A Travellerspoint blog

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California, part one: American Culture Trip

Los Angeles - Universal Studios - Hollywood, all in California, UNITED STATES OF AMERICA

semi-overcast 26 °C
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Da sassen wir nun in unserem weinroten Chevrolet, Mietwagenklasse “Economy”, die billigste, kraftloseste und somit beschaemendste Klasse, die du in den USA, dem Land der unbegrenzten Benzinfresserkarossen, kriegen kannst . Dem verlockenden Angebot der Dame am Alamo-Schalter, fuer einen “kleinen” Aufpreis von 200 Dollar einen Wagen “more fancy” zu nehmen, haben wir locker standgehalten. Das Budget hat es nicht erlaubt und unseren Spass mit einem “fancy car” hatten wir ja schon mehr als drei Monate lang waehrend unserer Tour durch Australien. Da darf es fuer drei Wochen durchaus mal bescheidener zugehen.

Und die erste Huerde war auch gleich eine leichte welchige. Die langweilige, immer nur geradeaus fuehrende Interstate 5, die von der mexikanischen Grenze bis rauf nach Kanada verlaeuft, hatte die wenig schwierige Aufgabe, uns sicher von San Francisco nach Los Angeles zu bringen. Genauer gesagt ins fuer zwei Naechte organisierte Motel “Good Nite Inn”. Jenes lag im Vorort Sylmar direkt neben jene, oben erwaehnten I-5, welche an dieser Stelle sicherheitshalber zehnspurig war! Dass sich der Name des Motels mit der Lage desselbigen etwas spiesste, machte gluecklicherweise nur so den Anschein. Wir haben beide Naechte gut geschlafen.

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Was hat uns nun ueberhaupt hierher nach Los Angeles gefuehrt, wo wir doch eigentlich nach Kanada wollten? Wir klaeren euch auf, es ist ganz einfach: Als neugierige und aufgeschlossene Weltenbummler ist es unsere Pflicht, sich auch mit der ureigenen Kultur des besuchten Landes auseinanderzusetzen. Im konkreten Fall: Was macht der “kleine kalifornische Mann” und seine Familie so in den Sommerferien in DEM "Entertainment Capital der USA" schlechthin? Wir haben selbstlos fuer euch beobachtet!

Zunaechst einmal wurden wir von der jungen Rezeptionistin ins nur 8 Minuten entfernte (drei Highways und fuenf Abfahrten oder so) “Porter Ranch” geschickt. Da fand das einzige Independence-Day-Feuerwerk der Gegend statt und nachdem sie so traurig war, weil sie durch ihren Schichtdienst verhindert war und nicht daran teilnehmen konnte, haben wir uns ein Herz genommen und sind an ihrer Statt zum grossen Fest gefahren. Dieses fand in und um ein mittelgrosses Einkaufszenrum statt, alle Strassen bis auf eine (klar, irgendwie musste man ja auch hinkommen, Amerikaner gehen keinen Meter freiwillig zu Fuss!) rundherum gesperrt - es herrschte Volksfeststimmung. Logo, es war ja auch ein Volksfest.

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Skurril aber eben typisch amerikanisch: Da kommen alle dekadent mit ihren dicken, fetten Autos, fressen sich auf ihr ohenhin schon untragbares Uebergewicht mit dicken, fetten Pizzas, Hamburgers, Hot Dogs und Doughnuts noch weitere Kilos rauf und am Ende beten nach einer Predigt des Kommunalpastors Zig-Tausende demuetigst fuer die guten US-Soldaten in der ganzen Welt und moegen sie vom Herrn beschuetzt werden bei ihrem Einsatz gegen die boesen Schurken im nahen Osten (der aber in Amerika mittlerer Osten heisst, weil der nahe Osten liegt ja fuer die Amis schon in Europa - eh logo). Amen.

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Positives an diesem Abend? Klar, gab es auch! Vor dem grossen Feuerwerk fand eine Flugshow einer Militaerstaffel statt und danach wurde noch die “Star Spangled Banner” gesungen. Und diese Hymne hat es halt in sich. Schliesslich geht es da um "The Home of the Brave" und es ist daher nicht verwunderlich, dass sie alle stolz und selbstbewusst sind die Amis. Klar, bei der oesterreichischen Schnarchhyme, die bekanntlich aeusserst verwegen von Bergen, Domen, Flüssen und Haemmern erzaehlt, kommt halt selten Heroismus auf. Danach wurde das grosse Feuerwerk abgehalten, es herrschte Riesenstimmung. Show zu inszenieren kann man hier, daran besteht kein Zweifel!

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Am naechsten Morgen haben wir unsere rein wissenschaftlichen Beobachtungen fortgesetzt. Selbstlos fuer euch im Themenpark der Universal Studios.

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Begonnen hat alles damit, Arnie beim Kampf gegen den boesen Cyborg in 3D zuzusehen und bitteschoen zuzu”hoeren”!

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Und noch bevor die Massen den Park stuermten, haben wir den Simpson-Simulationsride “Krustyland” gemacht. Und das wirklich Sensationelle daran war, dass ich Homer Simpson persoenlich getroffen habe. Eine faszinierende Begegnung und definitiv der Hoehepunkt des gesamten Tages. Jose, just for you!!!

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Sonst gab’s die ueblichen Rides wie den eher unspektakulaeren "Mummy Ride" oder den "Jurassic Park Water Ride", bei dem du komplett nass wirst:

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Weiters eine Waterworld-Stuntshow…

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…und eine kurzweilig inszenierte und durchaus informative Studiotour durchs Gelaende mit dem absoluten Hoehepunkt, dem King Kong 360 Grad 3D Ride - eine Kombination aus Simulation und 3D-Kino in perfekter Vollendung!

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Filmautos:

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Special-effects-Vorfuehrungen:

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Kulisse 1: So sieht fuer Amerikaner eine typische europaeische Kleinstadt aus - von vorne und von hinten

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Kulisse 2: Desperate Housewives

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Kulisse 3: Eine echte Boeing 747 von Studioarbeitern komplett demoliert, um auch Flugzeugabsturzstellen drehen zu koennen. Und das sieht wirklich sehr beeindruckend aus:

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Sonst tut sich auch staendig etwas auf dem Gelaende:
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Amerikanische Ikonen:

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Es war eine schoene Abwechslung auf unserer Reise, sich dem “Kinderspielplatz fuer Erwachsene” hemmungslos hingeben zu koennen. Als wir den Park beim Einsetzen der Daemmerung schliesslich verliessen, spazierten wir noch gemuetlich durch die Vergnuegungsmeile ausserhalb des Themenparks, also auch ohne Eintritt fuer jedermann zugaenglich. Hier zeigt Amerika nochmals sein ganzes Unterhaltungspotenzial. Unzaehlige Kinos, Restaurants, Comedy-Clubs (einer sogar mit Jon Lovitz!) zieren das Areal und das alles mit vielen Lichtern in allen moeglichen Farben.

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Am naechsten Morgen haben wir uns auf den Weg nach Hollywood gemacht und somit die amerikanische Kulturreise fortgesetzt. Lange waren wir da allerdings nicht, das Parken ist teuer und viel zu sehen gibt es eigentlich eh auch nicht. Die zwei Dollar fuers Parken waren es jedoch gerade noch wert.

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Kurz beim Kodak Theater (wo jaehrlich die Oscar-Verleihung stattfindet) vorbeigeschaut…

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…den beruehmten Schriftzug auf den Huegeln Hollywoods fotografiert (also wenn wir schon da sind)…

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…natuerlich auch den Walk of Fame besucht. Der hat aber bereits inflationaer viele “Stars” eingraviert, dass ich richtiggehend erleichert war zu erfahren, dass sich Philip Seymour Hoffman gar nicht erst darin verewigt sehen moechte! Aber Bruce Willis hat hier einen Stern und das konnte sich Margit auf keinen Fall entgehen lassen.

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Das Chinese Theater mit in Beton eingravierten Widmungen:

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Intermezzo! Margit an ihre Reise-Maedels aus 1999: "Das ist das Ergebnis dessen, was wir damals so knapp versaeumt hatten. Haetten wir nicht doch warten sollen?"

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Puenktlich zum Ablauf der Parkuhr sind wir schliesslich beim Auto zurueckgewesen und aufgebrochen, wieder zurueck in den Norden, jetzt aber wirklich nach Kanada - und auch endlich wieder in die Natur. Dahin, wo auch in den Sommerferien relativ viel Ruhe herrscht - auf die kostenguenstigen Campingplaetze der National Forests, State Parks und National Recreation Areas. “This is bear country” betitelte Warnschilder findest du da ueberall, mit genauen Instruktionen wie du dein Essen und deinen Muell am besten vor den Baeren versteckst. Und ob wir eine unheimliche Begegnung mit einem der zahlreichen Schwarzbaeren hatten oder ob sich eher laestige Nagetiere ueber unsere Essensvorraete hergemacht haben, das steht im zweiten Teil unserer California-Reihe.

We’ll be back!

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Posted by NoUturners 13:03 Archived in USA Comments (6)

California, part two: This is bear country!

Nacimiento Campground - San Francisco - Sheedy Creek Campground - Matole River Campground - Smith River Recreation Area, all in California, UNITED STATES OF AMERICA

sunny 35 °C
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Also Regel Nummer eins, wenn du im Sommer an der Westkueste der USA campen moechtest: Niemals in einem Nationalpark uebernachten. Diese sind hoffnungslos ueberlaufen, du kriegst ohne Reservierungen keinen Platz und die Plaetze sind relativ teuer. “Camp outside National Parks, in National Forests!”, hat uns Andy noch als heissen Tipp mitgegeben. Jener Andy, den wir euch im zweiten Teil unserer Galápagos-Geschichte vorgestellt haben. Er hatte lange Zeit als Nationalpark-Ranger gearbeitet und war vollgestopft mit Wissen ueber die amerikanische Campermentalitaet. Und gut war es. Wir haben uns das bereits in San Francisco beschaffte Buch ueber kostenlose oder zumindest kostenguenstige Wild-Campingplaetze beherzt durchgesehen und nur jene Plaetze rausgesucht, die als “remote spots”, “secluded sites” oder “little-known campgrounds” beschrieben sind.

Die Fahrt gleich zur ersten Uebernachtungsstelle hat sich jedoch als schwierig herausgestellt. Unser Kartenmaterial war fuer die abgelegenen Plaetze nicht fein genug. So sind wir auf einem ganz anderen Campground gelandet (Nacimiento) als urspruenglich geplant (Memorial Park) und es war bereits finster. Aber nur zwei weitere Autos bevoelkerten den idyllischen Platz, es war also genug Raum fuer alle da. Unter anderem fuer Peter (der seine Kindheit in Salzburg verbracht hat und auf Deutsch ein bisserl wie unser Arnie klang) und seine Familie, von welchen wir auch gleich viele Tipps zu schoenen Plaetzen entlang der Kueste erhalten haben und die uns rechtzeitig vor der Pflanze “Poison Oak“ gewarnt haben, die an der ganzen Westkueste, aber ganz besonders in Kalifornien wild und zahlreich wuchert und schon bei der geringsten Beruehrung schwere Hautirritationen ausloest (Ein Dank an dieser Stelle, dieses Wissen war fuer die kommenden Wochen sehr hilfreich!). Obwohl der Platz malerisch an einem kleinen Fluss lag, umgeben von schoenen, schattigen Baeumen, blieb er nichts anderes als ein Mittel zum Zweck, eine Uebernachtungsstelle auf dem Weg zurueck in den Norden. Und beim Ausrollen des Schlafsacks habe ich endlich meine dicken Socken und lange Unterhose wieder gefunden, die ich beim letzten Zusammenpacken des Schlafsacks im eisigen argentinischen Uspallata da drinnen vergessen hatte.

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Wie wir am besten unser Essen ueber Nacht vor den hungrigen Tieren verstecken sollten, war uns vor dieser Nacht nicht bewusst, wir kamen ja eben erst vom urbanen Leben in die Natur und brauchten etwas Zeit, um uns auf die hiesige Fauna einzustellen. So waren wir am Morgen froh, dass sich ueber Nacht statt eines Baeren nur ein kleines Nagetier (Maus?) in unser Auto geschlichen und sich da nicht nur ueber unser Obst, unser Brot und unsere Schokolade hergemacht hatte sondern sich sogar mit der am Ruecksitz liegenden Kuechenrolle ein Nest im Kofferraum (!) gebaut hat. Wie auch immer dieses Tier ins Auto rein- und rausgekommen ist.

Egal, jedenfalls fuehrte uns die Fahrt weiter an die Kueste, die komplett vernebelt war. Das sieht vom Berg kommend spektakulaer aus…

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…allerdings ist die Fahrt in den Nebel hinein eher trostlos. Genauso wie die Fahrt ueber die Golden Gate Bridge, ueber die wir etwas spaeter drueber mussten. Warum das? Also wir hatten den Highway 101 fuer den Weg Richtung Norden gewaehlt und dieser fuehrte gerade eben durch San Francisco durch. Und als Beweis dafuer, wie nebelig es hier ist, wenn wir das schoene Wetter nicht mitbringen (weil es fuer die blosse Durchfahrt nicht noetig ist), haben wir folgendes Foto auf der Golden Gate Bridge gemacht.

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Aber wieder landeinwaerts fahrend wurde es schoener und heisser. Uebernachtet haben wir im beruehmenten kalifornischen Wine Country, auf einem einsamen und sehr einfachen Platz (nur ein Plumpsklo gab es) mitten im Wald, am Sheddy Creek, ein kleines Baechlein. Wir waren ganz alleine, was zwar sehr angenehm aber auch ein wenig unheimlich war.

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Von all den wilden Geschichten beeindruckt, Baeren wuerden bei ihrer naechtlichen Suche nach Essen wenn es sein muss auch Autotueren aufbrechen, haben wir unser gesamtes Proviant auf dem Picknicktisch stehen gelassen, weit weg vom Zelt. So sollte sich ein potenzielles Leckermaul ungehemmt bedienen koennen, ohne eine Szene der Verwuestung anzurichten. Aber die Nacht verlief sehr ruhig, unser Essen wurde nicht einmal von Eichkaetzchen oder anderen Nagetieren angefasst. Dafuer konnten wir beim Fruehstueck unseren Augen nicht trauen. Das staendige Brummen neben und ueber uns war kein ueberdimensionales Insekt sondern ein winziger Kolibri! Wieder war der Zoom unserer Kamera zu schwach und deren Ausloeser zu langsam, um ein Foto zu schiessen. Beeindruckend war es allemal!

Der dritte Tag fuehrte uns wagemutig an die Kueste. In der Hoffnung, der Nebel wuerde nicht jeden Tag ueber dem Pazifik herumlungern, haben wir den als sehr idyllisch beschriebenen Matole River Campground ausgewaehlt. Am Weg dahin fuhren wir bereits durch Auslaeufer der beruehmten Redwoods mit ihren uralten, hohen und dicken Baumstaemmen.

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Am Weg dahin haben wir einen verzweifelt aussehenden Autostopper mitgenommen. Der hat sich als junger Deutscher rausgestellt und uns mit wilden Geschichten versorgt, was ihm nicht alles passiert ist und wie er hier gelandet ist. Was wir den wirren Erzaehlungen doch teilweise Verstaendliches entnehmen konnten, wollte er in Nordkalifornien eine illegale Marihuana-Plantage eroeffnen, um eine Baeckerei zu finanzieren, fuer die er extra drei Jahre lang in Deutschland eine Lehre mit Gesellenpruefung abgeschlossen hatte. Schliesslich haben ihn jedoch die ebenfalls illegalen aber alteingesessenen heimischen Marihuana-Plantagen-Besitzer vertrieben und er war ohne Einkommen, Bleibe und vor allem ohne Baeckerei. Und nun musste er zurueck irgendwo in die Huegeln nahe der Kueste, weil er bei seiner wilden Flucht seinen Rucksack und somit sein ganzes Hab und Gut zuruecklassen musste und sich dieses nun abholen wollte. Alles klar? Mancher Leute Naivitaet (oder deren Fantasie?) ist offenbar grenzenlos. Wir haben jedenfalls vereinbart, keine Autostopper mehr mitzunehmen und haben somit unserer eigenen Naivitaet eine deutliche Grenze gesetzt.

Der Uebernachtungsplatz am bereits erwaehnten Matole River war wie erwartet sehr einfach und durchaus nett aber vor allem sehr nebelig, kalt und windig. Dass er direkt hinter Sandduenen mit Meerzugang lag, war daher nur schwacher Trost. Keine zwei Kilometer Luftlinie entfernt war strahlender Sonnenschein aber keine Uebernachtungsmoeglichkeit - zu abgelegen lag der von uns gewaehlte Platz. Also haben wir den Abend in unseren Fleece- und Windjacken verbracht.

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Aber unsere Standhaftigkeit und Geduld hat sich schliesslich ausgezahlt, denn abends ist die Nebeldecke ueber dem Meer aufgerissen. Warm wurde es nicht mehr, aber zumindest noch schoen!

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Dass einer unserer Nachbarn, drei harmlose aber besoffene Mittzwanziger (mein Gott, mir waren alle mal jung!) nach einem naechtlichen Pinkelstreifzug nicht mehr in sein Zelt zurueckfand und bei uns unterkommen wollte, hat uns eher belustigt als gestoert. “You are at the wrong tent, buddy!”, habe ich den jungen Mann bestimmt aber nicht minder amuesiert unseres Territoriums verwiesen. “Sorry, man!“, gehorchte er umgehendst!

Auch in dieser Nacht liessen wir unser Proviant heraussen stehen. Das war diesmal nicht so schlau. Zwar liessen sich keine Baeren blicken (obwohl auf Warntafeln ausdruecklich vor eben diesen gewarnt wurde!), dafuer raubte irgendetwas Kleines (im Mondschein wie ein Eichhoernchen aussehend) ausschliesslich unsere sechs Bananen und liess den Rest unberuehrt. Bis heute haben wir dieses Raetsel nicht geloest.

Das Ziel des naechsten Tages war deutlich formuliert: Wir wollen Sonne!!! Gesagt, getan. Wir fuhren wieder etwas landeinwaerts aber immer der Kueste entlang. Am Weg bekanntes Wildlife:

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Inzwischen wurden auf den offiziellen Anzeigetafeln neunundneunzig Grad Fahrenheit (gute 37 Grad Celcius) angezeigt. Endlich war es wieder so richtig heiss!!! Wir hatten allerdings ein Problem. Es war Samstag und ganz Amerika war auf der Suche nach Campingplaetzen. Wir jedoch waren im Besitz des idealen Campingfuehrers und auch frueh genug am Nachmittag unterwegs. Also konnten wir sogar einen der begehrten Plaetze in der “Smith River Recreation Area” ergattern und zwar am Campground “Panther Flat“ (sogar mit Duschen bitteschoen!). Und hier blieben wir das gesamte Wochenende - und ich sag's euch: Wir haetten zwei Wochen bleiben koennen! Es war heiss, der Platz selbst war schattig…

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…und lag direkt am Smith River: Kuehl, erfrischend, wild und traumhaft schoen gelegen. Wer von euch mal in Nordkalifornien Campingurlaub machen moechte: Hierher kommen und viel Zeit einplanen!!!

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Baeren haben wir auch hier trotz Warnhinweisen keine gesichtet. Aber ueber neue Versteckmoeglichkeiten fuer unser Proviant haben wir gelernt. Baeren brechen naemlich nur dann ins Auto ein, wenn sie Essen oder auch Kuehlboxen (was fuer sie Essen darstellt - ja, die lernen schnell) durch die Scheiben erkennen. Also ab mit dem ganzen Zeug in den Kofferraum, sagt zumindest die offizielle Ranger-Broschuere. Und es schien zu helfen, wir sind mit dieser Methode problemlos durch die folgenden zwei Naechte gekommen!

Aber ganz besonders schoene Zeit geht halt leider auch ganz besonders rasch vorbei. Es half nix, wir mussten weiter. Jedoch gab es gute Nachrichten: Das Wetter sollte so bleiben wie bisher: Heiss, trocken und wolkenlos. Gut so. Also sind wir nach Oregon aufgebrochen, da wo alles noch viel schoener sein soll als in Kalifornien. Und ob das stimmt und ob es wirklich so heiss wurde, dass wir mit unseren Flip-Flops sogar Abkuehlung im Schnee gesucht haben, schildern wir in unserer naechsten verwegenen Geschichte von der amerikanischen Westkueste.

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Posted by NoUturners 10:04 Archived in USA Comments (5)

(Rushing) through Oregon and Washington

Joseph H. Stewart State Park - Crater Lake National Park - Bend - Columbia River - Portland, all in Oregon - Vasa Lake - Seattle - Bellingham, all in Washington, UNITED STATES OF AMERICA

sunny 30 °C
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Also gleich mal vorweg, damit euch beim Lesen nicht schwindelig wird: Weil wir uns auf unserem Weg nach Kanada beeilen mussten, konnten wir Oregon und Washington nur im Zeitraffer besuchen. Also schnallt euch an und folgt uns auf unserem Eil-Tripp, wir haben trotz gedraengtem Zeitplan wieder ein paar wundervolle Plaetze entdeckt und traumhaft schöne Tage verbracht.

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Vom traumhaften Smith River, den wir euch im letzten Eintrag vorgestellt haben, und den wir nur sehr ungern wieder verlassen haben, war es nur noch ein Katzensprung nach Oregon und so waren wir bald im Joseph H. Stewart State Park angekommen. Eine riesige Anlage, auch hier mit Duschen und wunderschoenen und vor allem riesengrossen Stellplaetzen mit vielen, Schatten spendenen Baeumen und dennoch Blick auf den See, den Lost Lake, in welchen wir uns gleich nach der Ankunft begeben haben - wie gesagt, es war heiss!!!

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Die Nacht verlief ruhig (Baeren gab es hier offensichtlich keine, dafuer ein paar putzige Eichhoernchen), am naechsten Morgen haben uns unsere Nachbarn Ronda und Jack angequatscht. Sie haben uns mit einem vollen Glas Himbeermarmelade versorgt (Keine Sorge, wir haben es schon verputzt und leben noch!) und uns auch ihr eine Woche lang gueltiges Eintrittsticket fuer den Crater Lake National Park geschenkt, nachdem wir ihnen erzaehlt hatten, dass wir da auch hinfahren wollten. Sie selbst waren nur ein langes Wochenende unterwegs und schon wieder auf dem Heimweg irgendwohin nach Washington.

Also, nichts wie auf in den Crater Lake National Park, den uns uebrigens Andy empfohlen hat (Ihr wisst noch, Andy von “Andy und Steve von den Galápagos-Inseln”?). Schon die Fahrt dahin fuehrte durch traumhaft schoene Waelder:

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Der Crater Lake National Park ist nach einem Vulkankrater benannt, der sich nach dem Kollaps des Vulkans mit glassklarem Wasser gefuellt hat und in den man sogar schwimmen gehen darf und kann - wenn man dies bei der ueber das ganze Jahr konstanten Temperatur von 3 Grad Celsius moechte (also immerhin eh Plus!). Der Nationalpark liegt auf ueber 2000 Metern Seehoehe. Es war hier heroben also deutlich kuehler als unten im Tal auf unserem Campingplatz am See, aber immer noch schoen warm. Und da haben wir uns gedacht, schlapfen wir doch mal mit unseren Flip-Flops durch den Schnee, der am Fahrbahnrand immer noch stark vertreten ist. Schneeballschlaaaacht!!! Wer ist dabei???

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Den Krater kann man auf einer in etwa 30 Meilen langen Rundstrecke, der “Crater Rim Road”, abfahren und dabei fantastische Ausblicke geniessen.

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Ach ja, uebrigens: Mr. and Mrs. Amerika sind auch hier:

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Aber am schoensten ist die Aussicht vom hoechsten Punkt im Nationalpark, dem Gipfel des Mount Scott, auf 2722 Metern Seehoehe liegend. Und da kommt man auch Mitte Juli nur hinauf, wenn man wagemutig über Schneefelder stapft. Die Wanderstrecke selbst verläuft aber durchaus moderat ansteigend.

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Leute, das sieht kalt aus, war es aber nicht. Im Gegenteil, der Ausblick vom Gipfel hat dir dein Herz erwaermt. Und weil viele Amerikaner (und auch viele Touristen) sehr ungern auch nur einen Meter zu viel zu Fuss gehen, haben wir unterwegs nur eine handvoll Leute getroffen und waren spaeter am Gipfel sogar ganz alleine! Allen Outdoor-Liebhabern, und wir wissen es gibt einige unter euch, sei dieser eher unbekannte und nicht so ueberlaufene Nationalpark und die Wanderung auf den Mount Scott sehr nahe ans Herz gelegt - fuer den Fall, dass ihr mal ins suedliche Oregon kommt.

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Rechtzeitig zur Abenddaemmerung waren wir zurueck, unsere Zehen von der Flip-Flop-Schneeballschlacht doch noch ein bisserl durchgefroren. Also hat Margit fuer ein kleines Feuer gesorgt. Romantisch? Ja, klar! Aber nicht romantischer als es bei uns ohnehin immer zugeht.

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Der naechste Tag war ein reiner Fahrtag, wir haben beinahe ganz Oregon durchquert. In Bend, so ziemlich in der Mitte liegend, haben wir eine Pause gemacht und in einem netten Café ein fesches Mittagessen zu uns genommen. Raus aus dem Lokal die Ueberraschung: Wir hatten einen Strafzettel wegen ein paar wenigen Minuten. Aber man konnte Einspruch erheben und zwar, wenn man in einem Lokal im Zentrum essen war - genau das, was wir ja auch gemacht hatten. Der ersten Euphorie folgte die Ernuechterung, die Buerokratie war jener in unserem so wunderbar kleinkarrierten Heimatland mehr als ebenbuertig. Wir haben die verschiedenen Gebaeude der Bezirks- sowie der Stadtverwaltung kennengelernt, bis sich schliesslich eine aeusserst hilfsbereite Dame, die eigentlich fuer die Hundesteuer (!) zustaendig ist, um unser Anliegen gekuemmert hat. Den Einspruch haben wir schliesslich mit der Post verschickt. Wir wissen bis heute nicht, ob dem Einspruch nun stattgegeben wurde oder nicht.

Schliesslich war es bereits spaeter Nachmittag, wir mussten aber doch noch einige Meilen nordwaerts fahren, an (aber nicht ueber) die Grenze zu Washington, genauer gesagt zur Columbia Gorge, benannt nach dem sie durchfliessenden Fluss namens… na, wer weiss es? Richtig: Columbia River! Die Landschaft auf dem Weg dahin hatte sich sehr gewandelt. Sanfte, baumlose Huegel saeumten den Highway, es war immer noch trocken und heiss.

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Und am Weg haben wir tatsaechlich eine waschechte und gerade stattfindende Rodeoveranstaltung entdeckt, sind aber aus Zeitgruenden weitergefahren (mein lieber Schwiegerbruder, es tut uns leid - aber immerhin: Wir haben sie gesehen!)

Uebernachtet haben wir auf einem zwar sehr netten aber im Vergleich zu den letzten Naechten eher unspektakulaeren Platz der National Forests. Machte aber gar nix, wir mussten am naechsten Morgen ohnehin gleich weiter.

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Der naechste Morgen war wieder traumhaft, das Blaue strahlte erneut vom Himmel. Wir hatten gut geschlafen, obwohl wir von Poison Oak nur so umringt waren. Gut so, dass wir erst vor ein paar wenigen Tagen von Peter und seiner Familie davor gewarnt wurden. Da haben wir also gut aufgepasst und unser Zelt gerade so platziert, dass wir uns keine Wimmerln auf unseren Hintern eingefangen haben! Es trennten uns nur noch wenige Meilen von Portland, der angeblich schoensten Stadt an der noerdlichen Westkueste der USA - auch dies hat uns Andy, den ihr mittlerweile kennen muesstet, gefluestert. Bevor wir da aber eingetroffen sind, haben wir noch einen kurzen Abstecher am historischen Highway 30 gemacht. An wunderschoenen Wasserfaellen wie an den Mulnomah Falls vorbei und von grandiosen Lookouts wie vom Vista Point in die Columbia Gorge am gleichnamigen Fluss geschaut.

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Und dann war es so weit, Portlands Tore hatten auch fuer uns geoffnet. Zunaechst waren wir mal ohne Plan und daher planlos (ja, das passiert auch mir manchmal und ich verhielt mich sogar auffallend ruhig!). Also haben wir bei einem durchaus guten Kaffee mit unserem Netbook ans hiesige WI-FI angedockt und uns ein durchaus guenstiges Motel direkt im Zentrum gesucht, denn Campingplaetze fuer Zelte sind in Portland leider rar. Bis wir uns durch den Innenstadtverkehr gekaempft und eingecheckt hatten, war es frueher Nachmittag. Wir hatten also immer noch den gesamten Abend vor uns - und zwar in jener Stadt mit der angeblich hoechsten Dichte an Pubs und Bars in ganz Nordamerika. Ob sie deshalb die Stadt mit dem besten - und im Zentrum kostenlosen (!) - oeffentlichen Verkehrsmitteln ist, die wir jemals gesehen haben, wissen wir nicht. Wie auch immer, wir haben die Kneipenszene ganz selbstlos fur euch getestet (wieder einmal), und die Stadt hat uns nicht enttaeuscht. Im Gegenteil, wir sind ihr beide umgehend verfallen. Sie ist wunderschoen, sehr lebendig und schenkt verdammt gutes Bier aus (ja, solches welchiges gibt es selten aber doch auch hier in den USA).

Das wunderschoene Zentrum bei Tag…

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… und bei Nacht:

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Sonstige Impressionen:

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Fuer Bruder Wolfi eine Tatue-Tata-Station:

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Insiderinformation fuer meinen Schwiegerbruder: Das hier ist echtes, gezapftes “Pabst Blue Ribbon”. Ja wirklich, und auf diesem Foto sogar schon das zweite - eines davon habe ich dir und auch dem Herrn Mattes gewidmet (Fucking Heineken, RIP Dennis)!

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Am naechsten Morgen haben wir die Bar in unserem riesigen Zimmer genutzt und da gleich gefruehstueckt - es war immer noch verdammt heiss!

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Und schon sind wir wieder aufgebrochen, und zwar nach Seattle. Unterwegs konnten wir einen Blick auf den Mount Rainier erhaschen, im gleichnamigen Nationalpark gelegen aber fuer diese unsere Reise zeitlich leider nicht drinnen.

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Wegen eines ziemlich schwerwiegenden Unfalls auf einem der groessten und wichtigsten Highways rund um Seattlle (fragt uns jetzt bitte nicht nach der genauen Nummer), der einen Helikopter-Einsatz und die komplette Sperre ebene jenes Highways bedurfte (nur wenige hundert Meter von uns entfernt rauchte und qualmte es massivst!), kamen wir über eine Umleitung auf ganz anderem Wege als geplant nach Seattle. Und da wir von diesem Stück keinen Plan hatten (also weder tatsächlich auf Papier noch virtuell in unseren Köpfen) dauerte alles etwas länger. Aber so konnten wir uns vom hiesigen "Autobahnkleeblattsystem" ein Bild machen und wissen nun auch, warum die Highways um Seattle zu den verstopftesten der ganzen USA gehören. Eine Erfahrung, die nicht hätte sein müssen, die aber ganz im Sinne der üblichen, unseren Blog beherrschenden Dichtung und Wahrheit waren.

Noch bei Helligkeit, schließlich war Sommer, hatten wir das angepeilte Ziel erreicht. Und zwar ein Campingplatz, gar nicht so weit weg von Downtown Seattle. Der erste private Campground auf unserem USA-Trip, allerdings ein sehr kleiner welchiger, nur 22 Stellplaezte gab es. Wir wurden zwischen zwei Wohnmobile reingequetscht. Das sieht eher weniger locker aus:

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Aber so lernt man auch die hiesige und schrullige Bevölkerung kennen. Unsere Nachbarn linkerhand sind nämlich sogenannte “Permanent Residents”, die leben auf diesem Campingplatz das ganze Jahr ueber in einem kleinen und engen Wohnmobil. Daryll und Erik, ersterer etwas verschroben aber letzterer durchaus sympathisch und sehr redselig.

Und es gab ein grosses Plus am Campground: Den angrenzenden Vasa Lake! Yeah, also ab in die Fluten! Margit wollte nicht so recht, also hat sie nur fotografiert.

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In Seattle Downtown haben wir uns den ganzen naechsten Tag herumgetrieben. Ein geniales Park & Ride haben sie hier. Und das geht so: Das Parken ist gratis und der Bus mitten ins Zentrum fast geschenkt. Das war schon mal sehr sympathisch.

Eindruecke von der Stadt …

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…und ihren Leuten:

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Jose, nur fuer dich: Liebe Gruesse aus Eddie-City (mein mittlerweile bescheidener Haarwuchs erlaubt leider kein akkurates Grunge-Headbanging mehr):

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Auch hier haben wir uns sehr wohl gefuehlt, wenn uns auch Portland mit seinem Charme weitaus mehr verzaubern konnte. Burger und Fries (die hier eh schon lange wieder "French" und nicht mehr "Freedom" heissen) machen koennen sie in beiden Staedten. Auch das haben wir selbstlos fuer euch getestet. Nach der zweiten Nacht haben wir uns schliesslich fruehmorgens von Seattle, vom Vasa Lake und von unseren lieb gewonnenen Nachbarn verabschiedet und sind zur nur wenige Meilen noerdlich gelegenen Grenze nach Kanada aufgebrochen. Der Uebertritt verlief problemlos, das koennen wir euch jetzt schon verraten.

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Danach wollten wir mit der Faehre umgehend nach Vancouver Island fahren. Wie es da war? Traumhaft schoen, wolkenlos, ein bisserl windig, so um die 25 Grad, also tolles Wetter aber keine Hitzewelle im engeren Sinn. Warum wir trotzdem in gerade mal 12 Grad kaltes Wasser gesprungen sind und das auch noch genossen haben, verraten wir euch sehr gerne im kommenden Eintrag!

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Posted by NoUturners 16:23 Archived in USA Comments (2)

Refreshing Vancouver Island

Thetis Lake Campground - Victoria - Sooke Potholes - Thetis Lake, all on Vancouver Island, British Columbia, CANADA

sunny 25 °C
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Da fanden wir uns nun wieder auf Deck 5 der riesigen Faehre, die uns von Tssawassen, nahe Vancouver liegend, in die Swartz Bay, auf Vancouver Island gelegen, bringen sollte. Der Grenzuebertritt nur kurze Zeit davor verlief problemlos, nach einer moderaten Wartezeit von 30 Minuten hatten wir die USA verlassen und betraten kanadischen Boden. Auch die Fahrt zum Ferry Terminal verlief reibungslos und so kamen wir schliesslich auch zwei Stunden frueher (!) auf Vancouver Island an als geplant. Die Ueberfahrt war traumhaft, das Wetter spielte mit und die Landschaft war sowieso wunderschoen.

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(Nein, kein Einkaufszentrum, nur die Kantine auf der Faehre)

Durch unsere verfrühte Ankunft hatten wir also ausreichend Zeit, uns einen Campground zu suchen. Gefunden haben wir einen am Thetis Lake, ganz im Sueden der Insel. Es zog uns also wieder ans Wasser. Es war zwar ein privater Campground, aber die Zeltplaetze waren von den Wohnmobilen getrennt und so fanden sich die Stellplaetze in einem schoenen Waldstueck wieder. In der Sonne war es schoen warm, im Schatten jedoch ein bisserl frisch. Egal, ein nettes Platzerl war es allemal.

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Wir begaben uns umgehendst an den See und somit auch in die Sonne. Es war Wochenende, am Hauptstrand draengte es sich, aber ein paar Meter weiter fanden wir ein ruhiges Platzerl um uns abzukuehlen. Der See war jedoch erstaunlich warm.

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Und fuer alle Tierliebhaber unter euch haben wir ein paar der zahlreichen Wildgaense, die diesen See bevoelkern, fotografiert:

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Am naechsten Morgen fuhren wir mit dem Bus nach Victoria, nicht nur die Hauptstadt der Insel sondern auch der Provinz British Columbia. Dass Kanada im Gegensatz zur USA immer noch, zumindest formell, unter britischer Krone verwaltet wird, merkt man ganz besonders stark im Zentrum Victorias. Das Parliament House und das Empress Hotel, da wo die Queen immer absteigt, wenn sie auf Besuch kommt (we are certain she is very amused about this place!), wurden wohl direkt aus London importiert.

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Als wir anwesend waren, fanden gerade die "Deuce Days" statt, eine Oldtimer-Ausstellung mitten im Zentrum. Fuer alle Autoliebhaber unter euch folgt eine zufaellige Auswahl der ausgestellten Karrossen:

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Fuer meinen geschaetzten Schwiegerbruder: Mattschwarze gab’s auch!

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Wolfi, auch die Feuerwehr war mit einem Oldtimer vertreten:

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Und so sehen sie heute aus:

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Wenn wir schon bei der Rubrik “Einsatzfahrzeuge” sind - ein “victorianisches” Polizeiauto:

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Wir sind den ganzen Tag herumspaziert, herumgelegen, waren im Kino, in einem Café, haben aber sonst keine besonders spannenden Geschichten erlebt. Wirklich laestig war das ewige Luefterl, welches um unsere Ohren geweht hat. Sonst war das Wetter allerdings wunderschoen.

Beaconhill Park:

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Das aelteste Chinatown Nordamerikas, wenn auch sicherlich das kleinste:

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Es gibt eine sehr intensive Pubkultur, wie gesagt alles ziemlich britisch hier, die Leute sind daher sehr entspannt:

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Uns hat die Stadt sehr gut gefallen, allerding laesst der Zauber ausserhalb des Zentrums etwas nach. Daher war dieser eine Tag fuer einen Besuch ausreichend und wir haben uns von Victoria wieder verabschiedet.

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Am zweiten Tag hat der Wind nachgelassen, die Wolken liessen sich aber auch weiterhin nicht blicken. Also auf zu den Sooke Potholes im gleichnamigen Recreation Park. Ein grundsaetzlich sehr kleiner und seichter Fluss, der aber immer wieder von breiten und tiefen Wasserloechern unterbrochen wird. Dies sind die “Potholes” - glasklar und arschkalt! Diesen Tipp haben wir von einem Einheimischen bekommen, der uns am Campground angequatscht hat. Er hat zuerst gedacht, ich sei Franzose, da er einen franzoesischen Akzent in meinem Englisch erkannt haben will. Aber das ist so: Man nimmt ja jedes noch so zweifelhafte Kompliment an, solange dieses bedeutet, dass der deutsche Akzent nicht erkennbar ist. Fuer die Information ueber die Sooke Potholes mussten wir ihm nur seinen i-pod auf unserem Windows-Netbook aufladen (na bitte, sie koennen ja doch miteinander die zwei!). Und dieser klassische Insider-Tipp war goldwert. Es waren kaum Leute unterwegs und die paar wenigen haben sich auf diesem ueber 3 Kilometer langen Abschnitt sehr gut aufgeteilt. Schon der Weg dahin war traumhaft.

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Wir waren den ganzen Nachmittag so gut wie alleine. In der Sonne war es warm, die Steine haben sich rasch aufgeheizt, also nix wie rein in die Fluten. Das war anfangs gar nicht so einfach, weil mehr als 12 Grad hatte das Wasser sicher nicht, aber es war so wunderschoen klar und so erfrischend - da musstest du einfach reinhupfen! Und, liebe Leute, es war ein Traum!!!

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Margit hat sich anfangs geziert, ist schlussendlich aber zumindest bis zu den Knien im Wasser gestanden:

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So ist der Nachmittag sehr rasch vergangen. Erfrischt und unglaublich gut gelaunt sind wir auf den Campground zurueckgefahren. Am naechsten Tag haben wir einen groesseren Spaziergang oder eine kleinere Wanderung unternommen - je nachdem wie man es betrachten moechte. Ein Weg fuehrte direkt vom Campground um den Thetis Lake herum, der ja aus zwei Teilen besteht (dem Lower Lake und dem Upper Lake). Das war groesstenteils idyllisch und wunderschoen:

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Und am Ende sind wir wieder in den See hineingesprungen. Und diesmal ist Margit sogar mit den Wildgaensen und den Fischen um die Wette geschwommen.

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Zum Abschluss unseres Aufenthalt auf Vancouver Island haben wir uns am letzten Abend noch kanadisches Dosenbier gegoennt. Prost!

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Mehr haben wir von Vancouver Island nicht gesehen, die Zeit hatte nicht gereicht. Es gibt hier noch so viele Perlen, was wir uns anhand der gesehenen Plaetze und erlebten Natur sehr gut vorstellen koennen. Diese offenen Punkte haben wir uns fuer den naechsten Besuch aufgehoben. Wovon wir jedoch am allermeisten begeistert waren, war die ehrliche Freundlichkeit und gute Laune wirklich aller Einheimischen, ganz egal wo du diese angetroffen hast. Da standen sogar die immer gut gelaunten Australier und die froehlichen Peruaner im Schatten dieser westkanadischen Frohnaturen.

Am naechsten Morgen hiess es zeitig aufstehen, um eine fruehe Faehre nach Vancouver zu nehmen, um bereits am Nachmittag diese faszinierende Stadt erkunden zu koennen. Die Faehre war puenktlich, schnell und zuverlaessig, das Wetter zeigte sich wieder von seiner besten Seite. Also konnte das Abenteuer Vancouver losgehen. Und wie das war, dass wir ausgerechnet da nicht nur eine traumhaft schoene Stadt sondern endlich das lang ersehnte Wildlife angetroffen haben, erzaehlen wir euch beim naechsten Mal.

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Posted by NoUturners 19:54 Archived in Canada Comments (5)

Laid Back Vancouver (Great Canadian Cities, Part I)

Vancouver, British Columbia, CANADA | Seattle, Washington - Chicago, Illinois, UNITED STATES OF AMERICA

sunny 25 °C
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Willkommen zum ersten Teil unseres kanadischen Staedtereports. Teil eins widmen wir der Pazifikkueste, genauer gesagt Vancouver. Nur vier Tage nachdem wir in der Swartz Bay auf Vancouver Island angekommen waren, sind wir auch schon wieder dahin gewesen. Der Ausblick von der Faehre war der gleiche traumhafte welchige wie jener bei der Anreise, aber diesmal wurde Margit fuendig und hat Wildlife entdeckt. Eine Gruppe gut gelaunter Seeloewen hat die Riesenfaehre begleitet. Ein Galápagos-Flashback hat sie jedoch nicht ereilt, sie blieb gluecklicherweise an Bord und ist den Seeloewen nicht hinterher gesprungen. Ohne Schnorchelausruestung macht eine Begegnung mit Seeloewen ja auch nur halb so viel Spass.

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Den Campground, doch recht weit ausserhalb von Vancouver gelegen, haben wir schnell gefunden. Wieder ein privater Platz, aber trotz Hochsaison war die Zeltwiese komplett leer. Gut fuer uns, so hatten wir eine wunderschoene, grosse Rasenflaeche und einen Picknicktisch ganz alleine nur fuer uns.

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Gleich nach der Ankunft haben wir uns aufgemacht, Downtown Vancouver zu erkunden. Mit den oeffentlichen Verkehrsmitteln natuerlich, denn wer will im Zentrum Vancouvers schon Parkplatz suchen und auch noch Unsummen dafuer bezahlen? “Ohne uns“, haben wir uns gedacht und waehnten uns als oberschlau. Aber es kam alles anders. Ein Parkplatz bei der Schnellbahn war schwer zu kriegen, die Zugtickets sehr teuer. Gesamtsumme fuer alles zusammen, also Parkgebuehr und Oeffis: 24 Dollar! Wir nehmen es vorweg: Wir haben aus diesem Fehler gelernt und an den beiden Folgetagen sind wir mit dem Auto ins Zentrum gefahren. Wenig Verkehr und Parkplaetze um 10 Dollar fuer den ganzen Tag! Öeffis? Geh bitte! In Nordamerika wird mit dem Auto gefahren!

Genug gequatscht. Wir haben am ersten Tag das historische und wunderschoene Viertel “Gastown” besucht, mit vielen alten Haeusern und einer sehr lebendigen und natuerlich auch sehr touristischen Pubkultur. Wurscht, wir haben uns gleich da das verdiente Bier abgeholt. Und weil der Burger mit Bier viel besser runtergeht, haben wir uns noch ein zweites bestellt. Das dritte hat uns unsere Kellnerin spendiert. Prost und Mahlzeit!

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Vancouver hat einen sehr hohen Anteil asiatischer Zuwanderer. In Chinatown, nach San Francisco das zweitgroesste in Nordamerika, waren wir jedoch nicht, da auf dem Weg von Gastown nach Chinatown die einzige etwas fiesere Ecke Vancouvers liegt (so eine Art “Karlsplatz-Passage“). Mit dem Auto durchgefahren sind wir aber, und zwar am naechsten Tag (wir waren ja wie oben angekuendigt mit dem Auto unterwegs), daher gibt es zumindest ein Foto vom grossen Eingangstor.

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An eben diesem zweiten Tag haben wir das wohl bekannteste und schoenste Wahrzeichen der Stadt erforscht. Alle Vancouver-Insider wissen es bereits: Es handelt sich dabei um den Stanley Park! Am Suedende direkt an Downtown angeschlossen, im Norden dank der Lions Gate Bridge mit North Vancouver verbunden. Zentraler geht’s nicht! Und trotz Schoenwetter, Hochsaison und vielen Touristen verliert man sich schnell mal mitten in diesem riesengrossen Park, der nur ein paar Gehminuten vom Zentrum entfernt so zu beeindrucken weiss wie ein Nationalpark mitten in den Rocky Mountains.

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Aussen herum ist er von viel Kuestenabschnitten und herrlichen Ausblicken umgeben…

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…innen lauern die fuer diesen Park so typischen Racoons. Sehen putzig aus, sind aber verdammt frech. Bisher haben wir sie nur “schlafend“ am Fahrbahnrad gesehen, jetzt endlich “in echt“, ausgrechnet in der Grossstadt Vancouver:

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Wie gesagt, die Lions Gate Bridge fuehrt nach North Vancouer, da wo die Capillano Suspension Bridge, eine weitere Touristenattraktion, haengt (das darf sie auch, weil sie naemlich eine Haengebruecke ist). Auf dem Weg ueber die Lions Gate Bridge, ueber die sehr intensiver Autoverkehr herrscht, hat man wieder hervorragende Ausblicke.

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Auf der Bruecke ist ein Nottelefon installiert, von der man 24 Stunden am Tag eine Hotline anrufen kann, falls man sich einen verzweifelten Sprung in die Tiefe nochmals ueberlegen moechte. So etwas gibt es uebrigens auch auf der Golden Gate Bridge in San Francisco. Eine gute Idee finden wir. Im traditionell morbiden Wien undenkbar, da wuerde man eher Schilder aufstellen wie “Hau di nur owe, es is eh schon alles wurscht!”.

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Wie auch immer, der Weg zur Capillano Suspension Bridge hat sich fuer uns nicht gelohnt. Der Eintritt war uns viel zu teuer, also sind wir wieder zurueckspaziert. Insgesamt sind wir an diesem Tag mehr als 10 Kilometer zu Fuss gegangen. Eine kleine Wanderung kann man fast sagen. Den Rest des wunderschoenen Nachmittags haben wir noch ruhend im Stanley Park verbracht. Margit schlafend, ich lesend.

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Uebrigens, in Downtown Vancouver gibt es offizielle Coyote-Warnungen. Gesehen haben wir dann allerdings “in echt” doch keinen.

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Am letzten Tag haben wir uns intensiv mit Downtown beschaeftigt und siehe da, hier gibt es mitten zwischen den Wolkenkratzern auch wunderschoene und ruhige Wohngegenden.

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Und diese wunderschoene, saubere, ruhige und ueberhaupt nicht hektische Stadt zeigt noch mehr Vielfalt. Strand, Palmen und schneebedeckte Berge - alles innerhalb weniger Kilometer. Faszinierend!

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Die Hochhaeuser haben etwas oeffnendes, wirken ueberhaupt nicht beengend. Und sie sind alle mit verspiegeltem Glas verkleidet, was der Stadt vor allem bei Schoenwetter enen traumhaften Glanz verleiht. Eine Beschreibung faellt schwer, lassen wir einfach mal eine Fotoauswahl sprechen.

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Sogar die kleinen Seitengassen (die "Back Alleys") zwischen den Hochaeusern wirken ungewohnt offen und wenig bedrohlich:

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Den Tag haben wir wieder mit einem kurzen Besuch in Gastown beendet und somit den Kreis geschlossen. Zurueck am Campingplatz hat sich eine Familie waehrend unserer Abwesenheit auf der grossen Wiese in unserer Naehe niedergelassen. Wirklich sehr nette Leute, dennoch wollen wir euch dieses Foto - ganz wertfrei! - nicht vorenthalten:

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Am dritten Morgen hiess es zusammenpacken und auf zur Grenze, wieder zurueck in die USA. Um 14 Uhr mussten wir das Mietauto am Flughafen in Seattle zurueckbringen, um nicht wegen weniger Minuten einen ganzen Tag aufzahlen zu muessen. War der Grenzuebergang nach Kanada eine Woche davor ein Kinderspiel, so stauten wir uns diesmal 90 Minuten lang ueber die Grenze in die USA. Es war verdammt viel los und es war nur eine Spur offen. Die Ironie dabei war, dass der Grenzuebertritt selbst in wenigen Sekunden erledigt war (und somit untypisch amerikanisch war). Kurz den Pass gescannt, die Frage, ob was zu verzollen waere und schon wurden wir wieder in den USA willkommen geheissen. Die Rueckgabe des Autos ging sich gerade rechtzeitig, auf die Minute genau, aus. Seattle und Umgebung waren wiedermal komplett zugestaut.

Da waren wir also bereits am fruehen Nachmittag am Flughafen in Seattle, ein kleiner noch dazu, also nicht viel zu tun hier. Und wir hatten 16 Stunden bis zu unserem Abflug totzuschlagen. Ein neuer persoenlicher Rekord fuer uns beide. Nach dem Motto “Irgendwie gehts immer!” haben wir die Nacht so gut wie schlaflos ruebergebogen und sind um sechs Uhr morgens mehr in den Flieger gekrochen als aufrecht gegangen. Warum wir uns das angetan haben? Eine gute Frage. Wir wollten auf simple Weise Geld fuer ein teures Flughafen-Hotel sparen, das wir noch dazu nur wenige Stunden nutzen würden können - auch wenn das bemitleidenswert aussehen mag.

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Der Flug nach Chicago war puenktlich, angenehm und die Damen und Herren bei American Airlines haben sich als unheimlich freundlich und kompetent herausgestellt. Nur wir beide haben ein bisserl einen zerknitterten Eindruck gemacht - aus den eben genannten Gruenden. Einen Flug hatten wir danach jedoch noch zu ueberstehen, naemlich den Anschlussflug von Chicago nach Toronto. Auch dieser verlief, trotz winziger und daher windanfaelliger Maschine, bestens. Der Abflug von Chicago bei wolkenlosem Himmel mit Blick auf die Skyline und den dahinter liegenden Lake Michigan koennen wir nicht in Worte fassen. Da es keine Fotos gibt, weil die Kamera gut verstaut irgendwo in einem Overhead Locker lag, muesst ihr uns jetzt einfach glauben, dass der Ausblick einfach genial war. Und somit entlassen wir euch aus dem ersten Teil des kanadischen Staedtereports. Wir lesen einander im zweiten Teil, wenn wir mit euch in das bunte und pulsierende Toronto eintauchen werden.

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Posted by NoUturners 18:04 Archived in Canada Comments (4)

Busy Toronto (Great Canadian Cities, Part II)

Toronto, Ontario, CANADA

sunny 26 °C
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Willkommen zu Teil zwei unseres kanadischen Staedtereports. Seid ihr bereit dafuer? Gut, dann folgt uns ins Herz Torontos, der lebendigen Stadt am Lake Ontario! Die Einreiseformalitaeten in Kanada sind streng aber angemessen, kommen also im Vergleich zur komplett paranoiden USA ohne Fingerabdruecke und Fotos sowie übertrieben boeser Blicke aus. Lange hat es nicht gedauert und wir waren durch, allerdings hatten wir keinen blassen Schimmer, wie wir zu unserem Hostel kommen sollten. Zumindest der Informationsschalter war rasch gefunden. Ein Taxi ins Zentrum wuerde in etwa 60 Dollar kosten. Eine Fahrt mit dem Bus zur U-Bahn, innerhalb dieser einmal umsteigen und nochmals zehn Minuten zu Fuss gehen, wuerde nur 3 Dollar pro Person ausmachen. Da haben wir trotz Reisestrapazen (Augenringe und Kopfweh hatten sich aus Schlafmangel schon laengst eingestellt) und schwerem Gepaeck (auch die an der Westkueste gekaufte Kuehlbox kam mit uns mit) nicht lange gezoegert. Und tatsaechlich - es ging rasch!

Und was war das erste, was wir von Toronto Downtown sahen, als wir der U-Bahn entstiegen? Ausgerechnet eine ureigene US-amerikanische Ikone, Sachen gibt’s! (Bruce, dieses Foto ist dir gewidmet! See you soon!)

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Unser Hostel, in toller Lage mitten im Zentrum (an der 1.896 Kilometer langen Yonge Street, der laengsten Strasse der Welt!), entpuppte sich als grosses College-Wohnheim, in welchem im Sommer auch Zimmer vergeben werden. Unseres lag im 21. Stock mit sensationellem Blick auf die Skyline im Sueden als auch auf jene im Norden. Da stoerte es wenig, dass das Zimmer selbst eine bessere Besenkammer war.

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Da wir schoen langsam aber doch etwas muede von all den Grossstaedten und deren zahlreichen Eindruecken wurden, haben wir es in Toronto langsam angehen lassen. Ein oder zwei Bierli zwitschern, ins Kino gehen, in der Wiese an der Uferpromenade des Lake Ontario rasten oder auch mal ein Hot Dog zu sich nehmen.

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Spaziergaenge durch die Haeuserschluchten der wohl internationalsten Stadt Kanadas haben wir dennoch unternommen. Eine Stadt, die von sehr vielen unterschiedlichen Einwanderern aus aller Welt gepraegt ist und sehr viel positives multikulturelles Flair ausstrahlt, allerdings im direkten Vergleich mit Vancouver sehr turbulent wirkt, auch weil sie sehr stark Business orientiert ist. Beeindruckend ist sie allemal, wir lassen auch hier wieder die Bilder sprechen! Wem es zu viele sind, der ueberspringt sie einfach.

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Die Auswirkungen des erst wenige Tage davor hier im Zentrum stattgefundenen G8-Gipfels, der wieder einmal ein Bild der Verwuestung nach sich gezogen hatte, waren kaum noch erkennbar. Einheimische Augenzeugen berichteten von verherrenden Zustaenden. Wir wussten von diesem Gipfel gar nichts und hatten wohl einfach Glück, nicht schon in der Vorwoche hier gewesen zu sein.

Entspannen kann man in Toronto vor allem im Sommer, wenn es sehr heiss und schwuel werden kann (also auch waehrend unseres Aufenthalts), auf einer kleinen Insel gegenueber vom Zentrum. Einfach mit der Faehre erreichbar und ein Erholungsgebiet fuer Einheimische und Touristen gleichermassen.

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Groesstenteils haben wir diese Stadt durch die Touristenbrille gesehen. Aber dank René (Heino, danke dir fuer die Rutsch'n) konnten wir gemeinsam mit Graham und Carlos auch einen Abend mit echten Locals verbringen. Es war ein lustiger und sehr unterhaltsamer Abend. Drei Pitchers Bier wurden gekillt, spricht ja fuer einen gelungenen Abend, oder? Vielen Dank fuer alles, René! And Carlos, thank you for trying to teach me the rules of baseball and maybe one day they will shoot Rocky VII - who knows!?

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Mit René sind wir an unserem letzten Tag noch gesondert zum Brunch gewesen. Vielen Dank auch dafuer, es war uns eine grosse Freude, dich kennengelernt zu haben! Bis bald, wo auch immer! Achtung Heino: Margit hat sich speziell zu diesem Anlass in ihre Lieblingsgarderobe geschmissen!

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Und nach der vierten Nacht und einem kurzen Gewitter war es auch schon wieder so weit, dieser faszinierenden Stadt den Ruecken zu kehren. Es ging ostwaerts, unser neuer, pechschwarzer Mietbolide wartete bereits auf uns. Die zweisprachige Alamo-Broschuere kuendigte Verlockendes an: "Great Trips Start Here!". Noch besser die franzoesische Version: "Ici débute la grande aventure!" Und es war tatsaechlich ein Abenteuer, das uns die naechsten Tage erwarten sollte. Allerdings ganz anders als wir uns das vorgestellt hatten. Davon mehr im naechsten Eintrag. Au revoir!

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Posted by NoUturners 16:28 Archived in Canada Comments (2)

En Québec et New Brunswick (Parlez vous francais?)

Toronto - Curry Hill, Ontario - Montreal, Québec - Parque Provincial de la republique - Edmunston, all in New Brunswick, CANADA

sunny 26 °C
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Jaja, “Ici débute la grande aventure!”, schrieb ein sich als besonders kreativ haltender Schreiberling irgendwann mal in einem kleinen Marketing-Buero des Alamo-Hauptsitzes auf die erste Seite der offiziellen Mietwagen-Broschuere. Ob er dabei wohl an Leute wie uns gedacht hat, die nun am Pannenstreifen des Transcanadian Highway (in der Provinz New Brunswick als Nummer 2 ausgeschildert) festsassen, in der prallen Sonne schmorrten und verzweifelt versuchten, den 24-Stunden “Emergency Road Service” von Alamo zu erreichen? Wohl eher nicht.

Dabei hatte der Start in den wilden Osten Kanadas aussergewoehnlich gut begonnen. Die nette Dame am Alamo-Schalter des Pearson International Airports in Toronto hatte fuer uns in Ermangelung eines Wagens der bestellten Klasse “Economy” einfach ein Upgrade auf die naechst hoehere Stufe “Intermediate” durchgefuehrt, ein pechschwarzer Nissan Sentra (Calle, leider glaenzend und nicht matt!), schlappe 36.636 Kilometer unter der Haube (aber immerhin 36.000 Kilometer mehr als unser Chevy aus San Francisco). Dass Margit die Farbe gar nicht gefiel, war fuer uns kein schlechtes Omen. Aber wir haetten es besser wissen muessen.

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Kurz ausserhalb Torontos haben wir uns noch fuer die naechsten knapp vier Wochen mit einem ordentlichen Kocher eingedeckt, in Kofferform, einen wie wir ihn bereits in Australien hatten. Den kleinen Campingkocher, der uns gut durch Suedamerika und entlang der US-Westkueste gebracht hatte, war uns lieb aber fuer die letzte Etappe zu klein. Eine grosse Pfanne kam auch noch dazu, es sollte endlich wieder etwas G’scheites auf den Tisch! Wir haben den ganzen Tag zum Fahren genutzt. Bis an die Grenze zur Provinz Québec haben wir es auch geschafft und einen privaten aber sympathischen, familienbetriebenen Campground genommen. Es herrschte schoenes Wetter, die Nacht war klar und sehr frisch. Morgens hatte sich Tau auf unserem Zelt niedergelassen. Wieder stand ein wunderschoener, sonniger Tag an.

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Allerdings begaben wir uns in “Feindesland”, in die Provinz Québec, da wo man diese eigenartige Sprache spricht - Franzoesisch. Und unser beider Affinitaet zu dieser Sprache lag bei Null, am Gefrierpunkt quasi. Also Augen zu und durch. Einen Platz zum Uebernachten haben wir auf einem sehr kommerziellen Campingplatz nahe Montréal gefunden, ein Mittel zum Zweck, mehr nicht.

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Nach Montréal wollten wir jedoch schon, und zwar aus zwei Gruenden. Erstens hatten wir ein Treffen mit Sandra und Christoph ausgemacht, jenes Schweizer Paerchen, mit denen wir Ende Jaenner in einem Pub in Adelaide das Finale der Australien Open verfolgt hatten. Sie waren wie wir immer noch auf ihrer Weltreise, hatten dazwischen ganz andere Destinationen bereist, waren jedoch nun ebenfalls an der kanadischen Ostkueste unterwegs. Und zweitens wollten wir uns Montréal ansehen, besonders die Altstadt sollte sehr schoen sein. Ich sag’s gleich: zu letzterem sind wir nicht mehr gekommen, weil wir uns bei ersterem so gut und vor allem sehr lange unterhalten hatten. Fotos von Montréal gibt es daher keine, aber vom Treffen haben wir eines gemacht. Sandra und Christoph, vielen Dank, es war uns eine grosse Freude. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in New York!

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Die Angst vor der franzoesischen Sprache war uebrigens unbegruendet (zumindest in Montréal) es wachsen hier alle zweisprachig auf, man spricht also auch sehr gut Englisch. Am naechsten Morgen ging es auch schon weiter, wieder sind wir den ganzen Tag gefahren. Wir wollten so schnell wie moeglich New Brunswick erreichen, eine der drei Atlantik-Provinzen, die auf unserem Plan fuer eine genauere Erkundung standen. Auf dem Weg dahin, bereits im Osten Québecs haben die Landschaft und die Haeuser den so typischen Stil fuer diese Gegend angenommen.

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Relativ spaet aber noch rechtzeitig sind wir in Edmunston, der erste Ort in New Brunswick gleich nach der Provinz-Grenze, angekommen. Die Uhren mussten der “Atlantic Time Zone” entsprechend um eine Stunde vorgestellt werden, wir kamen euch also wieder ein Stueckerl naeher, fuenf Stunden waren wir euch ab diesem Zeitpunkt nur noch hinten nach. Auf dem Campground des “Parque Provincial de la republique” (also einer der schoenen, guenstigen und grosszuegig angelegten oeffentlichen Parks von der Provinz verwaltet) haben wir einen Platz zum Uebernachten gesucht. Leider war langes Wochenende (Es war Samstag und der kommende Montag war ein Feiertag - New Brunswick Day!), daher viel los und so konnten wir “nur” einen Platz in der eigentlich fuer Radfahrer vorgesehenen Zeltzone ergattern. Aber das erwies sich als perfekt: Wunderschoen, sehr ruhig und perfekt fuer eine Nacht.

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Selbst wenn wir uns wiederholen: Auch das Wetter spielte immer noch mit, es war klar und sonnig. Dies bedeutete warme Tage und angenehm kuehle Naechte. Wir waren gluecklich und zufrieden, es lief alles wie am Schnuerchen. Am naechsten (Sonntag)morgen haben wir unser Zelt abgebaut und sind fuer einige Besorgungen ins Zentrum des kleinen Ortes Edmunston gefahren. Am fruehen Nachmittag schliesslich fanden wir uns auf dem Highway Nummer 2 wieder. Wir wollten es noch so weit wie moeglich in den Sueden New Brunswicks schaffen, da warteten landschaftlich ganz besonders reizvolle Perlen.

Und ploetzlich kam alles ganz anders. Seltsame Geraeusche kamen aus dem Motorraum, die auf keinen Fall von da kommen sollten. Margit hat als verantwortliche Steuerfrau unseren Boliden umgehendst auf den Pannenstreifen gelenkt. Nach dem Oeffnen der Motorhaube war bald klar: Der Keilriemen war soeben dabei, sich in saemtlich Einzelteile zu zerfransen.

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Margit dachte sofort an ihren persoenlichen Rettungsengel: “A Autopanne und da Boecki ned do!” Also mussten wir uns anders helfen und haben gleich mal die Telefonnummer des “24 Hour Emergency Road Service” der Mietwagenfirma Alamo ausgetestet. Nachdem ich die zahlreichen Fragen gewissenhaft beantwortet hatte (“Do you have a technical problem? Press 4” - Jaaaa, hab ich, sonst taet ich euch nicht anrufen!), hing ich auch schon in der Warteschleife (“Thank you for continuing to hold. Right now all our associates are busy. An available associate will be with you shortly.” - Bitte gern geschehen, aber wie lange ist “shortly” genau?).

In der Zwischenzeit hatte sich ein fetter Pick-up Truck hinter uns auf den Pannenstreifen geparkt. Ein Ehepaar mittleren Alters hat uns ihre Hilfe angeboten. Sie waren Einheimische, soeben am Weg nach Hause und hatten fuer heute nichts mehr vor. Sie haben sich als unheimlich freundlich und hilfsbereit herausgestellt. Als unser Mobiltelefon auch noch das Guthaben der amerikanischen SIM-Karte aufgebraucht hatte (trotz kanadischer Toll Free Number - wos was i) und ich aus der Warteschleife fiel, haben uns Bernault und seine Frau ihres geborgt. Sie haben geduldig auf uns gewartet und uns sogar noch auf den nahen Flughafen von Edmunston begleitet (noch konnten wir ja fahren), wo laut der Hotline auch ein Alamo-Schalter sein soll, an dem wir ein Ersatzauto zur Verfuegung gestellt bekommen wuerden. Der Flughafen in Edmunston entpuppte sich jedoch als winziger Lokalflughafen fuer die hiesigen Sportflugzeugpiloten. Nicht einmal die fuer den Flughafen diensthabende Aufsichtsperson war anwesend, geschweige denn ein Alamo-Buero. Nach einem weiteren Anruf bei der Hotline (“Thank you for continuing to hold…”) hat sich alles aufgeklaert. Der gute Mann am Telefon hatte beim ersten Anruf nicht aufmerksam zugehoert und aus “Edmunston, New Brunswick” einfach “Edmonton, Alberta” gemacht.

Damit euch nicht langweilig wird, kuerze ich etwas ab. Nach einer nochmals sehr langen Zeit in der Warteschleife habe ich es schliesslich geschafft, genau zu erklaeren wo wir wirklich waren, was aber nichts gebracht hat. Alle Alamo-Bueros in New Brunswick hatten wegen des montaeglichen Feiertags bis Dienstag Frueh geschlossen. Keine Chance also auf ein Ersatzauto vor Dienstag. Ich solle aber trotzdem am Montag Morgen anrufen, vielleicht geht ja doch was. Also haben wir uns von Bernault und seiner Frau verabschiedet (unsere ewige Dankbarkeit sei ihnen versichert!) und wieder am selben Campground eingecheckt. Und da zwar immer noch langes Wochenende war, wir aber frueher als am Vortag da waren, kamen wir auf einem anderen Stellplatz unter. Aber auch dieser hat sich als sehr angenehm herausgestellt.

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Auf dem Weg dahin hat sich endgueltig ein bedeutend grosser Teil des Keilriemens verabschiedet und somit konnte auch die Batterie nicht mehr geladen werden. Energie-Stillstand quasi.

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Am naechsten Tag (Montag, der Feiertag) habe ich mir, wie von der Hotline am Tag davor empfohlen, die Warteschleife gegeben. Nostaglisch übrigens von einer öffentlichen Telefonzelle, die glücklicherweise die Toll Free Number auch als solche interpretierte. Danach die (eigentlich erwartete) Ernuechterung. Natuerlich war kein Autoersatz moeglich, in New Brunswick alle Bueros zu und die anderen Provinzen zu weit weg um ein Auto innerhalb von zwoelf Stunden zu ueberstellen. Also haben wir nochmals eine Nacht verlaengert (bitteschoen zugegeben, es gibt schlimmere Plaetze, um wo festzusitzen).

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Und ausserdem und ueberhaupt, darf man nicht alles so ernst nehmen (der letzte Haarschnitt war am 5. Dezember 2009):

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Aber der naechste Morgen kam rasch, es war bewoelkt und leichter Nieselregen hatte eingesetzt. Das Zelt konnten wir noch rechtzeitig durchaus trocken im Kofferraum verstauen. Mein siebter und letzter Anruf innerhalb von 48 Stunden bei der Alamo-Hotline war endlich von Erfolg gekroent. In zwei Stunden wuerde unser neuer Flitzer geliefert. Und tatsaelich, keine 120 Minuten spaeter war er da, unser Neuer. Ein KIA Spectra, diesmal in rot (Sorry Calle, die Farbe konnte ich mir nicht aussuchen! Aber Margit war wieder gluecklich!), wurde geliefert, unsere Sachen umgepackt und das marode Wagerl in schwarz wurde abgeschleppt.

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Das Beste daran war, dass wir nun statt des Ontario-Nummerntaferls ein verwegenes aus Nova Scotia hatten, genau da wo wir auch hin wollten und wo der Osten Kanadas alle Stueckerln spielt und dennoch auch im Sommer nicht ueberlaufen ist.

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Wir haben uns vom schoenen Provinzpark mit dem angeschlossenen botanischen Garten verabschiedet und uns auf den Weg Richtung Sueden aufgemacht.

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New Brunswick ist neben der landschaftlichen Schoenheit noch in zweierlei Hinsicht faszinierend. Hier gibt es nach Vancouver Island die wohl freundlichsten Leute auf diesem Planeten. Kann man die australische gute Laune oder die peruanische Frohelichkeit noch auf die viele Sonne schieben, so sind uns die kanadischen Frohnaturen ein Raetsel. Und in New Brunswick wachsen wegen des Einflusses aus der benachbarten Provinz Québec alle zweisprachig auf. Jeder spricht fliessend englisch und franzoesisch. Das gibt den Leuten neben ihrer Froehlichkeit auch einen ganz besonders weltoffenen Touch und macht sie in ihrer Gesamtheit zu einem der sympathischsten Bewohnern, die wir bisher auf unseren Reisen treffen durften. So blieb auch uns nichts anderes uebrig, unsere bornierte Abneigung gegenueber der franzoesischen Sprache einer demuetigen und gruendlichen Verifizierung zu unterziehen.

Es ging also weiter, mit zwei Tagen Verspaetung und daher adaptiertem Reise-Zeitplan! Der Wagen lief wie am Schnuerchen. Margit entdeckte Cruise Control…

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… die Elchwarnungen auf dem Highway wurden haeufiger…

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…scheinbar gefaehrliche Geisterfahrer praegten die Fahrt Richtung Sueden…

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…und es wurde alles noch gruener und weiter:

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Ja, wir waren bereit fuer unser Abenteuer Nova Scotia, genauer gesagt fuer die Cape Breton Highlands. Ein Stueck Land, wofuer es sich lohnt, auch Dauerregen in Kauf zu nehmen. Sogar wenn die Gefahr bestand, unser Zelt wuerde unter dem atlantischen Gewittertief zusammenbrechen. Und wir koennen schon jetzt verraten: Unsere Geduld und unsere Ausdauer haben sich gelohnt. Was sind schon nasse Fuesse wenn der Lohn darin besteht, dein Zelt direkt auf einer Klippe ueber dem Meer aufstellen zu koennen, dir die salzige Meeresluft um die Ohren wehen zu lassen und dabei deine einzige Sorge beim Sonnenaufgang mit Blick auf den Atlantischen Ozean ist, ob es ueberhaupt noch schoener geht. Bleibt dran, es lohnt sich!

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Posted by NoUturners 13:19 Archived in Canada Comments (3)

Nova Scotia (feat. Cape Breton Island)

Glenholme - Halifax - Sheet Harbour - Baddeck - Meat Cove - Cape Breton Highlands National Park, all in Nova Scotia, CANADA

semi-overcast 24 °C
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War die Fahrt durch New Brunswick schon eine wolkendominierte welchige, so setzte just bei Erreichen der Grenze zur Provinz Nova Scotia Regen ein. Aber was erwartet man auch von einer kanadischen Provinz, die ihren Namen von einem der verregnetsten Laender Europas uebernommen hat? Aber das Wesentliche war, dass sie auch wegen der Aehnlichkeit mit der landschaftlichen Schoenheit so benannt wurde.

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Gegen Abend haben wir auf einem privaten Campground unser Lager aufgeschlagen. Es hatte waehrend der Fahrt immer wieder genieselt, just zum Abendessen jedoch hat eine Regenpause eingesetzt. Der Wetterbericht fuer die kommende Nacht verhies allerdings nichts Gutes, es war Dauerregen angesagt. Dennoch konnten wir bis kurz vor Mitternacht und dem Einsetzen des angekuendigten Niederschlags draussen sitzen (es war horrend schwuel) und unserem Nachbarn beim Musizieren am Lagerfeuer zuhoeren, womit er sein auserwaehltes Rendez-Vous zu verfuehren versuchte.

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Danach oeffnete der Himmel erbarmungslos fur die folgenden 15 Stunden durchgehend seine Schleusen. Vorweg: Das Zelt hielt dem Dauerregen stand. Unangenehm war der Gatsch, in dem sich unser Zelt am Morgen befand, sowie das Zusammenpacken des verdreckten Zelts bei zwischenzeitlich zumindest leichterem Regen.

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Der singende Don Juan neben uns versuchte morgendlichen Small Talk unter geplagten Campern: "And did you also get wet last night?" "No, we did'nt. We have a very good tent!", war die stolze Antwort unsererseits, die ihn komplett am falschen Fuss erwischte. Verduzt rauschte er schliesslich mit seiner Schnitte im Schlepptau in seinem fetten Pick-up von dannen. Ich selbst bin im weniger spektakulaeren KIA, allerdings mit meiner trockenen und vor allem spektakulaereren Schnitte Margit nach Halifax aufgebrochen - die einzige grosse Stadt in der Provinz Nova Scotia, am Suedufer der suedlichen Insel gelegen. Am Weg dahin ergoss sich das beinahe komplette Atlantiktief ueber dem Highway 104 Richtung Sueden.

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Bereits am fruehen Nachmittag sind wir in Halifax angekommen. Wir haben beschlossen, fuer die folgende Nacht ein Zimmer zu nehmen. Zum einen, um das Zelt zu trocknen und ein wenig zu putzen und zum anderen, um uns eine weitere Nacht starken Dauerregens zu ersparen. Das Zimmer lag in Zentrumsnaehe und sah wie ein typisches britisches Bed and Breakfast aus.

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Ueberhaupt erinnerte die ganze Stadt in ihrer gesamten Atmosphaere sehr stark an eine englische oder schottische Hafenstadt. An der Oberflaeche schien sie unspektakulaer und ein wenig heruntergekommen, wirkte aber schliesslich trotzdem oder gerade deshalb aeusserst charmant. Wohl vor allem auch deshalb, weil sich ein Grossteil des Soziallebens, dem Wetter entsprechend, in Pubs und Bars abspielt (in rauchfreien wohlgemerkt!) und das ganze Jahr ueber zahlreiche Kulturfestivals stattfinden. Fuer alle Interessierten: Ein paar Eindruecke eines verregneten Tages in Halifax Downtown.

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Just in dieser Nacht hatte es zu regnen aufgehoert. Wir haben den Luxus eines privaten Zimmers dennoch sehr genossen (endlich wieder eine Dusche!). Am naechsten Tag sind wir an der suedlichen Kuestenstrasse entlang gefahren, wo ich das allererstemal in meinem Leben von einem Polizisten nach meinem Fuehrerschein gefragt wurde (seit ich im zarten Alter von 18 Jahren das Hernalser Bezirkskommissariat mit meinem rosa Fetzen verlassen habe). Aber eigentlich eh wurscht. Unser Ziel fuer den Tag lautete bereits "Cape Breton Island". Am Weg dahin war der Himmel immer noch grau in grau, aber es regnete nicht mehr. Und die Landschaft wurde schoener und schoener, das hiesige Wildlife frecher und frecher.

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Nach ein paar Stunden Fahrt haben wir Cape Breton Island erreicht und standen am Beginn des Cabot Trails, jene traumhaft schoene Kuestenrundstrecke im Norden der Insel. Bevor es am Folgetag auf eben diesem Trail losging, haben wir wieder auf einem privaten Campground unser Quartier aufgeschlagen (ganz nett, aber nichts Besonderes). Der Wetterbericht fuer die Nacht verhies erneut nichts Gutes, dennoch konnten wir auch diesmal das Abendessen noch im Trockenen zu uns nehmen. Es war immer noch unheimlich schwuel, die offiziellen Wettermeldungen sprachen von 95% Luftfeuchtigkeit. Es hatte zwar “nur” 25 Grad offizielle Temperatur, gefuehlt kam man aber auf gute 35 Grad.

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Irgendwann gegen 2 Uhr morgens setzten fuer vier Stunden schwere Regenfaelle ein. Allerdings hielten das Zelt und auch wir erneut verwegen stand. An dieser Stelle nochmals ein riesiges Dankeschoen an Wolfshaut Erik, der uns dieses edle Stueck Kunststoff empfohlen hatte - dies war nun die finale Feuertaufe! Zum Fruehstueck kam schoen langsam aber sicher die Sonne heraus. Nur der Zeltplatz stand “Gatsch unter” und auch das Zelt musste aussen getrocknet und gereinigt werden.

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Das Zelt halbwegs trocken eingepackt, haben wir uns, durch ein kraeftiges Fruehstueck gestaerkt, endlich den Traum erfuellt und den Cabot Trail erobert. Ein Stueck Erde, dass schoener fast nicht sein kann. Eine Mischung aus Irland, Schottland und eben Ostkanada. Und von allen Dreien nur das beste.

Das beginnt schon bei den charmanten Haeusern…

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…in perfekte Landschaft eingebettet:

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Und schliesslich haben wir den Norden der Insel erreicht. Die Wolkendecke ist aufgerissen, die Landschaft und die Farbkontraste wurden noch intesiver als sie ohnehin schon waren. Der absolute Gipfel war jedoch der Campground "Meat Cove". Auf einer Wiese direkt an einer Klippe ueber dem atlantischen Ozean gelegen, nur die Erdkruemmung hat von hier aus einen direkten Blick nach Europa verhindert. Wir haben an diesem wunderbaren Ort zwei Naechte verbracht und die wohl mit Abstand beeindruckendste Unterkunft unserer Reise erlebt. Falls ihr, liebe treue Leserschaft, einmal in den Osten Kanadas kommen moechtet, fuehrt an diesem Stueckchen Erde definitiv kein Weg vorbei, ohne sich danach aergern zu muessen, etwas so einmalig Traumhaftes versaeumt zu haben.

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Und als waere es Belohnung fuer die in den Naechten zuvor erlittenen, unangenehmen Regenfaelle gewesen, beglueckte uns am ersten Abend ein wolkenfreier Nachthimmel mit einem gigantischen Blick auf den wunderschoenen Sternenhimmel. Und bis Mitternacht haben wir, vor unserem Zelt liegend, gemuetlich in unsere Schlafsaecke gewickelt, nicht weniger als 10 (zehn!!!) Sternschnuppen gezaehlt! Romantischer Kitsch? Ja, vielleicht, aber das ist dir komplett wurscht, wenn du das hier “live“ und “in echt“, quasi am Ende des amerikanischen Kontinents, erleben darfst.

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Haben wir am Ankunfts(nachmit)tag den Platz nichtstuend einfach nur genossen, so sind wir am zweiten Tag auf eine Wanderung aufgebrochen. Zunaechst durch einen wunderschoenen, dichten Wald, jedoch bald gefolgt von einem Pfad direkt der Kueste entlang. Uns angeschlossen haben sich dabei zwei Kanadier aus Toronto, Bob und sein Sohn Kyle, die uns waehrend der gesamten, sehr anstrengenden fuenf Stunden eine sehr sympathische und lustige Begleitung waren. Wir haben uns die ganze Zeit ueber aussergewoehnlich gut verstanden, auch als wir uns alle zwischenzeitlich komplett verlaufen hatten und nicht so ganz wussten, wo es weitergehen wuerde. Und allen Pferdefans unter euch sei verraten: Wir sind nur wenige Meter an einer wild lebenden Pferdefamilie vorbeigegangen. Auch fuer uns ein wunderschoener Anblick und ein ebensolches Erlebnis.

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Bei dieser Wanderung ging leider das Display unserer Digitalkamera kaputt (Ich war’s, ich geb’s zu und uebernehme die volle Verantwortung!). Und nachdem unsere Kamera keinen altmodischen (aber in Augenblicken wie diesen so wichtigen) Sucher hat, sind alle ab nun folgenden Bilder in diesem Bericht "blind" geschossen. Gar nicht so schlecht, wie wir finden! Bitte um Achtung dieser, unserer Fotografiekuenste!

Zurueck am Platz haben wir wieder einige der sehr sympathischen Charaktere am Campground getroffen. Hervorheben moechten wir das Ehepaar Barry und Pat Flannigan aus Australien. Beide 72 Jahre alt und seit 44 Jahren verheiratet, fit wie zwei Jugendliche und mit derartig viel Humor und Charme ausgestattet, dass jedes Gespraech mit den beiden fuer uns reines Vergnuegen war. Sogar ueber suedamerikanische Abenteuer konnten wir fachsimpeln, schliesslich haben die beiden diesen Kontinent vor zwoelf Jahren, also im Alter von 60 Jahren (!!!), sechs Monate lang als Backpacker (!!!) bereist!!!

Aber auch sonst tummelten sich zahlreiche verschiedene Persoenlichkeiten auf dem Campground. Dazu eine Anekdote: Ein junges Paerchen zauberte fuer eine einzige Uebernachtung im Zelt eine aufblasbare Matraze aus dem Auto, die doppelt so dick und breiter als jene daheim in unserem Schlafzimmer war ("That's the only way for me to go camping!", so die junge Dame). Ein gut gelaunter, nebenan sitzender Camping-Veteran liess daraufhin nicht lange mit witzigen Kommentaren auf sich warten: “You better be quiet tonight on a mattress like this!” Danach befragte er durchgehend die anderen, sehr internationlen Gaeste mit lautem Organ und sichtlich amuesiert: “Hey, did you ever see something like this in Australia? In the U.S?” Die Antwort war bei allen ein lachendes “No!”. Abschliessend wandte er sich noch an eine Gruppe campender Motorradfahrer (die ja aufgrund mangelnden Stauraums auf jeden Luxus verzichten muessen): “Your should try to put something like this in your bags!”. Dieser definitiv nicht auf den Mund gefallene Kanadier unterhielt in nur wenigen Minuten den halben Platz und sorgte somit fuer erfrischendes, abendliches Gelaechter.

Sonst herrschte aber abends viel Ruhe. Der sensationellen Lage des Campingplatzes entsprechend kehrte ab 21 Uhr absolute Stille ein. Und dies ohne offizielle Anordnung oder vorgeschriebene Verhaltensregeln. Hier wussten einfach alle den magischen Ort und den seltenen Augenblick von Ruhe und Frieden zu schaetzen.

Margit hat sich uebrigens noch am selben Tag der Wanderung auf einen weiteren Aussichtspunkt mit fantastischem Blick auf den Ozean begeben. Urspruenglich deshalb, um Wale zu beobachten. Etwas, dass gerade hier durchaus wahrscheinlich ist. Ihre Muehe wurde zwar leider nicht belohnt, jedoch kam sie mit weiteren senationellen Aufnahmen auf die Bucht, den Ozean und den bevorstehenden Sonnenuntergang zurueck.

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Noch schwer beeindruckt von diesen gewaltigen Eindruecken, weit draussen im kanadischen Osten, machten wir uns am naechsten Tag wieder auf Richtung Sueden, konkret zur Pleasant Bay, immer noch am Kuestenrundkurs “Cabot Trail” liegend. Da haben wir uns auf dem kleinen aber feinen und vor allem direkt am Strand liegenden Campingplatz “Corney Brook” des Nationalparks “Cape Breton Highlands” unser Zelt aufgestellt. Ich nehme es vorweg: Trotz Warnungen haben wir auch hier keine Baeren gesichtet.

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Wegen des starken Windes ueber dem Meer fiel die geplante Wale Watching Tour leider ins Wasser. Vor allem zu Margits Leidwesen, die sich schon sehr auf eine Begegnung mit den edlen Meerresbewohnern gefreut hatte. Auch einen der auf dieser Insel so zahlreich vertretenen, maechtigen Elche haben wir leider nicht gesichtet. Aber immerhin: Einen der wunderschoenen und ebenfalls sehr edlen “Bald Eagles (Weisskopf-Seeadler) haben wir noch vor der Abreise am letzten Campingplatz gesehen!

Also haben wir stattdessen am Nachmittag den sehr populaeren “Skyline Trail” im Nationalpark gemacht. Dieser entpuppte sich jedoch als wenig spektakulaer, allerdings bedeutete dies hier immer noch fantastische Ausblicke:

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Wirklich beeindruckend wurde es nochmals am Abend, als wir direkt am Strand des Campgrounds die tolle Abendstimmung inklusive einem sensationellen Sonnenuntergang erleben durften.

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Und als wir nach einer angenehmen Nachtruhe am naechsten Morgen zeitig aus unseren Schlafsaecken schluepften, hatten wir einen sehr langen Weg vor uns. Immer noch benebelt von der atemberaubenden Schoenheit der letzten Tage sind wir nach Prince Edward Island aufgebrochen. Eigentlich haetten wir etwas Zeit gebraucht, um all die Eindrucke zu verarbeiten, aber diese Insel, etwas noerdlich von Nova Scotia gelegen, gab uns keine Chance dazu. Landschaftlich ganz anders und dennoch blieb uns auch hier wieder der Atem weg. Fuer all jene unter euch, die auf den ostkanadischen Geschmack gekommen sind, koennen sich schon auf den naechsten Bericht freuen. Aber auch alle anderen werden wir nicht enttaeuschen. Schaut einfach wieder rein. Wir freuen uns auf euch!

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Posted by NoUturners 10:31 Archived in Canada Comments (4)

Prince Edward Island - The Gentle Island

Cape Breton, Nova Scotia - Port Elgin, New Brunswick - Linkletter Provincial Park - Cape North - Jacques Cartier Provincial Park - Mill River Provincial Park, all on Prince Edward Island - Hopewell Rocks - St. Stephen, all in New Brunswick, CANADA

sunny 21 °C
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Nova Scotia und vor allem Cape Breton zu verlassen, fiel uns nicht leicht. Einerseits weil es uns hier so unglaublich gut gefallen hatte, andererseits weil sich auf der wichtigsten Highway-Route wieder einmal alles staute, zum wiederholten Male wegen einer Baustelle. Das kanadische Highway-Baustellen-Gegenverkehrs-Konzept ist wohl noch nicht ganz ausgereift. Da wird Autofahren eigentlich nur mehr ein Mittel zum Zweck. Allerdings sind das auch schon die groebsten Probleme, mit denen man als Kanada-Reisender zu kaempfen hat.

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Nachdem wir uns am Weg mit einer neuen, sehr guenstigen Kamera ausgeruestet haben, kamen wir am spaeten Nachmittag wieder nach New Brunswick, sind einmal rechts abgebogen, haben den drohend leeren Tank gerade noch rechtzeitig wieder aufgefuellt (somit ein zweites Tank-Fiasko wie in Argentinien gerade noch verhindert!) und schon waren wir auf der 13 Kilometer langen Confederation Bridge, die Prince Edward Island (die kleinste Provinz Kanadas) mit dem Festland verbindet.

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Das folgende, auf dem Parkplatz der Visitor Information geschossene Foto ist irrefuehrend. Wir haben hier keinen Autodieb in flagranti erwischt, sondern einen aeusserst hilfsbereiten Herrn des hiesigen Pannenservice!

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Wir haben beschlossen, nur den Nordteil der Insel zu befahren (den sogenannten North Cape Coastal Drive). Der erste Campingplatz im Linkletter Provincial Park, wunderschoenen, riesig und beinahe leer, war nur ein Uebernachtungsstopp.

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Als wir am naechsten Morgen losfahren wollten, hat das der Feuerstelle auf unserem Stellplatz gar nicht gefallen und sich Margit beim Wegfahren ganz einfach in den Weg gestellt. So ein Frechdachs, diese Feuerstelle! Aber gluecklicherweise ist nicht viel passiert, ausserdem sind wir mit einer kompletten Vollkasko ausgestattet. Da kann uns dieser Parkschaden nicht wirklich erschuettern. Froehlich ging es also weiter.

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Wir haben die Fahrt entlang der Kueste einfach nur genossen. Nur wenige Leute verirren sich auf diese ohnehin nicht sehr stark besiedelte Insel, geschweige denn Touristen aus Europa. Gut so! Die Strassen sind so gut wie leer, die Wiesen saftig gruen, die Waelder dicht, die Haeuser lieblich in die "brettlebene" Landschaft eingebettet. Und dazu strahlend blauer Himmel! Ihr wollt endlich Bilder sehen anstatt langweilige Worte zu lesen? Recht habt ihr! Here we go:

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Und ja, man kann hier auch baden gehen (also die harten Einheimischen zumindest):

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Zahlreiche Leuchttuerme und Windraeder...

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... findet man an der wunderschoenen, von roten Felsen gepraegten Kuestenlinie - ganz besoners am Cape North, ganz im Norden der Insel:

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So, jetzt werdet ihr zurecht schreien: "Nicht so viele Bilder! Wo sind die wilden Geschichten?". Also gut, es geht vorerst mal weiter im Text. Der Tag verging wie im Flug, es wurde Zeit fuer einen Uebernachtungsplatz. Diesen haben wir auf der anderen Seite der Kueste, also quasi im Osten des noerdlichen Teils gefunden. Aber das ist eh wurscht, so genau wollen es nicht einmal wir wissen. Der auserwaehlte Provinzpark hiess "Jacques Cartier" und beglueckte uns mit einem Platz direkt am Meer.

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Unsere Nachbarn haben sich als ein aeusserst nettes Québecer Ehepaar herausgestellt, die uns sogar ein Platerzl in ihrem Haus angeboten haben, falls wir am Rueckweg nochmals durch Quebec gefahren waeren. Europaeer haben hier Seltenheitswert und werden bestaunt wie kleine, gruenne Maennchen aus dem Weltall.

Machten uns abends beim Kochen die Gelsen das Leben schwer, so setzte noch dazu ausgerechnet in dieser Nacht ein kraeftiges Gewitter ein. Es blitzte, donnerte und regnete heftigst. Das war nicht so angenehm, aber wir haben was zu erzaehlen. Da Margit mitten in der Nacht, waehrend der staerksten Regenphase, dringend aufs Klo musste, habe ich sie mit dem Auto dahin gebracht. Warum? Na ja, wir sassen da ohenhin schon beide drinnen, weil es uns im Zelt so direkt am Wasser und frei auf der grossen Wiese stehend nicht so sicher erschien. Da strahlte das Auto wesentlich mehr Schutz aus. Ja, so "verwegen" sind wir also wirklich - Schande ueber uns!

Aber alles hat ein Ende, auch eine solche Nacht. Am naechsten Morgen laechelte bereits wieder die Sonne vom Himmel. Wir sind zum nur wenige Kilometer entfernten Mill River Provincial Park gefahren, noch gruener, noch weitlaeufiger, noch grosszuegiger angelegt und vor allem noch viel weniger Leute als ohnehin schon unterwegs waren! Wir haben uns ein Kanu ausgeborgt und sind mit diesem den Mill River entlang gefahren. Ein nur mittelmaessig anstrengendes und vor allem lustiges und entspannendes Abenteuer. Diesen Nachmittag haben wir ganz besonders intensiv genossen.

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Nach 90 Minuten waren wir bei unserem Zelt zurueck. Direkt in der Sonne war es sehr heiss, wir waren angenehm erschoepft und viel zu bequem, die eigentlich noch geplante Radtour durchzuziehen. Stattdessen machten wir es "nordamerikanisch". Wir sind hinein ins Auto, zum Liquor Store gefahren und haben uns mit ein paar Dosen "Canadian" eingedeckt. Danach haben wir uns auf der riesigen Wiese ausgerastet und auch Karten gespielt.

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Baeren gibt es uebrigens auf Prince Edward Island keine. Das bedeutete einerseits entspanntere Abendessen, andererseits aber eine Gelegenheit weniger, eines dieser Tiere zu Gesicht zu bekommen. Und auch Elche hatten wir ja trotz hoher Population in ganz Kanada bisher leider noch nicht gesichtet. Allerdings passieren auch Sachen wie die folgende. Nach dem Abendessen sassen wir gemeinsam beim Picknicktisch und ganz unerwartet, auf leisen Pfoten angeschlichen, stand ploetzlich ein kleiner und aeusserst edler Rotfuchs vor uns, keine fuenf Meter entfernt. Wir starrten ihn an, er starrte zurueck. Wir hatten beide unwillkuerlich unsere Muender unglaeubig geoeffnet, ruehrten uns keinen Zentimeter, wollten ihn auf keinen Fall verscheuchen. Ein echtes Gluecksgefuehl stellte sich ein. Es war einer dieser Augenblicke, in denen du die Begegnung mit einem so edlen, selten gesichteten, weil sehr scheuen Tier, ganz einfach nur geniesst. Unbeschreiblich!

Nur wenige Sekunden spaeter trabte er auch schon wieder davon. Margit hat danach noch versucht, ein brauchbares Foto zu machen. Aber der Fuchs war schon zu weit weg und es daemmerte bereits. Die Qualitaet der Fotos ist dementsprechend schlecht. Dennoch wollen wir euch das Ergebnis nicht vorenthalten.

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Das war ein wunderbarer Abschluss unseres Aufenthalts auf dieser traumhaften Insel, die ein redseliger Einheimischer aufgrund der so extrem gegensaetzlichen Jahreszeiten so beschrieben hat: "In summer it's heaven, in winter it's hell!" Alle selbsternannten Winterliebhaber unter euch finden hier ab November ein kleines Paradies bei bis zu Minus 20 Grad vor! Wer meldet sich freiweillig? Am naechsten Morgen sind wir auch schon wieder zurueck nach New Brunswick aufgebrochen, wieder ueber die majestaetische Confederation Bridge, fuer die man uebrigens erst beim Verlassen Maut bezahlt - sehr schlau!

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Wieder das fuer Kanada so typische Bild. Baustelle, Gegenverkehr, Arbeitsbeschaffung (Mann oder Frau haelt Stopp-Tafel). Diesmal waren wir jedoch in der Pole Position!

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Bereits nachmittags sind wir bei einer der Touristenattraktionen New Brunswicks eingetroffen. Wir nehmen es vorweg: Diese war ein wenig enttaeuschend. Da wir aber extra da waren, muessen wir es euch auch erzaehlen. Also! Es geht um die sogenannten Hopewell Rocks. Riesige Felsen, die aufgrund der hier sehr hohen Gezeitenunterschiede (zwischen Ebbe und Flut bis zu 15 Meter!) bei Ebbe komplett frei und bei Flut groesstenteils unter Wasser stehen. Wir haben beide Gezeiten-Zustaende fuer euch beobachtet.

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Und weil man bei Ebbe sozusagen am Grund des Ozeans entlangspaziert, ist natuerlich alles sehr gatschig (was hamma 'glaubt):

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Einfach so, ohne Zusammenhang ein sensationelles Bild einer Durchschnittstouristenfamilie - weil es einfach so ein geiles Fotos ist:

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Uebernachtet haben wir auf einem netten aber wenig spektakulaeren privaten Campground. Die Gelsen waren wieder laestig, sonst gibt es dazu nicht viel zu sagen:

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Und am naechsten Morgen ging es auch schon weiter. Konkret: Zur nur sehr spaerlich frequentierten US-Grenze in den US-Bundesstaat Maine hinein. Der Weg dahin entlang der Suedkueste New Brunswicks spielte nochmals alle Stueckerln.

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Es domnierte vor allem sehr viel Wald und sollte uns auf das vorbereiten was noch vor uns lag: New England - der traumhaft schoene und wilde Osten der USA. Und bevor ihr nun genervt fragt: "So viele unnoetige Bilder und so viele langweilige Geschichten! Wann bitteschoen kommt nun endlich das Ende?", komme ich euch zuvor. Hier ist es! See you in the United States, wo man an der Grenze auch mal gerne viele laestige Fragen stellt, wenn man so einen Zick-Zack-Kurs faehrt wie wir!

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Posted by NoUturners 08:10 Archived in Canada Comments (6)

New England Stories (Hiking, Drinking, Laughing)

Lamoine State Park - Acadia National Park - Bangor - Rangely State Park, all in Maine - White Mountains National Forest, New Hampshire - Morrisville - Stowe, all in Vermont - Green Lakes State Park, New York, UNITED STATES OF AMERICA

sunny 28 °C
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Ja, paranoid sind sie sogar am sehr kleinen und schwach frequentierten Grenzposten zwischen New Brunswick und Maine unsere amerikanischen Freunde. Schliesslich lauern die Feinde ja ueberall. Aber der Grenzbeamte blieb zumindest freundlich und liess uns nach ein paar laestigen Fragen ueber unsere fuer ihn recht chaotisch wirkende Zick-Zack-Reiseroute durch Nordamerika schliesslich doch ohne Leibesvisite passieren, notierte sich allerdings sicherheitshalber das Nummerntaferl. Na ja.

Immer noch erlebten wir wunderschoenes Hochdruckwetter mit angenehmen Temperaturen um die 30 Grad. Die Bundesstrasse 1 der Kueste entlang war daher ganz besonders traumhaft. Nur die an jedem Strommast haengenden amerikanischen Fahnen wirkten etwas zu uebertrieben - der vierte Juli war ja doch schon ein Zeiterl her.

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Mit viel Glueck, der spaete Nachmittag gab dem fruehen Abend gerade die Klinke in die Hand, sind wir fuer zwei Naechte gerade noch im Lamoine State Park untergekommen, einer der im Sommer heissbegehrten State Parks an der Kueste Maines. Dass wir fuer die zweite Nacht aus organisatorischen Gruenden den Stellplatz wechseln mussten, war fuer uns kein Problem (schliesslich war unser Zelt mittlerweile schneller auf- und abgebaut als Lucky Luke seinen Colt ziehen kann). Und auch hier war alles aeusserst grosszuegig und vor allem mitten in der Natur angelegt - kein Vergleich zu den kommerziellen Campgrounds, welche wir jedoch ohnehin nur in Notfällen in Anspruch genommen haben. Ein kurzer Spaziergang an der wunderschoenen Kueste war Lohn fuer die lange Autofahrt und ein Mitgrund fuer die gute Laune.

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Am Folgetag sind wir in einen der populaersten Nationalparks in den ganzen USA gefahren, der Acadia Nationalpark. Leute, es war die Hoelle los. Es war Wochenende, es war heiss und ganz Maine und die halbe Ostkueste waren hier vertreten. Die riesigen Campingspots im Nationalpark waren seit Monaten ausgebucht. Gut, dass wir bereits im erwaehnten, viel kleineren State Park, quasi nebenan, untergekommen waren. Aber es gab auch zwei sehr gute Nachrichten. Erstens war just an diesem Wochenende der Nationalpark-Eintritt gratis und zweitens waren die 120 Meilen Wanderwege so gut wie ausgestorben. Der typische Ami faehrt halt gluecklicherweise ueberall mit dem Auto hin. Bewegung? Nein, Danke!

Also, nur was fuer die Harten! Zwei kleinere aber steile Berge (oder auch größere Huegeln - wie ihr wollt) haben wir bestiegen (Mount Dorr und Mount Cadillac), dabei knappe 1000 Hoehenmeter und 10 Kilometer Weg zurueckgelegt. Und das Beste? Was wohl, der Ausblick! Eindruecke von einer traumhaft schoenen Wanderung durch einsame Waldstuecke voll mit wundervollen Ausblicken auf die Kueste.

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Schweren Anstiege...

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...und schwer verdiente Pausen zwischendurch:

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Das Auffuellen mit isotonischem Kraftstoff abends zurueck beim Zelt widmen wir meinem Schwiegerbruder und auch dem Herrn Mattes (Heineken - Fuck this shit!):

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Am naechsten Morgen, ein wunderschoener Sonntag erhellte unsere Gemueter, fuhren wir nach Bangor. Die Stadt war wie ausgestorben, ein Café und zwei Pubs waren geoeffnet. Ausserdem: Ein mysterioeser Feuerwehreinsatz, viele Polizeipatrouillen. Ein bisserl unheimlich, fast so wie in einem Roman von Stephen King (der Held meiner jugendlichen Horror-Phase!), der ja in Maine geboren wurde und ausserhalb Bangors auch ein Haus hat. Aber die Stadt hat Charme und hat uns zumindest waehrend der drei Stunden unserer Anwesenheit sehr gut gefallen.

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Abends sind wir im Rangely State Park gelandet. Ncht mehr als ein Uebernachtungsstopp fuer unsere Fahrt in die prachtvollen White Mountains im Bundesstaat New Hampshire. Nur diese mussten wir uns erst verdienen, denn nun setzten das erste Mal auf unserer Reise auch in den USA heftige Regenfaelle ein. Naechtens wiederum - das Abendessen war uns somit auch diesmal bei Trockenheit gegoennt. Margit fuehlte sich sogar dazu berufen, Feuer zu machen.

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Gegen 2 Uhr frueh waschelte es schliesslich heftigst auf unser Zelt nieder. Aber abgesehen davon, dass wir aufgrund des Laerms nicht wirklich schlafen konnten, ist auch dieser Niederschlag schadlos am Zelt und auch an uns voruebergegangen. Die Weiterfahrt am naechsten Morgen in westlicher Richtung war allerdings komplett vernebelt. Unser Abenteuer in den White Mountains war in Gefahr.

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Doch es klarrte auf und je weiter wir in den Westen kamen desto intensiver wurde das Blau des Himmels ueber uns. Wir wollten eigentlich auf einem Campingplatz im "White Mountains National Forest" uebernachten, aber nach Ruecksprache mit dem zustaendigen Ranger haben wir uns dagegen entschieden. Also eigentlich war ich als verantwortlicher Koch in diesem Entscheidungsprozess federfuehrend (Margit hat sich verstaendnisvoll gefuegt). Warum? Dieser National Forest leidet derzeit an einem schweren Baerenproblem (offizielle Aushaenge sprechen dramatisch von "Bear Alert!"), ganz besonders die Campingplaetze haben sogar untertags sehr intensiven Baerenbesuch. Und diese Tiere sind hier so ganz und gar nicht mehr scheu und kaum zu vertreiben. Die beste Moeglichkeit, eine Konfrontation zu vermeiden ist, alles Essen gut im Kofferraum zu verstauen. Auf meine Frage was ich denn tun solle, wenn ein Baer just dann hinter mir auftaucht, wenn ich gerade koche, meinte der Ranger, ich solle alles rasch ins Auto verstauen und mich selbst ebenso schnellstens dahin begeben. Eine eher stressige Vorstellung, wenn der Zwiebel grad frisch anbruzzelt und alle Zutaten frisch angeschnitten auf dem Tisch verteilt sind.

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Wieder muessen wir euch also enttaeuschen, ganz besonders meine ohnehin nur sehr spaerlich vorhandene Verwegenheit laesst stark nach - an Margit waere das Baerenabenteuer nicht gescheitert. Aber wir haben einen sensationellen Campingplatz nur ein paar Meilen entfernt gefunden. Sehr guenstig, eine grosse Wiese nur fuer uns und weit und breit keine Baeren (obwohl - sicher wissen konnte man es auch hier nicht). Aber dafuer gab es Unmengen an durchaus frechen Streifenhoernchen.

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Der komplette naechste Tag war fuer eine Wanderung in den oben bereits mehrfach erwaehnten White Mountains reserviert. Trotz Baeren - aber wir nahmen nur zu trinken und nichts zu essen mit. Ausserdem mussten wir da einfach rauf (ein klein wenig verwegen bin ich also doch), denn auch das Wetter sollte schön bleiben. Zwar schafften wir es nicht ganz auf den hoechsten Punkt, den Mount Washington (1918 m) aber immerhin auf den "Boott Spur" (1677 m) darunter. Glaubt uns, es war anstrengend genug, sechs Stunden waren wir fuer 12 Kilometer unterwegs, 1000 sehr steil ansteigende Hoehenmeter haben wir dabei zurueckgelegt aber dafuer noch viel schoenere Ausblicke genossen als bei der letzten Wanderung. Auch hier wieder: Tausende Autos auf den Parkplaetzen - auf den Wanderwegen jedoch nur eine handvoll Leute. Faszinierend!

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(wer findet den Frosch?)

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(auf den Mount Washington haben wir es nicht mehr geschafft)

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Nach einer angenehmen Nachtruhe war er endlich da. Der Tag, auf den wir uns schon wochenlang gefreut hatten. Wir haben "Andy und Steve von den Galápagos-Inseln" (in vergangenen Eintraegen bereits mehrfach vorgestellt) in deren Heimatdorf Morrisville (beinahe so lieblich wie Ruprechtshofen bitteschoen) besucht. Auf dem fast leeren aber wunderschoenen Campground des Elmore State Parks haben wir bereits nachmittags das Zelt aufgeschlagen - wir wussten, dass es abends sicher laenger werden wuerde.

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Die folgenden Saetze sind ausnahmsweise auf englisch, damit die beiden Jungs auch ein bisserl was davon haben. Sie sind ja schon so gespannt auf die wilde Geschichte dieser einzigartigen austroamerikanischen Begegnung!

Already in the afternoon we hit one of these guys' gloomy local pubs for a couple of beers and several games of pool. Steve's Mum Mary joined us as well as Caytlinn (just a "friend" they say). So it was three players on either team. Andy decided to play with Margit and me and dedicated the team's name to us: "Euro-Trash"! (We of course were honored and flattered!) Eventually we saved Andys pathetic performance by playing on a top level that can only rarely be seen in Morrisville (Andy, it was our pleasure to save your American ass!).

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After that we went to "Bee's Knees" and had dinner while we were being watched by the curious locals like aliens (some of them have seen Europeans only in books). The evening's highlight was the attempt to shoot a picture which should remind us of this short but funny stay. We tried several spots: From the restaurant's table we moved right in front of the local police station (audaciously illegally) and eventually ended up in front of Mary's Range Rover.

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By the way, this is Steve's '65 italian Vespa whose picture I promised him to publish in this blog entry:

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Morrisville is not only a small village but also a very low one. The roofs are infact lower than they appear. They just want to make themselves taller than they are here in Vermont (shame on you - that's not american pride at all!):

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To say goodbye was difficult but at least we made Steve happy by handing him all our camping gear ("American Trash" you could say) which we didn't need any longer.

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Guys, it was a short but real pleasure. It was more than one decent laugh we had this night out. We still haven't discovered the fine thin line between lying and kidding yet but we hope to find it out when we meet up next (you will come to Vienna you said - you remember?). Please send our best regards to Mary who by the way we payed a visit the next morning again in her house - without you guys, and we finally could talk seriously to someone in Morrisville!

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(Can you see the Range Rover in the back?)

Aber noch waren wir von Vermont nicht "erloest". Ob ihr es glaubt oder nicht, wir hatten bis zur unserer Anreise am Vortag keine Ahnung, dass sich in Stowe, nur 20 Minuten entfernt, das beruehmte Anwesen der Trapp-Familie befindet (und die hier sogar ihr eigenes Bier brauen bitteschoen!). Durch Zufall haben uns Andy und Steve darauf aufmerksam gemacht. Also da mussten wir einfach vorbeischauen. Allen "Sound of Music"-Junkies unter euch widmen wir die folgenden Fotos:

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Und damit dieser Eintrag nicht noch laenger wird, kuerzen wir etwas ab. Die beiden naechsten Tage haben wir vor allem zum Fahren verwendet. Und zwar durch den Bundesstaat New York, auf dem Weg zu den Niagara-Faellen. Diverse Eindruecke von der Fahrt, vom Campingplatz im Green Lakes State Park, vorbei an der wunderschoenen Skyline Buffalos, bis hin zur kanadischen Grenze.

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Wir gratulieren! Ihr habt einen weiteren Bericht voller Dichtung und Wahrheit hinter euch. Fuer uns stand nun der Besuch bei den Niagara-Faellen auf der kanadischen Seite auf dem Programm. Aber warum dieser Besuch bei den wohl beruehmtesten Wasserfaellen der Welt bei uns mehr Kopfschuetteln als Faszination ausgeloest hat, steht in unserer naechsten Geschichte, in der wir uns auch wehmuetig von Kanada, einem tollen und wunderbaren Land, verabschieden moechten. Bleibt dran, ihr habt es bald geschafft!

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Posted by NoUturners 08:20 Archived in USA Comments (2)

Niagara Falls (Byebye merry Canada!)

Niagara Falls - Toronto, all in Ontario, CANADA

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Da waeren wir also wieder auf mittlerweise sehr lieb gewonnenem kanadischen Boden. Der Grenzuebertritt erwies sich im Vergleich zu jenen in die USA erlebten zum wiederholten Male als aeusserst angenehm. Gleich nach der Grenze befindet sich der Ort "Niagara Falls". Wir haben auf dem naehesten Campingplatz, nur wenige Autominuten entfernt, eingecheckt. Mit dem sensationellen Namen - ob ihr es glaubt oder nicht: Yogi Bear Camping! Wir waren auf diesem riesigen Areal wohl die einzigen Leute ohne Kinder. Vorteil: Naechtens war es muxmaeuschenstill!

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Bevor uns jedoch die soeben erwaehnte Nachtruhe vergoennt war, sind wir noch zur so hoch gelobten Abendstimmung der Niagara-Faelle gefahren. Und uns traf fast der Schlag. Da warst du auf einem vierwoechigen Trip in der Natur, bist verzaubert von unzaehligen magischen und einsamen Orten im wilden kanadischen Osten und dann, ja dann kommst du zu den Niagara-Faellen und bist einfach nur enttaeuscht.

Der kuenstlich geschaffene, mittlerweise sehr stark gewachsene Ort direkt an den Wasserfaellen war geschmacklos wie der Wiener Wurstelprater - nur in ungleich hoeherer Dimension. Ein riesiges Casino, zahlreiche Hotelkomplexe, Nachtclubs, Restaurants, Geisterbahnen, Imax-Kinos, Touristenlaeden und vieles mehr versperrte den ungetruebten und direkten Blick auf die Faelle. Ja, man musste sich erst durch alles durcharbeiten. Ein Trauerspiel.

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Dennoch ein paar Infos fuer alle Interessierten: Die Niagara-Faelle selbst bestehen aus zwei grossen Wasserfaellen: Den "American Falls" und den "Horseshoes Falls". Diese sind abends mit bunten Scheinwerfern beleuchtet, was gluecklicherweise ein durchaus schoenes Bild abgibt und somit fuer ein wenig Frieden in unseren angeschlagenen Seelen gesorgt hat. Ein nettes Feuerwerk hat den Freitag Abend zumindest halbwegs versoehnlich abgerundet.

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Am naechsten Morgen haben wir unsere sieben (Camping)sachen zusammengepackt und sind vor der Fahrt nach Toronto nochmals zu den Niagara-Faellen gefahren, um sie uns auch bei Tag zu Gemuete fuehren zu koennen. Das peinliche Rundherum wurde nicht besser. Im Gegenteil: Bei Tageslicht sah alles noch viel erschreckender aus: King Kong, T-Rex, Dracula, Frankenstein, Wedding Chapel im Las Vegas Style und vieles mehr. Was das mit den Niagara-Faellen zu tun hat? Wir haben keine Ahnung!

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Zur Ehrenrettung muss man jedoch anmerken: Die Wasserfaelle selbst sind sehr beeindruckend (trotz der Touristenmassen) und ein wundervolles Naturereignis. Und "dank" der wie Staub aufgewuehlten Wassermassen wird man - je nach Windrichtung - auch ganz schoen nass.

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Danach sind wir nach Toronto aufgebrochen und wollten eigentlich den dem Flughafen naehesten Campingplatz ansteuern. Schliesslich sollte es am naechsten Morgen sehr zeitig zum Flughafen gehen, denn das Auto musste vorher noch zurueckgebracht werden. Doch es kam alles wieder einmal ganz anders. Kurz vor Toronto begann es zu schuetten und die Vorhersage fuer die Nacht verhiess nichts Gutes. Daher haben wir uns schnell ins Internet geschmissen (WI-FI ist auch hier beinahe ueberall gratis zu haben) und uns ein Motel in der Naehe des Flughafens rausgesucht. Das hat uns zwar deutlich mehr gekostet als der Campingplatz aber wir hatten Fruehstuck dabei. Und vor allem hatten wir ein Dach ueber dem Kopf (und das Zelt bereits in trockenem Zustand eingepackt). Und gut war es, denn es hat die ganze Nacht so richtig durchgeschifft!

Unser letztes Abendmahl - eigentlich fuer den Campingplatz vorgesehen - nahmen wir somit halt im Zimmer ein:

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Und wir haben vor dem Packen unserer Rucksaecke und dem damit verbundenen Aufbruch zum allerletzten Teil unserer Reise endlich Teile unseres Gewands ausgemistet. Auch wenn wir wissen, dass ihr unser Outfit auf der Reise sehr lieb gewonnen habt (ganz sicher, oder?), war es an der Zeit "loszulassen". Aber damit wir nicht ganz nackt dastehen wuerden, wurde erstmals nur ein kleiner Teil entsorgt. Immerhin ein Beginn also. Also, sagt zum Abschied leise "Servus" zu meinem voellig abgefuckten Kapuzensweater, dem abgenudelten 79er-T-Shirt und dem verlausten Sportkapperl (das grindige, weisse, langaermelige T-Shirt kam erst gar nicht mehr aufs Foto drauf).

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Und es blieb wehmuetig, die letzten Augenblicke auf kanadischem Boden wurden angezaehlt. Die Fahrt auf den Flughafen war eine Sache von Minuten, das Fruehstueck davor ebenso. Genauso wie die Autorueckgabe danach. Da standen wir nun beim Check-in-Schalter von American Airlines. Zeit, unser Abenteuer Kanada Revue passieren zu lassen.

Die Leute haben wir als aeusserst froehlich, locker und daher als sehr freundlich erlebt. Auf Vancouver Island und ganz im Osten sind sie ganz besonders gut aufgelegt. Fragt uns nicht wieso das so ist, aber das war sehr beeindruckend und fuer uns als gelernte Oesterreicher kaum zu glauben. Wir werden uns in Zukunft an der eigenen Nase nehmen und versuchen, etwas von dieser Froehlichkeit anzunehmen.

Kanada ist so richtig international. Offiziel ist das ganze Land zweisprachig, gelebt wird die Bilingualitaet allerdings nur in der oestlichen Provinz New Brunswick. Dennoch: Franzoesisch ist fuer alle Kanadier ab Ontario ostwaerts ein Kinderspiel, im Westen wird auch Spanisch zumindest in oeffentlichen Einrichtungen unterstuetzt (z.B. bei Durchsagen in Zuegen). Integration, wie wir sie in Oesterreich wahrscheinlich in hundert Jahren noch nicht haben ("...do koennt jo jeder kuman...").

Der Verkehr ist sehr gesittet, in den grossen Staedten ebenso wie in einsamen laendlichen Gegenden. Gehupt wird nicht, Ungeduld hinterm Steuer ist tabu. Das maximale Tempolimit ist auf den schnellsten Highways (und davon gibt es nicht allzuviele) fesche 110 kmh. Trotzdem passieren sehr viele Unfaelle, teilweise verherrend. Wir waren Zeuge von nicht nur einem Unfall. Ein brennendes Auto, eines am Dach liegend, ein sich im Graben befindliches. Ironisches Fazit: Das Manko an der gesitteten Fahrweise ist, dass viele nicht wirklich gut Auto fahren koennen, weil sie es im Normalfall nicht muessen.

Skurill auch das 4-Weg-Stopp-Tafel-System. Alle vier an einer Kreuzung muendenden Strassenteilnehmer haben eine Stopp-Tafel. Hat man sich daran erstmal gewoehnt, klappt das jedoch sehr gut. Es ist naemlich simpel, es funktioniet nach dem First-Come-First-Serve-Prinzip. Man kann in allen Provinzen, zumindest in jenen, die wir besucht haben, bei rot rechts abbiegen, so es der Verkehr zulaesst und nicht anders angeschrieben ist. Das Benzin ist billig, je nach Umrechnungskurs aehnlich guenstig wie in Australien, also etwa ein kanadischer Dollar. Nummernschilder sind nur hinten Pflicht, vorne muss gar nix oben stehen oder du schraubst dir ein Taferl deiner Wahl unter die Motorhaube. So wurden wir Zeugen von offenbar hier sehr populaeren EU-Schildern wie zum Beispiel von Schweden oder Portugal.

Europaeischer Fussball ist sehr populaer, auch wenn sich das in den Ergebnissen des kanadischen Nationalteams nicht widerspiegelt. Baseball uebertrumpft klar den American Football. Es gibt im ganzen Land unzaehlige Sports bars. Egal wo du einkaufst, es ist beinahe alles exklusive Umsatzsteuer angeschrieben. Kanadier haben gesetzlich nur zwei Wochen Anspruch auf bezahlten Urlaub. Unterbezahlte Jobs auf Tankstellen oder in Drug Stores durchaus auch gar keinen! "Dank" dieser Regelung sind viele auf Kurzurlaub, zumeist am Wochenende, angewiesen. Fuer uns als Reisende sehr gut, unter der Woche ist somit auch im Hochsommer deutlich weniger los. Manche Firmen zeigen sich aber grosszuegig und "runden" den Urlaubsanspruch durchaus auch mal ueber den gesetzlichen Anspruch auf.

Die Grossstaedte in Kanada sind sehr sicher, es gbit WI-FI-Spots an fast jeder Ecke gratis. Beim Campen ist ein Lagerfeuer Pflicht, sonst wirst du sofort als Europaeer entlarvt. Grosse, sogenannte "Big Rigs", also riesige und meist ueber 10 Meter lange Campingmobile, gibt es zwar, jedoch nicht so viele wie in den USA. Viele übernachten auch sehr gerne im Zelt. Gezahlt wird immer und ueberall mit Kreditkarte, Bargeld brauchst du fast nie.

Und so mussten wir Kanada und dessen Bewohnern doch den Ruecken kehren und wir folglich mehr als eine Traene unterdruecken. Aber versprochen: Wir kommen definitiv wieder!

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Praktisch war, dass die Einreise in die USA bereits in Kanada erfolgte. Die US-Immigration erledigt bereits in Kanada alle Formalitaeten - aber deshalb nicht weniger paranoid wohlgemerkt. Allerdings erspart dies lange Einreiseschlangen bei der Ankunft. Du bist also schon in die USA eingereist bevor du noch im Flugzeug sitzt. In New York landeten wir somit am Domestic Terminal und hatten keine Huerden mehr vor uns.

Zur Einstimmung auf New York ein waschechter "Buergermeister" - noch in Toronto am Gate gesichtet (Calle, unter Einsatz meines Lebens fotografiert!):

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Keine zwei Stunden spaeter erfolgte schliesslich der Landeanflug auf den "La Guardia Airport" im Herzen Queens:

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Lest mehr ueber unseren Aufenthalt im Big Apple - jene Stadt, die unsere Herzen im Sturm erobert hat - in unserer naechsten Geschichte. Wir jedenfalls staunen immer noch mit offenen Muendern ob dieser weltweit wohl unvergleichbaren und einzigartigen Metropole.

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Posted by NoUturners 15:47 Archived in Canada Comments (2)

New York City: Love at first sight!

New York, New York, UNITED STATES OF AMERICA

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Wie ist das nun wirklich, wenn man die letzten mehr als 8 Monate sehr viel in der Natur unterwegs war, viel gecampt hat, die Staedtebesuche waehrend der letzten Wochen sehr energieraubend waren und man unter diesen Umstaenden fuer 12 Tage und 11 Naechte ausgerechnet in New York City unterkommen muss? Erdrueckend? Zu laut? Zu viel Beton? Schliesslich hat uns ja schon das kleine, bunte und laute Staedtchen rund um die Niagara Falls so ueberhaupt nicht entzueckt. Und dennoch hatten wir sehr grosse Erwartungen an New York City. Wuerden diese nicht unter der Masse an Leuten, verrueckten Taxilenkern, ruecksichtslosen Radfahrern, den so schnelllebigen und unfreundlichen Grossstaedtern und den vielen tiefen und erdrueckenden Haeuserschluchten zusammenbrechen?

Wahrscheinlich waere es uns in jeder anderen Stadt auf der Welt so ergangen. Nicht so in New York City. Es war fuer uns beide Liebe auf den ersten Blick! Diese Stadt ist wohl die mit Abstand beeindruckendste auf unserer ganzen Reise. Muehelos hat sie es geschafft, die Herzen zweier mueder Reisender im Sturm zu erobern. Von der ersten Sekunde an, schon im Bus mit der Linie M60, mit Leuten vollgestopft, unsere riesigen Reiserucksaecke kaum unter Kontrolle bringend, haben wir die Fahrt vom La Guardia Airport (durch Queens und Teile Harlems - da war allein schon die Busfahrt abenteuerlich!) zu unserer Unterkunft, 526 West 122nd Street (zwischen Broadway und Amsterdam Avenue), genossen. Ein ueberraschend freundlicher Busfahrer und zwei sehr hilfsbereite New Yorker taten das uebrige fuer einen sensationellen Start in unser Abenteuer New York City.

Die Schluesseluebergabe fuer das bereits im vorhinein gemietete, aeusserst guenstige Appartment in ausgezeichneter Lage ging problemlos von statten. Da standen wir nun in "unserer" Wohnung, welche wir fuer die naechsten 11 Naechte unser Heim nennen durften und wo wir auch wieder in einer echten, eigenen Kueche kochen konnten. Fuer all jene unter euch, die schon mal in New York waren oder sich hier aus anderen Gruenden gut auskennen: Die Wohnung liegt in Manhattan, nordwestlich des Central Parks, suedlich von Harlem, gleich neben der Columbia University. Anbindung ans Metro-Netz hat man mit der roten Metro-Linie 1 (die Station heisst "116th Street/Columbia University"), die dich in 20 Minuten direkt zum Times Square, das "Quasi-Zentrum" Manhattans, bringt.

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New York kennt eh jeder irgendwie. Selbst erlebt oder zumindest von Fotos oder zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen. Wir wollen euch daher nicht mit lang(weilig)en Geschichten unserer Stadterkundung zumuellen. Einfach "ein paar Bilder" davon, wie wir diese Stadt gesehen, erlebt und geliebt haben - chronologisch unsortiert. Das Wetter, uebrigens, war die drei ersten Tage bewoelkt, durchaus angenehm kuehl (a bisserl ueber 20 Grad) mit klarer Luft und zumeist nur kurzen Regenperioden. Danach wurde es taeglich waermer, bis auch wir schliesslich Zeugen des gefuerchteten New Yorker Augusts wurden, mit heissen Temperaturen über 35 Grad.

Die groesste Ueberraschung ereilte uns bereits zum Dinner am zweiten Abend. Wir waren bei Steffi, Oberpullendorferin im Big Apple (!) und ihrem Freund Dennis eingeladen, vermittelt uber Margits Freundin - die Heino. Und eben diese hat uns, kurz nachdem wir in der wunderschoenen, neuen Wohnung mitten in Williamsburg im Stadtteil Brooklyn angekommen waren, mit ihrer Anwesenheit ueberrascht. Gemeinsam haben wir einen sehr lustigen Abend verbracht und tatsaechlich noch waehrend unserer Reise Besuch aus der Heimat bekommen. Damit haben wir nicht mehr gerechnet. Vielen Dank, liebe Heino.

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Und da wir schon beim Heimatbezug sind. Meine Cousinen Kathi und Julia sowie deren Freunde Simon bzw. Peter waren zufaellig ebenfalls zur gleichen Zeit in New York City unterwegs. Das wussten wir zwar, aber wie es das Schicksal will, sind wir einander ungeplant und rein zufaellig ausgerechnet am komplett ueberlaufenen Times Square ueber den Weg gelaufen und haben uns gleich mal ein paar Glaserln Bier gegoennt (das Treffen wurde gleich am naechsten Morgen - jedoch ohne Bier - fortgesetzt).

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Wo wir zufaellig schon beim Times Square sind: Ein faszinierender Platz ueberfuellt mit Menschen, uebersaettigt mit vor allem elektronisch ueberdimensional blinkenden und leuchtenden Werbeplakaten. Dekadenz und Kommerz pur, aber du kriegst den Mund vor lauter Staunen nicht mehr zu.

Bei Tag...

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...wie bei Nacht (noch viel beeindruckender):

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Auch die Broadway- und Unterhaltungsszene befindet sich hier:

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Margit und Nicole (also die Heino) haben sich "Phantom der Oper" gegeben:

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Ich war derweil im Kino und habe mir den Film "The Other Guys" (mit Will Ferell und Mark Whalberg) angesehen, eine nicht wirklich ueberzeugende Parodie auf Polizistenfilme. Dennoch war es fuer mich ein faszinierendes Erlebnis. Die Handlung spielt naemlich in New York City und das Publikum ging richtig mit - es wurde mitkommentiert, gejohlt, gejubelt und geklatscht. Auch das muss man mal erlebt haben.

Die beruehmten gelben Taxis, das seit 9/11 sehr populaere Fire Department NY (sogar mit eigenem Shop!) und viele Polizeiautos des NYPD bevoelkern die Strassen.

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Der Gang ueber die Brooklyn Bridge von Brooklyn nach Manhattan: Viele Radfahrer, viele Fussgaenger und verdammt eng - aber fantastische Ausblicke:

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Empfehlenswert die Fahrt mit der kostenlosen (!) Faehre nach Staten Island. Da erspart man sich die unnoetige und ueberteuerte Faehre zur Statue of Liberty - man faehrt direkt daran vorbei.

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Das Shoppingparadies SoHo (was "South of Houston" bedeutet, wobei die "Houston Street" jene Strasse ist, die suedlich des Union Square den Broadway teilt - das hat euch jetzt ganz sicher brennend interessiert), wo auch wir zugeschlagen haben. Es war hoechste Zeit fuer neue Klamotten und wo, bitteschoen, wenn nicht in SoHo:

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Auch ein Ausflug in den Central Park war Pflicht:

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Es war Sonntag, es wurde viel Sport betrieben (uebrigens: in New York City muss man die typisch fettleibigen Amerikaner mit der Lupe suchen!)...

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...wir selbst haben uns der Gemuetlichkeit gewidmet:

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Und auch abends ist der Central Park sehr ansprechend. Zuerst haben wir uns mit tausend anderen im Freiluftkino Woody Allans Meisterwerk "Manhattan" angesehen...

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...danach den Blick auf die naechtliche Skyline genossen...

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...abgerundet mit einer Runde Bier (amerikanisches leider, aber bald gibt es ja wieder ein ehrliches Ottakringer!) auf einer echten New Yorker Dachterrasse:

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Faszinierend in New York sind nicht so sehr die eher bekannten und beruehmenten Gebaeude und Plaetze (die wir natuerlich trotzdem fotografieren mussten)...

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...sondern die vielen unterschiedlichen Fassaden von ganz normalen (Hoch)Haeusern, nicht so bekannten Gebaeuden oder Plaetzen:

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Sehr gross aber unspektakulaer ist Ground Zero (jedoch abgeriegelt wie ein Hochsicherheitstrakt)...

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... die Wall Street hingegen ist sehr klein, dafuer aber protzig:

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Sind es euch schon ein bisserl zu viele Fotos und zu wenig abenteuerliche Geschichten? Das koennen wir verstehen, aber wir koennen New York sehr schlecht in Worte fassen. Diese Stadt musst du selbst erleben, einatmen und spueren. Am besten, wenn du das Touristenprogramm fuer einen Tag sausen laesst und du dir in aller Ruhe das Strassenleben zu Gemuete fuehrst.

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Und da waere noch das komplett ueberaltete aber saubere, sehr sichere und rund um die Uhr, 24/7 sozusagen, im Einsatz befindliche Metro-System. Die Metro ist des oefteren recht lahm unterwegs und hat auch oft Verspaetungen, macht das aber mit ihrem Charme und dem perfekten System locker wieder wett. Wenn die Air Condition nicht funktioniert, ist sie allerdings ein einziger Backofen. Ueber die sommerliche Hitze in Wiens U-Bahnen koennen wir fortan nur noch milde laecheln. Die Ansage der Stationen erfolgt "live" direkt vom Fahrer und ist in der Regel komplett unverstaendlich und daher besonders amuesant. Zumeist lateinamerikanische Musiker aber auch schwarze Gospelsaenger, die fuer eine Spende in den Zuegen musizieren, beleben die Stimmung. Einziges wirklich grosses Manko der Metro: Sie ist nicht annaehernd behindertengerecht - es gibt in den meisten Stationen fast nur Stiegen und nur wenige oder schlecht erreichbare Rolltreppen oder Aufzuege.

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Skurille oder sonst irgendwie andere Eindruecke und Auffaelligkeiten:

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(Handvergleich mit Shaquille O'Neill im weltweit groessten NBA-Store!)

Und es waere kein typischer Eintrag, wuerden wir (also eigentlich ich) zum Abschluss des Eintrags nicht doch noch ein paar Worte verlieren. Die Stadt ist voller Touristen, ueberall eigentlich. Aber man findet, wenn man will, auch ruhige Oasen. Obwohl es sehr lebendig ist und ein durchaus hektisches Bild abgibt, so haben wir New York City weder als schnelllebig noch als zu schrill erlebt. Manchmal geht es am Gehsteig sogar ein bisserl zu "zach" dahin. Den Eindruck, dass New York teuer ist, haben wir auch nicht gehabt. Allerdings waren wir mit der sehr guenstigen Wohnung und der damit verbundenen Tatsache, Selbstversorger zu sein, sehr gut bedient.

Der Verkehr kommt selbstverstaendlich nicht ohne Hupkonzerte aus, aber er ist gesittet und geordnet und erfuellt unserer Erfahrung nach nicht das Klischee des New Yorker Verkehrschaos. Wirklich weiter kommt man durch die verstopften Strassen allerdings nicht, das ist wohl das groesste Manko am hiesigen Autoverkehr. Den selbst geschaffenen Ruf, jene Stadt zu sein, die niemals schlaeft, kann die Realitaet nicht ganz erfuellen. Es gibt durchaus Plaetze und Geschaefte, die die ganze Nacht belebt sind und geoeffnet haben, aber in den meisten Gegenden Manhattans wird es auch am Wochenende ab 2 Uhr Frueh sehr ruhig und leer auf den Strassen (Ja, wir haben auch das selbstlos fuer euch getestet!).

Das typisch amerikanisch schachbrettartig angelegte Strassennetz ist leicht durchschaubar und empfanden wir daher als sehr angenehm. Als Oesterreicher koennte man jetzt behaupten: "Aber nicht so charmant wie die netten, kleinen Gasserln in Wien." Stimmt nicht, es ist anders charmant, es hat beides seinen Reiz. Und die Stadt ist sicher, zumindest so sicher wie andere als sicher geltende Staedte. Die Polizeipraesenz ist hoch und die Polizisten unserer Erfahrug nach grundsaetzlich viel freundlicher als ihr Ruf. Das gilt auch fuer die New Yorker selbst, die wir als hilfsbereit und freundlich erlebt haben. Nur im Servicesektor, egal ob oeffentlich oder privat, koennten fast alle eine Schulung gebrauchen. Das geht, man kann es fast nicht glauben, sogar in Wien freundlicher.

Es gibt noch hundertausend andere kleine Dinge, die New York City zu dem machen was es ist und wofuer in diesem Eintrag kein Platz mehr ist und womit wir euch nicht mehr langweilen wollen. Und ausserdem, und ich wiederhole mich, muss man diese Stadt ganz einfach selbst erleben und erforschen. Abschliessend noch das wohl groesste Manko von New York City: Sie liegt auf US-amerikanischem Boden und ist daher bei der Erfuellung von Bundesgesetzen genauso paranoid wie der Rest des Landes und vergisst vor lauter verwirrender Sicherheitsauflagen komplett auf ordentliche Organisation und Kundenservice. Das beste Beispiel dafuer war der Besuch bei den US Open 2010. Dass der Erwerb und das Abholen der Tickets sowie der "Bag Check" und das unfreundliche Personal aber schliesslich die einzigen laestigen Huerden waren und mit dem Eintauchen in die grosse Tenniswelt (garniert mit oesterreichischer Adabei-Prominenz, jaja) fuer uns beide ein riesiger Traum in Erfuellung ging, koennt ihr im naechsten Eintrag nachlesen.

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Posted by NoUturners 19:10 Archived in USA Comments (8)

The US Open (You can do better, Uncle Sam!)

New York, New York, UNITED STATES OF AMERICA

sunny 35 °C
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Wie versprochen melden wir uns vom US-Open-Tennisturnier, eines der vier Grand-Slam-Turniere, das zweite auf unserer Reise nach den Australian Open in Melbourne Mitte Jaenner. Gespielt wird im New Yorker Stadtteil Queens, genauer gesagt im Billie Jean King Tennis-Center, gelegen in der riesigen Parkanlage Flushing Meadows nahe des La Guardia International Airports.

Werbung dafuer findet man ueberall in New York, auch auf vielen Taxi-Daechern:

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Wir wissen, die Geschichten rund um das Turnier wird nicht sehr viele Personen unserer geschaetzten Leserschaft vom Hocker reissen, aber erstens einmal bedienen wir in unserem Blog auch Minderheiten und zweitens ist es ja fuer uns selbst ein beeindruckendes Ereignis gewesen. Allen, die eventuell ueberlegen, jetzt gar nicht erst weiterzulesen, moegen wir zu bedenken geben: Wir haben auch oesterreichische (Halb)Prominenz gesichtet! (Die hier in New York unerkannt genauso herumstolpert wie wir auch.)

Beginnen wir am besten ganz von vorne. Bereits eine Woche davor, also zeitlich eigentlich in den vorigen Eintrag passend, war ich bei der Qualifikation fuer den Hauptbewerb der US Open. Der Eintritt war frei, es war zwar doch bereits einiges los, aber das Gelaende gross genug, um es doch wieder recht leer aussehen zu lassen.

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Die Sicherheitskontrollen sind bereits in der Qualifikation absurder als man das als geplagter USA-Reisender ohnehin schon erlebt. Alle Taschen muessen durchsucht werden - nur Rucksaecke nicht. Ganz egal wie gross, dick oder schwer sie sind, diese werden erst gar nicht einer Kontrolle unterzogen und muessen ohne Widerrede abgegeben werden - und dies natuerlich nicht gratis. Kostenpunkt: 5 US-Dollar - ein Schnaeppchen. Aber es wird noch daemlicher: Du darfst naemlich alles ins Gelaende mitnehmen, was im Rucksack drinnen ist, sofern du es tragen kannst. Also auch meine (eventuell mit Fluessigsprengstoff befuellte, wer weiss?) Wasserflasche, die witzigerweise genauso wenig untersucht wird wie meine zahlreichen Hosentaschen (in denen durchaus Waffen Platz haetten).

A pro pos: Dass es verboten ist, legale Waffen irgendwohin mitzufuehren, kann man ja noch verstehen. Aber eine typisch amerikanische Absurditaet ist das extra ausgeschilderte Verbot, illegale Waffen mitzufuehren. Fehlt nur noch, dass man Toten unter Androhung der Todesstrafe explizit untersagt, Selbstmord zu begehen. Und wenn wir schon dabei sind: In der New Yorker U-Bahn ist es unter Androhung von hohen Strafen verboten, Spielzeugpistolen durch Praeparierung wie echte aussehen zu lassen und auch umgekehrt - also echte Pistolen wie Spielzeugpistolen erscheinen zu lassen. Uncle Sam is indeed paranoid!

Egal, genug gewundert und gelaestert. Schliesslich war ich da, um ein bisserl Tennisluft zu schnuppern. Nicht nur konnte ich Alex Peya (leider verloren) und Tamira Paszek (hat endlich drastisch abgenommen und ihre Partie gewonnen!) auf einem Nebenplatz direkt aus Reihe 1 bei ihren Qualifikationsspielen zusehen...

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...sondern auch grossen Kalibern wir Ivan Ljubicic, Gael Monfils, Andy Murray und Juan Monaco beim Training auf den Schlaeger schauen:

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Interessant auch diese Dame aus Ungarn (Hammerwerferin gewesen in der Jugend?). Hat "ueberraschend" in Runde 1 mit 1:6 und 0:6 verloren.

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Es war ein netter Donnerstag-Nachmittag, wie gesagt bereits in der Woche zuvor. Das Turnier selbst startete erst am Montag darauf, wir schliessen zeitlich also wieder an den Beginn des Berichts an. Da war schon "ein bisserl mehr" los als bei der Qualifikation. Die Karten hatten wir online bestellt und mussten "nur noch" abgeholt werden. Aber auch dabei stellen sich die Amerikaner ziemlich bloed an. Wenn man sich derart auf die ueberall lauernden Feinde versteift, vergisst man ganz, dass man ja eigentlich ein massiv grosses Event organisieren muss und auch zahlende Kunden hat. Ruede, unfreundlich und resch wird jede Bitte als Kommando formuliert - es koennte ja jeder Einzelne ein potenzieller boeser Terrorist sein. Aber immerhin gleichberechtigt: Blonde genauso wie dunkelhaarige, so fair sind sie schon die Sicherheitskräfte. Nach "nur" etwas mehr als einer Stunde Wartezeit an den komplett unterbesetzten Kassen konnten wir endlich aufs Gelaende. Wir hatten gemeinsam mit unseren Ende Jaenner in Adelaide gewonnenen Schweizer Freunden Sandra und Christoph den gesamten Tag vor uns - gespickt mit ueberraschenden und faszinierenden Begegnungen. Seht es einfach auch ein bisserl unter dem Gesichtspunkt "Sportfotografie".

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Der junge Oesterreicher Haider-Maurer verlor nach hartem Kampf gegen Robin Soederling, die Nummer 5 der Welt:

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Juergen Melzer spielte schlecht, gewann trotzdem, ebenfalls in fuenf Saetzen:

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Sein Betreuerstab, seine Muse Mirna und die Margit hautnah in Reihe 1:

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Und zwei Reihen hinter uns hat sich ein sehr zurueckhaltender Viktor Gernot, seineszeichen passionierter aber schwer limitierter Tennisspieler, auch ein Bild vom Geschehen gemacht:

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Nie wirklich bekannt oder gar populaer. Armer, abgehalfteter ORF-Tennisreporter Andreas Du-Rieux war auch anwesend . Und er konnte sogar eine Akkreditierung vorweisen, obwohl er deutlich sichtbar rein privat anwesend war:

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Der einzige verbliebene US-Amerikaner in den Top Ten, Andy Roddick bei der letzten Nachmittagspartie im Arthur Ashe Stadium:

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Nach diesem Match sind wir zu den Trainingsplaetzen gegangen, wo sich Roger Federer fuer sein Abendmatch eingeschlagen hat:

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Neugieriger Zaungast:

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Danach hat er ein paar Autogramme gegeben. Margit war schwer nervoes und warf sich nach der Trainingseinheit mit zig anderen Groupies an die Absperrung und wartete auf Koenig Roger. Das Foto ist daher der Aufregung und Hysterie entsprechend verwackelt (ich selbst beobachtete dezent aber dennoch mit gutem Blick im Hintergrund):

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Waehrenddessen hatte sich der ehemalige Tennisruepel und mittlerweile als TV-Kommentator arbeitende John McEnroe unerkannt herangeschlichen und stand keinen Meter von mir entfernt. Und wo ist die Kamera? Bei Margit im Getuemel um Roger. Na super, das war DIE Chance, mit Big Mac auf ein Foto zu kommen! Aber alles geht eben nicht. Schliesslich gelang uns noch ein aus der Ferne geschossenes, deutlich unscharfes Foto, welches sich nur der Vollstaendigkeit halber und aus Dokumentationgruenden in diesem Eintrag wiederfindet. Der Kerl ist sehr gross und ergraut, jedoch immer noch schlank wie zu seiner aktiven Zeit. Hut ab!

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Danach haben wir uns alle im Hauptstadion "Arthur Ashe" die Eroeffnungsshow mit Gloria Estefan und die von einem 12-jaehrigen Buben gesungene amerikanische Hymne "Star Spangled Banner" gegoennt:

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Und schliesslich war es soweit. Vom letzten Rang aus, den billigsten Plaetzen also, haben wir zu viert den Auftritt von Federer gegen den armen Argentinier Brian Dabul genossen, der komplett ueberfahren wird:

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Uebrigens, Thierry Henry war Ehrengast in Federers Box :

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Die Partie war dermassen einseitig, dass durchaus das halbe Stadion weggeschnarcht waere, wenn Federer mit seinem Paradeschlag durch die Beine (als Winner gespielt, bitteschoen!) nicht alle wieder aus ihrer Lethargie gerissen haette.

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Am zweiten Tag hatten wir nur Tickets fuer die Night Session, sind also erst am fruehen Abend zum Gelaende gekommen. Zunaechst auf den Nebenplaetzen ein bisserl bei "Enfant terrible" David Nalbandian reinschnuppern...

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...und auch bei einem grad im Gang befindlichen Doppel:

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Danach hatte Rafael Nadal seinen grossen Auftritt. Er hat gegen den Russen Gabashvili doch deutlich laenger gebraucht als Roger Federer am Vortag. Dafuer war diese Begegnung etwas spannender, das Publikum aktiver bei der Sache:

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Danach war schluss und fuer uns gingen zwei Tage US Open zu Ende, die uns sehr beeindruckt haben. Auch wenn die Amerikaner, ihrem Naturell entsprechend, immer wieder versucht haben, kuenstlich Stimmung zu erzeugen, war die Atmosphaere in Melbourne schoener und die Organisation um Klassen besser. Aber wir haben die Tennisszene hier viel intensiver erlebt als in Melbourne, ausserdem war das Wetter schöner. Und wir konnten das Turnier in New York gemeinsam mit Sandra und Christoph erleben, was uns eine wirklich grosse Freude war. Kommt ebenfalls gut retour! Wir sehen uns hoffentlich bald wieder - wo auch immer!

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Abschliessend noch verschiedene Eindruecke und Ausblicke in und rund um das Gelaende...

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(in der "modernen" USA werden die Ergebnisse auf der Anzeigetafel noch haendisch eingetragen!)

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(Gleich gegenueber das Baseballstadion der New York Mets)

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(Junge Amerikanerin mit Fussball-Stutzen, es hatte eh "nur" 35 Grad im Schatten!)

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(Mats Wilander und Babsi Schett kommentieren fuer Eurosport)

...und ein paar restliche Bilder von New York, die wir an den beiden verbliebenen Tagen bis zu unserer Abreise noch gemacht haben:

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(ein sehr haeufig gesehenes Bild: Riesiger Feuerwehr-, Polizei- und Rettungseinsatz wegen einer Nichtigkeit!)

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Zwei Tage spaeter hiess es auch schon wieder, sich von New York zu verabschieden. Ganze elf Naechte haben wir gestaunt, gelacht, gelebt, genossen. Diese Stadt zu verlassen, fiel uns nicht leicht. Mit dem Abschied aus New York City auch die USA hinter uns zu lassen, fiel uns schon deutlich leichter. Eine kleine Rueckschau auf ein Land, das mit zahlreichen Naturschoenheiten und auch sehr freundlichen und hilfsbereiten Menschen aufwartet, bei uns aber den wohl schwaechsten Gesamteindruck aller von uns bereisten Laender hinterlassen hat.

Die USA kennt doch jeder irgendwie ganz gut, zumindest den Ruf und einige Klischees. Und leider erfuellen sie eben diese mit "Bravour". Es ist diesem Land in 8 Jahren Bush-Administration tatsaechlich gelungen, ein sehr unangenehmes Klima zu schaffen, zumindest bei der Einreise. Und diese haben wir durch unseren Zick-Zack-Kurs USA-Kanada-USA-Kanada-USA-Kanada-USA (stimmt genau so!) des oefteren ueber uns ergehen lassen muessen. Personen, die im Sicherheitswesen arbeiten, sind ganz besonders ruede im Umgangston ("Sir, can you step aside - PLEASE!!!"), unfreundlich, arrogant und organisatorisch des oefteren komplett unbeholfen. Einsaetze von Polizei-, Rettung- und Feuerwehr wirken oft uebertrieben und nervoes - zumeist "viel Laerm um nichts". "Common Sense" - what's that? Never heard of it! Mit Hoffnung und Ironie hingegen reagiert der Normalbuerger. Das T-Shirt eines New Yorkers sagt alles: "I survived 8 years of Bush Administration". Aber sie haben die wohl schoenste Hymne der Welt, kein Wunder, dass der Patriotismus so extrem ausgepraegt ist. Die Kanadier jedenfalls sind das krasse Gegenteil der USA und ein gutes Beispiel dafuer, wie unkompliziert es in Nordamerika auch gehen kann.

Dafuer klappt das Multikulti-Leben in den grossen Staedten einwandfrei. Sehr vieles wird neben Englisch auch in Spanisch angeschrieben oder durchgesagt. Alles rund um den Verkehr entnehmt bitte dem Kanada-Abschiedseintrag, das kann exakt uebernommen werden. Allerdings wird in Gallonen und Meilen anstatt in Litern und Kilometern gerechnet. Benzin ist fast geschenkt, fuer runtergerechnet einen Liter zahlt man (je nach Bundesstaat - im Osten billiger als im Westen) zwischen 60 und 70 Dollar-Cent. Die Besteuerung auf Zigaraetten ist enorm, ein Packerl kostet bis zu 12 Dollar!!!

Amerikanisches Bier ist sowieso schon schlimm genug, in der Light Version de facto nicht mehr ertraeglich. Vor allem Bud und Heineken sind besseres Spuelwasser. Einige der vielen kleinen, lokalen Privatbrauerein heben sich jedoch wohltuend von den landesweit erhaeltlichen Biermarken ab. Wie auch in Kanada klappt das Rauchverbot in Lokalen und auf oeffentlichen Plaetzen bestens! Burger und Fries regieren, somit auch die Fettleibigkeit, die leider kein Klischee ist. In den grossen Staedten ist das etwas anders, da findet man kaum uebermaessig dicke Leute. Sport ist omnipraesent, aber am liebsten passiv. Das spiegelt sich auch in der inflationaer hohen Anzahl an Sports Bars wider. Baseball und American Football duellieren sich an der Spitze um den Nationalsport Nummer eins. Eben diese beiden Sportarten werden auch in oeffentlichen Parks am meisten gespielt. Aber auch europaeischer Fussball ist da sehr angesagt.

Fast alles ist exkl. VAT (MwSt) ausgeschrieben. Daran gewoehnt man sich auch nach einem laengeren Aufenthalt schwer. Mit Kreditkarte kannst du problemlos wirklich jeden kleinen Schmarren bezahlen. Gratis WI-FI-Spots findest du ueberall. Wie auch in Kanada ist der gesetzliche Urlaub nur 2 Wochen, daher ist auch im Hochsommer "nur" am WE auch wirklich viel los. Beim Campen ist fuer einen Amerikaner ein Lagerfeuer Pflicht. Nicht jeder hat ein Campingmobil, viele durchaus auch aeltere Personen, zelten auch.

Das Klischee, dass Amerikaner prinzipiell ungebildet sind, koennen wir jedoch nicht bestaetigen. Sie sind sogar sehr neugierig und fragen auch wissbegierig nach, wenn sie doch nicht so genau wissen, wo Oesterreich liegt. Spaetestens bei "Sound of Music" klingelt es bei fast allen. Liebes Amerika, wir hatten eine sehr schoene Zeit hier und wir haben hier viele nette Leute getroffen und neue Freunde gefunden. Aber du hast ein echtes Problem, wir hoffen, du kriegst das hin.

Gut, also zurueck nach New York. Nachdem wir hier doch einige erfolgreiche Shoppingeinheiten absolviert hatten, kam auch meine einzige kurze Hose, die ich auf der Reise mit hatte, zum Muell. Eigentlich handelte es sich dabei um eine lange welchige, bei der die "Wadeln" abgezippt werden konnten. Und eben diese hatte ich auf der ganzen Reise aber nie angezippt, ich habe diese Hose also immer nur als kurze getragen: Ja, der obere und untere Teil hatten vor der Reise dieselbe Farbe:

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Auf den John F. Kennedy International Airport sind wir mit der Metro gefahren, (hat eh "nur" 90 Minuten gedauert), ist aber im Vergleich zum Taxi (ca. 50 Dollar) geschenkt: Nur 2,25 Dollar (die in unserem 14 Days Unlimited Ticket ohnehin inkludiert waren). Die Station, von der wir weggefahren sind, liegt in Harlem und faehrt da oberirdisch. Hier sieht man ganz besonders gut wie alt die Metro eigentlich wirklich ist.

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Und gar nicht so lange Zeit spaeter sassen wir schon im Flugzeug nach London Heathrow. Und es war gut, dass wir London noch vor unserer Rueckkehr eingebaut haben. Von New York aus haetten wir auf keinen Fall heimkehren koennen, zu viele Eindruecke hatten wir immer noch zu verarbeiten. So musste eben London als "Puffer" herhalten. Sehr spektakulaer wurden die kommenden vier Tage nicht, aber sie haben uns perfekt auf die Heimkehr vorbereitet.

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London (back on the old continent)

London, England, UNITED KINGDOM

semi-overcast 21 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Eine schlaflose aber durchaus kurzweilige Nacht ueber dem Atlantik von New York City nach London spaeter, sassen wir bereits in der beruehmten, trotz ihres Alters sehr modernen und sauberen Londoner Underground, der "Tube", auf dem Weg von Heathrow zum Earl's Court am Uebergang von Kensington nach Chelsea. Da wo wir die naechsten vier Naechte verbringen wuerden, bevor wir der grossen, weiten Welt endgueltig Lebewohl sagen mussten und nach knapp neun Monaten nachhause zurueckkehren wuerden. Die Einreise in ein Land war seit langer Zeit wieder kurz und unkompliziert, vermittelte daher ein sehr positives Gefuehl von Heimat. Wenn du als EU-Buerger zurueck in die EU kommst, auch wenn es "nur" das United Kingdom ist, schaetzt du die EU als deine Heimat: Du bist willkommen und dies noch dazu huerdenlos! Das United Kingdom, und somit die gesamte Europaeische Union ist das einzige Land (bzw. in diesem Fall die einzige Staatenunion) unserer Reise, in die einheimische Buerger bei deren Rueckkehr keine laestigen Einreise- oder Zollformulare ausfuellen muessen (Australien, USA, Kanada und auch alle von uns bereisten suedamerikanischen Laender verlangen auch von ihren eigenen Staatsbuergern das Ausfuellen diverser Formulare bei der Heimkehr)!

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Genug gequatscht, dieser Eintrag soll genau das widerspiegeln, was unser London-Aufenthalt fuer uns auch war: Ein komplett unspektakulaeres Herantasten an die Heimat. Das Verarbeiten vor allem der Eindruecke der letzten Wochen, ohne sich schon mit der Heimat auseinandersetzen zu muessen. London war somit ein dankbares "Bauernopfer" unserer beider Seelenlandschaft, was aber wiederum nicht so schlimm war, schliesslich waren wir beide schon oefters hier auf Besuch. London kann im Vergleich mit New York natuerlich nicht mithalten, ist aber sicher Europas internationalste Stadt und die mit Abstand teuerste auf unserer gesamten Reise. Indisch staemmige Leute praegen neben den immer noch sehr formell gekleideten britischen Geschaeftsleuten das Strassenbild. Und sehr viele Franzosen arbeiten hier - vor allem im Gastgewerbe. Pubs sind komplett rauchfrei und auch unter der Woche gesteckt voll mit zahlender Kundschaft. Das Bier fliesst in Stroemen. Von wegen "durchs Rauchverbot gehen die armen Wirt'n zugrund'.

Bilder von einer Stadt, die wir alle (also ihr und wir) durchaus schon gut kennen und deshalb nicht mehr grossartig erklaeren muessen:

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Kensington Gardens bevoelkert von den verschiedensten Vogelarten:

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Das Wetter brachte zwar nur an den beiden ersten Tagen Sonnenschein, aber Niederschlag hat es uns nicht einmal im traditionell verregneten London gebracht. Was haben wir nun so gemacht? Wie schon gesagt, nix wirklich Spannendes. Wir waren in Pubs, in Cafés, sind im Hyde Park herumgelegen, waren im Kino, haben uns mit White Russians betrunken, waren entgegen unserer bisher gelebten Reisephilosophie auch oefter in Lokalen essen und haben versucht, so gut wie moeglich zu entspannen:

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Dass wir einmal das Bed and Breakfast wechseln mussten (vom Windsor House ins nahe gelegene Chelsea House), weil es uns nicht gelungen ist, vier Naechte in ein- und derselben Unterkunft zu buchen, findet wohl nur deshalb eine Erwaehnung, weil es das "aufregendste" war, von dem wir berichten koennen (abgesehen vom Jet Lag, der uns die beiden ersten Naechte den Schlaf geraubt hat). Mehr war nicht mehr drinnen.

Und schliesslich das Unvermeidliche: Der letzte Abend, der drohende Heimflug am folgenden Tag. Und ploetzlich kam entgegen dem restlichen London-Aufenthalt doch noch einmal richtig Spannung auf. Konnten wir in der letzten Nacht ueberhaupt noch schlafen? Wie wuerde das Wiedersehen mit unseren Lieben, von uns Zurueckgelassenen, sein? Zu diesem Zeitpunkt wissen wir das selbst noch nicht - denn eben diesen Eintrag, also jenen, den ihr gerade lest, stellen wir "in Echtzeit", eine Nacht vor dem Abreisetag online.

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Bleibt dran - ihr habt es so gut wie ueberstanden: Der naechste Eintrag, unsere Rueckkehr betreffend, wird auch der definitiv letzte und somit wohl wehmuetigste unserer gesamten Reise sein. Es waere schoen, wuerdet ihr uns dabei noch ein allerletztes Mal begleiten.

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Posted by NoUturners 11:53 Archived in United Kingdom Comments (5)

Das Ende / The end / El fin / Le fin

London, England, UNITED KINGDOM | Vienna, Vienna, AUSTRIA | Ruprechtshofen, Lower Austria, AUSTRIA

rain 18 °C
View Map: No U turn on NoUturners's travel map.

Da hatten wir, wie bereits im letzten Eintrag geschildert, vier Tage lang einen wenig aufregenden Aufenthalt in London erlebt und just am Abreisetag, dann wenn alles eigentlich schon gegessen haette sein sollen, wurde es auf einmal doch wieder spannend. Geschlafen hatten wir eher mittelpraechtig, die Gedanken an die Rueckkehr waren zugegebenermassen sehr aufwuehlend. Schliesslich wurde es doch Morgen, das Fruehstueck puenktlich eingenommen und wir brachen viel zu frueh auf zum Flughafen London Heathrow.

Und gut war es! Denn: Die Londoner U-Bahn hatte gestreikt. Umstaendlich mussten wir mit den komplett ueberfuellten Bussen im morgendlichen Londoner Berufsverkehr zur Paddington Station fahren. Nie wieder Bus fahren in London! Am Bahnhof angekommen war alles schon ein bisserl knapp mit der Zeit. Daher nahmen wir statt der normalen Bahn den Heathrow Express. Viel schneller (was für uns ja entscheidend war) aber leider doppelt so teuer. Kauft man die Tickets so wie wir im Zug (weil man es eben eilig hat) kommen sogar nochmals fuenf Pfund Aufschlag drauf!

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Am Flughafen angekommen, wollten wir uns das Guthaben auf unserer Oyster-Card (so eine Art Universal-Ticket fuer so ziemlich den gesamten oeffentlichen Londoner Verkehr) auszahlen lassen. Normalerweise kein Problem und auch ueblich, aber da in der U-Bahn generell gestreikt wurde, ging das ausgerechnet heute auch nicht. Ironie am Ende: Unser Flug hatte ohnehin so viel Verspaetung (wegen eines Streiks in Frankreich, aber das ist jetzt zu kompliziert zu erklaeren), dass wir auch zu Fuss nach Heathrow haetten gehen koennen (ned wirklich, aber sagen wir halt mal so). Gut, eh wurscht. So hatten wir wenigstens viel Zeit, um auf dem Flughafen ein paar abschliessende Fotos unserer Reise zu machen. Nostalgie pur - es handelte sich nämlich um genau denselben Terminal, in dem wir beide bei unsere Abreise im Dezember des Vorjahres auf unseren Anschlussflug nach Sydney gewartet hatten.

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(Geniale Idee: Hier können alle unter einem Dach beten - jeder zu seinem einzigen Gott natürlich!)

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(Ob es hier auch Sicherheitskontrollen gibt?)

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Im Flugzeug haben wir seltsame und lang nicht mehr gesehene Gestalten gesichtet, naemlich Oesterreicher. Konkret: Eine steirische Familie, wie sie im Klischee-Buche steht. Sie wollte so aussehen wie Victoria Beckham, gelungen ist es ihr aber maximal mit ihrem zickigen Verhalten - allerdings im "charmant" bellenden, steirischen Dialekt. Da wussten wir: Willkommen zurueck im Lande! Und auch mit einer neben mir schlafenden japanischen Touristin haben wir uns eine Gaudi, sprich: ein witziges Foto, gemacht:

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Den Rest des Fluges haben wir uns mit Rotwein betrunken (um die naeher rueckende Ankunft so wuerdevoll wie moeglich unter Kontrolle zu bringen):

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Schliesslich hat der Kapitaen seine Aufgabe vollzogen und das Flugzeug sicher auf oesterreichischem Boden aufgesetzt. Und dann ging uns alles viel zu rasch. Das Gepäck war schneller da als erwartet und wir standen nun "ready to return back home" kurz vor dem Eintritt in die Ankunftshalle . Noch einmal tief Luft geholt und ein allerletztes "Reisefoto" gemacht.

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Wovon wir nichts wussten: Draußen in der Ankunftshalle hatte sich derweil eine illustre Delegation versammelt - unser Empfangskomitee:

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Zur gleichen Zeit, noch immer drinnen, wussten wir: Hinauszoegern brachte nix mehr, wir schritten also durch die Schiebetueren in die Ankunftshalle und es wurde emotional. Fuer alle harten Hunde, die Traenen vergiesende Maenner doof finden, erklaeren wir diesen Eintrag als beendet. Fuer alle anderen lassen wir einfach die Bilder sprechen. Bilder von einer Rueckkehr, die trotz fehlenden Heimwehs der beiden Hauptprotagonisten sehr schoen und wie bereits erwaehnt sehr emotional war.

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Danach wurde im Herzen Ottakrings noch ein bisschen die Rueckkehr gefeiert. Auch hier wieder eine ganze Menge Fotos. Auch deshalb, weil sich hier sicher viel Leute wieder finden und diese Fotos auch noch nicht kennen.

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An dieser Stelle ein herzliches Dankeschoen an ALLE am Flughafen Anwesenden fuer den sensationellen Empfang in Wien Schwechat und im Speziellen an die Oma und die Eltern fuer die Verkoestigung mit oesterreichischer Speis und Trank und der Heino und Sandy fuer die Organisation.

Einen Tag spaeter besuchte Margit schliesslich auch noch ihre Familie und ganz besonders ihre Mama, die nicht zum Flughafen kommen konnte.

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Somit war unsere Reise offiiziell wie auch inoffiziell beendet. Aber die Erinnerungen schwirren noch sehr lebhaft in unseren Koepfen herum. Eine kleine Nachlese statistischer Natur fuer euch aber vor allem fuer uns selbst ueber die letzten neun Monate folgen diesem Absatz. Wir beruecksichtigen dabei den Start der Reise mit meinem Abflug am 12. Dezember 2009, auch wenn Margit eigentlich erst am 28. Dezember 2009 gestartet ist. Dies auch noch aufzuschluesseln wuerde es nur viel zu kompliziert machen. Wer sich das nicht mehr geben moechte, muss da aber nicht mehr durch. Es waere schoen, koennten wir von dem einen oder der anderen noch einen letzten Eintrag ergattern. Als Abschluss fuer uns und als schoene Erinnerung sozusagen - wie einer der beruechtigten Stammbucheintraege in der Volksschule quasi. Es wuerde uns sehr freuen!

THE END - BABA

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Wie gesagt, eigentlich nur fuer uns. Oder aber auch fuer die ganz Harten unter der Leserschaft:

Wir waren insgesamt 270 Tage und 269 Naechte unterwegs. Von letzteren haben wir 84 unterschiedlich komfortable Einheiten in echten Betten (egal ob Hostel, Motel oder gemietete Wohnung) verbracht, 78 Naechte in unserem eigenen Auto (RIP Scarlett, du warst die Beste!), 61 verwegene Uebernachtungen waren es im Zelt, 31 kostenlose Naechtigungen bei Freunden (Thanks to all our hosts around the world - it was a real pleasure for us!), 9 groesstenteils unruhige Schlafversuche in Nachtbussen, 3 unbequeme Naechte in Flugzeugen und 2 schlaflose auf Flughaefen. Und die eine fehlende Nacht (die wiffen Mathematiker unter euch haben sicher schon bemerkt, dass es in Summe eigentlich nur 268 Naechte waren) haben wir durch das Ueberschreiten der Datumsgrenze wie Phileas Fog einst gar nicht erlebt, die hatten wir am Ende ganz einfach automatisch auf unserer Haben-Seite stehen!

Wir haben also tatsaechlich einmal die Welt umrundet, dabei insgesamt 9 Laender bereist, mit 6 verschiedenen Autos in 5 Laendern und auf 3 Kontinenten gute 25.000 Kilometer zurueckgelegt und insgesamt 17 Starts und Landungen mit Flugzeugen erlebt. Der suedlichste von uns bereiste Breitengrad lag auf - 54.81307 (Usuhaia, Feuerland, Argentinien), der noerdlichste auf + 51.51148 (London, England, United Kingdom). Bei Langeweile, waehrend seltener Regenfaelle, schlafloser Naechte oder bei vielen anderen Gelegenheiten haben wir 61 Mal mit unseren Spielkarten geschnapst, davon hat Margit 24 Bummerln kassiert, ich sogar 37! Wir hatten unzaehlige faszinierende Begegnungen mit anderen Reisenden und Einheimischen aus aller Welt und dabei auch ein paar Freundschaften geschlossen (vor allem mit Schweizern aber sogar mit US-Amerikanern bitteschoen!).

Um abschliessend die bereits jetzt schon ueberraschend zahlreichen Fragen wie "Wo war es denn nun am schoensten?" allgemein zu beantworten, hier eine mehr oder weniger sinnvolle und vor allem wahllose Ansammlung von "subjektiven Fakten" aus den so verschiedenen und von uns so unterschiedlich bereisten Laendern. Grundaussage dabei: Jedes Land, jeder Ort hat etwas ganz besonderes. Wie erwaehnt, bleibt die Aufzaehlung natuerlich sehr subjektiv, schliesslich spielen auch unterschiedliche Emotionen und individuelle Eindruecke bei all unseren Besuchen und Erlebnissen eine grosse Rolle.

Heissester Tag: 40 Grad im Schatten, Perth, Western Australia, Australien
Kaelteste Nacht (im Zelt): 0 Grad, Uspallata, Mendoza, Argentinien
Schwuelste Nacht (im Auto): Autobahn-Rastplatz bei Pimba, South Australia, Australien
Laengste durchgaengige Regenfaelle: 30 Stunden, Ushuaia, Feuerland, Argentinien
Heftigstes Gewitter (Nacht): 12 Stunden, Lucky Bay, Western Australia, Australien

Schoenste Campingspots: Australien
Schoenster Campingplatz: Meat Cove, Cape Breton Island, Nova Scotia, Kanada
Schoenster Strand: Lucky Bay, Western Australia, Australien
Schoenste und gleichzeitig anstrengendste Trekking-Tour: Nationalpark Torres del Paine, Magallanes, Chile
Magischster Ort: Machu Picchu, Cusco, Peru
Intensivster Kontakt zum Wildlife: Galápagos-Inseln, Ecuador und ganz Australien

Beste Empanadas: Máncora, Piura, Peru und Puerto Natales, Magallanes, Chile
Beste Heisse Schokolade: Ushuaia, Feuerland, Argentinien
Bestes Angebot an Suessem: Cuenca, Azuay, Ecuador
Bestes Assado (Grillerei): Puerto Natales, Magallanes, Chile
Bestes Steak: von Eduardo, Buenos Aires, Buenos Aires, Argentinien
Kultigstes Bier: West End und Little Creatures, Australien und Pabst Blue Ribbon, USA
Bestes Bier: so viele ... viel zu viele eigentllich...

Billigster Internet-Shop: 0,70 Soles (pro Stunde), Arequipa, Arequipa, Peru
Teuerster Internet-Shop: 12 US-Dollar (pro Stunde), San Francisco, Kalifornien, USA
Bestes Internet-Café: Albany, Western Australia, Australien
Nettestes Café: Nanni's, San Francisco, Kalifornien, USA

Faszinierendste Metropole: New York, New York, USA
Charmanteste Kleinstadt: Mendoza, Mendoza, Argentinien
Hoechstgelegene besuchte Stadt: 3600 Meter, La Paz, La Paz, Bolivien
Hoechster Punkt (ausserhalb eines Flugzeugs): 4320 Meter, Provinz Salta, Argentinien

Entspannteste Leute: Máncora, Piura, Peru
Lockerste Leute: ueberall in Australien
Freundlichste Leute: Vancouver Island, British Columbia, Kanada
Stolzeste Leute: Galápagos-Inseln, Ecuador
Lustigste Abende: Buenos Aires, Buenos Aires, Argentinien (mit Eduardo, Romina und Maria) und Morrisville, Vermont, USA (mit Andy und Steve)

Einziger Strafzettel: Bend, Oregon, USA
Groesstes Missgeschick: leerer Tank, Chubut (Patagonien), Argentinien
Groesster Nervenkitzel: Schnorcheln mit Haien, Isla Isabella, Galápagos-Inseln, Ecuador
Beste Busgesellschaft: Cruz del Sur, Peru

"Unser" Lied: "We Won't Run" by Sarah Blasko!

Unser Motto: "Wir sind Reisende! Urlaub machen Leute, die arbeiten"

Und (das muss jetzt einfach sein): Auf der ganzen Welt nie gesichtet, sondern erst wieder "back at home": Nordic Walker!

By the way: Hier nochmals die gesamte Reiseroute, wie sie tatsächlich stattgefunden hat - falls das jetzt ueberhaupt noch irgendjemanden interessiert: No U-turn

Somit sind wir am Ende nicht nur dieses Eintrags sondern auch an jenem des gesamten Blogs angelangt. Ihr habt also neun Monate Dichtung und Wahrheit endlich ueberstanden. Vor eurer Geduld mit den und eurer Begeisterung fuer die doch sehr detailierten Reiseschilderungen (weil ehrlich gesagt: eigentlich sehr egoistisch für uns selbst mitdokumentiert) ziehen wir den Hut (vor allem alle Raucher und Hundebesitzer unter euch waren in der Tat sehr geduldig!). Wir moechten uns bei allen bedanken, die mittels Comments, E-Mails und SMS auf unsere wilden Geschichten und Fotos reagiert und somit unsere Reise mitgestaltet haben. Es war uns eine grosse Freude, unsere beinahe neun Monate andauernde Reise mit euch teilen zu koennen. Wer Lust hat, kann nun noch ein allerletztes (oder auch allererstes) Mal einen Kommentar hinterlassen. Es wuerde uns sehr freuen - als Andenken quasi. Fuehlt euch aber nicht dazu verpflichtet!

Was bleibt: Bussi und Baba an euch, liebe treue Leserschaft. Wir werden euch in dieser Rolle sehr vermissen!

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Posted by NoUturners 03:28 Archived in Austria Comments (14)

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