immer noch gesperrt. Die Betreiber-Bahn "PeruRail" hat daher Ersatzbusse fuer einen Grossteil der Strecke zur Verfuegung gestellt.

Ausblicke waehrend der Busfahrt:

CIMG6119.jpg
CIMG6130.jpg
CIMG6136.jpg
CIMG6137.jpg
CIMG6138.jpg
CIMG6140.jpg

Das letzte Drittel legten wir aber mit dem Zug zurueck. Eine wunderschoene Landschaft, links und rechts des Tals ragen steile Felswaende empor, kleine Ruinen flankieren die Schmalspurbahn. Und es tummeln sich zahlreiche Pauschaltouristen, etwas was wir seit der Schifffahrt durch den argentinischen Perito-Moreno-Gletscher nicht mehr erlebt hatten. Dabei haben wir auch wieder die ruestige, 67 Jahre alte Australierin aus Salta wiedergetroffen (auch darueber berichteten wir ja exklusiv fuer euch, liebe Leserschaft). Sie steht uebrigens am ersten der nun folgenden Fotos links neben Margit! Es ist faszinierend, wieviele Leute man auf diesem riesigen Kontinent immer wieder trifft, auch wenn man in der Zwischenzeit komplett andere Wege gegangen ist.

Bilder vom Bahnhof und von der genialen Fahrt:

CIMG6142.jpg
CIMG6143.jpg
CIMG6144.jpg
CIMG6146.jpg
CIMG6148.jpg
CIMG6149.jpg
CIMG6150.jpg
CIMG6152.jpg
CIMG6160.jpg
CIMG6162.jpg
CIMG6171.jpg
CIMG6176.jpg
CIMG6184.jpg
CIMG6185.jpg
CIMG6193.jpg
CIMG6200.jpg
CIMG6208.jpg
CIMG6210.jpg
CIMG6218.jpg
CIMG6219.jpg
CIMG6221.jpg
CIMG6222.jpg
CIMG6229.jpg

Puenktlich, weil PeruRail wirklich ausgezeichnet organisiert ist (es kostet auch genug!), sind wir in Aguas Calientes angekommen, endlich etwas tiefer gelegen - auf 2000 Hoehenmetern. So viel schlechtes hat man gehoert. Vor allem der Lonley Planet laesst kein gutes Haar an diesem Ort - aber was wir vom Lonley Planet halten, haben wir ja schon mal besprochen.

Und es ist tatsaechlich so: Der Ort hat Charme, liegt perfekt zwischen steilen Felswaenden eingebettet, ein reissender Fluss teil das kleine aber feine Zentrum. Riesige Bananenbaeume wachsen wie Unkraut ueberall aus dem Boden. Die Luft ist warm und feucht - mit einem Wort: Es hat etwas von Dschungel! Dass alles hoffnungslos ueberteuert ist, voller Touristen und aggressiven Werbern vor Lokalen und Restaurants sowie vielen unfertigen Haeusern, verzeiht man dem Ort bei dieser Lage gutmuetigst.

CIMG6233.jpg
CIMG6234.jpg
CIMG6237.jpg
CIMG6238.jpg
CIMG6239.jpg
CIMG6346.jpg
CIMG6347.jpg
CIMG6348.jpg

Also was meint ihr? Nicht so schlimm, oder? Wir hatten wieder einmal Wetterglueck - auch am naechsten Tag, ich nehme es vorweg. Nach dem Check-in in einem fuer diesen Ort relativ guenstigen Hostel, haben wir uns den Ort ein bisschen angesehen, sind gemuetlich in einem Café gesessen und haben mit ein paar sympathischen Schweizern ein bisserl geplaudert und gescherzt.

Zum Dinner waren wir in einem der ueberteuerten Lokale ("Preise wie in der Zuer'cher Innenstadt", meinten die Schweizer schockiert). Dabei hatte ich die Chance, ein Meerschweinchen zu essen, ein typisch peruanisches Gericht. Aber das wird komplett mit Kopf und Fuessen serviert. Und das konnte ich der armen Niki nicht antun, die auch weiterhin friedlich im Garten meiner Eltern ruhen soll (Sandy: Ich hab es einfach nicht uebers Herz gebracht!). Wir sassen bei offenem Fenster im ersten Stock mit Blick auf die Schienen und haben beobachtet.

CIMG6243.jpg
CIMG6240.jpg

Gut, bevor ihr mir hier alle schnarchend wegbrecht, geht es endlich los mit dem Abenteuer Machu Picchu (obwohl: wir sind ja eh schon mitten drin!). Kurz zur Erklaerung: Wenn man auch auf den bereits in der Einleitung erwaehnten Waynu Picchu moechte, muss man frueh los. Sehr frueh! Das ist naemlich so: Noch vor ein paar Jahren konnte da jeder raufgehen, aber seit ein paar Jahren ist die taegliche Besucherzahl aus Naturschutzgruenden auf 400 Personen limitiert. Das kostet nix, die ersten 400 in der Warteschlange kriegen den "Gratiserlaubnisstempel" ganz einfach auf ihr Eintrittsticket. Um 6 Uhr sperrt die Anlage auf, um 5.50 Uhr kommt der erste Bus an, der aus Aguas Calientes steile Serpentinen hoch faehrt. Will man also vor dem ersten Bus und den Massen oben sein, muss man die 400 Hoehenmeter ueber eine sehr steile Treppe bewaeltigen. Dauer des Aufstiegs: 90 Minuten. Die Mathematiker unter euch wissen: Man sollte also spaetestens um 4.19 Uhr starten. Das haben wir schliesslich auch gemacht (nachdem uns der Wecker um 3.50 Uhr lieblos aus unseren Traeumen gerissen hat). Bei Dunkelheit (und daher mit Stirnlampe) aber bei angenehmen Temperaturen. Und wir waren nicht alleine unterwegs.

Dank meiner unheimlich ruhmreichen Vergangenheit als "Steinhofermauerlaeufer" habe ich den steilen Weg regelrecht gestuermt, alle Amis, Suedafrikaner und sonstige Mitkletterer hinter mir gelassen und somit auch Margit den Weg geebnet (Uebrigens: die schwuele Luft hat Margits Nebenhoehlen sehr gut getan - trotz des anstrengenden Aufstiegs!). Oben angekommen war es bereits hell und eine lange Schlange war vor uns, aber wir waren knapp vor dem ersten Bus da und haben tatsaechlich als Nr. 41 und 42 einen Stempel fuer Waynu Picchu gekriegt - zeitlich limitiert: von 7 bis 9 Uhr gueltig.

CIMG6247.jpg
CIMG6245.jpg
(Das, bitteschoen, ist kein Sonnenbrand sondern sind Spuren eines harten Aufstiegs!)

Einmal drinnen auf dieser ewig alten und legendenerfuellten Inka-Anlage, kannst du dich der Faszination nicht mehr erwehren. Wir haben uns auf einem Huegel innerhalb der Anlage den Sonnenaufgang ueber den Bergen angesehen (Exkurs fuer alle Interessierten: der angesprochene Waynu Picchu ist der spitze Berg gleich hinter der Inka-Anlage):

CIMG6254.jpg
CIMG6267.jpg
CIMG6269.jpg
CIMG6270.jpg
CIMG6275.jpg
CIMG6276.jpg
CIMG6280.jpg
CIMG6281.jpg
CIMG6283.jpg
CIMG6287.jpg
CIMG6288.jpg
CIMG6293.jpg
CIMG6295.jpg
CIMG6302.jpg
CIMG6304.jpg
CIMG6308.jpg
CIMG6311.jpg
CIMG6313.jpg
CIMG6315.jpg
CIMG6318.jpg
CIMG6319.jpg
CIMG6329.jpg
CIMG6334.jpg
CIMG6336.jpg

Genial, oder? Wir hoffen, es kommt auf den Fotos auch so rueber. Und ach ja, den Waynu Picchu haben wir erst recht nicht bestiegen. Wir wollten uns den schoenen Augenblick voller Ruhe nicht durch einen neuerlichen Aufstieg mit hunderten anderen Leuten verderben. So haben wir umsonst das Wettrennen gegen die Busse gestartet, aber dafuer viel Bewegung gemacht. Es haette ohnehin noch zwei weitere Berge gegeben, auf die man raufgehen haette koennen, haben wir erfahren. Ohne Limit und viel weniger Leuten. Aber egal, uns hat es so oder so richtig getaugt. Gegen Mittag wurde es immer voller, es wurden immer mehr Reisegruppen mit den Bussen herangekarrt. Das sieht dann nicht mehr so friedlich aus.

CIMG6261.jpg
CIMG6262.jpg
CIMG6263.jpg
CIMG6309.jpg
CIMG6305.jpg

Auch wenn es hier touristisch ist: Die auf der Anlage herumlaufenden Tiere werden nicht vertrieben oder fuer Geld praesentiert, sondern in ihrem natuerlichen Lebensraum belassen. Vor allem sind das Lamas, aber auch kleineres Getier. Ehrlicher Kontakt hautnah!

CIMG6265.jpg
CIMG6257.jpg
CIMG6326.jpg
CIMG6325.jpg
CIMG6306.jpg
CIMG6328.jpg
CIMG6331.jpg

Auch in den grossen und schoenen Wiesen der Anlage kann man ungestoert liegen, schlafen, lesen oder plaudern. Letzteres haben wir mit den Schweizern gemacht, die wir wieder getroffen haben. Diese haben sich als unheimlich unterhaltsam herausgestellt. Jan, Astrid und Yvonne: Noch eine gute Reise und viel Spass. Es war uns eine kurze aber sehr grosse Freude. Zurueck zu euch, liebe Leser: Wir treffen so viele Schweizer auf unserer Reise und alle sind sie sympathisch. Entweder sind die reiselustiger als die Oesis oder haben mehr Kohle. Wir schaetzen mal beides.

Damit es nicht zu langweilig wird, kuerzen wir nun ab. Schliesslich war das grosse Abenteuer vorbei, die Eindruecke sind aber geblieben. Als der Touristenansturm zu gross wurde, sind wir wieder zurueckgegangen (nicht ohne davor ein komplett ueberteuertes Sandwich zu konsumieren - wir hatten Hunger!), die steilen Treppen wieder runter, diesmal im Hellen und daher mit Fotos!

CIMG6339.jpg
CIMG6340.jpg
CIMG6342.jpg
CIMG6343.jpg
(oben in der Mitte des Bildes, kaum zu erkennen - das ist Machu Picchu)

Und hat es sich nun ausgezahlt? Sehr teuer war es, von Touristen ueberschwemmt, wenig Schlaf gehabt, grosse Anstrengungen unternommen, eine lange Anreise gehabt. Aber: Ja Ja Ja!!! Es hat sich mehr als ausgezahlt! Ein in der Tat magischer und faszinierender Ort.

Der Weg zurueck nach Cusco noch am Abend des selben Tages mit Zug und Bus war jedoch langwierig. Erst um Mitternacht waren wir im Hostel zurueck. Verwegen haben wir einem groesstenwahnsinnig feilschenden Taxler Einhalt geboten und sind nach der Ankunft im Zimmer nach einer Dusche todmuede ins Bett gefallen. Die beiden naechsten Tage waren wir in Cusco (auf 3.200 Metern liegend, mit etwa 320.000 Einwohnern eine ueberschaubare Kleinstadt) spazieren und haben die Zeit in Cafés totgeschlagen (die Preise trotz touristischen Zentrums im Vergleich zu Machu Picchu aeusserst angenehm), einfach entspannen und geniessen. Eine schoene Stadt!

CIMG6349.jpg
CIMG6351.jpg
CIMG6352.jpg
CIMG6353.jpg
CIMG6355.jpg
CIMG6356.jpg
CIMG6357.jpg
CIMG6359.jpg
CIMG6366.jpg
CIMG6367.jpg
CIMG6368.jpg
CIMG6380.jpg
CIMG6388.jpg
CIMG6392.jpg
CIMG6394.jpg
CIMG6395.jpg
CIMG6397.jpg
CIMG6400.jpg
CIMG6401.jpg
CIMG6403.jpg
CIMG6404.jpg
CIMG6406.jpg
CIMG6418.jpg
CIMG6421.jpg
CIMG6422.jpg
CIMG6424.jpg
CIMG6426.jpg
CIMG6427.jpg
CIMG6428.jpg
CIMG6430.jpg
CIMG6431.jpg
CIMG6433.jpg
CIMG6434.jpg

VW-Liebhaber diese Cusquenos:

CIMG6419.jpg
CIMG6420.jpg
CIMG6423.jpg

Und auch provokante Kunstaktionen gibt es hier:

CIMG6437.jpg
CIMG6435.jpg

Und schliesslich haben wir doch noch etwas typisch Peruanisches gegessen: Alpaca, eine Untergattung der Lamas. Schmeckt aussergewoehnlich gut! Und das beste an diesem Abend war, dass Margit vier gratis Pisco Sour (das peruanische Nationalgetraenk, wird aber mehr oder weniger ueberall in Suedamerika getrunken) fuer uns rausgeschlagen hat! Danke, mein Schatz fuer das Einsetzen deines unwiderstehlichen Charmes!

Am zweiten Tag haben wir nochmals ueberraschend Yvonne, die Schweizerin, getroffen. Am fruehen Abend sind wir noch am Marktgelaende herumpspaziert. Das muss man halt moegen, uns taugt das nicht so. Zwischen den Broten und dem Obst laufen halt auch viele Maeuse rum. Nicht wirklich hygienisch. Wir treffen auch imer wieder auf andere Reisende, die mit Magen- und Darmproblemen zu kaempfen haben. Gluecklicherweise wurden wir davon bisher verschont (den einen oder anderen Duennpfiff ausgenommen).

Noch ein Inka Kola und ein Cusqueno, eine lokale Biersorte, eingeworfen:

CIMG6442.jpg

Danach fuhren wir bereits auf den Busbahnhof, wo es mit dem Nachtbus weiterging:

CIMG6446.jpg

Und zwar nach Arequipa, da wo der Colca Cañon liegt und wo die majestaetischen Condore fliegen. Dies individuell und somit ohne gefuehrte Tour zu machen, ist aber gar nicht so einfach. Oder lief alles ohnehin wieder ganz anders? Wir geben euch wie immer Bescheid wie es lief. Mit Margits neuem Rucksack uebrigens, ihr alter hatte endgueltig den Geist aufgegeben.

Somit auch herzliche Gruesse an die Heino:

CIMG6415.jpg
CIMG6407.jpg

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 15:06 Archived in Peru Comments (7)

(Clinica) Arequipa

Arequipa, Arequipa, PERU

sunny 25 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Eine recht unruhige Busfahrt spaeter (eh mit dem Luxusliner "Cruz del Sur", aber wir sind beim Busfahren einfach schon am persoenlichen Limit) standen wir fruehmorgens gegen 6 Uhr - es war jedoch bereits taghell - auf dem Busbahnhof in Arequipa, suedwestlich von Machu Picchu gelegen, gar nicht mehr so weit weg von der Kueste, aber immerhin noch auf etwa 2.300 Metern liegend. Dass diese Stadt mit ihren knapp 800.000 Einwohnern deutlich groesser war als noch Cusco, merkte man nicht sofort. Der Verkehr war zu dieser Uhrzeit noch moderat und das gesamte Stadtbild erschliesst sich einam auch nicht gleich auf Anhieb. Viel haben wir im Vorfeld ueber die Gefaehrlichkeit in dieser Stadt gehoert, auch viele Taxifahrer sollen sich an Ueberfaellen auf Reisende beteiligen. Deshalb waren wir ganz besonders vorsichtig bei der Wahl eines Taxis. Und gut war es. Der Fahrer war ein besonders umsichtiger, hat uns nicht nur rasch und sicher zu unserer Unterkunft gebracht, sondern hat da auch gewartet bis wir tatsaechlich drinnen waren.

Und weil wir schon beim Thema sind: Auf den Strassen Taxis ohne Ende. Eleminierte man die Taxis, die Strassen waeren defacto leer:

CIMG6447.jpg
CIMG6475.jpg

Unsere Unterkunft im Zentrum war aeusserst billig, 26 Soles das Zimmer (fuer Sie Herr Wick: in etwa 7,50 Euro), alles ein bisserl heruntergekommen, aber grundsaetzlich sauber. Das groesste Plus war aber die Sonnenterrasse mit Blick auf den nahe der Stadt liegenden Vulkan Misti (5822 Meter), generell auf die Berglandschaft rundherum und vor allem auf die wunderschoene Stadt Arequipa (besonders auf das nebenanliegende Kloster), die man wegen der hellen Bausteinsubstanz auch "La ciudad blanca" (die weisse Stadt) nennt.

Das Hostal "La Reyna" (Die Koenigin - und wir mittendrin!)

CIMG6449.jpg
CIMG6569.jpg

Rundblick von der Sonnenterrasse gefaellig?

CIMG6561.jpg
CIMG6565.jpg
CIMG6567.jpg
CIMG6574.jpg

Die Stadt wirkt modern und wohlhabend und irgendwie untypisch peruanisch, aber auch hier ist alles sehr touristisch und auch hier wird laestig vor Restaurants und vor allem Agenturen geworben. Letzters wegen des naheliegenden Colca Cañons, der zweittiefste der Welt, und den darin lebenden und fliegenden Condoren - beobachtet am besten fruehmorgens. Nachdem wir alle Informationen zusammen und alle Busverbindungen und Uebernachtungen in der Naehe des Cañons recherchiert hatten, waren wir bereit fuer das grosse Abenteuer - individuell und ohne laestige Touristentour.

Aber dann kam ploetezlich alles ganz anders. Margit fuehlte sich am Morgen des naechsten Tages auf einmal nicht mehr so gut. Das Ohr schmerzte wieder, die Nase war zu, der ganze Koerper tat weh. Also sind wir auf Empfehlung der Touristeninformation in die Privatklinik "Clinica Arequipa" gefahren. Der Onkel Doktor, seineszeichens HNO-Spezialist (auf Spanisch, passt mal auf: "Otorrinolaringología"), war von der alten Schule, strahlte aber Ruhe und Besonnenheit aus. Und sein Name hatte Stil: Dr. Lorenzo Jorge Rodríguez Rojas. Da konnte nun gar nichts mehr schief gehen, oder?

Nur mit der Kommunikation war es aufgrund der Sprachbarriere anfangs nicht so einfach. Margit hat aber gezeigt, was sie bisher alles gelernt hatte und die komplette Krankengeschichte auf Spanisch geschildert. Es sprudelte richtiggehend aus ihr heraus. Der Herr Doktor hoerte sich alles in Ruhe an, stellte ein paar Gegenfragen und drei Roentgenbilder und eine manuelle Hals-, Nasen- und Ohrenuntersuchung spaeter war Margit um ein paar Tabletten reichter und ein paar Soles aermer. Das Rezept wurde umgehend in der hauseigenen Apotheke eingeloest und wir harrten der Rekonvaleszenz. Schlussendlich war alles halb so schlimm, Margit hatte kein Fieber und so konnte sie gemuetlich aber doch die Genesung...

...vom Zimmer...

CIMG6568.jpg

...auf die Sonnenterrasse...

CIMG6573.jpg

...und schliesslich sogar in nette Lokale verlegen.

CIMG6460.jpg
CIMG6563.jpg
CIMG6602.jpg
CIMG6626.jpg

Margit war schliesslich wieder so fit, dass sie mir ein Loch in meine nach sechs Monaten kompletett abgetragene und daher marode Jeans naehen konnte. Vielen Dank, mein Schatz!

CIMG6598.jpg

Uebrigens, falls es irgendwen interessieren sollte: Ich selbst war zwar nicht krank, habe aber hin und wieder ein bisserl Durchfall. Kommt vom hiesigen Essen, das ich nach anfaenglicher Skepsis doch bedenkenlos zu mir genommen habe. Haette offensichtlich nicht sein muessen. Ich reiss mich jetzt wieder zusammen - versprochen!

Untertags waren wir zumeist essen, abends sind wir oft noch ein bisschen spazieren gegangen und haben danach auf der Terrasse vor unserem Zimmer mit Blick auf die Stadt gesessen.

Leute beobachten geht natuerlich auch hier super:

CIMG6450.jpg
CIMG6453.jpg
CIMG6457.jpg
CIMG6458.jpg
CIMG6465.jpg
CIMG6468.jpg
CIMG6601.jpg
CIMG6605.jpg
CIMG6620.jpg
CIMG6621.jpg

Die Stadt wunderschoen bei Tag...

CIMG6452.jpg
CIMG6599.jpg
CIMG6608.jpg
CIMG6628.jpg
CIMG6469.jpg
CIMG6471.jpg
CIMG6474.jpg

...als auch bei Nacht:

CIMG6476.jpg
CIMG6477.jpg
CIMG6480.jpg
CIMG6483.jpg
CIMG6485.jpg
CIMG6486.jpg
CIMG6488.jpg
CIMG6490.jpg
CIMG6495.jpg
CIMG6500.jpg

Am schoensten aber ist sie direkt von unserer Terrasse aus betrachtet:

CIMG6504.jpg
CIMG6505.jpg
CIMG6509.jpg
CIMG6523.jpg
CIMG6536.jpg
CIMG6612.jpg
CIMG6559.jpg

Ein etwas skuriller aber lebenslustiger Zeitgenosse - Alberto, der Hausgeist und Maedchen fuer alles im Hostel - hat uns abends immer mit wilden Geschichten versorgt. Auf Spanisch natuerlich und in hohem Erzaehltempo, weshalb wir nicht wirklich viel mitgekriegt haben. Aber er war gluecklich und wir in intensivem Kontakt mit einem Einheimischen - wenn auch mit einem etwas eigenartigen welchen. Ein Foto mit uns wollte er unbedingt noch machen, also bitteschoen:

CIMG6629.jpg

Und die ruestige, aeltere Australierin haben wir auch wieder getroffen und diesmal endlich nach ihrem Namen gefragt. Layne ("just like Wayne without the "W" but with an "L") - well then, Layne: Have a nice and safe trip!

Und weil in den Hostels nur literarischer Muell getauscht werden kann (lese derzeit sogar Dean Koontz, weil ich nix anderes gekriegt habe), habe ich mir in einer Buchhandlung eines der wenigen guten hier erhaeltlichen englischen Buecher zugelegt. Und das war richtig teuer, da habe ich geschaut. Aber auf jeden Fall besser als geistlose Backpacker-Krimis und andere Literaturverfehlungen. Und ausserdem handelt es sich um peruanische Literatur: "The Storyteller" von Mario Vargas Llosa, da kommt man dem Land, dessen Geschichte und seinen Einwohnern auch gleich noch ein bisschen naeher.

Ihr habt gemerkt, den urspruenglich geplanten Trip in den Colca Cañon und somit zu den Condoren mussten wir krankheitsbedingt ueberhaupt sreichen. Dafuer haben wir fuenf Tage die wundeschoene Stadt Arequipa genossen, dabei richtig entspannt und schliesslich beschlossen, als naechstes Ziel gleich an die Kueste zu fahren. Wegen der Meeresluft, der Palmen, der Sonne, der Gesundheit wegen. Aber auch wegen des Seelenfriedens im Allgemeinen. Und zwar nach Máncora, im Norden des Landes, gleich an der Grenze zu Ecuador. Ob der Ort, als "Backpacker-Surfer-Paradies" verschrien, und das Bungalow-Hostel "Laguna Surf Camp" nun eine Erholung darstellten oder unsere schlimmsten Backpacker-Alptraeume erfuellten, werdet ihr im naechsten Beitrag lesen.

Und wenn schon zwei Nachtbusfahren hintereinander, dann zumindest wieder mit der Luxuslinie von "Cruz del Sur". Das ist wie 1. Klasse beim Fliegen, kostet aber nicht so viel.

CIMG6633.jpg
CIMG6638.jpg

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 09:31 Archived in Peru Comments (2)

Paradies Máncora - casi en el Caribe (Adios, risueño Perú!)

Lima, Lima - Máncora, Piura - Aguas Verdes, Tumbes, PERU

sunny 30 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Das mit dem Paradies, fuer uns durch den Ort "Máncora" repraesentiert, ist gar nicht so einfach. Den Eintritt in eben jenes muss man sich im Normalfall erst hart erarbeiten. In unserem Fall waren das zwei Nachtbusfahrten hintereinander, mit gerade einer zweistuendigen Unterbrechung in Lima, um den Bus zu wechseln. Beide Fahrten fuehrten grossteils entlang der Kueste.

Fahrt Nummer 1 von Arequipa nach Lima war ungemuetlich und dauerte daher gefuehlt deutlich laenger als die tatsaechlichen 15 Stunden. Aber schliesslich ist jede Qual irgendwann mal vorbei und wir sind doch in Lima angekommen. Diese riesige Stadt wurde uns von vielen als haesslich und gefaehrlich beschrieben. Zeit hatten wir eh auch keine dafuer, also haben wir sie einfach ausgelassen. Das einzige Foto aus Lima stammt somit vom Busbahnhof waehrend unseres Almuerzos (Mittagsmenue).

CIMG6639.jpg

Fahrt Nummer 2 war gemuetlicher, die Sitze waren besser. Obwohl sie laenger dauerte als die erste Fahrt, naemlich knappe 19 Stunden, war sie deutlich schneller zu Ende. Als der Morgen anbrach, konnten wir bereits einige schoene Ausblicke auf die Kueste einfangen.

CIMG6641.jpg
CIMG6645.jpg
CIMG6646.jpg
CIMG6649.jpg
CIMG6663.jpg
CIMG6669.jpg

Schlussendlich kamen wir gegen 8 Uhr morgens in Máncora an. Gelegen an der Kueste, knapp vor der Grenze zu Ecuador - mit versproechenem ganzjaehrigen Sonnenschein. Mit einem der zahlreichen Mototaxis sind wir in die bereits reservierte Unterkunft "Laguna Surf Camp" gefahren.

CIMG6670.jpg
CIMG6673.jpg
CIMG6685.jpg

Und spaetestens jetzt war klar: Die Busfahrten hatten sich ausgezahlt, das Paradies lag uns zu Fuessen. Zwei von drei Naechten waren wir auf der ganzen Anlage sogar alleine (auch hier haben wir gluecklicherweise wie schon so oft die Nebensaison erwischt)! Bereits kurz nach der Ankunft waren wir aussergewoehnlich entspannt und haben sogleich unseren Bugalow mit eigenem Bad und eigenen Haustieren (Eidechsen) bezogen.

Waehrend der naechsten Tage haben wir Unmengen an frischem und koestlichem Obst verschlungen und beim Fruehstueck die Zehen in den Sand gesteckt. Nachdem ich meine maroden Flip-Flops Mitte März noch in Perth, vor unserem Abflug aus Australien, entsorgt hatte, habe ich mir erst hier wieder neue gekauft. Leute, es war noetig, ohne Flip-Flops kommst du hier einfach nicht weiter - wegen der Hitze und wegen des Sandes und ausserdem und ueberhaupt weil es hier einfach so geil war - hier in "Little Caribbean".

CIMG6727.jpg
CIMG6694.jpg
CIMG6692.jpg
CIMG6704.jpg
CIMG6706.jpg
CIMG6733.jpg
CIMG6724.jpg

Fuer unsere Tierfreunde (auf diesem Wege ganz liebe Gruesse an den Luca!) haben wir extra auch die hiesige Fauna eingefangen:

CIMG6711.jpg
CIMG6717.jpg
CIMG6751.jpg
CIMG6799.jpg

Seltsamer toter Fisch mit Hasenzaehnen...

CIMG6745.jpg

...vom hungrigen Streuner zerlegt:

CIMG6760.jpg

Sonstiges "Strandgut":

CIMG6755.jpg
CIMG6759.jpg

Allen Forstwirten und Floristen unter euch wollen wir die gaengie Flora nicht vorenthalten. Inklusive Palmen, Kokosbaeumen und anderem tropischen Gruenzeugs:

CIMG6739.jpg
CIMG6698.jpg
CIMG6700.jpg
CIMG6744.jpg
CIMG6721.jpg
CIMG6722.jpg

Eine Wohltat auf diesem von Hunden dominierten Kontinent war der acht Monate alte, verspielte Kater "Pardon", der ganz besonders liebesbeduerftig war:

CIMG6761.jpg
CIMG6772.jpg

Ach ja, auch hier in Peru haben sie coolere Polizeiautos als bei uns daheim:

CIMG6684.jpg

Und hier sind sie in Gesundheitsfragen sehr fortschrittlich, was Warnungen auf hiesigen Bierflaschen zeigt:

CIMG6686.jpg

Der Ort selbst besteht nur aus der ihn durchziehenden Hauptstrasse, die Panamericana, und ist sehr touristisch. Waehrend unseres Aufenthalts dank der Nebensaison jedoch angenehm ruhig. Auch der Strand war daher nicht ueberlaufen, nur ein paar verstreute, coole Backpacker, im Partyhostel "Sol y Mar" untergebracht, sind am Strand herumgelungert. Und es ist alles verdammt guenstig. Ein Almuerzo (Mittagsmenue) mit Vor- und Hauptspeise sowie einem Getraenk gab's ab 7 Soles (ziemlich genau 2 Euro). Und obwohl ich es euch eben erst im letzten Eintrag versprochen hatte, war ich mit dem Essen doch nicht mehr so vorsichtig. Den Chevice, den hiesigen marinierten und rohen Meeresfisch, musste ich einfach probieren. Margit uebrigens auch. Aber es ging gut, es ist nix passiert. Brauchts nicht zu schimpfen!

CIMG6734.jpg
CIMG6738.jpg
CIMG6758.jpg
CIMG6786.jpg

A pro pos: Wir haben ausgerechnet hier die besten Empanadas ganz Suedamerikas entdeckt. Den Koch haetten wir am liebsten mit auf Reisen genommen.

Mosquitos gibt es naechtens nur sehr wenige, schliesslich ist hier "Winter"! Dennoch, das entsprechende Equipment in den Zimmern darf nicht fehlen:

CIMG6805.jpg

Und nachdem das Wasser "bacherlwarm" war, haben wir schliesslich auch den suedamerikanischen Pazifik getestet. Die Straende und das Wasser sind in Australien deutlich schoener, aber Hand aufs Herz: Who really cares?

CIMG6782.jpg
CIMG6791.jpg
CIMG6783.jpg
CIMG6792.jpg
CIMG6682.jpg

Abends als die Sonne unterging, und das wollen wir euch nicht vorenthalten, war es genauso schoen. Oder sogar noch schoener? Urteilt selbst:

CIMG6793.jpg
CIMG6794.jpg
CIMG6795.jpg
CIMG6796.jpg
CIMG6801.jpg
CIMG6802.jpg

Ihr merkt, wir haben es genossen. Auch wenn das fuer euch im kalten, verregneten Europa, gefangen im Alltag nicht plausibel klingen mag, aber wir haben diese drei Tage Muessiggang wirklich schon gebraucht. Und dankbar haben wir das Geschenk angenommen und Máncora so genommen wie es sich uns praesentiert hat: Als Paradies auf Erden! Wir haben auch hier wieder (so wie bereits in Arequipa) sehr sympathische Amerikaner getroffen. Wenn die so weitermachen, ist deren Negativ-Image bald im Eimer. Man glaubt es nicht.

Unsere Gastgeberin Pilar ist auch Surf-Lehrerin. Ein bisschen verloren hat sie dabei allerdings gewirkt. Jeden Tag (und einmal sogar zweimal am selben Tag!) hat sie sich aufs Neue bei uns vorgestellt: "I am Pilar. Nice to meet you. I am giving surf lessons, so if you want surf lessons let me know." Und das obwol wir die einzigen Gaeste waren! Etwas zuviel Sonne erwischt, zuviele "Tueterln" inhaliert oder einfach eine neue Marketing-Strategie? Wir wissen es nicht, Surfstunden standen jedenfalls nicht auf unserem Programm - viel zu viel Aufwand. Uebrigens, Exkurs fuer alle Tennis-Interessierten: Den Erfolgslauf Juergen Melzers bei den French Open haben wir mitbekommen, die Spiele gegen Djokovic und Nadal sogar live gesehen. Ja, so viel Zeit hatten wir!

Aber wie schnell drei Tage vergehen koennen, wenn es dir so richtig gut geht, haben wir am Samstag Morgen bemerkt. Eben erst sind wir am Mittwoch Morgen mehr als geschlaucht aus dem Bus ausgestiegen, mussten wir nach drei wie im Fluge vergangenen Tagen wieder in den naechsten Bus steigen. Einer, der uns direkt in die wunderschoene Kolonialstadt Cuenca (uebrigens wieder auf 2.300 Metern Seehoehe), bereits in Ecuador liegend, bringen sollte. Davor stand aber noch der Grenzuebergang an. Jener beruechtigte welchige an der Kueste, direkt auf der Panamericana. Der angeblich schlimmste in ganz Suedamerika, viele Geschichten gibts dazu, die dicke Baende fuellen. Deshalb haben wir einen internationalen Bus gesucht, der uns gut ueber die Grenze bringen sollte. "Cifa", ein ecuadorianisches Busunternehmen, hat dies auch angeboten. Die Fahrt zur Grenze war muehsam, im Bus war es sauheiss, die Organisation war schlecht, Informationen gab es ohnehin keine.

Aber wir wurden mit schoenen Ausblicken belohnt. Riesige Bananenplantagen zierten links und recht den Fahrbahnrand:

CIMG6806.jpg

Auf der peruanischen Seite der Grenze, genauer gesagt in Aguas Verdes, angekommen, ging mal alles glatt. Wir hatten den Ausreisestempel im Pass! Danach wurde der Bus gewechselt und wir tuckerten mit einer ganz anderen Busfirma, einem klapprigen Bus, durchs Niemandsland Richtung ecuadorianischer Einreisestelle, nach Huaquillas. Auf dem Weg dahin, im Zentrum Aguas Verdes', lag ein Mann mit blutender Kopfwunde bewusslos mitten auf dem Hauptplatz. Geldscheine und Muenzen lagen verstreut in seiner Naehe. Ungeachtet dessen steuerte unser Bus direkt auf Huaquillas zu. Bald hatten wir die Grenzstation erreicht. Die Beamten hatten strenge Mienen aufgesetzt, ich war nicht rasiert, und auch die gefuerchtete Zollstelle lag noch vor uns. Und gab es Probleme? Wurden wir gefilzt? Mussten wir eine illegale Einreisesteuer zahlen? Schau ma mal, mehr dazu jedenfalls beim naechsten Mal. Es bleibt spannend.

Abschliessend moechten wir uns von den Peruanos gebuehrend verabschieden. Wir haben in Peru, dem drittgroessten Land Suedamerikas, sehr gute Erfahrungen gemacht. Es ist sehr touristisch, hier steht das Verhaeltnis Individual-Reisender gegen Pauschaltourist/normaler Urlauber im Vergleich zu den anderen Laendern eher auf der Seite der Pauschaltouristen. Nach Peru faehrt man halt auch "einfach mal so auf Urlaub", vor allem wegen Machu Picchu. Man nennt hier die Summe aller Wege zwischen den wichtigsten touristischen Attraktionen auch "Gringo Trail" ("Gringo" ist fuer die Einheimischen der Begriff fuer den typischen Weissen - vor allem Europaeer und Nordamerikaner). Daher ist in Peru, wie nirgendwo anders in Suedamerika, der Wettbewerb hoeher. Das fuehrt zu teilweise sehr aggressivem und nervendem Werben vor Tourenanbietern, Agenturen und Restaurants. Dabei hoeflich zu bleiben faellt schwer, haben wir aber geschafft. Denn: Nirgendwo in Suedamerika waren die Leute in der Mehrheit so freundlich und hilfsbereit wie hier in Peru. Das hat uns sehr beeindruckt.

Es gibt in jenen Staedten, die wir besucht haben, ueberdurchschnittlich viele Taxis (wir nehmen mal an, dass dies ueberall so ist). Es ist kaum jemand privat mit dem Auto unterwegs, die Taxis machen daher trotz Konkurrenz ein gutes Geschaeft. Der Verkehr ist hektisch und ruecksichtslos, aber sonst haben sie hier fuer so ziemlich alles sehr, sehr viel Zeit. Das kann manchmal sehr nerven, aber man passt sich dem Rythmus an, schliesslich ist man hier auch nur zu Gast. Die peruanische Flagge ist ebenso rot-weiss-rot, allerdings um 90 Grad gedreht. Auch hier sind alle fussballverrueckt, so kurz vor dem World Cup erst recht. Auf Sauberkeit legt hier fast keiner Wert, Muell wird da entsorgt, wo er grad zufaellig anfaellt.

Peru ist billig, aber nicht automatisch alles ist ein Schnaeppchen. Fuer etwas mehr Qualitaet beim Essen oder bei der Unterkunft zahlt man auch schon deutlich mehr. Wirklich guenstig sind Strassensnacks (nicht alles gut, aber das meiste schon) und Internet-Cafés. Die meisten Leute sind sehr arm, aber Bettler gibt es auch hier sehr wenige. Jeder versucht eben so gut wie moeglich, irgendetwas zu verkaufen. Vor den Banken bilden sich am Monatsersten ewig lange Schlangen. Bankkonten und somit Lohn- bzw. Gehaltsueberweisungen nennen wohl nur die Priveligierten ihr eigen.

Wir haben Peru sehr genossen, verabschieden uns jedoch nun von diesem froehlichen Land, um ab jetzt Ecuador etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Adios, risueño Peru (Auf Wiedersehen, heiteres Perú)!

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 14:27 Archived in Peru Comments (7)

De Huaquillas a Baños: Short Adventure Trip through Ecuador

Huaquillas, Huaquillas - Cuenca, Azuay - Baños, Tungurahua, ECUADOR

overcast 22 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Bevor wir euch die von euch ganz sicher mit grosser Spannung erwartete Aufloesung zum Grenzuebertritt nach Ecuador verraten, sei mal folgendes Missverstaendnis aufgeklaert: Es freut uns sehr, dass unsere Sonnenstrahlen gut in Mitteleuropa angekommen sind und ihr nun endlich Sommer habt. ABER es nicht so wie von vielen faelschlicherweise formuliert bei euch AUCH endlich Sommer sondern NUR bei euch. Bei uns ist es zwar schoen warm, aber wir haben hier trotzdem NUR Winter. Schliesslich befinden wir uns, wenn auch nur einen Katzensprung, suedlich des Aequators.

Soviel der Aufklaerung. Der Grenzuebertritt verlief im Nachhinein betrachtet ohne Probleme. Die Beamten liessen sich zwar mehr Zeit als noetig und kontrollierten auch mit strengem Auge die Paesse, liessen uns noch die nervigen aber unabdingbaren Immigrationszetterln ausfuellen, verewigten sich aber schliesslich doch mit ihrem Einreisestempel in unseren Paessen. Damit aber nicht genug. Gleich zweimal wurde der Bus von Zollbeamten angehalten - einmal gleich nach der Grenze, ein weiteres Mal einige Kilometer spaeter - und stichprobenartig durchsucht. Dabei wurde Margits Handgepaeck gefilzt. Und ich? Nix da, mich liessen sie verduzt aber undurchsucht zurueck. Trotz Vollbartes! Na, da schau her!

Einige singenderweise bettelnde Kinder haben danach hintereinander den Bus betreteten, um ein paar Cents oder sogar einen Dollar abzustauben. Ja, ihr habt richtig gelesen, die ecuadorianische Waehrung ist der US-Dollar - kein Scherz (Herr Wick, den Kurs muessen'S nun selbst rausfinden). Margits Herz liess sich zweimal um je einen Dollar erweichen, bis sich der Kinderreigen auch fuer sie inflationaer ad absurdum fuehrte.

Weiter ging die Reise, tief nach Ecuador hinein. Noch mehr Bananenbaeume als ohnehin schon in Peru gesichtet, zierten die Strassenraender:

CIMG6807.jpg

Margit konnte die Fahrt aufgrund der heftigen Zugluft nicht geniessen. Es war verdammt schwuel im Bus und offene Fenster in Ermangelung einer Klimaanlage absolut notwendig. Ich selbst, eigentlich auch kein Freund von Wind und Zugluft, habe ich mich allerdings zum offenen Fenster gesetzt und den frischen und exotischen Duft aus der ecuadorianischen Luft inhaliert. Da war sozusagen allein schon das Einatmen reines Abenteuer. Umso laenger jedoch die Busfahrt dauerte, desto langweiliger und -wieriger wurde sie. Als wir schlussendlich um 21 Uhr in Cuenca ankamen, waren wir erschoepft, aber sehr erleichtert. Unsere Unterkunft war diesmal ein bisserl ueber unserem Standard. Warum? Wir wollten Kabel-TV, denn das Finale der French Open stand an, und dies wollten wir auf keinen Fall verpassen. Das erste mal nach langer Zeit hatten wir wieder einen Fernseher zur Verfügung. Abgesehen von eben diesem zweistuendigem Tennis-Match: Abgegangen ist uns das TV-Geraet nicht.

In Cuenca, auf etwa 2400 Metern liegend, war es bewoelkt aber nicht kalt. Somit konnten wir auf der Terrasse fruehstuecken:

CIMG6813.jpg

Die Stadt ist sehr schoen, vieles ist im Kolonialstil erbaut. Sie ist sehr sauber, modern und vor allem absolut ungefaehrlich. Man kann hier auch abends problemlos spazierengehen. Das spiegelt sich auch im Strassenbild wieder: Fast nur moderne, neue Autos und nur sehr wenig arme Leute praegen das Strassenbild.

Ein kleiner Rundblick ueber die Gebaeude (Verzeih uns Luca, keine Tiere):

CIMG6815.jpg
CIMG6818.jpg
CIMG6819.jpg
CIMG6828.jpg
CIMG6830.jpg
CIMG6831.jpg
CIMG6833.jpg
CIMG6841.jpg
CIMG6844.jpg
CIMG6845.jpg
CIMG6848.jpg
CIMG6854.jpg
CIMG6856.jpg
CIMG6852.jpg

Und es gibt Unmengen an Suessem. Strassenstaende und Backereien wohin das Auge reicht! Vor allem ich habe mich jeden Tag mit verschiedenen Koestlichkeiten versorgt! Dazu passend das interessante Strassenleben, kurz angerissen:

CIMG6821.jpg
CIMG6823.jpg
CIMG6824.jpg
CIMG6825.jpg
CIMG6827.jpg
CIMG6829.jpg
CIMG6849.jpg
CIMG6850.jpg
CIMG6855.jpg

Und auch hier: Coole Polizeiautos sind halt "Maennerfahrzeuge" (was soll ich machen, das ist hier wirklich so):

CIMG6851.jpg

Und weil wir im Zuge unserer Reise nicht nach Kolumbien kommen werden, waren wir zumindest kolumbianisch essen - in einem kleinen und sehr sympathischen Lokal, abseits der Touristenpfade. Sehr koestlich, sehr guenstig:

CIMG6853.jpg

In Cuenca haben wir uns also vor allem kulinarisch weitergebildet, uns ein wenig erholt und sonst nicht viel unternommen. Nach der dritten Nacht sind wir schliesslich nach Baños aufgebrochen, da wo der derzeit aktive Vulkan Tungurahua thront. Leider nochmals 8 lange und zaehe Busstunden entfernt:

CIMG6860.jpg
CIMG6922.jpg
CIMG6927.jpg
CIMG6943.jpg

Doch die Ausblicke waren wunderschoen. Je mehr wir in die ecuadorischen Anden kamen, desto gruener wurde es und es sah manchmal sogar so aus wie in den Alpen. Nebelige Bergspitzen und gruene Taeler praegen das Landschaftsbild. Ausserdem wird hier viel Mais und verschiedenes Getreide angebaut.

CIMG6863.jpg
CIMG6868.jpg
CIMG6932.jpg
CIMG6933.jpg
CIMG6934.jpg
CIMG6944.jpg

Die kleinen, schmutzigen Doerfer und deren sehr interessante Bewohner auf dem Weg sahen jedoch weniger aus wie bei uns:

CIMG6874.jpg
CIMG6878.jpg
CIMG6885.jpg
CIMG6891.jpg
CIMG6895.jpg
CIMG6896.jpg
CIMG6945.jpg

Nach einem Buswechsel kamen wir schliesslich noch bei Tageslicht in Baños an. Das Hostel, in dem wir unterkamen war sehr schoen, guenstig und sauber. Aber das Wetter spielte leider waehrend unserer gesamten Anwesenheit nicht mit. Geregnet hat es zwar nur sehr selten und dann auch nur sehr leicht, aber es war sehr nebelig und durchgehend bewoelkt. Der Blick aus unserem Zimmer nach der Ankunft:

CIMG6950.jpg

Der Ort selbst ist sehr touristisch und nicht wirklich aufregend:

CIMG6951.jpg
CIMG6986.jpg
CIMG6987.jpg
CIMG7009.jpg

Und wieder haben wir uns ein typisches, suedamerikanisches Almuerzo unter waschechten "Locals" gegoennt:

CIMG6990.jpg
CIMG6994.jpg

Am zweiten Tag sind wir zu einer kleinen Wanderung aufgebrochen, die oberhalb des Ortes verlaeuft. Der erste Anstieg zum Mirador "Virgen" fuehrte ueber steile Stiegen hinauf:

CIMG6952.jpg

Wie Unkraut schiessen hier Pflanzen meterhoch aus dem Boden, die wir zuhause muehsam als Wohnungspflanzen hegen und pflegen. Wie immer die Rubrik fuer unsere Forstwirte und Floristen:

CIMG6954.jpg
CIMG6955.jpg
CIMG6956.jpg
CIMG6957.jpg
CIMG6960.jpg
CIMG6961.jpg
CIMG6962.jpg
CIMG6963.jpg
CIMG6964.jpg
CIMG6975.jpg

Und fuer den Luca zaubern wir auch ein paar Haustiere aus dem Hut:

CIMG6965.jpg
CIMG6968.jpg

Beim Café de Cielo, hoch ueber Baños, haben wir Sofia, eine nette Suedkoreanerin getroffen und natuerlich auch ueber den World Cup geplaudert - eine Leidenschaft, die nicht nur die Einheimischen sondern auch alle Reisenden miteinander teilen. Wie auch immer, der Ausblick war auch von hier sehr schoen:

CIMG6969.jpg
CIMG6973.jpg

Da der Ort nicht nur fuer seine zahlreichen Thermalbaeder beruehmt ist, sondern auch fuer seinen derzeit sogar aktiven (!!!) Vulkan Tungurahua (5023 Meter), haben wir abends eine private Tour gebucht, um einen Blick auf das gigantische Natuerereignis zu erhaschen. Nur zu viert, gemeinsam mit einem Schweizer Paar, Roberto und Linda, sind wir von Marcello, seineszeichen Vulkanexperte und ein echtes ecuadorianisches Original, eingeladen worden. Er wohnt in einer kleinen, selbstgebauten Steinhuette direkt gegenueber dem Vulkan, im Gegenhang quasi. Auch wenn wir wegen Regens und Nebels den Vulkan nicht sehen konnten, konnten wir immerhin die Eruptionen immer wieder laut und deutlich hoeren und spueren. Aber das Wichtigste: Wir hatten einen verdammt lustigen Abend bei kostenlosem Canelazo (das ecuadorianische Nationalgetraenk), Rum und Schnaps! Prost!

CIMG6978.jpg
CIMG6979.jpg
CIMG6981.jpg
CIMG6984.jpg

Baños liegt zwar am Fusse des Vulkans, hat aber kaum Probleme, wenn er einmal aktiv wird und zu "spucken" beginnt. Warum? Die Oeffnung des Vulkans ist leicht abgeschraegt und zeigt vom Ort weg. Sollte es dennoch einmal zu heftigen Lavastroemen kommen oder der Wind drehen, so ist Baños mit einem perfekten Evakuierungsplan ausgestattet, ueber den alle Einwohner Bescheid wissen. Hostel- und Hotelbesitzer inklusive, damit auch den Touristen nichts passiert (wir waren also in guten Haenden!). Das alles haben wir uns ebenfalls von Marcello erklaeren lassen. Die sind hier in der Tat sehr gut organisiert!

Wenn der Nebel und die tief haengenden Wolken nicht gewesen waeren (wie leider an jedem Tag), koennte man hier den Vulkan sehen (irgendwo hinter den fiesen Wolken halt):

CIMG6995.jpg

Und am letzten Abend vor unserer Abreise waren wir entgegen besseren Wissens doch in einem der hiesigen Thermalbaeder. Aber wir sind halt definitiv keine Thermenbesucher, nach 30 Minuten Langeweile hat es sich fuer uns "ausgethermt". Dennoch, zwei Erinnerungsfotos haben wir noch gemacht:

CIMG7001.jpg
CIMG7006.jpg

Am Morgen der Abreise hat sich das ganze Hostel im Fruehstuecksraum versammelt, um das Eroeffnungsspiel des World Cups anzusehen. Wir selbst mussten waehrend der zweiten Spielhaelfte zum Busbahnhof. Aber du versaeumst hier nichts. Jedes Lokal, jedes Geschaeft am Weg hatte den Fernseher laufen. Und auch am Busbahnhof lief das Match. Suedamerika ist voll mit Fussballverrueckten Menschen! Als das Match aus war, hat sich der Zuschauerandrang jedoch rasch verzogen:

CIMG7008.jpg

Eine traurige Geschichte zu unserem Aufenthalt in Baños gibt es leider auch. Dazu muesst ihr wissen, dass man sich hier Raeder und auch Buggys ausborgen kann, um die wunderschoene Gegend zu erkunden:

CIMG6985.jpg

Zwei junge Reisende (ein Englaender und eine Australierin) aus unserem Hostel haben das getan und wurden am Abend, an dem wir ankamen, vermisst. Die ganze Nacht wurde nach ihnen gesucht und am naechsten Tag wurden schliesslich Unfallspuren gefunden. Sie sind aus einer Kurve kommend ueber eine niedrige Mauer geschleudert worden und 150 Meter in die Tiefe in einen sehr grossen und maechtigen Fluss gestuerzt. Noch einen Tag spaeter wurde die Leiche des jungen Burschen 35 Kilometer (!!!) flussabwaerts gefunden. Das Maedchen und der Buggy selbst wurden bis zu unserer Abreise nicht wieder gefunden. Da herrschte grossen Aufregung und Betroffenheit unter allen Gaesten. Auch bei uns beiden, obwohl wir die beiden gar nicht gekannt hatten.

Das ist zwar nicht die Absturzstelle, aber so tief sind die Schluchten, in denen hier die Fluesse fliessen. Wunderschoen, aber eben auch sehr gefaehrlich. Gesichert ist hier nur sehr wenig:

CIMG6996.jpg

Fuer uns ging es am Freitag nach Quito weiter, die Hauptstadt Ecuadors. Genauer gesagt nach Tumbaco, 30 Autominuten von Quito entfernt. Da konnten wir ein paar Tage bei Cristl und Ernesto, die Eltern von Lorenzo, einem Freund Margits, unterschluepfen, in einem herrlichen Garten mitten in der grossartigen Natur Ecuadors. Davor stand jedoch noch die letzte Ueberlandbusfahrt an. Diesmal "nur" noch fuenf Stunden, allerdings inklusive Buswechsel. Dennoch hatte das Verladen des Gepaecks etwas Wehmuetiges, schliesslich war es das letzte Mal:

CIMG7007.jpg

Und wie es uns beim Entspannen unter ecuadorianischen Bananenbaeumen sowie neben den zahlreich umherschwirrenden Kolibris erging und wie gefaehrlich das angeblich sehr gefaehrliche Quito nun wirklich war, erfahrt ihr beim naechsten Mal! Gewarnt wurden wir oft und viele schlimme Geschichten haben wir auch direkt aus erster Hand gehoert. Dichtung oder Wahrheit? Wir werden sehen.

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 16:26 Archived in Ecuador Comments (5)

Tumbaco (y un poquito de Quito)

Tumbaco - Quito, all in Quito, ECUADOR

overcast 22 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Nach dreieinhalb Stunden Busfahrt (allerdings waren es gefuehlt gute zehn Stunden) sind wir am Nachmittag am Busbahnhof in Quito angekommen. Was haben wir uns erwartet: Komplett verdreckt, voller zwielichtiger Figuren und heruntergekommen. Und wie war es tatsaechlich? Brandneu, blitzblank, an jeder Ecke Polizisten. Na, da hamma aber g'schaut!

Ja, ihr seht richtig. Das ist nicht der Flughafen in New York, nein! Das ist der neue Busbahnhof in Quito!

CIMG7014.jpg

Und weil es da so gemuetlich war, haben wir uns wieder ein Almuerzo gegoennt (Ihr wisst noch, was das ist?):

CIMG7012.jpg

Danach sind wir mit einem ganz besonders lahmen Bus (90 Minuten fuer 20 Kilometer - Olé!) nach Tumbaco gefahren. Da sollte uns Cristl mit dem Auto abhholen, weil wir bis zu unserer Abreise auf die Galápagos-Inseln bei ihr und Ernesto wohnen konnten. Nach ein paar Irrwegen (ecuadorianische Busfaher setzten dich halt eher "gefuehlt" irgendwo ab, wo sie am ehesten glauben, dass du aussteigen moechtest) und Telefonaten ging das Treffen schliesslich glatt und wir sind kurz vor Einbruch der Dunkelheit auf dem Wasnerschen Anwesen eingetroffen. Ein kleines Paradies hat sich fuer uns eroeffnet. Ein riesiger Garten voller exotischer Pflanzen wohin das Auge reichte. Zahlreiche, riesige Bananenbaeume, das Hauspferd Canello, zwei Katzen, Schnuffel, der (sehr liebe) Haushund, Huehner und unzaehlige Kolibris bevoelkerten den Garten rund um uns herum. Und dass wir am Himmel noch eine Menge kreisender Aasgeier sichten konnten, war nur noch Draufgabe.

CIMG7027.jpg.
CIMG7029.jpg
CIMG7030.jpg
CIMG7053.jpg
CIMG7055.jpg
CIMG7058.jpg
CIMG7060.jpg
CIMG7070.jpg
CIMG7073.jpg
CIMG7076.jpg
CIMG7081.jpg
CIMG7085.jpg
CIMG7086.jpg
CIMG7087.jpg
CIMG7065.jpg
CIMG7069.jpg
CIMG7238.jpg

Wer es bisher noch nicht raulesen konnte: Ja, wir haben uns hier sehr, sehr wohl gefuehlt:

CIMG7028.jpg
CIMG7064.jpg
CIMG7088.jpg
CIMG7090.jpg
CIMG7091.jpg

Noch am Wochenende haben wir einen Spaziergang durch die Schlucht Chiche gemacht. Wir hatten traumhaftes Wetter, ergo - es war also auch anstrengend:

CIMG7015.jpg
CIMG7016.jpg
CIMG7018.jpg
CIMG7019.jpg
CIMG7020.jpg
CIMG7021.jpg
CIMG7023.jpg
CIMG7024.jpg
CIMG7026.jpg

Am Ende der Wanderung gab es frisch gepresste, exotische Obst- und Gemuesesaefte. Hier in Ecuador quasi direkt vom Baum gepflueckt:

CIMG7025.jpg

Samstag Abend sind wir zu viert in die Altstadt Quitos aufgebrochen, etwa 30 Autominuten von Tumbaco entfernt. Und dies nach Einbruch der Dunkelheit. Etwas, dass wir uns wohl alleine nicht getraut haetten. Zu viele Gruselgeschichten hatten wir von sehr vielen, anderen Backpackern gehoert, die keine guten Erinnerungen an Quito hatten und uns diese Stadt somit auch nicht empfehlen konnten. Dank Cristl und Ernesto durften wir Quito jedoch aus den Augen von Einheimischen betrachten. Da Samstag Abend war, war die Ausgehmeile "La Ronda" mit Leuten vollgestopft - vornehmlich mit Einheimischen. Und das hatte ganz besonderen Flair!

CIMG7032.jpg
CIMG7035.jpg
CIMG7036.jpg
CIMG7040.jpg
CIMG7041.jpg
CIMG7045.jpg
CIMG7051.jpg

Ein lustiger Hutmacher, ein Bekannter Cristls, hat uns zu einem ganz besonders witzigen Foto animiert. Vielen Dank unbekannterweise, es ist definitiv gelungen, oder?

CIMG7039.jpg

Fortschrittlich hier die Busstationen, die alle mit Drehkreuz ausgestattet sind. Vom Prinzip her wie moderne U-Bahn-Stationen (also in Wiens U-Bahnen gibt es das nicht, da sind wir noch nicht so weit). Man kommt nur in den Bus, wenn man bezahlt hat und durch das Drehkreuz gegangen ist. Spart der Stadt Ticketkontrollen und bringt auch Sicherheit in die oeffentlichen Busse. Das haben wir noch nirgends gesehen, fanden wir aber ganz toll:

CIMG7044.jpg

Sonst haben wir uns vor allem im bereits erwaehnten Garten aufgehalten. Geregnet hat es waehrend unseres gesamten Aufenthaltes nicht, es war jedoch groesstenteils bewoelkt. Gemeinsam zog es Margit und mich gemeinsam nur noch einmal in die grosse Stadt nach Quito, da wir noch unsere Reise auf die Galápagos-Inseln fixieren mussten. Das Reisebuero lag zwar im Viertel "Mariscal Sucre" in der Neustadt, das eigentlich gefaehrliche Pflaster. Aber zahlreiche Polizisten sorgen zumindest untertags fuer ausreichend Sicherheit. Ausserdem hielten wir uns hier nur untertags auf und waren bei Anbruch der Dunkelheit schon wieder auf dem Weg nach Tumbaco. Somit hatte ich mit diesem Tag auch die allerletzte lokale Busfahrt (Tumbaco-Quito und retour) hinter mich gebracht. Und zum Abschluss wurden wir beide am Heimweg noch einmal von zwei Hunden angegangen. Die waren jedoch gluecklicherweise nur vorlaut und sonst nix. Somit war es aus und vorbei und ich hatte endlich meine zwei schlimmsten Suedamerika-Alptraeume ueberstanden: Hunde und Busse!

Margit selbst zog es einen Tag spaeter nochmals und zwar ganz alleine (!!!) nach Quito. Waehrend also ich zurueck im Natur-Paradies blieb, ist Margit zu einem Museumsbesuch (ich bin ja bekennender Kultur-Muffel), einem Altstadt-Bummel und anderen Besorgungen aufgebrochen.

CIMG7113.jpg
CIMG7124.jpg
CIMG7130.jpg
CIMG7131.jpg
CIMG7132.jpg
CIMG7157.jpg
CIMG7159.jpg
CIMG7160.jpg
CIMG7165.jpg
CIMG7170.jpg
CIMG7189.jpg
CIMG7192.jpg
CIMG7194.jpg
CIMG7200.jpg
CIMG7201.jpg
CIMG7205.jpg
CIMG7211.jpg
CIMG7227.jpg

Und wie gesagt, Margit ganz alleine unter all den "boesen" Quitinos:

CIMG7095.jpg
CIMG7098.jpg
CIMG7102.jpg
CIMG7115.jpg
CIMG7136.jpg
CIMG7148.jpg
CIMG7171.jpg
CIMG7175.jpg
CIMG7188.jpg
CIMG7214.jpg
CIMG7224.jpg
CIMG7226.jpg

Den letzten Tag haben wir wieder gemeinsam im Garten verbracht. Auf der Jagd nach Kolibris - auf Fotojagd versteht sich! Nur gelungen ist es uns leider nicht, diese kleinen und flinken Federviecher auf Chip zu bannen. Ja, und dann war es auch schon wieder so weit. Fuenf Tage lang, Tage die wie im Flug vergangen sind, haben wir hier unsere Seele baumeln lassen. Wir moechten uns sehr herzlich bei Cristl und Ernesto fuer diese sensationelle Bleibe bedanken, fuer das schmackhafte Essen jeden Tag und auch fuer die Moeglichkeit, die Spiele des World Cups ungestoert verfolgen zu koennen. Muchas muchas gracias! Liebe Gruesse auf diesem Wege auch an Peter (Hopp Schwyz!) und Monica (Mille grazie per parlare italiano con me!!!), die das Anwesen mit ihrer Anwesenheit noch mehr bereichert haben!

Bei einer Riesen-Familien-Pizza haben wir uns fuer die Bleibe revanchiert. Und der Abschied war doch tatsaechlich sehr wehmuetig. Danke, Danke, Danke fuer alles!!!

CIMG7240.jpg

Somit hiess es fuer uns, wieder nach vorne zu schauen. Der Flug auf die Galápagos-Inseln stand auf dem Programm. Ja, ihr lest richtig: Die Galápagos-Inseln! Da, wo man mit Haien, Meeresschildkroeten und Seeloewen schnorcheln kann und wo dir die Iguanas auf die Fuesse steigen, wenn du nicht aufpasst (oder doch umgekehrt?). Seid gespannt auf den naechsten Bericht - es gibt wilde und verwegene Unterwassergeschichten und wieder viele, viele sensationelle Tierfotos.

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 16:49 Archived in Ecuador Comments (3)

Islas Galápagos I - Snorkeling with Sea Lions

Quito, Quito - Guayaquil, Guayaquil - Baquerizo Moreno, San Cristóbal - Puerto Ayora, Santa Cruz, all on Islas Galápagos, ECUADOR

semi-overcast 25 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

JA, wir waren da und JA, wir hatten genau da die Zeit unseres Lebens. Was die Planung und den Ablauf der verschiedenen Touren betraf, lief halt alles ein bisserl suedamerikanisch ab - dazu spaeter mehr. Nur: Wer organisatorische Fehlgriffe bei dieser einzigartigen Natur, dem hautnahen Kontakt mit der hiesigen Tierwelt und der wunderbaren Begegnung mit so vielen unterschiedlichen Menschen nicht verzeihen kann, ja der ist ein armer Wicht. Allen Neueinsteigern unter der von uns so geschaetzten Leserschaft oder allen, die nicht mehr so genau wissen, wie der letzte Bericht geendet hatte, verraten wir gerne nochmals worum es in diesen ersten kryptischen Zeilen eigentlich geht: Richtig! Es geht um die Galápagos-Inseln!

Und bevor die wunderbar verwegenen Geschichten losgehen, vorab ein paar wenige Randnotizen zur Insel, damit ihr euch gleich zu Beginn besser auskennt als wir das zu Beginn unseres Trips getan haben. Die Galápagos-Inseln haben ihren Namen von der Galápagos-Schildkroete, die wiederum aufgrund ihrer Panzerform so benannt wurde (Wissensdurstige schlagen Details dazu auf Wikipedia nach). Sie bestehen aus sehr vielen kleinen oder sogar winzigen und vier halbwegs groesseren Inseln. Letztere haben menschliche Siedlungen und stellen fuer Besucher auch die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung. Zwei dieser vier bewohnten Inseln haben je einen kleinen Flughafen. Alle anderen Inseln haben keine menschlichen Siedlungen, viele davon darf man aber im Zuge gefuehrter Touren begehen. Bei der Einreise vom Festland, aber auch beim Uebersetzen von einer bewohnten Insel auf eine andere, unterliegen alle Reisenden sehr strengen Quarantaene-Bestimmungen. Jede Insel hat ihre ganz eigene und sehr fragile Fauna und Flora, die nicht durcheinandergebracht werden darf. Das heisst: Kein frisches Obst oder Gemuese, keine Tiere und keine Pflanzen oder Samen duerfen mitgefuehrt werden. 97% der Inseln sind Nationalpark, 3% sind fuer die bereits erwaehnten menschlichen Siedlungen reserviert. Der Eintritt in eben diesen Nationalpark, also quasi auf alle Inseln, ist ein "Schnaeppchen": 100 US-Dollar! Diese werden gleich im Zuge der Einreiseformalitaeten eingehoben. Das Klima ist das ganze Jahr ueber sehr ausgeglichen. Es gibt eine Regenzeit und eine Zeit eher ohne Regen, die Temperaturen schwanken zwischen 24 Grad (wenn Winter ist sozusagen) und 29 Grad (im Sommer halt). Als wir da waren, Mitte Juni, war es trocken und eher “Winter”.

Der Tourismus ist der einzige Wirtschaftsfaktor auf den Galápagos-Inseln. Wir haben jedoch wenig davon gemerkt, die Hauptsaison war noch nicht voll angelaufen. Daher waren nur sehr wenige Touristen unterwegs, was natuerlich sehr angenehm war. Im Gegensatz zu unserer Tour durch Suedamerika sind hier sehr viele "Normal-Urlauber" unterwegs, denn nur sehr wenige Backpacker oder Weltreisende leisten sich den sehr teuren Aufenthalt im Tierparadies mitten im Pazifik. Wie bereist man nun die Galápagos-Inseln als Individual-Reisender? Na ja, das ist alles nicht so einfach. Beinahe alle Touren muss man (bis auf wenige Ausnahmen) mit einem Local Guide unternehmen. Das ist auch gut so, denn der kennt sich gut aus, vermittelt dadurch sehr viel Wissen und passt gut auf, dass die Touristen die Tier- und Pflanzenwelt auch mit Respekt behandeln. Also entweder man kommt ganz individuell auf eine der Hauptinseln, sucht sich selbst eine Unterkunft und bucht spaetestens dann eine Tour inklusive Guide (weil ganz ohne gefuehrte Tour geht es hier nicht, da sind sie streng!). Oder man bucht gleich ein Paket fuer vier Tage oder eine ganze Woche (die ueblichen Laengen) mit Flug und Unterkunft. Entgegen unserer grundsaeetzlichen Reisephilosophie haben wir uns in diesem Fall gleich fuer ein Gesamtpaket entschieden, konkret fuer das so genannte Insel-Hopping, also das Reisen von Insel zu Insel mit Uebernachtungen an Land. Das ist unterm Strich sicher billiger als das individuelle Bereisen der Inseln, hat aber den Nachteil, dass du an ein Programm gebunden bist. Das Gegenstueck zum Insel-Hopping ist die hier sehr beliebte Kreuzfahrt, da schlaefst du halt immer auf dem Boot. Du hast dadurch mehr Moeglichkeiten zu schnorcheln aber ebenso volles Programm und du kommst auch oertlich so gar nicht mehr aus und das wollten wir auf keinen Fall. Genug der Einfuehrung, die Reise wartet!

Ein kleiner Ueberblick ueber die Inseln. Die bewohnten haben braune Flecken in der Mitte, was die Besiedelung anzeigen soll:

CIMG8069.jpg

Uebrigens, gleich im Vorfeld unsere Entschuldigung: Die Unterwasserfotos, geschossen mit einer kurzfristig noch in Quito gekauften, billigen Wegwerfkamera, sind nicht immer so spektakulaer geworden wie unsere Erzaehlungen klingen. Lasst einfach eure Phantasie spielen. Viel Vergnuegen!

Tag 1:
Dieser hat gleich mal ganz schlecht begonnen. Die Abschiedspizza vom Vorabend im Quito lag mir noch schwer im Magen. Ich kaempfte schon fruehmorgens waehrend der Taxifahrt zum Flughafen mit Uebelkeit, mir ging es gar nicht gut. Aber es half nix. In Quito hinein in den Flieger, rauf auf ueber 30.000 Fuss, 30 Minuten spaeter wieder runter, Zwischenlandung in Guayaquil. Gleich wieder Start und somit wieder rauf in luftige Hoehe und zwei Stunden spaeter wieder runter. Ich habe ja noch nie zuvor meditiert aber ich glaube, genau das habe ich auf diesen beiden soeben beschriebenen Fluegen unbewusst betrieben. Oder etwas banaler formuliert: Augen zu und durch! Das Speibsackerl blieb jedenfalls unangetastet!

Auf der Insel San Cristóbal (die rechte der bewohnten Inseln), im gemuetlichen Kuestenort Baquerizo Moreno, angekommen, wurden wir von José, unserem Guide fuer den ersten Tag, abgeholt und im Hostel "Casa de Nelly" untergebracht. Das Mittagessen kurz danach waere nett gewesen, ich habe aber immer noch nichts runtergebracht. Margit hat herzhaft zugelangt, schliesslich waren Fruehstueck, Mittag- und Abendessen im 8-taegigen Tourprogramm eingeschlossen.

Fuer diesen Tag waren wir die einzigen Reisenden, um die sich José kuemmern musste. Mehr Betreuung fuer uns und weniger Stress fuer ihn. Perfekt! Mit dem Auto fuhren wir zu einer Schildkroeten-Brutfarm. Weil durch die vielen eingefuehrten Tiere wie Ratten, Hunde und Katzen das Ueberleben der frisch geschluepften Schildkroeten und somit der ganzen Art gefaehrdet ist, wurde dieses Brutprogramm eingefuehrt.

Es gibt also die Erwachsenen...

CIMG7242.jpg
CIMG7250.jpg

... und eben die Kleinen:

CIMG7279.jpg

Die Landschildkroeten heissen auf Englisch "Tortoises", die Meeresschildkroeten sind die "Turtles". Wir geben diese Info ganz einfach mal so weiter, denn wir haben alle Touren auf Englisch gemacht.

Voegel gibt es uebrigens inflationaer viele auf allen Inseln:

CIMG7249.jpg
CIMG7267.jpg

Mit dem Mountainbike sind wir bei schottischem Nebel (wir befanden uns auch in den Highlands bitteschoen!) von der Suesswasserlagune “El Junco” wieder an die Kueste zurueckgefahren. Und da wurde es auch wieder schoen, was sich in toller Abendstimmung niedergeschlagen hat.

CIMG7289.jpg
CIMG7290.jpg
CIMG7291.jpg
CIMG7292.jpg

Die Seeloewen haben die komplette und wunderschoene Uferpromenade inklusive Strand in Anspruch genommen. Sie sind an Menschen gewoehnt und man kommt auch ganz nah ran. Nur die Alpha-Maennchen sollte man mit Respektabstand betrachten (naeher als 2 Meter und es kann ungemuetlich werden). Nach dem Abendessen (immer noch war mir etwas uebel) haben wir uns von José verabschiedet und Anweisungen fuer den ganzen naechsten Tag bekommen.

CIMG7294.jpg
CIMG7296.jpg
CIMG7297.jpg

Margit strahlte ob des ersten Tages ueber das ganze Gesicht. Ich selbst habe mich immer noch sehr unwohl gefuehlt Fuer den naechsten Tag sah es gar nicht gut aus.

Tag 2:
Es war ein herrlicher Morgen. Auch deshalb, weil ich wie ausgewechselt war. Ich war wie durch ein Wunder geheilt und topfit, Margit sowieso und wir beide freuten uns auf unseren ersten Schnorcheltag. Wir hatten einen anderen Guide als am Vortag. Die Gruppe war uebersichtlich, neun Leute. Darunter ein sehr sympathisches Paerchen aus Polen. Kurz vor dem Sprung ins Wasser, hat uns unser Guide noch schnell formhalber gefragt: “Can you swim?”. A bisserl spaet, aber gluecklicherweise koennen wir es beide. Nur frisch war das Wasser, so in etwa 18 Grad.

CIMG7310.jpg
CIMG7311.jpg
CIMG7303.jpg

Die Unterwasserkamera hatten wir bei diesem ersten Schnorcheltrip auf Lobos Island (Seeloewen-Insel) leider nicht mit. Beweisfotos haben wir daher keine, ihr muesst unseren Geschichten trauen. Unzaehlige Seeloewen, vor allem die jungen und verspielten, sind mit uns geschwommen, um uns hermumgetaucht und hatten offenbar sehr viel Spass mit uns. Sie kommen dir verdammt nahe, schauen dir ganz tief in die Augen und kurz bevor sie dich beruehren biegen sie blitzartig von dir weg – nach unten, links oder rechts. Ein faszinierendes Erlebnis!

Die zweite Schnorcheleinheit fuehrte uns zum und rund um den Kicker Rock. Viele Vogelarten hausen hier, noch viel mehr spielt sich unter Wasser ab. White Tip Reef Sharks, Sting Rays, Turtles und viele schoene Fische und andere Meeresbewohner bekamen wir zu Gesicht. Und diesmal kam die Kamera mit uns mit:

CIMG7312.jpg
CIMG7317.jpg
CIMG7320.jpg
CIMG7328.jpg

R2-19A.jpg
R2-25A.jpg
R2-18A.jpg

Danach sind wir an Land gegangen und an einem wunderschoenen Strand entlangspaziert:

CIMG7339.jpg
CIMG7341.jpg
CIMG7344.jpg
CIMG7346.jpg

Als wir zurueckgekommen sind, hat uns unser Guide – diesmal wieder exklusiv fuer uns – viel ueber die Geschichte der Inseln vermittelt. Ein schoener Spaziergang beim Interpretation Center an der Kueste hat den tollen Tag abgerundet.

CIMG7357.jpg
CIMG7361.jpg
(ein Mickey Mouse Kaktus)

CIMG7362.jpg
CIMG7364.jpg
CIMG7367.jpg
CIMG7368.jpg
CIMG7372.jpg

Der Held der Galápagos-Inseln und von allen hoch verehrt: Charles Darwin (der naemlich ausgerchnet hier die Basis fuer seine Evolutionstheorie gelegt hat).

CIMG7363.jpg

Abends die wichtige Entscheidung: Der Bart muss ab, er nervt. Die Taucherbrillen schliessen nicht richtig ab, sind daher undicht:

CIMG7375.jpg

Bloss wie gestalten? Einfach langweilig glatt rasieren? Nein, doch was Neues ausprobieren! Was meint ihr?

CIMG7376.jpg

Nein, doch besser ganz abrasieren. Zehn Jahre juenger – mindestens. Oder?

CIMG7379.jpg

Tag 3:
Am naechsten Morgen haben wir ein fruehes Boot auf die naechste Insel genommen.

CIMG7380.jpg

Genauer gesagt ein Speed Boat und zwar auf die Insel Santa Cruz (die mittlere der bewohnten Inseln) in den Hafen Puerto Ayora. Die zweistuendige Fahrt mit dem Schnellboot war nicht wirklich angenehm, aber wir haben sie ueberstanden. Marlon, unser neuer Guide, hat uns abgeholt. Im "Hotel Gardner" wurden wir untergebracht.

Danach sind wir ins Charles Darwin Center gefahren. Auf der Hauptstrasse gibt es einen sehr lebendigen Fischmarkt:

CIMG7386.jpg
CIMG7389.jpg
CIMG7392.jpg
CIMG7391.jpg
(Das sind Ziegen uebrigens!)

Im eben erwaehten Charles Darwin Center haben wir wieder eine Schildkroete-Brut-Farm besucht, diese viel groesser als jene am ersten Tag. Hier lebt "Lonely George", der letzte seiner Art von noch 11 Schildkroeten-Arten auf den Galápagos-Inseln (es waren mal 14). Stirbt er, gibt es nur noch 10 Arten. Der Versuch der Nationalpark-Verantwortlichen, ihn mit der am naechsten verwandten Art zu kreuzen, um fuer Nachwuchs zu sorgen, schlug fehl. Marlon, unser Guide, hat uns waehrend des gesamten Nachmitags mit Informationen ueber die Schildkroeten und Geschichten ueber die Galápagos-Inseln versorgt.

CIMG7398.jpg
CIMG7402.jpg
CIMG7410.jpg

Auch viele andere Riesenschildkroeten und auch Land Iguanas (gelblich gefaerbt) gibt es:

CIMG7422.jpg
CIMG7426.jpg
CIMG7427.jpg
CIMG7435.jpg
CIMG7439.jpg
CIMG7444.jpg
CIMG7447.jpg

Nachmittags sind wir zum Sea Kayaking in die Tortuga Bay aufgebrochen. Davon selbst gibt es leider keine Fotos, wir haben aber wieder einen White Tip Reef Shark sowie viele, viele Turtles gesehen. Am sensationellen Strand, bei einem wunderschoenen Spaziergang haben wir hunderte, schwarze Marine Iguanas (also Meeresechsen) hautnahgesehen. Die heissen so, weil sie naemlich nach ihrem Futter (Algen) im Meer tauchen. Durch spezielle Druesen sondern sie das waehrend der Tauchgaenge angesammelte Salz wieder ab. Das sieht so aus, als wuerden sie die ganze Zeit niesen. Sie schauen uebrigens gefaehrlicher aus als sie sind, denn es sind sehr scheue Tiere.

CIMG7456.jpg
CIMG7459.jpg
CIMG7463.jpg
CIMG7466.jpg
CIMG7468.jpg
CIMG7469.jpg
CIMG7471.jpg
CIMG7472.jpg
CIMG7483.jpg
CIMG7485.jpg

Aber auch einen Blue Footed Booby (Blaufusstoelpel), mein absolutes Lieblingstier auf den Galápagos-Inseln, haben wir aus naechster Naehe beobachtet!

CIMG7477.jpg

Klingt alles sehr gut, war es auch. Aber dieser Tag verlief insgesamt etwas chaotisch. Marlon war zwar ein sehr guter Guide und wieder ausschliesslich fuer uns beide da, aber das Programm war dicht und daher sehr zeitgedraengt. Das koestliche Abendessen hat den Tag schliesslich doch versoehnlich abgeschlossen.

Tag 4:
Am naechsten Morgen ein organisatorischer Fehlgriff. Ausgemacht war, dass wir um 8 Uhr abgeholt werden, um auf die Insel North Seymour zu fahren. Aber es kam anders, hier weiss die linke Hand nicht was die rechte tut. Um 6.30 Uhr wurden wir aus unserem Schlaf gerissen. Die Agentur hatte den Plan geaendert, wir wussten nichts davon. So mussten wir uns vom Bootsbesitzer auch noch beschimpfen lassen, warum wir nicht puenktlich anwesend waren (Ich hab aber gleich zurueckgeschimpft, das musste sein). Na ja, 20 Minuten spaeter hatten wir alles gepackt und sassen in einem Minibus Richtung Boot. Die Gruppe war uebersichtlich, war aber etwas verschroben. Es gab jedoch ausgezeichnetes Fruehstueck auf dem Boot, welches 3 Stunden zur Insel Bartolome brauchte (also eine ganz andere Insel als geplant). Wie auch immer, das Essen war gut, der Guide ebenso und wir waren hier dem Aequator so nahe wie weder davor noch danach!

CIMG7487.jpg
CIMG7490.jpg

Wir haben die Vulkaninsel besichtigt...

CIMG7494.jpg
CIMG7495.jpg
CIMG7496.jpg
CIMG7498.jpg
CIMG7492.jpg
(eine Seeloewen"huelle")

...waren anschliessend an einem netten Strand...

CIMG7503.jpg
CIMG7505.jpg
CIMG7509.jpg

...und schliesslich auch noch schnorcheln. Das war aber nicht ganz so spektakulaer wie beim ersten Mal.

R2-16A.jpg
R2-15A.jpg
R2-14A.jpg

Die wieder 3 Stunden dauernde Rueckfahrt war von sehr starkem Seegang gepraegt. Wir waren froh, endlich wieder zurueck zu sein. Und wegen des Missverstaendnisses am fruehen Morgen wurde uns von der Agentur eine Wiedergutmachung versprochen. Ein besseres Hotel auf der dritten Insel, die wir noch besuchen sollten. Und ob dies wirklich geklappt hat und wie es uns beim hautnahen Schnorcheln mit einer Horde Haie ergangen ist, erfahrt ihr im zweiten Teil der Galápagos-Saga.

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 21:04 Archived in Ecuador Comments (7)

Islas Galápagos II - Swimming with Sharks

Puerto Ayora, Santa Cruz - Puerto Villamil, Isabella - Baquerizo Moreno, San Cristóbal - Isla Baltra, all on Islas Galápagos | ECUADOR

semi-overcast 25 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Ihr seid bereit fuer den zweiten Teil unserer Pazifik-Saga rund um die Galápagos-Inseln? Na dann, lasst uns keine Zeit verlieren. Setzt die Schnorchel-Ausruestung auf und folgt uns ins kuehle Nass. Ihr werdet es nicht bereuen.

Tag 5:
Die Organisation hielt ihren Level. Das bedeutete nichts Gutes. Die Weckzeit stimmte diesmal zwar, aber wieder wurde es fruehmorgens etwas hektisch, weil die Schnorchelausruestung noch besorgt werden musste. Als wir jedoch auf dem kleinen Boot sassen, diesmal mit 16 anderen Personen, wich die Hektik rasch der Langeweile. Die Fahrt mit dem Speed Boat auf die Insel Floreana (die suedlichste der bewohnten Inseln) dauerte langwierige zwei Stunden. Aber wir konnten etwas doesen, denn die eingeworfenen Tabletten gegen Sea Sickness wirkten wahre Wunder! Gleich vorweg: Wir haben diese ab sofort fuer den Rest unseres Aufenthalts auf jeder Bootsfahrt verwendet.

Bevor es weitergeht, ein kleiner Exkurs. So sehen hier die Taxis aus. Fesch, gell?

CIMG7510.jpg

Auf der Insel angekommen stand erstmal ein Landausflug an. Weniger fesch als das Taxi war der verwegene Truck, der uns auf einen Huegel gefuehrt hat. Er erinnerte ein bisserl an Bud Spencers Safari-Bus in “Das Krokodil und sein Nilpferd”. Oben angekommen, haben wir wieder eine Gruppe Landschildkroeten gesehen…

CIMG7513.jpg
CIMG7526.jpg
CIMG7532.jpg

…und ein ehemaliges Piratenversteck inklusive sensationellem Ausblick und Steinfiguren:

CIMG7539.jpg
CIMG7541.jpg

Fuer die Rueckfahrt mit dem Bus durften alle Abenteuerlustigen auf dem Dach sitzen. Also ich auch:

CIMG7542.jpg
CIMG7553.jpg

Geschnorchelt wurde schliesslich auch. Mit einem sehr jungen und sehr verspielten Seeloewen. Aber auch mit einer Meeresschildkroete und anderen Meeresbewohnern.

R2-12A.jpg
R2-_9A.jpg
R2-_6A.jpg
R2-_5A.jpg
R2-_4A.jpg

An Land lungerten ein paar faule Pinuine herum. Die Galápagos-Pinuine, eine endemische, zwergwuechsige Art:

R2-11A.jpgCIMG7562.jpg
CIMG7563.jpg

Auf diesem Trip haben wir drei Kalifornier kennengelernt, welche sich als sehr sympathisch herausgestellt haben. Die Fahrt zurueck verging sehr rasch, abends sind wir fuer die letzte Nacht noch in ein neues Zimmer uebersiedelt – unseres hatte leider einen Wasserschaden. Dafuer war beim neuen die Klospuelung kaputt.

Tag 6:
Vormittags hatten wir mit Mariana diesmal einen weiblichen und ausgesprochen entzueckenden Guide (fuer alle Hardcore-Binnen-I-Fetischisten: eine Guidin). Wir konnten wieder Schildkroeten beobachten – diesmal in freier Wildbahn in den Highlands von Santa Cruz. Und es hatte leicht genieselt.

CIMG7567.jpg
CIMG7570.jpg
CIMG7572.jpg

Danach konnten wir durch einen natuerlichen Lava-Tunnel gehen (und manchmal auch kriechen):

CIMG7576.jpg
CIMG7578.jpg

Nach dem Mittagessen gleich gegenueber vom (bereits im ersten Teil vorgestellten) Fischmarkt hat sich Margit das bunte Vogeltreiben nicht entgehen lassen:

CIMG7588.jpg
CIMG7591.jpg
CIMG7592.jpg
CIMG7597.jpg
CIMG7599.jpg
CIMG7615.jpg
CIMG7621.jpg
CIMG7622.jpg
CIMG7623.jpg

Schliesslich haben wir fuer die letzten drei Tage zur Insel Isabella (die linke der bewohnten Inseln, die groesste) uebergesetzt. Wieder mit dem Schnellboot und wieder mit den Wunderpillen. Das winzige und sehr ruhige Dorf Puerto Villamil ist die dabei einzige menschliche Siedlung. Hier ticken die Uhren auch fuer galápaganische Verhaeltnisse anders. Sehr entspannt, sehr locker, sehr sympathisch. Ja, und tatsaechlich wie versprochen: Wir wurden als Wiedergutmachung wegen des Organisationschaos in ein besseres Hotel gebracht, ins "Hotel Laguna". Wir waren zufrieden:

CIMG7626.jpg
CIMG7727.jpg

Als wir ankamen war es bereits vier Uhr nachmittags, aber die Agentur hat uns noch einen Programmpunkt reingequetscht. Ein neuer Guide, ein kurzer Spaziergang zu einer Flamingo-Lagune. Da gab es auch wieder andere Tiere hautnah zu sehen. Abgeschlossen wurde der Spaziergang an einem wunderschoenen Sandstrand.

CIMG7628.jpg
CIMG7630.jpg
CIMG7633.jpg
CIMG7634.jpg
CIMG7639.jpg
CIMG7646.jpg
CIMG7648.jpg

Und allen, die sich wundern, wo denn die Fussballgeschichten bleiben, muss ich mitteilen, dass auf den Galápagos-Inseln die Fussballeuphorie der Einwohner jener auf dem Festland stark hinterherhinkt. Aber ich kann allen nostalgischen Drachenwiesen-Kickern unter der Leserschaft die folgende, sensationellen Schnappschuss anbieten: Ein Kickerl am Strand auf den Galápagos-Inseln mitten im Pazifik – Fussball-Herz was willst du mehr. Die Gluecklichen:

CIMG7645.jpg

Fuer den eben beschriebenen Spaziergang sowie auch fuer die beiden kommenden Tage waren wir zu fuenft. Rafael, ein Franzose und Andy und Steve, zwei US-Amerikaner. Eine sehr lustige Runde, wir haben uns alle untereinander auf Anhieb verstanden. Nach dem Abendessen sind wir vor allem noch sehr lange mit Andy und Steve auf der Dachterrasse gesessen, haben Bier gesoffen und haben uns dabei koestlich unterhalten.

Tag 7:
Schliesslich kam er, der letzte ganze Tag auf den Galápagos-Inseln. Und dieser spielte nochmals alle Stueckerln und ist wohl dafuer verantwortlich, dass wir diesen Trip unser Leben lang nicht vergessen werden. Die Fuenfergruppe des Vortags blieb gleich, allerdings hatten wir wieder einen anderen Guide. Dieser war ausgezeichnet, vollgestopft mit Wissen ueber alles zu dieser Insel. Dazu muesst ihr wissen, dass alle, die auf den Galápagos-Inseln Guide (oder Guidin) werden moechten, auch da geboren sein muessen. Die wissen dadurch nicht nur sehr viel sondern sind vor allem derartig enthusiastisch bei der Sache, dass man richtiggehend mitgerissen wird.

Wie auch immer. Wir sind zu einer Wanderung in die Highlands zu den Vulkanen “Sierra Negra” und “Chico” aufgebrochen. Die Highlands auf der Isla Isabella sind in zwei meterologisch komplett unterschiedliche Haelften geteilt. Der Sueden ist immer verregnet und vernebelt, der Norden immer heiss und trocken. Sehr faszinierend, vor allem landschaftlich. Zum Startpunkt der Wanderung kamen wir wieder mit einem alten Truck. Fotos haben wir nur vom sonnigen Teil gemacht. Stoert euch ja sicher nicht, oder?

CIMG7658.jpg
CIMG7660.jpg
CIMG7663.jpg
CIMG7666.jpg
CIMG7667.jpg
CIMG7668.jpg
CIMG7669.jpg
CIMG7673.jpg
CIMG7674.jpg
CIMG7676.jpg
CIMG7677.jpg
CIMG7678.jpg
CIMG7680.jpg
CIMG7682.jpg
CIMG7685.jpg

Zurueck beim Bus (ihr merkt, wir sind im nebeligen Teil zurueck) musste erstmal ein platter Reifen gewechselt werden. Der viel zu entspannte Fahrer und seine Kumpels waeren auch so zurueckgefahren (macht ja nix, die Strasse ist ja eh nur unbefestigt, rutschig, nass und holprig), unser Guide hat jedoch auf einen Reifenwechsel bestanden:

CIMG7687.jpg

Die Rueckfahrt verlief problemlos, die Stimmung in der Gruppe war unbeschreiblich gut, sehr harmonisch und vor allem sehr witzig. Wir fuhren in die Unterkunft zurueck, um uns das Schnorchel-Equipment abzuholen. Und eben diese Schnorcheltour am Nachmittag verlief ebenso stimmungsvoll. Am besten gibt das eine Anekdote waehrend der Fahrt auf dem kleinen Boot zum Hai-Schnorchelplatz (dazu gleich mehr) wieder. Unser Guide, derselbe wie am Vormittag (und dessen Namen wir leider vergessen haben), plappert munter drauf los, erklaert uns, dass wir gleich da sind wo so viele Haifische schwimmen, als er plotzlich eine riesige Meeresschildkroete im Wasser sieht. Voll in seinem Element und voller Freude, nicht mehr in der Lage, seinen Enthusiasmus zurueckzuhalten, gibt er in seinem gebrochenen aber charmanten Englisch das Kommando: “Look, look, there is a giant turtle. Whoever wants to snorkel now can jump into the water right at this moment!”. Vier von uns waren eben noch dabei, sich fertig anzuziehen, nur Rafael, der Fanzose nicht. Der war schon fertig oder halt fast. Jedenfalls macht es keine Sekunde nach dem Kommando einen Riesenplatscher und Rafael war bereits mit der Meeresschildkroete vereint, oder es sah zumindest so aus, so fest hatte er sich an deren Hinterruder geheftet. Der Rest der Gruppe folgte nach, die Schildkroete haben wir nicht mehr so genau gesehen. Wir sollten sie allerdings spaeter wieder treffen.

Kommen wir erstmals wieder zu den Haifischen zurueck, genauer gesagt zu den White Tip Reef Sharks, zu diesen wollten wir ja eigentlich fahren. Dieser in etwa 1,5 Meter langen Haifischart ist es von Natur aus erlaubt zu rasten, ja sogar ein wenig zu schlafen. Dies tun sie untertags, naechtens wird gejagt. Und damit sie bei ihrer Ruhe nicht gestoert werden, verstecken sie sich so gut wie moeglich. Zum Beispiel zwischen Felsen wo das Wasser seicht ist und sich kaum jemand hin verirrt. Das sieht aus wie ein Mini-Canyon, durch den man durchschwimmen oder eben auch durchschnorcheln kann. Nicht ganz hundert Meter schlaengelt sich dieser sehr schmale Wasserarm dahin. Und unter dir liegen die Haie und schlafen – zumindest bis du oben vorbeischwimmst. Dann fuehlen sie sich gestoert und beginnen, sich zu bewegen und wegzuschwimmen. Und weil sie sich dafuer etwas vom Boden abheben und das Wasser ohnehin sehr seicht ist, kommen sie dir verdammt nahe. Du weisst, es passiert nichts, denn das haben bereits Tausende vor dir gemacht. Dennoch: Herzklopfen und Adrenalinstoesse stellen sich ein. Aber du bist so fasziniert davon, dass du weiterschwimmst und auch deshalb, weil es zu eng ist, sich umzudrehen. Es nutzt nix, du musst weiter. One Way quasi!

R2-_3A.jpg
R2-_2A.jpg
R2-_1A.jpg

Wenn du es endlich geschafft hast und du wieder viel Platz um dich hast, werden Glueckshormone ausgeschuettet. Viel mehr als bei jedem Marathon und du merkst, dass du genau dieses Gefuehl auch schon am zweiten Tag hattest, als dir die Seeloewen im wahrsten Sinn des Wortes um die Ohren geschwommen sind. Und du willst mehr. Du entdeckst wieder die riesige und so sanfte Meeresschildkroete, beginnst, mit ihr zu schnorcheln, holst tief Luft und tauchst zu ihr runter, tauchst gemaehchlich mit ihr mit (so lang die Luft halt reicht, also eh nur kurz), geraetst in Versuchung, sie zu beruehren, laesst es jedoch bleiben, weil das verboten ist. Aber das Verbot hat Sinn, du willst die Natur respektieren, dann tut sie es naemlich auch. Und das ist der ganze Zauber der Galápagos-Inseln. Dieses Stueck Erde soll so bleiben wie es ist, respektiert und geschaetzt, eine einzigartige und unvergleichliche Perle auf dieser Erde. Ein Miteinander. Und das hast du nun davon, du bist endgueltig verzaubert.

R2-_0A.jpg
R2-00A.jpg

Auf einem kurzen Landausflug konnten wir noch einmal Marine Iguanas, Seeloewen, Voegel und Pinugine sehen.

CIMG7691.jpg
CIMG7695.jpg
CIMG7698.jpg
CIMG7700.jpg
CIMG7704.jpg
CIMG7709.jpg
CIMG7715.jpg
CIMG7718.jpg
CIMG7719.jpg

Danach sind wir wieder auf das Boot gestiegen und Richtung Hafen zurueckgefahren. Da hat Margit einen Riesenrochen, einen Eagle Ray, entdeckt. Elegant an der Oberflaeche schwimmend, majaestaetisch im Wasser gleitend. Bereits des Neopren-Anzugs entledigt, hat sie sich noch einmal in simpler Bikini-Montur in die Fluten gestuerzt. Spontan und ueberraschend fuer alle Beteiligten hat sie den Rochen fuer ein paar Sekunden begleitet. Die vom Guide nachgerufene Warnung, nicht zu nahe zum Stachel zu schwimmen, verhallten ungehoert. Margit war einfach nur gluecklich, noch einmal einen Rochen, noch dazu einen so riesigen, nautnah erleben zu duerfen. Ja, auch Margit war verzaubert. Die Bilder sprechen fuer sich.

CIMG7721.jpg
CIMG7722.jpg

Das gemeinsame Abendessen war wieder sehr lustig. Von Rafael haben wir uns bereits abends verabschiedet, er blieb noch einen Tag auf der Insel. Andy und Steve fuhren mit uns am naechsten Morgen (viel zu frueh!!!) mit der Faehre nach Santz Cruz zurueck. Sie sind beide aus Vermont und sie haben uns eingeladen, falls wir auf unserem Weg durch Ostkanada einen Abstecher nach Vermont machen wollen. Und nachdem die beiden so witzig waren, werden wir wahrscheinlich unsere Route aendern und nicht nur Kanadas oestliche Provinzen Ontario, Québec, New Brunswick, Nova Scotia und Prince Edward Island sondern auch die US-Bundesstaaten Maine, New Hampshire, Vermont und New York bereisen. Also mehr eine Rundreise als ein Hin und Zurueck. Das ist zumindest einmal der neue Plan.

CIMG7723.jpg

Tag 8:
Wo waren wir? Ach ja, bei der Rueckfahrt mit dem Schnellboot (und den Wunderpillen, ihr wisst noch?) nach Santa Cruz. Eben da haben wir uns von Andy und Steve verabschiedet und wir wurden bereits von Mariana erwartet, diesmal mit ihrem kleinen Sohn. Sie ist fuer Marlon eingesprungen und sollte uns noch bis zum Flughafen begleiten. Nach einem kurzen Fruehstueck hat sie das auch getan. Am Weg dahin haben wir noch kurz zwei Zwillingskrater angesehen (Los Gemelos). Danach waren wir schon auf dem Flughafen auf Baltra (wo ich live das Ausscheiden der Italiener mitgekriegt habe!), von wo es fuer uns wieder auf das Festland, genauer gesagt nach Quito ging.

CIMG7728.jpg
CIMG7730.jpg
CIMG7731.jpg
CIMG7732.jpg

Fuer alle Wissensdurstigen noch ein paar Zusatzinfos zu unserem gesamten Ecuador-Aufenthalt: Die Galápagos-Inseln gehoeren zu Ecuador, unterscheiden sich aber vom Festland deutlich. Zunaechst einmal landschaftlich und klimatisch, aber ganz besonders in der Tierwelt. Die Menschen auf den Inseln sind viel naturbewusster. Charles Darwin wird nicht nur hoch geschaetzt sondern richtiggehend verehrt. Das ist deshalb bemerkenswert, da sich Darwins wissenschaftliche Ansichten mit dem grundsaetzlich erzkatholischen Ecuador ziemlich spiessen. Ist der Verkehr auf dem Festland sehr hektisch (inklusive der oeffentlichen Busse, die im Vergleich mit den anderen von uns bereisten Laendern qualitativ deutlich abfallen), laeuft hier alles sehr ruhig und gemaehchlich ab. Es gibt auf den Inseln auch keine verarmten Leute, jeder hat genug zum Leben. Und es ist absolut sicher, auch um 3 Uhr morgens. Dafuer ist hier alles auch um ein Vielfaches teurer.

Auf dem Festland dominiert Suesses in allen Variationen, es gibt Strassensnacks und guenstige Almuerzos. Leider faellt daher auch sehr viel Muell an und deshalb ist es wie fast ueberall in Suedamerika sehr dreckig. Strassenverkaeufer und auch viele bettelnde Kinder fallen in Horden ueber die oeffentliche Busse her. Ein Bild, das auf den Inseln undenkbar ist, hier wachsen alle in einem geschuetzten Paradies auf. Aber dieses ist gefaehrdet, der Tourismus nimmt zu, die illegale Einwanderung aus Ecuador ebenso (hier brauchen selbst Eucadorianer ein Visum, wenn sie nicht auf den Inseln geboren wurden!). Ein grosses Plus: Du kommst auf den Inseln mit englisch ausgezeichnet weiter! Und das Wetter, zumindest waehrend unseres Aufenthalts, war deutlich besser als jenes auf dem Festland.

Gemeinsamkeiten gibt es dennoch: Den US-Dollar als Zahlungsmittel (der “Sucre”, die Vorgaenger-Waehrung war horrender Inflation ausgesetzt, daher kam 2002 der Wechsel zum US-Dollar), die schlechten Abwasserleitungen (d.h. Klopapier muss im Mistkuebel entsorgt werden), den verrueckten Praesidenten Correa und natuerlich die wunderschoene spanische Sprache.

Mit welchen Gefuehlen wir die Galápagos-Inseln verlassen haben, koennen wir nicht beschreiben. Wir haben in den beiden Berichten bestmoeglich versucht, unsere Gefuehle widerzugeben. Wir hoffen, es kam nur annaehernd so rueber. Schliesslich war es vorbei. Es half nix, wir mussten zurueck nach Quito. Aber Quito war fuer uns nur noch ein Zwischenstopp auf unserem Weg in die USA. Dass dabei nicht alles so geklappt hat wie geplant und warum wir gerade deshalb in purem Luxus uebernachten konnten, erfahrt ihr das naechste Mal.

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 14:30 Archived in Ecuador Comments (7)

Muchas muchas gracias Sudamérica

Quito, Quito, ECUADOR | Miami, Florida, UNITED STATES OF AMERICA

sunny 25 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Ja, da standen wir nun am Flughafen in Quito und haben ganz schoen bloed aus der Waesche geschaut. Denn nicht nur mussten wir das Abenteuer Galápagos-Inseln verarbeiten, nein wir steuerten auch auf unseren letzten Abend auf dem suedamerikanischen Kontinent zu. Das hiess, sich von jenem Kontinent zu verabschieden, auf dem wir uns waehrend unserer Reise am laengsten aufgehalten haben und auch werden, naemlich genau 103 Tage und bis auf wenige Ausnahmen immer in der Nebensaison. Ein Kontinent anders als alles bisher gesehene, die Leute betreffend aber vor allem landschaftlich.

Wer Lust hat, begleitet uns nun waehrend unseres letzten Tages in Quito und laesst dabei noch einmal gemeinsam mit uns unser suedamerikanisches Abenteuer Revue passieren. Wenn wir im folgenden Text von “Suedamerika” schreiben, meinen wir damit “unser” Suedamerika, also die Reise durch Agentinien, Chile, Bolivien, Peru und Ecuador. Denn logisch: Wir koennen nur darueber schreiben, was wir auch erlebt haben. Und damit sich auch keiner beschwert, moechten wir anmerken, dass die folgende Ansammlung von Eindruecken lediglich auf subjektiven Erlebnissen beruht und andere Personen (eventuell ja auch jemand aus unserer Leserschaft?) Suedamerika durchaus ganz anders sehen koennten. Wir wollen auf keinen Fall in Klischees und Verallgemeinerungen verfallen. Falls dies nicht gelungen ist, entschuldigen wir uns gleich vorweg bei allen, die das nicht so sehen.

Also los geht’s! Wir haben Suedamerika vom Suedzipfel bis zum Aequator bereist. Da kann man schon alleine klimatisch nicht alle Laender ueber einen Kamm scheren. Allerdings gibt es eine grosse Gemeinsamkeit: Spanisch (nur in Brasilien spricht man portugiesisch, aber da waren wir ja nicht)! Eine wunderschoene Sprache (nur Italienisch ist noch schoener, ganz subjektiv gesehen natuerlich) und beinahe ueberall die einzige Moeglichkeit, sich zu verstaendigen. Die meisten Backpacker, die wir getroffen haben, bereisen ausschliesslich Suedamerika, aber das gleich fuer 6 Monate oder mehr. Sie nutzen die Reise somit auch, um die Sprache zu lernen und machen deshalb gleich nach ihrer Ankunft einen Spanischkurs. Wir haben versucht, die Sprache “auf dem Weg mitzunehmen”. Das klappt sehr lange sehr gut, aber man wird irgendwann muede sich “durchzueiern”, der Kopf ist ohnehin voll mit so vielen gewaltigen und wunderbaren Reiseeindruecken.

Aber voererst einmal zurueck nach Quito, zu unserem letzten Abend. Wir haben in der Altstadt am Plaza San Blas eine sehr guenstige, ruhige, fast leere und saubere Unterkunft genommen und in der Hostel-Kueche unser letztes Abendmahl suedlich des Aequators (wenn man ein Auge zudrueckt, eigentlich fast direkt darauf) eingenommen und dabei den Blick auf die Stadt genossen.

CIMG7739.jpg
CIMG7741.jpg
CIMG7742.jpg

Uebrigens, nachmittags nach der Ankunft am Flughafen haben wir ein Taxi in die Altstadt genommen. Der Fahrer wollte uns mit der raunzenden Masche uebers Ohr hauen (die Altstadt sei so weit weg vom Flughafen), aber wir wussten den Preis und haben ihn runtergehandelt. Taxifahren ist in Suedamerika (in "unserem" wie gesagt!) ueberall sehr guenstig oder sogar sehr billig.

Das fuehrt uns gleich zu Klischee Nummer 1: Suedamerika ist billig!
Das kann man so nicht sagen. Denn auch in Suedamerika hat gute Qualitaet seinen Preis. Wer gerne in heruntergekommenen, schmutzigen und lauten Partyhostels naechtigt und kalte Duschen und zugige Zimmer bevorzugt, kann allerdings viel einsparen. Andererseits: Nach oben hin ist alles offen. Wir haben uns fuer einen durchaus preiswerten Mittelweg entschieden und dabei einige sehr guenstige und dennoch schoene und saubere Hostels mit funktionierendem Warmwasser entdeckt. Eine Alternative zur Hostel-Uebernachtung: Camping. Allerdings ist das nur in Argentinien und Chile realistisch. Aber dort sogar sehr gut organisiert und beinahe geschenkt. Billiger als ein Campingplatz in Argentinien ist nicht einmal das billigste Hostel in Bolivien! Notiz am Rande: Ein echter Wucher ist das Versenden von Postkarten. Da haben wir wirklich geschaut! Wir hoffen, all jene, die Post aus Suedamerika bekommen haben, wissen diesen unseren Aufwand zu schaetzen!

Aber es gibt Dinge, die sind landesunabhaengig immer unheimlich billig, sogar dann ,wenn der EURO nicht mehr ganz so lieb zu uns ist wie noch am Anfang unserer Reise. Neben dem Taxifahren sind das Obst und Gemuese (und koestlich noch dazu!), Strassensnacks, Almuerzos (Mittagsmenues), Internetzugang, Bier und oeffentliche Busse. Stichwort “oeffentliche Busse“: Diese gibt es in unterschiedlichen Preisklassen. Gross ist die preisliche Differenz jedoch nicht, jene in der Qualitaet sehr wohl. Busse sind auch fuer Einheimische das Transportmittel Nummer 1! Sie bringen dich in jeden noch so kleinen Ort, leider aber nicht wirklich in die aussergewoehnlich tolle Natur (Landschaft und Tierwelt gleichermassen), die das absolute Plus auf diesem Kontinent darstellt. Dafuer braucht man meistens entweder eine gebuchte Tour (mit zig anderen Backpackern oder sogar Pauschaltouristen und relativ teuer!) oder gar ein Mietauto (unabhaengig, aber noch teurer!). Busfahren funktioniert in Argentinien und Chile sehr gut, in Bolivien, Peru und vor allem Ecuador musst du auch etwas Glueck mit der Gesellschaft deiner Wahl und vor allem mit dem Busfahrer haben. Die zumeist grottenschlechten Filme fuer die langen Nachtfahrten werden uebrigens ganz “legal” direkt vom Busfahrer auf den Schwarzmaerkten in den Busbahnhoefen besorgt. Alternative zum Busfahren: Fliegen. Fluege koennen billig sein, aber auch nur wenn du ein Schnaeppchen erwischt und das kriegst du einen Tag vorher eher nicht. Man will ja doch irgendwie spontan bleiben.

Und so sind wir beim Stichwort “Verkehr” angelangt, konkret der Autoverkehr. Jener ist hektisch, chaotisch und laut. Hupen ist des Autofahrers Lieblingsbeschaeftigung, Blinker existieren nicht, Fussgaenger sind Freiwild und die Abgase verpesten die Luft. Die Grossstaedte leiden ganz besonders stark darunter und sind aus diesem Blickwinkel fuer einen laengeren Aufenthalt kaum zu empfehlen (wenn nur die meisten nicht so schoen waeren!). Aber es hat einen grossen Vorteil: Die Kinder wachsen damit auf und haben dadurch ein viel besseres Gefuehl fuer den Verkehr. Es wird nicht im Rot-Gruen-Schema gedacht, sondern darauf geachtet, ob ein Auto kommt oder nicht. Weiters: In allen Laendern dominieren Bodenschwellen. Polizeikontrollen sind an der Tagesordnung (in echt coolen Polizeiautos - ausnahmslos ueberall!) und es gibt so gut wie keine Autobahnen.

Das urbane Leben hat es in sich: Es lebt, pulsiert und ist bunt, froehlich und lebhaft. Das wirkt manchmal sehr hektisch, hat man jedoch mit Einzelpersonen zu tun, laeuft alles sehr gemaechlich ab. Ja, sie haben sehr viel Zeit! Daher gibt es fast ueberall eine Mittagspause zwischen 13 und 17 Uhr. Unarten gibt’s auch: Gespuckt wird gerne, immer und ueberall. Gepinkelt wird auch mal mitten auf den Gehsteig, wenn es sein muss. Letzteres aber nur von den Maennlein. Kein Wunder bei diesen zahlreichen und koestlichen Biersorten, beinahe ueberall und zahlreich in Ein-Liter-Flaschen erhaeltlich. Falls man doch mal auf eine Toilette geht, muss Papier immer in Mistkuebeln entsorgt werden. Waende aller Art werden fuer politische Parolen benutzt. Oeffentliche Telefonzellen gibt es keine, dafuer an jeder Ecke sogenannte Locutorios, also Telefonkabinen (wo es auch immer guenstigen Internetzugang gibt). Dass ganz Suedamerka unter strenger, katholischer “Herrschaft” steht, merkt man vor allem an den vielen kleinen und grossen Kirchen.

Der Zustand der Strassen ist eher mies, die meisten Stadtviertel ausserhalb der Touristenzonen heruntergekommen und dreckig. Somit hat ganz Suedamerka ein wirklich massives Muellproblem. Die grosse Ausnahme: La Paz. Die haben die beste “48er”-Putztruppe Suedamerikas. Leitungswasser konnte man nur in Argentinien und Chile bedenkenlos trinken. Die meisten Leute in Bolivien, Peru und Ecuador sind sehr arm, dadurch sieht man allerdings auch weniger Bettler. In Argentinien und Chile gibt es eine relativ grosse und durchaus wohlhabende Mittelschicht, da gibt es dafuer auch wieder mehr Bettler. In Buenos Aires sogar richtige Armenviertel (Las Villas).

Waehrend ihr da gelangweilt unsere Zeilen verfolgt, haben wir die Nacht in Quito gut ueberstanden, sind frueh aus dem Bett gekrochen und auf den Flughafen gefahren (diesmal ohne Diskussionen, der Taxler hat gleich einen angemessenen Preis verlangt). Da liefen grad die letzten Spiele der Vorrunde des World Cups, in die ich kurz mal reingeschaut habe, wahrend sich Margit kuenstlerisch versucht hat.

CIMG7744.jpg
CIMG7745.jpg
CIMG7746.jpg
CIMG7757.jpg

Was mich gleich zum naechsten Punkt bringt: Fussball. Es herrscht ohnehin schon in jedem Land Suedamerikas Ausnahmezustand, wenn es um die ganz normalen nationalen Meisterschaften geht. Steht die Fussballweltmeisterschaft vor der Tuer, ist alles nochmals ganz anders. Ueberall laufen Fernseher und Radiouebertragungen. Du kriegst so ziemlich alles mit - ob du das willst oder nicht. Fussballplaetze gibt es in der Stadt oder am Land gleichermassen viele. Gespielt wird immer und auf jedem Untergrund. Das kann ein sogenannter “Krautacker” sein, ein Betonplatz oder manchmal sogar eine Wiese. Genauso leidenschaftlich werden ueberall grottenschlechte Telenovellas verfolgt, auch amerikanisches Kabel-TV steht hoch im Kurs. Da kann es dir schon mal passieren, dass du aus einem kleinen Geschaeft als Kunde mit boesen Blicken wieder vertrieben wirst, weil im Hinterzimmer gerade die Folge 3578 irgendeiner Soap laeuft und du mit deinem Einkaufswunsch nur stoerst.

Somit sind wir bei Klischee Nummer 2 angelangt: In Suedamerika sind alle freundlich und froehlich!
Ja, die meisten Leute sind sehr freundlich und haben ein sonniges Gemuet, das stimmt. Aber es kommt ganz darauf an wo du bist. Wir hatten nicht den Eindruck, dass die Leute gastfreundlicher sind als anderswo. Halt! Doch, in Peru war das so, die Leute da sind durch die Bank ueberdurchschnittlich freundlich und froehlich. Das hat uns sehr fasziniert. Die indigene Bevoelkerung allerdings, vor allem in Bolivien, ist sehr misstrauisch und zurueckhaltend. Sehr stoerend sind die aggressiven Werber vor Agenturen und Lokalen, was vor allem in Peru aber auch in Ecuador und Bolivien ueblich ist.

Ja, und da sassen wir nun in Quito am Flughafen und warteten auf unseren Flug. Wir hatten Verspaetung und unsere Abflugzeit wurde stuendlich nach hinten verschoben, weil bei American Airlines eine Gepaeckraumtuer geklemmt hat. Gut so, ich habe also noch etwas Zeit fuer den Rest des Suedamerika-Abschieds.

Beginnen wir den letzten Teil mit Klischee Nummer 3: Suedamerika ist gefaehrlich!
So verallgemeinert stimmt das natuerlich nicht. Laendliche Gebiete oder kleinere bis mittelgrosse Staedte sind sogar sehr sicher. Die grossen Staedte wie Buenos Aires, La Paz, Lima und Quito leiden allerdings am Grossstadtsyndrom. Das heisst, dunkle Gassen nach Anbruch der Dunkelheit sind zu vermeiden. Bewaffnete Ueberfaelle wie sie auch in anderen Grossstaedten rund um den Globus vorkommen, sind dann durchaus moeglich. Die Zentren und wichtigsten Vierteln der grossen Staedte sind jedoch zumeist bis 22 Uhr von starker Polizeipraesenz gepraegt, daher ist bis zu dieser Zeit alles sehr sicher. Verhaelt man sich also vernuenftig und bleibt auf den ueblichen Pfaden, kann nichts passieren. So ganz verharmlosen sollte man die Sicherheitslage dennoch nicht. Denn was leider stimmt, sind die Entfuehrungsgeschichten, von denen man immer wieder hoert. Du musst zwar viel Pech haben, wenn gerade jenes Taxi, in dem du sitzt, von einem Entfuehrer gelenkt wird oder ausgerechnet jener Ueberlandbus, in dem du sitzt, ueberfallen wird. Aber diese Sachen, in Europa, Nordamerika und auch in Argentinien und Chile weitgehend unbekannt, koennen durchaus vorkommen. Auch hier ist Vorsicht das Gebot der Stunde. Ist man umsichtig bei der Wahl des Taxis oder der Busgesellschaft, kann dir auch dabei so gut wie gar nichts passieren. Wir sind das beste Beispiel dafuer!

All jene unter euch, die noch nicht schnarchend weggekippt aber kurz davor sind, kann ich beruhigen. Ihr steht vor der Erloesung, wir sind kurz vor dem Ende. Unser Flug konnte doch noch abheben. Schlappe 6 (in Worten: sechs!) Stunden Verspaetung hatten wir schliesslich, als wir uns in Quito endlich doch in die Luefte begeben konnten und Richtung Miami aufbrechen durften.

CIMG7767.jpg
CIMG7782.jpg
CIMG7789.jpg
CIMG7802.jpg
CIMG7808.jpg
CIMG7816.jpg
CIMG7817.jpg

Vielleicht noch ein paar ganz kleine, wenige Gedanken und Notizen zu uns selbst auf dieser Reise quer durch Suedamerika. Wir hatten im Gegensatz zu Australien ueberhaupt keine Probleme mit Insekten. Allerdings waren wir auch in keinem Dschungelgebiet! Dafuer musste vor allem ich mich als ausgewiesener “Hundefreund” erst an die vielen Streuner gewoehnen. Glueck hatten wir mit dem durchgehend traumhaften Wetter. War es mal nicht sonnig, dann war es eben bewoelkt. Geregnet hat es in wirklich unangenehmem Ausmass nur zwei Mal. Genossen haben wir die rauchfreien Lokale oder die zumindest klar abgetrennten Nichtraucherbereiche - und zwar tatsaechlich ueberall. Dafuer hatten wir ab Bolivien abwechselnd mit leichtem Durchfall zu kaempfen. Nicht alles was man zu sich nimmt ist halt auch qualitativ hochwertig. Und fuer Margits Familie vielleicht ein kleiner Schock, aber die Wahrheit darf nicht laenger zurueckgehalten werden: Wann immer wir Leute kennenlernen und erzaehlen woher wir sind, antwortet auch Margit mittlerweile mit “Wien”. Es ist einfach praktischer, kein Mensch weiss wo Ruprechtshofen liegt! Und schliesslich waren wir froh, endlich den Lonley Planet fuer Suedamerika entsorgen zu koennen. Jener Reisefuehrer, nach dem die meisten Backpacker ihren Reisealltag einrichten, uns jedoch nur mehr schwer genervt hat.

Uebrigens: Die mit Abstand meisten Suedamerika-Reisenden kommen aus den USA. Die nennt man in Suedamerika aber nicht wie in Europa salopp “Amerikaner” sondern “US-Amerikaner”. Das ist ganz wichtig, denn die Suedamerikaner fuehlen sich ja auch als Amerikaner und wollen auf keinen Fall mit den Nordamerikanern in einen Topf geworfen werden.

Das war’s auch schon. Wir haben unsere Reise unglaublich genossen. Dennoch waren ein paar Plaetze schoener als andere. Ohne weitere, grosse Reden abschliessend nochmals unsere drei Lieblingserlebnisse in Suedamerika in gestuerzter Reihenfolge. Wer will, liest nochmals nach oder laesst es auch bleiben.

3. Machu Picchu
(ein traumhafter Sonnenaufgang im heiligen Tal der Inka - Herz was willst du mehr!)
2. Nationalpark Torres del Paine
(Begegnungen mit wunderbaren Menschen im schoensten Eck Chiles!)
1. Nationalpark Galápagos-Inseln
(Wie auf einem fernen, faszinierenden Planeten - Beam me up, Scotty!)

So, wo waren wir noch gleich in unserer Rahmenhandlung stehen … aeh … fliegen geblieben? Ach ja, im Flugzeug! In Miami sind wir ohne weitere Komplikationen angekommen, die Gepaeckraumtuere hatte gehalten.

CIMG7824.jpg
CIMG7830.jpg
CIMG7841.jpg
CIMG7848.jpg

Allerdings war es schon sehr spaet und wir hatten unseren Anschlussflug nach San Francisco verpasst. So hat uns die Airline auf den naechsten Tag umgebucht und eine Uebernachtung im Hilton Garden Inn bezahlt. Die mit Abstand beste (“fancy” geradezu!) Unterkunft auf unserer gesamten Reise und wir mussten sie nicht einmal bezahlen!

CIMG7849.jpg
CIMG7850.jpg
CIMG7852.jpg

Am naechsten Morgen haben wir ein sehr zeitiges aber sehr geniales Fruehstuecksbuffet genossen. Danach sofort Aufbruch zum Flughafen. Und siehe da: American Airlines kann es doch auch puenktlich. Um 9 Uhr morgens hoben wir ab nach San Francisco. Und je naeher die Landung rueckte desto nervoeser wurde Margit. Sie kehrte zurueck in IHRE Stadt an der Westkueste der Vereinigten Staaten von Amerika. Damit erfuellte sie sich nicht nur erneut ihren Traum, sondern es begann fuer uns beide ein komplett neuer Abschnitt auf unserer Reise. Halt! Nicht nur einfach ein neuer Abschnitt, es war mehr: Der Anfang vom Ende. Anders: Der Start unseres letzten Reiseabschnitts, naemlich jener durch Nordamerika, war somit angebrochen. Wie es uns dabei ergangen ist? Bleibt dran, demnaechst in “Die Strassen von San Francisco".

CIMG7854.jpg
CIMG7856.jpg
CIMG7860.jpg
CIMG7865.jpg
CIMG7870.jpg
CIMG7871.jpg

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 12:35 Archived in Ecuador Comments (5)

San Francisco (be sure to wear some flowers in your hair)

San Francisco, California, UNITED STATES OF AMERICA

sunny 21 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Da stand sie nun mit leuchtenden Augen wie ein kleines Kind vor dem Weihnachtsbaum. Nein, besser! Wie ein kleines Kind, das soeben den Osterhasen unter dem Weihnachtsbaum vorbeihoppeln sah. Margit war zurueck in IHRER Stadt. Jene Stadt, in der sie vor zehn Jahren die schoensten sieben Monate ihres Lebens verbracht hatte (aber danach kommt gleich die Zeit mit mir - sagt sie). Die obligaten Traenen in den Augen fehlten noch, um den Kitsch zu perfektionieren. Da war es nicht verwunderlich und absoult verzeihbar, dass die Orientierung zweitrangig war. Der Irrgarten zwischen den gefuehlten 257 Parkhaeusern am Flughafen, der Unterschied zwischen Airtrain, SamTrans, BART und Muni stiftete in der ersten Euphorie auch bei einem “Quasi-Local” etwas Verwirrung. Grosszuegig und milde, meiner Natur entsprechend, habe ich als Organisationsjunkie die leichte Orientierunglosigkeit meiner besseren Haelfte hingenommen. Schliesslich war die Nervositaet ohnehin kaum mehr zu ueberbieten. Langer Einfuehrung kurzer Sinn: Wir haben es dann ohnehin locker leicht geschafft (eh easy cheasy sozusagen, immer muss ich unnoetig uebertreiben) und sind doch sehr rasch beim Appartment von Margits Freundin Akiyo angekommen.

CIMG7875.jpg

Und Akiyo liess nicht lange auf sich warten. Nur wenige Minuten spaeter kam sie mit Nobu, ihrer besseren Haelfte (mein Aequivalent quasi) angetanzt. Die Umarmung der beiden Maedls scheint ob des Groessenunterschieds ein wenig “patschert”, war aber ein unglaublich emotionaler Auftritt.

CIMG7876.jpg

Wir waren zu viert im hippen, trendigen Viertel Haight/Ashbury essen (benannt nach der Kreuzung der zwei groessten Strassen in diesem Viertel). Wir waren beide noch sehr müde aber gut gelaunt. Dies konnte auch der Umstand nicht aendern, dass die nur um zwei Jahre jüngeren Akiyo und Nobu im Gegensatz zu Margit und mir bei der Bestellung einer Runde Bier nach deren Ausweisen gefragt wurden und WIR NICHT. Geschmeckt hat's trotzdem. Danach haben sich unsere Wege fuer diesen Tag wieder getrennt. Wir durften eine Woche in Akiyos Appartment, mit herrlichem Blick auf die Skyline San Franciscos, wohnen. Akiyo selbst verweilte fuer diese Zeit in Nobus Wohnung. Ich wiederhole fuer alle Schlampigen unter der Leserschaft nochmals: Margit und ich wohnten eine Woche gratis in einem Appartment in San Francicso mit traumhaftem Blick auf die Skyline! Got it?

CIMG7880.jpg
CIMG7879.jpg

Den ersten Tag haben wir ganz besonders verwegen abgeschlossen. Fuer ein kleines Schlaferl haben wir uns um 18 Uhr niedergelegt, damit wir fuers Abendessen fit sind. Na ja, aufgewacht sind wir irgendwann um ein Uhr frueh. Fuers Zaehneputzen hat es noch gereicht, danach sind wir komplett erledigt wieder in tiefe Traeume gefallen. Wir waren nach drei Naechten ohne richtigen Schlaf komplett uebermuedet (alle Jungeltern unter euch moegen uns diesen Luxus verzeihen).

Uebrigens, auch hier in den USA war der World Cup grosses Thema, allerdings nur bis zu jenem Zeitpunkt als die USA gegen Ghana verlor. Und ich war stolzer Zeitzeuge dieses Geschehens mitten auf der oben vorgestellten Haight Street. Von diesem Tag an allerdings habe ich vom World Cup gar nichts mehr mitgekriegt - inklusive Finale, das kann ich schon mal vorwegnehmen. Meine zahlreichen und wilden Fussball-Geschichten, die unsere suedamerikanische Berichterstattung noch so dominiert haben, nehmen also mit diesem Bericht ein abruptes Ende.

CIMG7877.jpg

Dafuer waren wir am Sonntag wieder richtig fit. Einen tagesgetreuen Ablauf der folgenden Woche ersparen wir euch nach dieser langen Einfuehrung aber. Margit hat mich durch ihre zweite Heimat geschleppt, auch zum Shoppen wurde ich mitgenommen. Ich hatte keine Chance, eine gefuehrte Touristentour waere nicht anstrengender gewesen. Aber vorweg: Es hat sich gelohnt. Durch eine Stadt wie San Francisco laesst man sich, noch dazu in sehr charmanter Begleitung, sehr gerne ziehen.

Lange hat es nicht gedauert und Margit hatte zwei Paar Converse erstanden. Die Adidas-Bock wurden somit in Freiheit entlassen:

CIMG8014.jpg

Die Pride Parade hat zufaellig am zweiten Tag unserer Ankunft auf der Market Street, die wichtigste Strasse im Zentrum, stattgefunden. Gerade hier in San Francisco, wo die Homosexuellen-Bewegung begonnen hat und noch immer sehr stark verankert ist, wirkte diese Parade sehr authentisch. Es war eine schoene Parade mit ehrlichen politischen und sozialen Statements und verlor sich nicht wie die vielen grossen Paraden wie zum Beispiel die Love Parade in Techno-Getoese und Selbstdarstellung.

CIMG7883.jpg
CIMG7886.jpg
CIMG7893.jpg
CIMG7901.jpg
CIMG7905.jpg
CIMG7974.jpg

Dazu passend waren wir am Tag danach im Schwulenviertel “Castro” und da in Margits Lieblingscafé “Flore“ (Lim Duca: Thanks, Michael). Hier ist die Homosexuellenszene ganz besonders stark verankert. Und weil hier alles so selbstverstaendlich ablaeuft, wirkt alles fast schon wieder ein bisschen bieder. Dennoch: Ein sympathisches Viertel! Wir haben den Nachmittag hier sehr genossen.

CIMG8019.jpg
CIMG8020.jpg

Am Pier 39 in Fisherman’s Wharf, da wo sich die beruehmten San-Francisco-Seeloewen niedergelassen haben und wo alles so niedlich aussieht und ein bisserl an Disneyland erinnert, waren wir ebenso…

CIMG7999.jpg
CIMG8000.jpg
CIMG8001.jpg

…wie am Alamo Square, der fuer viele Filme oder TV-Serien herhalten muss. Ein traumhaft schoener Park mit noch schoenerem Blick auf das Zentrum (noch viel besser als von unserem temporaeren Wohnzimmer!)

CIMG8071.jpg
CIMG8073.jpg
CIMG8074.jpg

Ein herrlicher Blick auf Alcatraz (drinnen waren wir allerdings nicht):
CIMG7991.jpg

In Haight/Ashbury waren wir auch nochmals. Margit wollte ein wenig shoppen (“nur ein bisserl schauen” - ja, sicher!).

CIMG8086.jpg
CIMG8087.jpg
CIMG8089.jpg
CIMG8090.jpg
CIMG8091.jpg

Nachdem die Internetshops hier so verdammt teuer waren und an jeder Ecke FREE WI-FI angeboten wurde, haben wir uns endlich (im letzten Drittel unserer Reise!) dazu entschlossen, das billigste Netbook zu kaufen, welches wir finden konnten. Ein paar Mal in die Runde geschaut und gleich zugeschlagen (und ich habe damit meine Laptop-Antipathie fuers Erste mal abgelegt)! Und das tolle Café “Nanni’s” gleich ums Eck, gefuehrt von einem herzlichen, alten Mann, haben wir auch entdeckt und auch einige Male besucht - hier gab's neben einer sympathischen Bedienung und angenehmer Atmosphaere auch einen WI-FI-Anschluss.

CIMG8222.jpg

Einen Abend durfte ich ausruhen, da war Margit mit Akiyo und Nobu “auf ein paar Bier”. Na bravo. Seht selbst:

CIMG8061.jpg

Mitte der Woche haben wir zum Abendessen geladen. Nachdem ich bereits in Sydney und Buenos Aires meine Eiernockerl gezaubert hatte, blieb auch San Francisco nicht verschont davon. Da mussten Akiyo und Nobu einfach - im wahrsten Sinne des Wortes - beissen. Ihnen hat’s geschmeckt - sagen sie. Ich hab’s ihnen mal geglaubt!

CIMG8096.jpg

Eingekauft haben wir die Zutaten beim “Trader Joe’s” gleich ums Eck, eine Art hipper Alternativ-Supermarkt und durchaus guenstig. Und es gab “Beer Vienna-Style”, welches wir unbedingt probieren mussten (nach mehr als 6 Monaten auf Reisen ist das erlaubt, oder?). Es war koestlich!

CIMG8250.jpg
CIMG8253.jpg

Das Strassenbild in San Francisco ist lebendig, sehr touristisch, sehr sauber und die Leute sind sehr locker. Nur, dass hier angeblich den ganzen Sommer der Nebel in die Stadt einfaellt, passt da gar nicht dazu. Gut also, dass wir da waren, denn wir haben das schoene Wetter mitgebracht. Alle 8 Tage, die wir hier verbringen durften waren wolkenfrei (wenn auch etwas windig und daher frisch). Kein G’schichtl, die Fotos zeigen es einwandfrei! Der Ausblick von Treasure Island auf die Stadt ist nur einer von vielen Beweisen dafuer:

CIMG8099.jpg

Eigentlich wollten wir nur 6 Tage bleiben, aber weil wir wegen der noetigen Uebernachtung in Miami ohnehin einen Tag verloren hatten und uns die Stadt so fasziniert hat (Margit sowieso, aber auch ich habe mich hier sehr wohl gefuehlt), haben wir noch zwei Tage angehaengt. Das Mietauto war aber schon fuer einen bestimmten Tag bestellt und dieser war ohne Aufpreis nicht mehr zu verschieben, also haben wir es vom Flughafen abgeholt und sind damit gleich zur Golden Gate Bridge gefahren. Nein, anders: Wir sind da hingestaut! Aber es hat sich mehr als gelohnt. Seht selbst.

CIMG8116.jpg
CIMG8121.jpg
CIMG8126.jpg
CIMG8127.jpg
CIMG8129.jpg
CIMG8137.jpg

Im Viertel “North Beach” waren wir auch, da wo die Italiener wohnen und die Chinesen als Nachbarn haben. Bei letzteren waren wir auch mal zu viert zum Lunch - obwohl eigentlich beim Vietnamesen, die nehmen das hier offenbar nicht so genau.

CIMG8173.jpg
CIMG8180.jpg
CIMG8182.jpg
CIMG8186.jpg
CIMG8192.jpg
CIMG8193.jpg
CIMG8201.jpg

Trotz Ausscheiden Selbstbewusstsein zeigen: Das zeichnet den italienischen Fussballfan aus!

CIMG8177.jpg

Was darf noch nicht fehlen? Richtig, eine Fahrt mit der Cable Car, was wir gleich mit der naechsten Touristenattraktion verbunden haben: Lombart Street.

CIMG8145.jpg
CIMG8149.jpg
CIMG8150.jpg
CIMG8161.jpg

Und bevor ich es ganz vergesse! Zu Margits alter Wirkungsstaette sind wir auch zurueckgekehrt. Sie hatte ja damals viele verschiedene Jobs (welche das waren wollen wir jetzt alle gar nicht so genau wissen), einer davon in einem Hostel, im vielleicht einzigen etwas heruntergekommenen Stadtteil “South of Market”, direkt an der Folsom Street, an der immer wieder Paraden stattfinden (so wie eben jene oben beschriebene).

CIMG8052.jpg

Wenig ueberraschend gab es das Hostel nicht mehr, das Gebaeude jedoch stand noch. Also fuer alle Interessierten, da hatte Margit mal gehaust und gearbeitet:

CIMG8050.jpg

Und hier im Schnitzelhaus hatte sie auch mal gearbeitet (aber nicht gehaust - sagt sie):

CIMG8051.jpg

Was ist vor allem mir als Neuling in dieser Stadt aufgefallen? San Francisco ist durchaus teuer, aber man muss ja nicht alles kaufen was die Lemminge rund um dich gerade kaufen (einen i-pad zum Beispiel). Die oeffentlichen Verkehrsmittel haben ein gutes Netz, vor allem Busse, welche aber oft ueberfuellt sind (aber das macht nix, wir sind es von der Wiener U-Bahn gewoehnt). Es gab fuer meine Begriffe ueberdurchschnittlich viele Feuerwehreinsaetze, staendig lief irgendwo eine Sirene (Wolfi, hier haettest du alle Haende voll zu tun). San Francisco ist sehr liberal eingestellt, das merkt man nicht nur an der integrierten Homosexuellenszene sondern auch am Verhalten der Leute. Sie sind offen, redefreudig und verdammt locker. Etwas, das als gelernter Oesterreicher ganz schwer nachzuvollziehen ist.

Nur wenn es um die Sicherheit geht, versteht auch das liberale San Francisco Police Department (viel cooler die Abkuerzung: SFPD) keinen Spass mehr. Mitten im Zentrum, am wunderschoenen Union Square, wurde ein friedlich in der Wiese schlafender Obdachloser von einem Polizisten “gestampert”. Dieser hat ihn nachgeaefft und ist torkelnd davon gelaufen. Der sehr beleibte Mann in Uniform kam ihm trotzdem nicht nach und hat daher ueber Funk Verstaerkung gerufen. Drei Polizeiwagen haben sich innerhalb einer halben Minute (immerhin sehr flott, da gibt's nix!) am Union Square quietschend eingeschliffen, um einen urspruenglich harmlos schlafenden Obdachlosen einzufangen, dabei eine der wichtigsten Strassen minutenlang blockiert und im Zuge dessen gleich auch ein paar Tax Dollars verschwendet. Gratuliere, ein Sicherheitskonzept zum Herzeigen! Aber was soll's. Wir hatten was erlebt, eine wilde Geschichte fuer den Blog und auch noch was zu lachen.

Trotzdem: Auch hier viel laessigere Polizeiautos als bei uns daheim. Eh bekannt aus Film und Fernsehen:

CIMG8205.jpg

Und damit ihr euch auch was vorstellen koennt, chronologisch unabhaengig und wild durcheinander mehr oder weniger spannende Eindruecke einer wunderschoenen und lebendigen Stadt…

CIMG7976.jpg
CIMG7977.jpg
CIMG7981.jpg
CIMG7984.jpg
CIMG7987.jpg
CIMG8005.jpg
CIMG8006.jpg
CIMG8010.jpg
CIMG8011.jpg
CIMG8013.jpg
CIMG8017.jpg
CIMG8029.jpg
CIMG8032.jpg
CIMG8033.jpg
(Little Firenze?)

CIMG8037.jpg
CIMG8038.jpg
CIMG8108.jpg
CIMG8111.jpg
CIMG8166.jpg
CIMG8225.jpg
CIMG8237.jpg
CIMG8049.jpg
(dieses Foto widme ich Herrn Dr. No!)

…deren Menschen…

CIMG7980.jpg
CIMG8007.jpg
CIMG8008.jpg
CIMG8016.jpg
CIMG8044.jpg
CIMG8047.jpg
CIMG8057.jpg
CIMG8076.jpg
CIMG8082.jpg
CIMG8227.jpg
CIMG8230.jpg
CIMG8244.jpg

…und von uns “mitten drin statt nur dabei“:

CIMG8046.jpg
CIMG8232.jpg
(verlegenes Laecheln - zum wiederholten Mal beim Cookie-Kauf erwischt!)

CIMG8208.jpg
(ja, das Netbook ist im Dauereinsatz)

CIMG8025.jpg
(im Hintergrund das “Bank of America”-Building, in das wir auch reindurften, weil hier Akiyo arbeitet!)

Schliesslich liess sich die Abreise nicht mehr laenger hinauszoegern. An unserem letzten ganzen Tag haben wir uns noch von Akiyo verabschiedet…

CIMG8213.jpg
(Thank you very much for everyghing, Akiyo and Nobu! It was a real pleasure. We will see each other in Vienna, promise?)

… sind danach auf den Aussichtspunkt “Twin Peaks” gefahren (fuer alle David-Lynch-Junkies: Hat gar nix mit der Serie zu tun!) und haben noch einmal den Blick auf diese wunderschoene Stadt genossen:

CIMG8216.jpg
CIMG8218.jpg
CIMG8219.jpg
CIMG8221.jpg

Und schliesslich war es so weit. Ausgerechnet am 4. Juli, dem Unabhaengigkeitstag, des Amerikaners heiligste 24 Stunden, sind wir Richtung Sueden aufgebrochen, genauer gesagt nach Los Angeles.

CIMG8256.jpg
CIMG8257.jpg

Und wie wir den Abend des Unabhaengigkeitstages inmitten tausender, feiernder Amerikaner erlebt haben und ob das Geruecht stimmt, dass uns ausgerechnet Homer Simpson ueber den Weg gelaufen ist, ja das erfahrt ihr nur, wenn ihr uns auch weiterhin treu bleibt.

< Previous Story | Table Of Content | Next Story >

Posted by NoUturners 13:15 Archived in USA Comments (6)

(Entries 46 - 60 of 75) « Page 1 2 3 [4] 5 »